Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 26.06.2015, 12:20h           36      Teilen:   |

Italien

Venedig verbietet Buch über schwule Pinguine an Schulen

Artikelbild
Der neue Bürgermeister Luigi Brugnaro will erreichen, dass Lehrer nur über heterosexuelle Familien sprechen (Bild: Wiki Commons / Alvyspera / cc by 3.0)

Kinder sollten nichts über Regenbogenfamilien erfahren, findet der neue Bürgermeister der Lagunenstadt.

Der Mitte Juni neu gewählte Oberbürgermeister von Venedig, der parteilose Unternehmer Luigi Brugnaro, hat am Donnerstag angekündigt, dass er alle Bücher aus Grundschulen entfernen lässt, die von alleinerziehenden Eltern oder Regenbogenfamilien handeln. Er erklärte, damit setze er ein Wahlversprechen um.

Wie die Zeitung "La Repubblica" meldet, gehört zu den verbotenen Werken unter anderem das amerikanische Kinderbuch "And Tango Makes Three". Es handelt von der wahren Geschichte eines Babypinguins im New Yorker Zoo, der von zwei männlichen Pinguinen aufgezogen wird. Das Buch, das weder Gewalt noch Sex enthält, hatte bereits in den USA für Aufregung gesorgt, da es laut Kritikern Kinder im Rahmen einer "homosexuellen Agenda" indoktriniere (queer.de berichtete). Letztes Jahr wurde es außerdem aus Büchereien in Singapur entfernt (queer.de berichtete).

Fortsetzung nach Anzeige


Lehrer sollen nicht über Regenbogenfamilien sprechen

Venedig sieht in schwulen Pinguinen eine Gefahr für Kinder
Venedig sieht in schwulen Pinguinen eine Gefahr für Kinder

"Wir wollen niemanden diskriminieren", behauptete der konservative neue Bürgermeister, erklärte aber weiter: "Zu Hause kann man Eltern als 'Papi 1' und 'Papi 2' bezeichnen, aber ich muss an die Mehrheit der Familien denken, die einen Vater und eine Mutter haben". Eltern sollten Kinder über Regenbogenfamilien aufklären, nicht die Schule, so der 53-Jährige.

Die für Antidiskriminierung zuständige Stadträtin Camilla Seibezzi kritisierte das Buchverbot. Die verbannten Bücher würden Kindern nicht aufgezwungen, sondern seien ein Angebot an Lehrer, diese Themen zu behandeln: "Der neue Bürgermeister will mit diesem Schritt verhindern, dass über manche Dinge mit Kindern gesprochen wird – das ist reine Zensur". Sie erklärte weiter, dass die Bücher in 70 weiteren italienischen Städten ebenfalls an Schulen auslägen – und es habe nicht einmal ein Problem deswegen gegeben.

Brugnaro ist der erste konservative Bürgermeister Venedigs nach zwei Jahrzehnten Vorherrschaft von Mitte-Links-Politikern. Er wurde gewählt, nachdem die alte Regierung über einen Korruptionsskandal gestolpert war. Brugnaro ist ein reicher Unternehmer, der eine Stellenvermittlung mit 600 Mitarbeitern betreibt. Außerdem ist er Präsident des örtlichen Basketballvereins Reyer Venezia Mestre. (dk)

Links zum Thema:
» Die deutsche Ausgabe des Pinguin-Buchs "Zwei Papas für Tango" bei Amazon
Mehr zum Thema:
» Italien: Schulen sind homophobe Hochburgen (22.05.13)
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 36 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 37                  
Service: | pdf | mailen
Tags: italien, schule, venedig
Schwerpunkte:
 Schule
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Venedig verbietet Buch über schwule Pinguine an Schulen"


 36 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
26.06.2015
12:32:16
Via Handy


(+13, 17 Votes)

Von Felix


Der konservative Rollback nimmt immer mehr Fahrt auf.

Jetzt schrecken die nicht mal mehr vor offener Zensur zurück.

Was kommt als nächstes? BücherVerbrennungen?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
26.06.2015
12:41:07
Via Handy


(+12, 14 Votes)

Von J-eye


"Wir wollen niemanden diskri­mi­nieren, [...] aber ich muss an die Mehrheit der Familien denken, die einen weißen, katholischen Vater und eine weiße, katholische Mutter haben" Logische Konsequenz: Bücher mit Schwarzen, Asiaten, Muslimen verbieten. Klingelts? Einfach unfassbar, als müsste man die "arme" Mehrheit vor den "bösen" Minderheiten schützen...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
26.06.2015
13:06:00
Via Handy


(+7, 11 Votes)

Von mugel


Wenn dieser offensichtlich vatikangesponsorte Bürgermeister glaubt was er da sagt, dann sollte er auch schnellstens seinen Lehrern verbieten über Krieg und Verbrechen zu reden.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
26.06.2015
13:16:03
Via Handy


(+12, 14 Votes)

Von Gustav


unglaublich !!
Die Schule soll doch auf das Leben vorbereiten ?? Und das Leben ist nun mal bunt
Oder soll das jetzt auch geändert werden ???
Na dann Prost Mahlzeit ??


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
26.06.2015
13:22:43


(+7, 9 Votes)

Von Freeyourgender
Aus Würzburg (Bayern)
Mitglied seit 08.10.2014


Der frischgebackene Bürgermeister Venedigs,
der knapp die Stichwahl im Juni gewann,
macht hier etwas Symbolpolitik für die Forza Italia um Ex-Premie Berlusconi.

Matteo Renzi`s Partito Democratico hat aber ganz andere Pläne, und will auch eine umfassende Schulreform durchsetzen und hat Pläne bis zum Ende des Jahres auch die Ehe zu öffnen.

Dies waren die Auslöser für die Demonstration am 20.Juni in Rom, an der hundertausende teilnahmen.

In Italien dürfte die Chance auf eine Öffnung der Ehe zur Zeit bedeutend höher sein als in Deutschland.
In Deutschland haben wir leider keine Regierung die das durchsetzen will, sondern eine Koalition, deren linker Partner sich wegduckt.

Die Bundes-SPD könnte theoretisch eine rot-rot-grüne Mehrheit bilden, aber was sind schon LGBT-Rechte, wenn man auch bei Fracking, TTIP, VDS eingeknickt ist. Gruß an Sigmar Gabriel an dieser Stelle.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
26.06.2015
13:29:33


(+13, 13 Votes)

Von kuesschen11
Aus Darmstadt (Hessen)
Mitglied seit 26.08.2012


Als erstes sollte man die Kinder in der Schule unterrichten, was Homophobie ist und was damit angerichtet wird, bevor ein erzkonservativer Bürgermeister Zensur über Kinderbücher beantragt.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
26.06.2015
13:30:39


(+9, 11 Votes)

Von q e d


Die Sex-Ideologen, die geistige, körperliche und psychische Gesundheit von Kindern schädigen, um besser spalten, aufhetzen, verblöden, ausbeuten und unterdrücken zu können, schlagen wieder einmal zu. Je mehr Krise ihres Systems, desto mehr.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
26.06.2015
13:31:48


(+3, 7 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


So ein Spinner!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
26.06.2015
13:32:15
Via Handy


(+13, 13 Votes)

Von Foxie
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Hoffentlich erreicht er mit dieser Zensur das genaue Gegenteil! Das gerade dieses Verbot neugierig macht. Die Frage "Warum?" kann eine machtvolle Waffe sein.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
26.06.2015
13:50:18


(-10, 16 Votes)

Von jaja


Ja klar, jetzt schwappt die nächste Hysteriewelle los, wie böse die gemeinen Heteros zu uns sind. Mich freut es, dass es mittlerweile solche Kinderbücher überhaupt gibt und sie auch in vielen Kindergärten progressiver Länder schon liegen. Aber das war vor dreißig Jahren auch noch nicht so. Heute ist Großbritannien eines der fortschrittlichsten Länder in Europa, was LBGT-Rechte angeht, vor dreißig Jahren hatten sie aber noch die gleiche Gesetzgebung wie Russland heute, mit ihrer Clause 28. Und kein westlicher Regierungschef hat Thatcher dafür isoliert oder überhaupt nur kritisiert.

Man kann eine Gesellschaft nicht zwanghaft mal eben auf einen höheren zivilisierten Standard verfrachten, auch nicht mit Druck von außen. Menschen ändern sich nicht, weil man sie dazu zwingt, sondern nur, wenn sie es selbst wollen.
Ansonsten tun sie höchstens so, sie schauspielern und lügen. Auf der Basis kann aber eine Gesellschaft nicht dauerhaft funktionieren, das war von Anfang an faul beim gesamten Experiment des realexistierenden Sozialismus. Das mit Gewalt von außen Aufgepropfte, die damit verbundene Lügerei, der Scheinkonsens und das- so-tun-als-ob, die Unfähigkeit zur Kritik und zum Disput, ohne den Gegner gleich abmurksen oderr einsperren zu wollen.
Das funktioniert offensichtlich nicht mit dem Islam und auch nicht mit anderen traditionellen Gruppen. Das dauert alles seine Zeit, wie im Westen, braucht eigene Erfahrungen mit lesbischen Töchtern und schwulen Enkeln, dann nämlich tut sich erst wirklich was. Außerdem sind alle scheinbaren Rechte, die nicht durch den echten mehrheitlichen Konsens einer Gesellschaft getragen werden, sowieso immer nur auf dem Papier vorhanden. Die Diskriminierung wird dann innergesellschaftlich sogar oft noch als Widerstand gegen "bekloppte Gesetze" für exklusive Grüppchen empfunden, denen man innerlich nicht zustimmt. Je mehr Antidiskriminierungsrechte geschaffen werden müssen, desto brutaler ist entsprechend auch das Mobbing in den unkontrollierten Bereichen, wie beispielsweise auf dem Schulfhof. Man kann aber eben nicht alles kontrollieren, außer man wünscht sich bereits die protofaschistische Totalüberwachung, mit allen Konsequenzen.

Schön wäre halt anders, aber das läuft bei Rassismus leider auch nicht besser. Wenn der Großteil der Bevölkerung rassistisch denkt, dann kann man die nicht eben mal gesetzlich zum Gegenteil zwingen. Anständiges Verhalten lässt sich nicht per Gesetz verordnen. Dann kommt dabei höchstens sowas raus, wie früher im Osten: offizielle Völkerverständigung, Solidarität der Völker und staatlicher Antifaschismus nach Außen hin, aber im Privaten völlige innerliche Ablehnung, teilweise blanker Rassismus und entsprechend denunziatorische Spitzelblockwarte, die auch problemlos in jeden Nationalsozialismus gepasst hätten.

Um mal Konrad Adenauer zu zitieren: Nehmen Sie die Menschen wie sie sind, andere gibt´s nicht.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  1234  vor »


 Ort: Venedig


 POLITIK - EUROPA

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Volker Beck: "Ich bin noch lange nicht weg" Leander Haußmann will Merkel wählen – wenn sie die Ehe öffnet Bis zum Jahr 2000 durften Schwule keine Berufssoldaten werden Volker Beck: Der Beste wurde kaltherzig abserviert
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt