Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 01.07.2015, 00:17h           163      Teilen:   |

Zur Mitgliederbefragung

21 Berliner CDU-Politiker schreiben Offenen Brief gegen die Ehe für alle

Artikelbild
Protest für die Ehe-Öffnung beim Berliner CSD am Wochenende. Viele Politiker der Hauptstadt-CDU sind weiter dagegen. (Bild: Enough is Enough)

Von "Natur aus" sei "ein Restbestand an Ungleichbehandlung geboten", findet fast die halbe CDU-Fraktion im Abgeordnetenhaus und will damit die Basis überzeugen.

Zu Update springen: Befürworter veröffentlichen Flyer (01.07.,14:15h)

Im Rahmen der Mitgliederbefragung der Berliner CDU zur Haltung zur Ehe für alle haben sich etliche führende Köpfe der Partei in einem offenen Brief gegen die Gleichstellung gewandt. Der Brief geht in den nächsten Tagen an alle rund 12.500 Mitglieder der Berliner Union.

Diese können ab Freitag bis Mitte Juli darüber abstimmen, wie sie zu der Ehe-Öffnung für schwule und lesbische Paare stehen – auf einer fünfstufigen Skala von "Stimme voll und ganz zu" bis "Stimme überhaupt nicht zu" (queer.de berichtete). Die Idee dazu hatte CDU-Landeschef Frank Henkel – sie hielt ihn nicht davon ab, in der letzten Woche in einem Bundesratsausschuss gegen die Ehe-Öffnung zu stimmen (queer.de berichtete), nachdem er von der SPD in der Länderkammer in der Frage zuvor eine Enthaltung gefordert und erhalten hatte.

Den Offenen Brief, dem ein weiterer der Eheöffnungs-Befürworter folgen soll, haben 17 von 39 Berliner Abgeordneten unterzeichnet, darunter die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Cornelia Seibeld und der parlamentarische Geschäftsführer Sven Rissmann. Zu den Unterzeichnern gehören zudem der ehemalige Regierende Bürgermeister und Ehrenvorsitzende Eberhard Diepgen und der Landesvorsitzende der Jungen Union, Christoph Brzezinski, der Europaabgeordnete Joachim Zeller und sein Bundestagskollege Dr. Phillip Lengsfeld.

Fortsetzung nach Anzeige


Ehe-Öffnung "ohne Not"

"Die Ehe hat sich als Gemeinschaft von Mann und Frau bewährt", heißt es in einer von mehreren Zwischenüberschriften des Briefes
"Die Ehe hat sich als Gemeinschaft von Mann und Frau bewährt", heißt es in einer von mehreren Zwischenüberschriften des Briefes

Eine Öffnung der Ehe für Homo-Paare und die "damit verbundene Aufgabe des traditionellen Eheverständnisses" stelle die "Werteordnung unserer Gesellschaft in Frage", schreiben die Abgeordneten. "Ohne Not" solle die Ehe "neu definiert" und "in ihrer jetzigen Form nicht erhalten bleiben".

Zwar wolle man Pluralität und Vielfalt, auch habe man "Hochachtung" vor den Leistungen von Lebenspartnern. "Aber Vielfalt erzeugt man nicht dadurch, dass man Unterschiedliches gleich benennt." Für Homo-Paare gebe es eine Lebenspartnerschaft; da es diese in Irland und den USA nicht gegeben habe, dienten diese Länder nicht als Vorbild der Debatte.

Das Ideal der Ehe als "gesellschaftliche Zielvorstellung" müsse erhalten bleiben, als "lebenslang angelegte Gemeinschaft von Mann und Frau zur Gründung einer Familie, in deren Geborgenheit Kinder aufwachsen sollen", heißt es weiter in dem Brief. Dieses Ideal habe Verfassungsrang eingeräumt bekommen.

"Gleichwertig, aber nicht gleich"

Landeschef Frank Henkel wollte eine Debatte, die nun eine gespaltene CDU zeigt
Landeschef Frank Henkel wollte eine Debatte, die nun eine gespaltene CDU zeigt (Bild: CDU Berlin)

Ehe und Lebenspartnerschaft seien "gleichwertig, aber nicht gleich", da "von Natur aus" nur im Zusammensein von Mann und Frau Kinder entstehen könnten. Und: "Nicht nur im Moment der Zeugung benötigen Kinder Vater und Mutter, sondern auch beim Aufwachsen."

Zum Abschluss heißt es in dem Offenen Brief: "Wir haben Verständnis dafür, wenn homosexuelle Paare nach der langen und bedrückenden Phase von Diskriminierung und Kriminalisierung in jeder verbleibenden Ungleichbehandlung ein Fortbestehen der Nichtanerkennung ihrer Lebensform sehen. Gleichwohl haben alle Aspekte ihren eigenen Rang und dort, wo von Natur aus ein Restbestand an Ungleichbehandlung geboten ist, muss dies auch im Recht berücksichtigt werden." (nb)

 Update  01.07., 14:15h: Befürworter veröffentlichen Flyer

Am Mittwochmittag haben auch die Befürworter der Ehe für alle in der Berliner CDU einen zweiseitigen Flyer (PDF) veröffentlicht. Dieser wird von 28 prominenten Parteimitgliedern unterstützt, darunter die beiden Bundestagsabgeordneten Klaus-Dieter Gröhler und Karl-Georg Wellmann, die vier Staatssekretäre Guido Beermann, Dirk Gerstle, Andreas Statzkowsky und Aleander Straßmeier, der Bezirksbürgermeister von Steglitz-Zehlendorf Norbert Kopp sowie acht Mitglieder der Abgeordnetenhausfraktion.

Der Flyer enthält keinen programmatischen Text. Stattdessen wurden auf der Vorderseite unter der Überschrift "Ja zur Ehe" 15 bereits bekannte Zitate von CDU-Politikern zusammengestellt, die nicht alle in direktem Zusammenhang mit der Mitgliederbefragung oder der Forderung nach Ehe-Öffnung stehen. (mize)

Links zum Thema:
» Der gesamte Offene Brief als PDF
» Flyer der Befürworter der Ehe für alle
Wochen-Umfrage: Sollte die Union bundesweit ihre Mitglieder zur #Ehefüralle befragen? (Ergebnis)

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 163 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 892             18     
Service: | pdf | mailen
Tags: ehe für alle, ehe-öffnung, berlin, cdu, frank henkel
Schwerpunkte:
 Homo-Ehe in Deutschland
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "21 Berliner CDU-Politiker schreiben Offenen Brief gegen die Ehe für alle"


 163 User-Kommentare
« zurück  12345...1617  vor »

Die ersten:   
#1
01.07.2015
00:37:01
Via Handy


(+16, 16 Votes)

Von miepmiep
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Könnten bitte mal Familiensoziolog_innen, Erziehungswissenschaftler_innen und Jugendpsycholig_innen gehört werden anstatt dieser "christlichen" Demagogen? Welche Anmaßung, angeblich zu wissen, was Kinder bräuchten. Ich kann es nicht mehr hören.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
01.07.2015
00:37:24


(+10, 12 Votes)

Von David77


Wer jetzt noch CDU wählt und gleichzeitig die Ehe geöffnet haben möchte, muss wohl dämlich sein...
Ach, ich vergaß ja, die meisten Schwuppen wählen konservativ... das können dann nicht die sein, die eine Ehe eingehen wollen...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
01.07.2015
00:42:36


(+11, 13 Votes)

Von Hinnerk


Wenn die CDU selbst in einer Homohochburg wie Berlin weiter gegen Gleichstellung ist, weiß man, dass von dieser Partei auch in Zukunft NICHTS zu erwarten hat.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
01.07.2015
00:45:00


(+15, 15 Votes)

Von Loren
Aus Greifswald (Mecklenburg-Vorpommern)
Mitglied seit 02.11.2013


Die CDU-Unterzeichner propagieren das Ehe-und Familienbild der 1950er Jahre. Das ist aus heutiger Sicht nicht mehr konservativ, sondern reaktionär. Die Begründung der Diskriminierung "von Natur aus" erinnert an die Rede des Herrn Ratzinger im Bundestag und seinen Exkurs über das "Naturrecht" aus römisch-katholischer Sicht.
Kein Wunder bei Christ"demokraten", die offenbar ihre religiösen Vorstellungen über das Gleichheitsgebot des Grundgesetzes stellen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
01.07.2015
00:45:44


(+16, 16 Votes)

Von RaceClassGender


".. wo von Natur aus ein Restbestand an Ungleichbehandlung geboten ist, muss dies auch im Recht berücksichtigt werden."

von natur aus war die erde eine scheibe, von natur aus war die erde das zentrum des universums, von natur aus waren hexen unnatürlich, von natur aus war der weiße dem schwarzen überlegen, von natur aus waren die meisten weißen dem arier unterlegen, von natur aus ist die frau dem mann unterlegen...

Youtube-Video:


Ich drücke hier, und du ziehst weg,
so kriegen wir den Pfahl vom Fleck,
werden ihn fällen, fällen, fällen,
werfen ihn morsch und faul zum Dreck.
Erst wenn die Eintracht uns bewegt,
haben wir ihn bald umgelegt,
und er wird fallen, fallen, fallen,
wenn sich ein jeder von uns regt.

Link:
estaca.blogsport.de/la-estaca/


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
01.07.2015
00:47:10


(+10, 14 Votes)

Von ehemaligem User yelimS


"Gleichwohl haben alle Aspekte ihren eigenen Rang und dort, wo von Natur aus ein Restbestand an Ungleichbehandlung geboten ist, muss dies auch im Recht berücksichtigt werden"

Damit bin ich einverstandem. Uneingeschränkt. Ich habe kein Problemn damit die CdU Mitglieder im Zoo im Nagetierhauszu besuchen.

Nein, das ist falsch von mir. Jede erbärmliche Ratte hat meinenn Respekt ehr verdient als dieses i Scheißüpack von der CDU.

Ich erkenne deren Lebensform nicht an. Wofür auch. in meinem Klo leben wertvollere Wesen als die .


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
01.07.2015
00:56:26


(+13, 13 Votes)

Von Heiner


Die CDU versucht sich wieder mal mit Rechtspopulisus zu profilieren und am rechten Rand zu fischen.

Die wollen aus dem Schüren von Vorurteilen und Hass politisch Kapital schlagen.

Daran sieht man, dass es der CDU nicht um die Bürger oder das Wohl des Landes geht (und erst recht nicht um demokratische Prinzipien wie den Gleichheitsgrundsatz), sondern nur um Macht und persönliche Vorteile.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
01.07.2015
01:13:34


(+14, 14 Votes)

Von Geduld am Ende


Den homophoben Berliner Arschkrampen sei Folgendes ins Poesiealbum gemeißelt:

Solange es kinderlose Ehepaare gibt, die alle Vorteile einer Ehe genießen können - etwa wie die unserer überaus hochgeschätzten Bundesknopfleiste und ihres Herrn Sauer - solange gibt es keinen einzigen Unterschied zwischen einer kinderlosen ELP und einer kinderlosen Ehe. Warum sollte man sie also unterschiedlich benennen? Nur, weil der Herr es befiehlt? Nur weil es einem das religiöse Piepvögelchen in die Synapsen zwitschert?

Ergo: Entweder Zwangsauflösung aller kinderlosen Ehen und deren De-Privilegierung, einschließlich der von Merkel (übrigens auch der von Erika Steinbach), zusätzlich obligatorische Fruchtbarkeitstests vor einer Eheschließung und Zwangsscheidung nach fünf Jahren Kinderlosigkeit - oder, falls das nicht gewollt ist: FRESSE HALTEN!

Ich habe inzwischen so von die Schnauze voll von den immer gleichen, grenzdebilen Hasstiraden, die keinerlei argumentativen Überprüfung standhalten.

"Ein Restbestand an Ungleichbehandlung" zwischen Ehe und ELP sei geboten? DARAUF GEFICKT!!!

Lasst Euch doch einfach in die 50er Jahre zurückbeamen, liebe CxU-Hater, wo Frauen noch keine eigenen Konten führen durften und Schwule zwar nicht mehr ins Gas wanderten, aber dafür in den Knast geworfen wurden. Oder wandert gleich nach Saudi-Arabien aus.

Ficken fürs Vaterland, das scheint das einzige zu sein, was Euch umtreibt ... mann mann mann. Und das in Berlin, anno 2015!!! Es ist zum Haare ausreißen ...

Ich habe langsam die Fresse dick!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
01.07.2015
01:19:43


(+11, 13 Votes)

Von Harry1972
Aus Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 21.02.2013


Wieder der gleiche Sermon, tausend Mal hervorgewürgt und tausend Mal schon mit sachlichen Argumenten widerlegt.

Bauchgefühl, nix weiter. Nicht ein einziges Sachargument, nur Bauchgefühl.

Also bitte. Dann alle Ehen scheiden lassen, die "von Natur aus" keine Kinder hervorbringen können und diesen Leuten dann auch kein Adoptionsrecht einräumen, da sich die Natur ja was dabei gedacht hat, genau diesen Menschen den Kinderwunsch zu versagen.
Eheverbot für alle Unfruchtbaren. Alleinerziehenden müssen nach dem Verständnis der CDU die Kinder weggenommen werden, da ja ein Elternteil fehlt.

Wie wollen sich die Herrenmenschen von der CDU da rausreden? Wie können die ihre kinderlosen Ehen rechtfertigen?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
01.07.2015
01:21:44


(+10, 12 Votes)

Von goddamn liberal


Das wundert mich nicht.

Die CDU-Mitglieder sind auch in Großstädten eine Subkultur, die sich selbst von ihren Stammwählern unterscheidet.

Sie sind auch nicht mit dem Mainstream der evangelischen Christen, ja selbst mit Basiskatholiken wie Geißler gleichzusetzen.

Gerade das sinnfreie Natur-Gefasel, das merkwürdigerweise nicht gegen die kinderlosen Kauders, Merkels oder Steinbachs in Stellung gebracht wird, hat seine Wurzeln im übelesten deutschen Herrenmenschen-Biologismus.

Aus Niedertracht nach unten Treten gehört zu deren politischer DNA.

Das ist eben ein deutscher Sonderweg der Unmenschlichkeit.

Widerlich und wohlbekannt.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  12345...1617  vor »


 POLITIK - DEUTSCHLAND

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Bis zum Jahr 2000 durften Schwule keine Berufssoldaten werden Volker Beck: Der Beste wurde kaltherzig abserviert Holpriger Start für Stefan Evers als Generalsekretär der Berliner CDU Kein sicherer Listenplatz: NRW-Grüne strafen Volker Beck ab
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt