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  • 03.07.2015, 11:11h           18      Teilen:   |

Mecklenburg-Vorpommern

Homo-Orden für Boizenburg

Artikelbild
Marktplatz und Rathaus im idyllischen Boizenburg: An einem der Fahnenmasten weht jetzt die Regenbogenfahne (Bild: Stadt Boizenburg)

Auch in diesem Jahr klauten Unbekannte die städtische Regenbogenfahne – doch Bürgermeister Harald Jäschke ließ sich nicht einschüchtern, flaggte erneut und appellierte an alle Bürger, ihm zu folgen.

Von Micha Schulze

Das hat es in Deutschland noch nie gegeben: Ein Bürgermeister bittet die Bevölkerung öffentlich darum, ein Zeichen gegen Homophobie zu setzen. "Wir laden alle Boizenburger dazu ein, an ihren Häusern oder in ihren Gärten ebenfalls die Regenbogenfahne zu hissen, um zu zeigen, dass hier in der Mehrheit tolerante Menschen leben", erklärte Bürgermeister Harald Jäschke am Donnerstag in der "Schweriner Volkszeitung" (SVZ).

Ein ungewöhnlicher Aufruf, der einen ernsten Hintergrund hat: Denn bereits im zweiten Jahr in Folge wurde in dem nur 10.000 Einwohner zählenden Städtchen in Mecklenburg-Vorpommern die im Hafen gehisste Regenbogenfahne gestohlen – mit einem eindeutig homophoben Hintergrund. Im vergangenen Jahr ersetzten Unbekannte sie durch eine Deutschlandflagge auf Halbmast (queer.de berichtete), in diesem Jahr wurde gleich der gesamte Fahnenmast aus der Halterung gerissen und ins Hafenbecken geworfen.

Fortsetzung nach Anzeige


Bürgermeister Jäschke: "Wir haben jedenfalls keine Angst"

Boizenburgs Bürgermeister Harald Jäschke - Quelle: Stadt Boizenburg
Boizenburgs Bürgermeister Harald Jäschke (Bild: Stadt Boizenburg)

"Wir haben Anzeige erstattet", sagte Harald Jäschke gegenüber der "Schweriner Volkszeitung". "Mit so einer Aktion verunglimpfen die Täter eine ganze Stadt und eine ganze Region. Das müssen sehr dumme Menschen sein. Schließlich ist die Fahne ja auch ein Symbol für Aufbruch, Hoffnung und Veränderung." Die aktuelle Diskussion um die "Ehe für alle" zeige, dass es viele Ängste in der Bevölkerung gebe. "Wir haben jedenfalls keine Angst", stellte Jäschke klar.

Und so hisste der Bürgermeister am Dienstag zusammen mit der Gleichstellungsbeauftragten Beate Benz eine neue Regenbogenfahne in Boizenburg. Diesmal am zentralen Marktplatz, direkt vor dem Rathaus – unter den Augen der Stadtverwaltung, der Polizei, der SVZ-Lokalredaktion und der Bürger.

Allein für dieses klare Signal hat Harald Jäschke großen Respekt und unseren Homo-Orden verdient – welche andere Kleinstadt in Deutschland engagiert sich schon in diesem Maße und so unbeirrt gegen Homophobie? Sein Appell an die Bevölkerung, ebenfalls Flagge zu zeigen, ist der konsequente Schritt. Die Ausgrenzung und Diskriminierung von Lesben und Schwulen ist kein Kavaliersdelikt!

Wir rechnen auch fest mit einem bunten Boizenburg an diesem Wochenende. Denn das Wort des Stadtvaters hat Gewicht: Im vergangenen Jahr wurde Jäschke, 59 Jahre alt und parteilos, mit fast 80 Prozent der Stimmen in seine dritte Amtszeit gewählt.

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Tags: boizenburg, harald jäschke, regenbogenfahne, regenbogenflagge, homoorden
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Reaktionen zu "Homo-Orden für Boizenburg"


 18 User-Kommentare
« zurück  12  vor »

Die ersten:   
#1
03.07.2015
11:26:54


(+7, 9 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Gratulation, Harald Jäschke! Solche Aktionen wie in Boizenburg an der Elbe wünsche ich mir dieses und in den nächsten Tagen von ALLEN Gemeinden und Städten Deutschlands!!!


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#2
03.07.2015
11:34:10


(+15, 15 Votes)

Von Finn


Richtig so!

Wenn Faschos sowas entfernen oder zerstören, muss man das immer wieder neu aufbauen, aufhängen, etc.

Noch größer, schöner und mehr als vorher...

Wenn man das nicht machen würde, hätten die Faschos gewonnen und würden sich immer noch mehr rausnehmen.


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#3
03.07.2015
11:34:17


(+11, 11 Votes)
 
#4
03.07.2015
11:35:38


(+17, 17 Votes)

Von sanscapote
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Gratulation Herr Bürgermeister Harald Jäschke von Freunden in Frankreich. Wir stehen auf ihrer Seite.


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#5
03.07.2015
12:44:37


(+11, 11 Votes)

Von Fredinbkk
Aus Bangkok (Thailand)
Mitglied seit 08.01.2015


...der Mann hat unser aller Respekt und Dank verdient ,ueber ein paar Zeilen ,wird er sich sicher freuen ,deshalb hier sein E-Mail Anschrift ..

harald.jaeschke@boizenburg.de

Lob wem Lob gebuehrt ,so soll es sein


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#6
03.07.2015
13:33:24


(-4, 12 Votes)

Von Andy


Tolle Aktion des Bürgermeisters! Aber kann man das vielleicht einmal anders nennen als "Homo-Orden", denn umgangssprachlich ist das Wort "homo" leider inzwischen stark negativ konnotiert. "Toleranz-Orden" wäre doch schöner, "Courage-Orden" usw.


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#7
03.07.2015
13:54:17


(+9, 11 Votes)

Von ehemaligem User VeganBear
Antwort zu Kommentar #6 von Andy


...und wieder mal ein Versuch, uns unsichtbar zu machen: es darf nicht genannt werden, was nicht sein soll? Derdessennamenichtgenanntwerdendarf?

Warum dürfen wir uns nicht nennen, wie wir sind? Woher kommt denn die negative Konnotation? Sollen wir wieder zurückgehen in die Zeit, in der wir uns auch nicht stolz "schwul" nennen konnten?

Der Bürgermeister tat das einzig Richtige: Versuche der Unsichtbarmachung auflaufen lassen. Bewußt ein eindeutiges, positives Zeichen dagegen setzen. Und ein eindeutiges Zeichen kann auch ein "Homo-Orden" sein - im Gegensatz zu einem Wischiwaschi-"Toleranz"-Orden.

Zumal "Toleranz" eher ist, was wir ablehnen sollten. Tolerare heißt "ertragen". Und ich habe nun wirklich keine Lust mehr, nur "ertragen" zu werden. Es ist Zeit für AKZEPTANZ.
Auch und gerade für HOMO(s) als eine der ganz normalen Facetten menschlichen Daseins.


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#8
03.07.2015
14:10:55


(+10, 10 Votes)

Von Harry1972
Aus Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 21.02.2013


Super, dieser Bürgermeister.
Ich hoffe, daß viele Boizenburger seinem Aufruf folgen und die Stadt in ein Meer aus Regenbogenfahnen verwandeln und diese feigen Faschos kotzen, die den Fahnenmast ins Hafenbecken geworfen haben.


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#9
03.07.2015
16:43:06
Via Handy


(+9, 9 Votes)

Von Foxie
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Der Bürgermeister, und hoffentlich viele Boizenburger zeigen damit mehr Courage als die ganze Bundesregierung!
Herzliche Grüße nach Boizenburg. Vielleicht mache ich mit meinem zukünftigen Mann dort Urlaub.


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#10
03.07.2015
22:35:15


(+4, 4 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Rechtes und nationalistisches Gedankengut raus aus unseren Köpfen


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