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  • 21.06.2015, 11:20h           15      Teilen:   |

Schweiz

Zehn Gründe, den Zurich Pride zu lieben

Artikelbild
Botschafter aus elf Staaten und Regenbogenfamilien führten den Zurich Pride 2015 an

Mal was anderes erleben, dachte sich Micha Schulze und nahm am Samstag am CSD Zürich teil. 2016 wird er wohl wieder dabei sein.

Von Micha Schulze

Zu Gay-Pride-Veranstaltungen fahre ich seit vielen Jahren gerne ins Ausland. Um zu sehen und zu erleben: Was beschäftigt die Community vor Ort? Was macht sie anders, vielleicht sogar besser als wir in Deutschland? Und immer wieder hat mich der Mut von Aktivistinnen und Aktivisten in Ländern bewegt, in denen LGBT-Rechte noch weniger zählen als bei uns, etwa in Minsk, Kathmandu oder Hanoi.

In diesem Jahr habe ich mir mit Zürich eine weniger exotische Pride-Destination ausgesucht: Rund 10.000 Menschen marschierten am Samstag vom Helvetia- zum Werdmühleplatz und feierten anschließend trotz kühlen Wetters und eines Regenschauers auf dem Kasernenareal. Begeistert war ich trotzdem.

Hier meine zehn Gründe, warum sich eine Reise zum Zurich Pride auf jeden Fall lohnt.

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Viele Menschen, aber nur wenige Bären quetschten sich am Samstag durch Zürichs Bärengasse
Viele Menschen, aber nur wenige Bären quetschten sich am Samstag durch Zürichs Bärengasse

1. Der Empfang. Schon bei der Ankunft am Hauptbahnhof wird der Pride-Tourist von einem Meer aus Regenbogenflaggen begrüßt, und auch am idyllischen Zürichsee weht eine riesengroße Fahne der LGBT-Bewegung. Die Schweizer Metropole mit ihrer lesbischen Stadtpräsidentin Corine Mauch unterstützt den Pride nach allen Kräften. Auch das Fremdenverkehrsamt wirbt weltweit mit dem schwul-lesbischen Event – sogar ein Journalistenkollege aus L.A. wurde eingeflogen.

2. Die Stadt. Zürich ist immer einen Besuch wert. Während man in der Altstadt auf römische Spuren trifft, muss man auf sämtliche Vorzüge einer modernen Metropole nicht verzichten – inklusive einer lebendigen Szene mit kommunikativen Clubs wie dem "Heaven". Auch die Natur liegt vor der Tür. Einziges Manko: Für Zürich muss man leider etwas sparen, vor allem nach Aufhebung des Euro-Mindestkurses zu Beginn des Jahres. Sehen wir es mal positiv: Nun gibt es zumindest keine Probleme beim Umrechnen mehr…

3. Der Kreis. In der Schweiz ist Homosexualität bereits seit 1942 legal – das Land gehört damit weltweit zu den Vorreitern. Bei den spannenden Rundgängen von schwulengeschichte.ch kann man mehr über die LGBT-Geschichte Zürichs erfahren, auch über die geheime Homo-Organisation "Der Kreis", deren Geschichte von Stefan Haupt verfilmt wurde (queer.de berichtete). Das Schönste: Ernst und Röbi, den beiden Protagonisten der Halbdoku, kann man noch heute in der Szene begegnen.



4. Einer für alle. Der bzw. – wie man in der Schweiz sagt – die Zurich Pride ist der CSD der Schweiz. Während in Deutschland Lesben und Schwule selbst in Iserlohn oder Pirna eigene Festivals organisieren, setzen sich die Schweizer lieber ins Auto oder den Zug und fahren in die große Stadt. In diesem Jahr gab es in der gesamten Eidgenossenschaft nur einen weiteren Pride – im Wallis.

5. Neutral, aber nicht ignorant. Die neutrale Schweiz hat auf der weltpolitischen Bühne schon immer eine große Rolle gespielt – das zeigte sich auch auf der Demo am Samstag. Sie wurde gleich von elf ausländischen Botschaftern angeführt, darunter nicht nur US-Vertreterin Suzan G. LeVine, die eine grandiose Eröffnungsrede hielt, sondern auch Diplomaten aus Israel, Bosnien-Herzegowina und Kolumbien. Der deutsche Botschafter Otto Lampe glänzte leider durch Abwesenheit.

