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In Istanbuls Innenstadt ging die Polizei am Sonntag brutal gegen friedliche Demonstranten vor (Bild: Twitter)

Die türkische Polizei hat versucht, mit Gewalt den diesjährigen CSD zu verhindern – als Begründung musste der Ramadan herhalten. Tausende LGBT feierten dennoch.

Aus Istanbul kommen Bilder, die an die Gezi-Proteste vor zwei Jahren erinnern. Mit drastischen Mitteln ging die türkische Polizei am Sonntag gegen die Teilnehmer des Istanbul Pride vor. Noch bevor der Marsch durch die Istiklal Caddesi überhaupt beginnen konnte, wurden die versammelten Menschen mit Wasserwerfern, Tränengas, Pfefferspray und Gummigeschossen vertrieben.



Sämtliche Zugänge zum Versammlungsort, dem Taksim-Platz, und zur Istiklal Caddesi wurden von Beamten abgeriegelt. Bilder in sozialen Netzwerken zeigen friedliche und teils bunt gekleidete Besucher des geplanten "Marsches des Stolzes", die von der Polizei durch Wasserwerfer angespritzt oder durch die Beamten angegriffen wurden. Zahlreiche Teilnehmer flüchteten in Geschäfte, die ihre Rollläden herunterließen. Mehrere Personen wurden leicht verletzt, darunter ein Journalist, der filmte, wie er von einem Gummigeschoss getroffen wurde.

Youtube | Bericht von Euronews zur Polizeigewalt

Erstmals Polizeigewalt in der Geschichte des Istanbul Pride

Die Veranstalter und die Teilnehmer traf die Polizeigewalt ohne jede Vorwarnung und zunächst ohne Begründung. Auf ihrer Facebook-Seite erklärte der Pride am Nachmittag, Istanbuls Gouverneur Vasip Sahin habe die Demonstration verboten. Als Begründung habe er angegeben, dass sie in den für Muslime heiligen Fastenmonat Ramadan fällt. Dies war allerdings bereits im vergangenen Jahr der Fall, wo die Behörden die Demonstranten gewähren ließen. Auch in früheren Jahren gab es keine vergleichbaren Vorkommnisse.



In einer Erklärung schrieben die CSD-Veranstalter: "Wir rufen den Istanbuler Gouverneur Vasip Sahin dazu auf, sich an die Verfassung der Türkischen Republik zu halten, die Angriffe sofort zu stoppen und eine öffentliche Erklärung abzugeben." Die genauen Hintergründe, wie es zur Eskalation kam, sind bislang ungeklärt.

Youtube | Zwei brutale Einzeleinsätze der Polizei mit Tränengas und Gummigeschossen



Doch noch CSD-Demo

Am späteren Nachmittag konnten dennoch tausende Schwule, Lesben, Bisexuelle und Transgender die CSD-Demo abhalten: Gespräche von Oppositionspolitikerin und Diplomaten der Vereinigten Staaten und der Europäischen Union mit der Polizei sorgten offenbar für eine Deeskalation. Zuvor hatten bereits viele LGBT in Seitenstraßen protestiert.


Der türkische Parlamentsabgeordnete Mahmut Tanal (CHP) bestieg einen Wasserwerfer, um mit den Polizisten zu diskutieren

Der Istanbul Pride findet seit 2003 statt. Nahmen an der ersten Demonstration nur 30 Personen teil, versammelten sich in den vergangenen beiden Jahren jeweils rund 100.000 Menschen. In der Türkei ist Homosexualität zwar bereits seit 1858 legal, allerdings beklagen Homo-Organisationen systematische Diskriminierung von Homosexuellen und speziell Transsexuellen durch Staat und Gesellschaft. Die Europäische Union kritisierte in ihren Fortschrittsberichten mehrfach "die regelmäßige Verfolgung von LGBT" im Land (queer.de berichtete). (cw)



 Update  22.30h: Polizei attackiert Pride-Party

Am Abend ist die Lage in Istanbul erneut eskaliert. Diverse Quellen berichten von Trängengas- und Wasserwerfereinsätzen an Stellen der Innenstadt, in denen sich Menschen treffen.



Die deutsche Europaabgeordnete Terry Reintke von den Grünen schreibt auf Twitter zum folgenden Bild, die Polizei hätte selbst Trängengas gegen die Party des Istanbul Pride eingesetzt. Trotzdem tantzen die Menschen mit brennenden Augen weiter.





Reintkes Mitarbeiter Felix Banaszak berichtet, selbst ein Wasserwerfer habe zu der Party vordringen wollen, dafür sei die Seitenstraße aber zu eng gewesen.



"Da unser Selbst-Respekt in Gefahr kam, haben wir Widerstand geleistet. Wir haben Widerstand geleistet mit unseren Tänzen, unseren Songs und unserer Liebe", hatten die CSD-Veranstalter kurz zuvor auf Facebook gepostet. "Die Liebe wird gewinnen."







 Update  29.6., 09.40h: Kundgebung in Berlin

"Love will win! – Berlin solidarisch mit Istanbul Pride!" – Unter diesem Motto soll es heute um 17 Uhr eine Kundgebung vor der Botschaft der Türkei in Berlin geben (Tiergartenstraße 19-21). "Die türkische Regierung hat deutlich gezeigt, welche Mittel sie gegen Homosexuelle einsetzt", heißt es in dem Aufruf bei Facebook. "Das dürfen wir nicht unbeachtet lassen."



 Update  29.6., 11.40h: Weiterer Protest in Berlin

Gladt e.V. hat für Montag, 19 Uhr zu einer Demo unter dem Titel "VARDIK, VARIZ, VAROLACAĞIZ // UNS GAB ES, UNS GIBT ES, UNS WIRD ES GEBEN" in Kreuzberg aufgerufen. Start ist am Kottbusser Tor, der Abschluss am Heinrichplatz.


