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Fußgruppe "Merkel Air" beim Berliner CSD 2015: "Ob lesbisch, schwul oder bi, ein Upgrade gibt's hier nie" (Bild: mize)

Wegen Beleidigung und Körperverletzungen wurde ein Mann am Rande des Straßenfests am Brandenburger Tor festgenommen.

Ernster Zwischenfall beim Christopher Street Day in Berlin: Am Rande der Abschlusskundgebung nahmen Polizeibeamte am Samstagabend einen aus Berlin-Lichtenberg stammenden Mann wegen Beleidigung und Körperverletzungen vorübergehend fest.

Nach Angaben von Zeugen ging gegen 21 Uhr ein 28-Jähriger auf der Straße des 17. Juni mit einem aggressiven Ausruf des Erschreckens auf eine Gruppe von Teilnehmern des Demonstrationszuges zu und schlug unvermittelt mit der flachen Hand einem 25-Jährigen ins Gesicht. Die Betroffenen berichteten weiter, dass der Angreifer einem 19-jährigen Begleiter ins Gesicht gespuckt hatte, als dieser zu schlichten versuchte. Schließlich beleidigte der Angreifer die Gruppe homophob und entfernte sich. Unter anderem soll er gerufen haben: "Was willst du Schwuchtel? Willst du auf die Fresse?"

Polizisten gelang es wenig später, den Tatverdächten auf dem Platz des 18. März in der Nähe der CSD-Hauptbühne am Brandenburger Tor festzunehmen. Bei seiner Festnahme leistete er Widerstand, konnte jedoch von den Beamten überwältigt werden. Presseberichten zufolge soll er unter Drogen gestanden haben. Die Ermittlungen dauern an.

Hundertausende Menschen feierten den CSD


Der Berliner CSD war in jeder Hinsicht po-litisch. Die Nackedeis stellten unter den Teilnehmern allerdings nur eine kleine Minderheit dar- mehr repräsentative Bilder gibt es in der unten verlinkten Galerie (Bild: mize)

Am Christopher Street Day in Berlin nahmen Hunderttausende Menschen teil. Die Polizei sprach von rund 200.000 Teilnehmern in der Demo, bei der rund 50 Wagen und Fußgruppen mitfuhren bzw. -liefen. Am Straßenrand sammelten sich entlang der Route vom Kurfürstendamm zum Brandenburger Tor gut 550.000 Schaulustige.

Der CSD stand unter dem Motto "Wir sind alle anders. Wir sind alle gleich", zentrale Forderungen waren die Ehe für alle und sichere Unterkünfte für schwul-lesbische Flüchtlinge.

Traditionell fand bereits am Vormittag am Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen eine Gedenkveranstaltung statt. Ulrich Keßler vom LSVD und die Berliner Integrationssenatorin Dilek Kolat (SPD) mahnten dort eine Rehabilitierung auch der Nachkriegs-Opfer des Paragrafen 175 an.

Parallel zum großen CSD fand in Kreuzberg eine alternative Demonstration unter dem Motto "Keine pinke Camouflage – Queer bleibt radikal. Unanständig, unintegriert, unbequem gegen Krieg, Rassismus, Ausbeutung" mit rund 2.000 Teilnehmern statt. (cw)

Galerie:
CSD Berlin 2015
54 Bilder


#1 RobinAnonym
  • 28.06.2015, 15:13h
  • Hoffentlich bekommt dieser homophobe Wahnsinnige eine Strafe, die sich gewaschen hat und die er so schnell nicht mehr vergisst...
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#2 MeineFresseAnonym
  • 28.06.2015, 15:41h
  • Antwort auf #1 von Robin
  • Der wird gar nichts kriegen. Vielleicht ein paar Sozialstunden. Ist doch nichts ernstes passiert. Das strafen hätten die Betroffenen an Ort und Stelle erledigen müssen. Die waren ja sogar in der Überzahl. stattdessen lässt man sich schlagen demütigen und anspucken und den Täter laufen. Und schreibt bei queer dann wahrscheinlich empörte Kommentare wann der Staat endlich handelt und dass die CDU Blut an ihren Händen hat weil solche Sachen nur wegen fehlender Gleichstellung im Eherecht passieren. Wahrscheinlich würde selbst dann nichts passieren wenn ein einzelner mitten auf einem vollbesetzten csd wagen voller Muskelhäschen wüten würde
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#3 AndyAnonym
  • 28.06.2015, 15:47h
  • Ganz ehrlich: Wenn ich das Bild des Teilnehmers sehe, der mit nacktem Hintern beim CSD mitläuft, muss ich mich ehrlich schämen schwul zu sein. Ich finde es schade, dass der CSD nur noch sehr wenig von seiner politischen Bedeutung hat und größtenteils einem skurilen Karnevalszug gleicht.
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#4 panzernashorn
#5 ZhbfewdhkAnonym
  • 28.06.2015, 15:59h
  • Wenn man die Bilder sieht, ist man froh, dass Ard und zdf nicht über den csd berichtet haben.

    Wie wollen wir als lgbt das eherecht gegen die Konservativen blockierer erstreiten, wenn die Konservativen uns als Gefahr für das Kindeswohl darstellen und wir im transenfummel oder nackt durch die Straßen hüpfen?

    Nicht, dass ich was Ansich dagegen hätte, aber es ist strategisch unklug, wenn man das eherecht erstreiten möchte und die Konservativen uns gegenüber der Bevölkerung als schrille, kindeswohlgefährdende Minderheit darstellen, um der Bevölkerung, die unter Einfluss von solchen Bildern vom csd steht, Angst zu machen.

    Für rein politische Demos für gleiche Rechte kriegen wir noch nichtmals 1.000 Leute zusammen. Warum?
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#7 TdghfkooAnonym
  • 28.06.2015, 16:08h
  • Die Bilder verfestigen Vorurteile gegenüber schwulen als schrille dauerpartytypen, die gerne nackig oder im transenfummel durch die Straßen Rennen um ihren Hunger nach selbstinszenierung zu stillen.

    Ich vermisse eine politische Demo mit Hunderttausenden Teilnehmern für die eheöffnung bitterlich. Wenn wir die eheöffnung vor 2022 haben wollen, dann müssen wir solche Massendemonstrationen organisieren. Aber leider sind wir dazu zu blöd.
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#8 Patroklos
#9 selfie stickAnonym
#10 Patroklos