Auch eine Premiere: Mein erster CSD mit Pinkel-Flatrate
Auch eine Premiere: Mein erster CSD mit Pinkel-Flatrate

6. Die gleichen Sorgen. Apropos Deutschland, der Zürich Pride hat mir auch ein wenig Trost gespendet: Wir sind mit Merkels Bauchgefühl und der vorgestrigen CDU nicht allein in Europa. Die Schweizer sind von der Ehe für alle nicht nur ebenso weit entfernt wie wir Deutschen, sie müssen nun sogar ein populistisches Referendum der Christlichdemokratischen Volkspartei "gegen die Heiratsstrafe" abwehren, die in einem Nebensatz die Ehe in der Verfassung als Verbindung von Mann und Frau festschreiben will. Kopf hoch, wir stehen euch beiseite!

7. Vielfalt und Einigkeit. Die Community scheint das politische Geschehen zusammenzuschweißen. Der Zurich Pride präsentiert nicht nur die echte Vielfalt des LGBT-Spektrums, sondern auch Einigkeit. In der Demo marschieren PinkCops und Punks, Christen und Anarchos friedlich vereint. Auch vor und hinter der Bühne und selbst nach dem fünften Prosecco hat kein einziger meiner Gesprächspartner ein böses Wort über andere Aktivisten verloren. So etwas habe ich in Berlin noch nie erlebt…

8. Kinderfreundlich. Viele Kinder waren beim bunten Umzug des Zurich Pride mit ihren Eltern dabei, und das nicht nur im Block der Regenbogenfamilien. Anstatt eines LKWs mit Madonna-Beschallung kam hier eine kleine Elektro-Eisenbahn zum Einsatz, deren Waggons ausschließlich für laufmüde Kids reserviert waren. Was für eine schöne Idee!



9. International. Obwohl der Zurich Pride im europäischen Vergleich zu den kleineren CSDs gehört, ist er doch einer der internationalsten. Und das liegt nur daran, dass die Schweiz mit Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch gleich vier Landessprachen hat. Auch Englisch wurde viel geschnattert auf dem Festivalgelände des Kasernenareals – dank Besuchern aus aller Welt. Das dazu passende CSD-Motto in diesem Jahr lautete "Gleichstellung ohne Grenzen".

10. Kreativität. Last, but not least: Auf keiner anderen CSD-Demo in der ganzen Welt habe ich bislang einen Truck erleben dürfen, der als Einhorn dekoriert wurde. "Queer Power" stand dazu auf einem Transparent – eine sehr poetische Alternative zum plumpen Werbelaster von Credit Suisse…

Offenlegung: Meine Reise wurde unterstützt von Zürich Tourismus, der Fluggesellschaft SWISS und dem 25hours Hotel Zürich West.

Links zum Thema:
» Homepage des Zurich Pride
Mehr zum Thema:
» Gay and gayfriendly Hotels buchen
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Zurich Pride 2015

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Tags: zurich pride, zürich, schweiz
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Reaktionen zu "Zehn Gründe, den Zurich Pride zu lieben"


 15 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
21.06.2015
11:45:08


(+1, 3 Votes)

Von GeorgG


"über die LGBT-Geschichte Zürichs erfahren, auch über die geheime Homo-Organisation "Der Kreis", deren Geschichte von Stefan Haupt verfilmt wurde "

Das war der beste Film zum Thema Homosexualität, den ich je gesehen habe!

Ich empfehle auch das Buch dazu:

Link zu www.amazon.de


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#2
21.06.2015
12:04:30


(+6, 6 Votes)

Von Gemeinsam


Besonders wichtig finde ich Punkt 7:
leider gibt es ja viele Schwule, die nur aufs Aussehen gucken und wer nicht ihrem Idealbild entspricht (egal ob Figur, Haare, Klamotten, Verhalten, sexuelle Präferenzen oder was auch immer) wird schief angeguckt, lächerlich gemacht, etc.

Das muss endlich ein Ende haben.

Wir müssen nicht mit jedem ins Bett wollen, aber wir sollten doch zueinander nett sein und jedem die Chance geben, zu zeigen, dass man auch sympathisch sein kann, wenn man nicht dem Idealbild entspricht.

Und wir sollten alle miteinander, Seite an Seite, für unsere Rechte kämpfen. Wieso nicht auch der mollige Bär neben dem sportlichen Twink und daneben die Drag Queen...

Denn zusammen können wir viel mehr bewegen als wenn wir uns gegenseitig bekämpfen!


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#3
21.06.2015
12:22:46


(0, 6 Votes)

Von andreMuc
Antwort zu Kommentar #2 von Gemeinsam


Punkt 7 ist eigentlich politisch gemeint und nicht dick oder dünn. Aber gut, egal.

Als die CSD Party noch auf dem Turbinenplatz war, hat es mir besser gefallen.
Vor allem war ich, jede Stunde auf meinem Zimmer im ETAP (am Turbinenplatz) um Spaß zu haben, bis in die Nacht. Dem indisch/pakistanischen Service an der Rezeption, war das egal. Vor allem war ja früher gleich das Laby daneben und das Spidergalaxy nicht weit.


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#4
21.06.2015
13:56:19


(+3, 3 Votes)

Von gatopardo
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Seit ewigen Zeiten halte ich die Schweiz mit ihrer einmaligen Gastronomie und Landschaft für eines der attraktivsten Länder der Welt. Die Eidgenossen sind zurückhaltender als wir, aber das kann man auch für reizvoll halten. Ich erinnere mich gerne an einen wahrhaft herrlichen Karneval im schwulen Teil von Zürich der 80er Jahre. Leider wird ein Aufenthalt dort für uns urobürger immer kostspielig und das nicht nur nach Einführung der Parität zum Franken. Ich habe aber immer wieder Hotels und Restaurants gefunden, die nicht so überteuert waren, wie man es von der Schweiz gewohnt ist. Frühbuchungen halten sich oft an unser Budget !


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#5
21.06.2015
14:31:21


(0, 4 Votes)

Von Pelayo
Aus Berlin
Mitglied seit 11.12.2014


Leider ist gerade Zürich nicht ein Ort, an dem sich Deutsche willkommen fühlen können.
Sicherlich wird man davon beim Zurich Pride nichts und in der Schwulenszene Zürichs wenig merken. Im Alltag aber fühlt man sich in der Schweiz (genauer: in der deutschsprachigen Schweiz) etwa so, wie sich Türken in Deutschland fühlen müssen.
Das ist schon seit mehr als 100 Jahren so, nicht erst seit dem Krieg. Die Schweiz ist ein kleines Land, das seine Identität u.a. darin findet, anders als Deutschland zu sein.
Als Deutscher im Kanton Zürich, mehr noch im Kanton Bern, kann man den Schweizern nichts recht machen. Lernt man Schweizerdeutsch ist das in den Augen der Schweizer Anbiederung, lernt man es nicht, ist das Arroganz.


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#6
21.06.2015
14:37:06
Via Handy


(+2, 2 Votes)

Von Schlossi


Vielen Dank für den schönen Artikel! In einem Punkt muss ich aber Einspruch einlegen: neben der Zürich Pride und der pride Sion gibt es noch das Gay West in Bern und den grenzüberschreitenden CSD Kreuzlingen/Konstanz. Es wäre toll, wenn man den Artikel diesbezüglich ergänzen könnte.


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#7
21.06.2015
14:42:36


(+2, 4 Votes)
 
#8
21.06.2015
14:49:53


(0, 4 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #5 von Pelayo


Übersetzung :

Leider ist gerade Berlin nicht ein Ort, an dem sich Türken willkommen fühlen können.
Sicherlich wird man davon beim Berlin-Pride nichts und in der Schwulenszene Berlins wenig merken.
Im Alltag aber fühlt man sich in Deutschland etwa so wie sich Molukken in den Niederlanden fühlen müssen.
Das ist schon seit mehr als 100 Jahren so, nicht erst seit dem Krieg.
Deutschland ist kein kleines Land, das seine Identität u.a. darin findet, anders als seine europäischen Nachbarn zu sein.
Als Türke in Berlin, mehr noch in Brandenburg, kann man den Deutschen nichts recht machen. Lernt man Deutsch ist das in den Augen der Deutschen Anbiederung, lernt man es nicht, ist das Arroganz und mangelnder Integrationswille.


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#9
21.06.2015
15:01:13


(0, 2 Votes)

Von Pelayo
Aus Berlin
Mitglied seit 11.12.2014
Antwort zu Kommentar #8 von TheDad


gute Übertragung!


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#10
21.06.2015
23:38:27
Via Handy


(+2, 4 Votes)

Von der deutsche
Antwort zu Kommentar #5 von Pelayo


Etwas grob verallgemeinert... schlecht in dem Fall... schade dass du schlechte Erfahrungen machen musstest aber ich wurde in 7 Jahren Schweiz nie doof auf meine deutschen Wurzeln angesprochen... ich spreche inzwischen ein Mischmasch aus meinem ursprünglichen Berliner und neu dem Schweizer Dialekt. Bin weder in 4 Jahren wohnhaft in Bern noch jetzt in Zürich angeeckt... schade dass man da immer alles veralgemeinern muss... und was das mit der Pride zu tun hat... hm!

Die Schweiz ist anders und das ist gut so!
Und wie auch all die letzten Jahre war das eine super Pride sehr viel friedlicher als meine Erfahrungen auf den Berliner CSD's


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