 Update  17.50h: Video von Kundgebung

Enough ist Enough hat dieses Video von der Kundgebung vor der türkischen Botschaft in Berlin erstellt. Es spricht Hakan Taş, schwules Mitglied des Berliner Abgeordnetenhaus, der gestern in Istanbul vor Ort war.

Gerade vor der Türkischen Botschaft in Berlin!#EnoughIsEnough #StopHomophobia #gay #lgbti #pride #istanbul #berlin #community #turkey

Posted by ENOUGH is ENOUGH – OPEN YOUR MOUTH on Montag, 29. Juni 2015
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#1 MeineFresseAnonym
  • 28.06.2015, 19:16h
  • Unter Erdogan macht die Türkei eine Rolle rückwärts und möchte wahrscheinlich islamischen Kräften gerecht werden.
    Ich bin immer wieder verwundert, wie vehement hier in den Kommentaren gegen "Islamophobie" gewettert wird wenn Imame Schwule und Lesben nicht mal in Deutschland in die Moschee lassen wollen.
    Würden christliche Kräfte sich so verhalten, wären die Reaktionen sicher anders.
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#2 Markus44Anonym
  • 28.06.2015, 19:17h
  • So Herr Beck und liebe Grünenpolitiker und Linksparteipolitiker, dann fahrt schön auch nach Istanbul und unterstützt dort den CSD.

    Aber nein, geht nicht, weil die Grünen und Linken dann zugeben müssen, das der Islam von heute überwiegen LGBT-feindlich und homophob geprägt ist.

    Die Grünen und Linken wollen aber doch nicht sich die türkischen Wählerschichten vergraulen, obgleich diese nicht links und grün, sondern sozialdemokratisch in der Masse wählen.

    Und Grüne und Linke wollen auch nicht zugeben, das mit der islamischen Einwanderung nach Europa gerade auf homosexuelle Menschen und die LGBT-Bewegung massive Probleme und Homophobie auf uns zukommen.

    Herr Beck fahren sie statt nach Moskau nach Istanbul und machen Sie darauf aufmerksam, das der "aktuelle" Islam uns homosexuelle Paare und die LGBT-Erfolge in Europa bedroht.

    Aber nein das machen Linke und Grüne nicht und tabuisieren lieber, das deutsche homosexuelle Paare hier am Abend von islamisch geprägten Jungemännertruppen beböbelt, angespuckt und drangsaliert werden; und das geschieht nicht im katholisch geprägten Südoldenburger Münsterland, im katholischen Saarland oder in der protestantischen Lüneburger Heide, sondern es geschieht in den islamisch dominierten Stadtteilen in Berlin-Neukölln, in Duisburg-Innenstadt oder auch im Frankfurter Bahnhofsviertel.
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#3 David77Anonym
  • 28.06.2015, 19:41h
  • Antwort auf #2 von Markus44
  • Als Arschlecker der CDU und schwarzen Koalitionen solltest DU dich mal ganz brav zurückhalten...
    Warum reist denn Jens Spahn nicht nach Istanbul?!
    Wo äußerst sich Merkel dazu?
    WO ist die Kritik der Kirchen dazu?
    Stimmt, wer im Glaushaus sitzt...
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#4 lucdfProfil
#6 Patroklos
  • 28.06.2015, 19:57h
  • Antwort auf #3 von David77
  • Wieso fährst Du nicht dorthin, statt wieder einmal User hier anzupöbeln?

    Wie soll sich Frau Merkel äußern, wenn die ganze Zeit sich alles um den bevorstehenden Abschiedes Griechenlands aus der Eurozone dreht?

    So langsam gleicht sich die Türkei in Sachen CSD immer mehr Rußland an!
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#7 Reiserobby-MobilAnonym
  • 28.06.2015, 20:00h

  • "Erstmals Polizeigewalt in der Geschichte des Istanbul Pride", sollten auch jene lesen, die hier jetzt pauschal der Herabwürdigung aller Türken das Wort reden. wer so etwas tut, ist selbst "rückständig".
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#8 LorenProfil
  • 28.06.2015, 20:02hGreifswald
  • In Zeiten der Eheöffnung in beispielsweise Irland und den USA können Politiker Zeichen setzen, wie sie sich zu diesen erfreulichen Ereignissen verhalten. Der Gouverneur Istanbuls, Vasip Sahin, hat ein deutlich wahrnehmbares Zeichen gesetzt, das menschen-und demokratiefeindlich ist. Seine Begründung, die auf eine Rücksichtnahme auf religiöse Gegebenheiten hinausläuft, hat in einer demokratischen und offenen Gesellschaft nichts zu suchen. Diese zeichnet sich dadurch aus, dass die Grund-und Menschenrechte jederzeit respektiert werden und die Religion vom staatlichen Vollzug getrennt ist.

    P.S. Es bedarf keiner Missionare im religiösen Kulturkampf (#4) an dieser Stelle, sondern überzeugter Demokraten, die Religion und Staat gründlich voneinander zu trennen wissen und dann überzeugend jede Verletzung der Grund-und Menschenrechte kritisieren können, egal wo sie zu beobachten ist und egal wer sie zu verantworten hat.
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#9 seb1983
  • 28.06.2015, 20:12h
  • Mal wieder zeigen andere Länder Deutschland wie so ein richtiger "roll back" funktioniert während bei uns nur gelabert wird.

    Aber ganz sicher ist es bei uns ja auch nicht mehr lange hin bis wieder CSDs verboten werden
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#10 eliasHHAnonym