Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 02.07.2015, 13:20h           39      Teilen:   |

Debatte im Landtag Sachsen-Anhalt

CDU-Politikerin nennt Ehe für alle "oberflächliche Gleichmacherei"

Artikelbild
Edwina Koch-Kupfer (CDU) verteidigt, dass in Deutschland nur Heterosexuelle ein Recht auf Eheschließung haben

In Sachsen-Anhalts Parlament verteidigt die Union das Ehe-Verbot für Schwule und Lesben – und zwingt den Koalitionspartner SPD trotz "Blasenschwäche", gegen die Ehe für alle zu stimmen.

Von Dennis Klein

Vor einer Woche stimmten die hessischen Grünen auf Druck des schwarzen Koalitionspartners gegen die Ehe für alle (queer.de berichtete). Am Mittwoch ereilte die SPD in Sachsen-Anhalt das selbe Schicksal: Bei einer Landtagsdebatte über einen Antrag der Grünen (PDF) war es den zwei sozialdemokratischen Rednerinnen allerdings sichtlich peinlich, Koalitionstreue zu demonstrieren.

Das führte dazu, dass die SPD-Abgeordnete Katrin Budde davor warnte, dass eine Blasenschwäche innerhalb der Fraktion schwer in den Griff zu bekommen sei – und tatsächlich verließ unter anderem SPD-Gleichstellungsministerin Angela Kolb kurz vor dem Votum den Saal und stimmte nicht ab. Am Ende reichte es der Großen Koalition aber doch für eine Mehrheit von fünf Stimmen, den Antrag in die Ausschüsse abzuschieben. Eigentlich haben CDU und SPD eine Mehrheit von über 30 Stimmen.

In der Debatte verteidigte einzig die CDU-Politikerin Edwina Koch-Kupfer den Status quo: Die Abgeordnete, die bis 2012 noch Mitglied der Linksfraktion war, sorgte für Unmut bei Opposition, als sie sich und andere Befürworter der traditionellen Ehe als Opfer darstellte, denen nur "Intoleranz" entgegengebracht werde. Dabei wolle sie doch nichts Schlimmes: "Eine offene Gesellschaft zeichnet sich nicht durch oberflächliche Gleichmacherei aus", sagte sie. Und weiter: "Die Union steht für Ehe und diskriminierungsfreie Eingetragene Lebenspartnernschaft". Sie behauptete, es sei nicht diskriminierend, wenn Schwule und Lesben in ihren Partnerschaften weniger Rechte erhielten.

Fortsetzung nach Anzeige


Warum sind Irland und Texas fortschrittlicher als wir?

Redner von Grünen, Linken und SPD kritisierten die Haltung der Union scharf. "Ausgerechnet das katholischste Land der EU hat uns vorgemacht, dass wir Deutschen gar nicht so fortschrittlich sind, wie wir uns das oft einbilden", sagte Cornelia Lüddemann (Grüne). Gleichstellungsministerin Kolb (SPD) wies vor ihrem Verschwinden darauf hin, wie absurd es scheint, dass im konservativen Texas die Ehe für Schwule und Lesben schneller geöffnet wird als in Deutschland. Ihre Genossin Katrin Budde machte sich Sorgen um Kinder, die Geborgenheit bräuchten und kein Recht darauf hätten, "dass ihr Elternhaus den Klischeevorstellungen von vorgestern, den Klischeevorstellungen Anderer, entspricht."


Die Grünenpolitikerin Cornelia Lüddemann hat sich für die Debatte entsprechend eingekleidet


Oppositionsführer Wulf Gallert (Linke) zeigte sich ein wenig hoffnungsvoll als er erklärte, dass die CDU bei der Frage der Ehe für alle "ambivalent" sei. Einerseits seien manche Sprüche der Partei auf "Stammtischniveau" á la Koch-Kupfer, andererseits gebe sich die Union bei manchen Veranstaltungen sehr flexibel. Er rief die Partei auf, sich endlich zu entscheiden.

Sollte die Union weiter auf dem Ehe-Verbot für Schwule und Lesben beharren, dürfte dies wohl nicht die letzte Landtagsdebatte gewesen sein, in dem die Partei ihren Koalitionspartner – egal ob rot, grün oder irgendwann mal wieder gelb – zwingen wird, für die Beibehaltung des Ehe-Verbots von Schwulen und Lesben zu stimmen.

Links zum Thema:
» Landtagsdebatte ansehen
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 39 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 353             3     
Service: | pdf | mailen
Tags: ehe für alle, ehe-öffnung, cdu, grüne, sachsen-anhalt, edwina koch-kupfer
Schwerpunkt:
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "CDU-Politikerin nennt Ehe für alle "oberflächliche Gleichmacherei""


 39 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
02.07.2015
13:31:26


(+14, 14 Votes)

Von ehemaligem User VeganBear


Ich letztens zu meinem besten Freund:
"Wäre ich Politiker, würde ich mich niemals dazu zwingen lassen, gegen mein Gewissen abzustimmen."

Er:
"Deshalb bist du auch kein Politiker."


