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  • 02.07.2015, 15:55h           22      Teilen:   |

Für Einführung von Lebenspartnerschaften

Italien: Schwuler Staatssekretär im Hungerstreik

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Ivan Scalfarotto lebt derzeit von zwei Cappuccino am Tag

Weil in Italien schwule und lesbische Paare noch immer wie Fremde behandelt werden, ist einem führenden Politiker der Renzi-Regierung der Kragen geplatzt.

Der sozialdemokratische Politiker Ivan Scalfarotto ist seit Montag im Hungerstreik: Der italienische Staatssekretär im Ministerium für Verfassungsreformen und Beziehungen zum Parlament erklärte nach Angaben der Zeitung "Repubblica", dass er nicht mehr warten wolle, bis in Italien endlich Eingetragene Partnerschaften für gleichgeschlechtliche Paare eingeführt werden.

"Seit Montag nehme ich nur zwei Tassen Cappuccino am Tag zu mir", erklärte der schwule Politiker. "Ich konnte einfach meine Augen nicht mehr länger davor verschließen und so tun, als ob alles in Ordnung ist". Der 49-Jährige, der von 2009 bis 2013 Vizevorsitzender der sozialdemokratischen Partito Democratico (PD) war, setzt sich bereits seit Jahren für die Anerkennung von gleichgeschlechtlichen Paaren ein.

Im Frühjahr konnten die "Unioni Civili" zwar die erste Hürde im Parlament nehmen, als sie im Justizausschuss eine Mehrheit erhielten (queer.de berichtete). Allerdings zieht sich die Einführung hin – auch weil Abgeordnete durch Änderungsanträge den Prozess in die Länge ziehen. Nach dem positiven Volksentscheid in Irland konnte die Bewegung für die Lebenspartnerschaften allerdings neuen Schwung gewinnen: Im Parlament gab es letzten Monat eine Mehrheit für einen Antrag, in dem die Regierung aufgefordert wird, für die Einführung von Lebenspartnerschaften zu werben.

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Scalfarotto: Ohne Mobilisierung keine Homo-Ehe

Nun will Scalfarotto mit seinem Hungerstreik den Druck erhöhen. Er betonte dabei, dass sich seine Aktion nicht gegen Ministerpräsident Matteo Renzi richte, der wie er der sozialdemokratischen Partei angehört. "Aber es ist sicher, dass ohne Mobilisierung das ganze Projekt im Sande verlaufen wird", argumentierte der Staatssekretär. Renzi hatte sich wiederholt für ein Lebenspartnerschaftsgesetz nach deutschem Vorbild ausgesprochen.

In Italien sollten bereits 2007 Lebenspartnerschaften eingeführt werden: Das Projekt von Ministerpräsident Romano Prodi scheiterte aber an der damaligen Neunparteien-Koalition (queer.de berichtete). Insbesondere der Widerstand einer kleinen katholischen Partei trug zum Scheitern bei. Noch ist unklar, ob sich die Geschichte jetzt wiederholen wird: So wird Renzi etwa auch von der kleinen konservativen Partei "Nuovo Centrodestra" (Neue rechte Mitte) unterstützt, die LGBT-Rechten kritisch gegenüber steht.

Insbesondere die katholische Kirche organisiert Proteste gegen die Anerkennung von Homo-Paaren. So waren Mitte Juni zehntausende Homo-Gegner in Rom auf die Straße gegangen, um gegen Lebenspartnerschaften zu demonstrieren. Die Veranstaltung stand unter dem Motto "Schützen wir unsere Kinder".

Im Mai hatte bereits Rom Lebenspartnerschaften eingeführt, die allerdings rein symbolischer Natur sind und keinerlei Rechte beinhalten (queer.de berichtete). Vorbild war die sogenannte "Hamburger Ehe", die zwischen 1999 und 2001 möglich war. Sie wurde durch das bundesweite Lebenspartnerschaftsgesetz abgelöst. (dk)

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Tags: italien, ivan scalfarotto, lebenspartnerschaft
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Reaktionen zu "Italien: Schwuler Staatssekretär im Hungerstreik"


 22 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
02.07.2015
16:07:37


(+11, 13 Votes)

Von Robin


Da engagiert sich jemand wirklich...

Und hierzulande kuschen die Politiker fleißig vor der rechten Union. Hätten die deutschen Politiker nur halb so viel Eier wie dieser italienische Staatsseketär, wären wir hierzulande längst gleichgestellt...


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#2
02.07.2015
16:14:43


(-4, 10 Votes)

Von GeorgG


Italien ist schwulenpolitisch immer noch das konservativste westeuropäische Land.
Es gibt offensichtlich bei den italienischen Machos eine Grundabneigung gegen offen auftretende Schwule. Diese Abneigung zeigt sich nicht nur in Italien, vor allem südlich von Rom, sondern auch bei in Deutschland lebenden Italienern. Wenn ein Frau auftaucht, egal, wie sie aussieht, pludert sich der Macho-Gockel auf und überschlägt sich vor Freundlichkeit. Fehlt eine solche Frau, werden zwei schwule Männer -bestenfalls- kaum beachtet, schlechstestenfalls werden Witze über sie gemacht.
In Italien gibt es noch viel zu tun!


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#3
02.07.2015
16:33:57


(+6, 8 Votes)

Von Fredinbkk
Aus Bangkok (Thailand)
Mitglied seit 08.01.2015


So waren Mitte Juni zehntausende Paedo-Pfaffen-Gegner in Rom auf die Straße gegangen, um gegen die RKK zu demonstrieren. Die Veranstaltung stand unter dem Motto "Schützen wir unsere Kinder"......

so sollten die Nachrichten lauten ...da waere ich auch dabei...

aber da schweigt der Christ und die Sekten-Fuersten grinsen sich eins...


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#4
02.07.2015
16:34:30


(0, 6 Votes)

Von Vaticano


Die sind vorallem zu nah am Vatikan - um nicht zu sagen am Muttikan.


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#5
02.07.2015
17:01:52


(+6, 10 Votes)
 
#6
02.07.2015
19:13:44


(-10, 14 Votes)

Von Markus44


Übrigens die anglikanische Episkopalkirche in Amerika hat aktuell nunmehr als eine weitere christliche Kirche kirchenrechtlich kirchliche Trauungen für gleichgeschlechtliche Paare in ihren Kirchen vor den Altären ermöglicht.

*
Link zu www.nbcnews.com

(NBC: Episcopalians vote to allow gay marriage in churchs)

Bereits vor einigen Wochen hatte die Presbyterian Church (USA) auch diesen Schritt gemacht und kirchliche Trauungen in den presbyterianischen Kirchen ermöglicht.

Link:
edition.cnn.com/2014/06/19/us/presbyterian-church-
same-sex-marriage/


(CNN:Presbyterian church allows same-sex marriage)

Es gibt also im Jahre 2015 eine Reihe christlicher Kirchen, die kirchliche Trauungen für gleichgeschlechtliche Paare ermöglicht haben, und die zu 180 Grad ganz andere Lehraussagen als der Vatikan vertreten.


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#7
02.07.2015
20:10:28


(+6, 8 Votes)

Von XDAS


Im Land des Vatikan hat er es sicher genauso schwer mit seinen Gleichstellungs-Bemühungen wie im Gottesstaat Deutschland.

Ich bewundere sein Engagement und würde mir wünschen, dass es in Deutschland ebenso engagierte Politiker gäbe, die wirkliche Zeichen setzen...


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#8
02.07.2015
20:25:29


(+7, 11 Votes)

Von Wolfgang
Aus Bielefeld (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 13.01.2011


@markus44

Es gibt Leute wie Sie, denen auch nichts zu peinlich ist, um es zum xten Male zu wiederholen!
Sie verfahren dabei nach einem nervigen Kinderspiel, das besonders intellektuell unterlegene Blagen immer wieder gerne spielen, um die Intelligenten bis aufs Blut zu reizen: immer wieder das Gleiche brabbeln, bis die anderen es nicht mehr hören können!
Es gibt kaum schwerere Gründe für affektiven Totschlag!


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#9
02.07.2015
20:27:33


(+7, 9 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #2 von GeorgG


"Es gibt offensichtlich bei den italienischen Machos eine Grundabneigung gegen offen auftretende Schwule."

Die echten Machos kommen aus der spanischsprachigen Welt, die mit Spanien, Uruguay und Argentinien Vorreiter bei der Gleichstellung war. Dort stammen zudem viele nicht von Spaniern, sondern von Italiern ab.

Das kanns also nicht sein.

Ein Grund mag neben der Anwesenheit des Vatikans auf dem Stiefel ein merkwürdiger verharmlosender Postfaschismus (einschließlich Pilgerfahrten zum Duce-Grab!) sein, der die italienische Gesellschaft teilweise lähmt.

Die Aktion finde ich jedenfalls gut und mutig.

Auf die würde ein schwuler Politiker im deutschen Biedermeier jedenfalls niemals kommen.


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#10
03.07.2015
01:14:04


(+9, 11 Votes)

Von zum xten mal
Antwort zu Kommentar #6 von Markus44


Wird es Ihnen nicht zu mühsam, ständig diese Missionierei hier breitzutreten. Jede Sekte ist völlig überflüssig, ob die segnen, pupsen, vor oder hinter den Altären irgend einen Hokuspokus von sich geben, trauen oder scheiden oder nicht.


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