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
02.07.2015
13:33:47


(-8, 14 Votes)

Von Rtipnfdedc


Und wenn wir nicht massendemonstrieren vor dem Bundestag für die eheöffnung, dann wird es noch viele Jahre so weitergehen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
02.07.2015
13:41:30


(-2, 12 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


Das hat wirklich nichts mit dem Islam zu tun...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
02.07.2015
13:45:52


(+9, 11 Votes)

Von ursus


>"Die Union steht für Ehe und diskriminierungsfreie Eingetragene Lebenspartnernschaft"

vom oxymoron mal abgesehen: als hätte es 15 jahre nicht gegeben, in denen die union jeden noch so kleinen fortschritt mit zähnen und klauen (lügen und hetze nicht zu vergessen) bekämpft hätte.

das ist so zynisch.

aber das scheint ja die neue sprachregelung der union zu sein: wir waren ja schon immer vorkämpfer der nichtdiskriminierung, aber wir wollen natürlich heteros besserstellen als die perversen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
02.07.2015
13:51:07


(+9, 11 Votes)

Von goddamn liberal


Edwina Koch-Kupfer

Wahlkreisbüro

Lübecker Str. 73

39124 Magdeburg

Kontakt
Telefon: 0391 - 73346078
E-Mail: buergerbuero@koch-kupfer.de

Ob Artikel 3 GG oder Artikel 14 US-Verfassung:

"oberflächliche Gleichmacherei" der im Kern Ungleichen vor dem Gesetz zeichnet den demokratischen Verfassungsstaat nun einmal aus.

Deutsche Herrenmenschen bevorzugen stattdessen Ständestaat und Diktatur.

Da kann man nach Oben buckeln und nach Unten treten.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
02.07.2015
14:09:46
Via Handy


(+8, 10 Votes)

Von Dominik


Leider macht es keinen Sinn mit denen weiter zu diskuttieren.

Solange die nicht begreifen, dass man weder etwas dafür kann schwul oder hetero zu sein, noch schwarz oder weiss,
ist sämtliche weitere Diskussion sinnlos...

Sexualrassisten... Nur Hetero ist 'sauber', Homo und der Rest ist 'Unrein'... Die CDU ist in der Richtung die NPD des kleinen (erz)katholischen Mannes.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
02.07.2015
14:15:32


(+5, 7 Votes)

Von Freeyourgender
Aus Würzburg (Bayern)
Mitglied seit 08.10.2014


Die "Argumente" der Union in komprimierter Form, die sehr schön aufzeigen,
dass es sich um eine Diskriminierung handelt,
die ohne jegliche Argumentation
auskommt.

Auch die SPD kommt zu Wort
und gibt offen zu,
dass sie
"die Koalition (den Machterhalt)
über die Sache" stellen wird"

Youtube-Video:


Gegenargumente zum immer wieder vorgebrachten "Argument" Kindeswohl:

Link zu www.freeyourgender.de


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
02.07.2015
14:24:54


(-6, 10 Votes)

Von Frühmhgfff
Antwort zu Kommentar #6 von Dominik


Die von der du begreifen das schon. Die können ja auch lesen, zum Beispiel wissenschaftliche Studien.

Nur obwohl die von der cdu das genau wissen, wollen sie uns trotzdem diskriminieren. Sie wollen Hass in der Gesellschaft auf unsere Minderheit benutzen damit die arschlöcher der Gesellschaft cdu wählen. Versteht ihr?

Und solange wir nicht massenweise auf die Straße gehen und für unsere Rechte demonstrieren, kann die CDU ihren diskrimierungskurs praktisch widerstandslos durchziehen.

Wird euch nicht langweilig Jahr für Jahr im Internet rumzuweinen anstatt auf die Straße zu gehn?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
02.07.2015
14:42:48


(-7, 13 Votes)

Von Wsdftgvvcdd


Da ihr meinen Vorschlag ja offenbar nicht mögt: Wer hat denn einen besseren Vorschlag als eine massendemo für die eheöffnung?

Jetzt bin ich aber gespannt welche anderen sachlichen Vorschläge zur Beschleunigung der eheöffnung in Deutschland ihr hervorbringt. Oder habt ihr doch keine besseren Vorschläge?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
02.07.2015
14:51:26


(+11, 11 Votes)

Von ursus
Antwort zu Kommentar #7 von Freeyourgender


danke für den link!

roderich kiesewetter, cdu, zum adoptionsrecht für schwule: "das ist eine reine geschmackssache. ich persönlich finde es nicht schön. ich kann es nicht rational begründen, ich möchte es einfach nicht. so wie einige rote hosen mögen, andere grüne hosen, ich mag lieber dunkle hosen, ganz einfach."

mir fällt dazu nichts mehr ein. außer: wann wird roderich kiesewetter bunte hosen verbieten?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  1234  vor »


 Ort: Magdeburg


 POLITIK - DEUTSCHLAND

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Mexiko: Papst unterstützt Homo-Gegner Paragraf 175: Schwule Senioren kritisieren Union Magdeburg: Demo für LGBTI-Aktionsplan am Freitag LGBTI-Akzeptanz: Höcke kündigt Kampf gegen "perversen Zeitgeist" an
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt