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  • 03.07.2015, 14:48h           36      Teilen:   |

Sehnsucht nach dem Ehe-Verbot für Schwule und Lesben

USA: Noch immer Widerstand gegen Ehe für alle

Artikelbild
Demonstranten vor einem Regierungsgebäude in Texas: Viele Homo-Gegner behaupten, dass die gleichgeschlechtliche Ehe das Ende der Religionsfreiheit in den USA bedeute

Homo-Gegner, insbesondere aus dem Süden des Landes, versuchen nach wie vor, Schwule und Lesben am Heiraten zu hindern – Gerichte machen dem Spuk aber nach und nach ein Ende.

Eine Woche, nachdem der Oberste US-Gerichtshof die Ehe für Schwule und Lesben geöffnet hat, gibt es immer noch Widerstand gegen die Gleichbehandlung, insbesondere in den Südstaaten. So fordern Standesbeamte unter anderem in Alabama, Kentucky, Mississippi und Texas das Recht ein, Homosexuelle nicht trauen zu müssen. In einigen Regionen wird sogar darüber diskutiert, die Zivil-Ehe gänzlich abzuschaffen, damit sie Schwulen und Lesben vorenthalten bleibt.

Die Gegner der Gleichbehandlung argumentieren, dass sie als Christen auch im Job nicht gezwungen werden könnten, gegen ihren Glauben zu handeln. Deshalb hätten sie das Recht, nur die in der Bibel erwähnten heterosexuellen Eheschließungen durchzuführen. "Mein Gewissen erlaubt nicht, gleichgeschlechtliche Paare zu trauen", erklärte etwa die Standesbeamtin Kim Davis aus Kentucky gegenüber der Nachrichtenagentur AP. "Die Homo-Ehe widerspricht allem, was in meinem Leben heilig ist." In einem kleinen Ort in Tennessee haben sogar alle Standesbeamten wegen der Ehe-Öffnung ihren Hut genommen.

LGBT-Aktivisten weisen darauf hin, dass es ähnlichen Widerstand 1967 gegeben habe, als der Supreme Court das Verbot der gemischtrassigen heterosexuellen Ehe für verfasungswidrig erklärt hatte. Dieser Widerstand sei nach einigen Jahren abgeklungen und Rassismus werde inzwischen überall öffentlich geächtet.

Youtube | Dieser hochemotionale Ausbruch einer religiös motivierten Homo-Gegnerin wurde zum Hit in sozialen Netzwerken
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Richter drohen mit Haftstrafen

Unterdessen beenden Richter immer wieder den Protest der Homo-Gegner: So ordnete eine Bundesrichterin am Donnerstag an, dass gleichgeschlechtliche Paare im gesamten Staat Alabama an jedem Standesamt Trauscheine erhalten müssen. Weigern sich Beamte, diese auszustellen, drohen ihnen im Extremfall sogar Haftstrafen.

Eine ähnliche Entscheidung fällte ein Amtsgericht für den Bundesstaat Louisiana. Hier hat bis zuletzt der republikanische Gouverneur und Präsidentschaftskandidat Bobby Jindal erwogen, gleichgeschlechtliche Eheschließungen trotz des Supreme-Court-Urteils zu verbieten.

Die Debatte um die Ehe-Öffnung spielt auch eine Rolle im beginnenden Präsidentschaftswahlkampf: Die meisten der inzwischen 14 republikanischen Präsidentschaftskandidaten haben das Urteil scharf kritisiert. Favorit Jeb Bush hielt sich allerdings mit seiner Kritik zurück, da er keine Möglichkeit sieht, die Ehe-Öffnung aufzuhalten.

So manchen Kandidaten bringt das Thema in die Bredouille: So machten sich viele Satiriker über ein Interview mit dem Präsidentschaftskandidaten Donald Trump lustig, der bereits zu Beginn seiner Kampagne durch einen rassistischen Ausfall gegen Mexikaner in die Kritik geraten war. Bei CNN wurde der Immobilientycoon diese Woche gefragt: "Was sagen Sie zu einer verheirateten Lesbe oder einem verheirateten Schwulen, der fragt: 'Donald Trump: Was ist traditionell daran, [wie Sie] drei Mal verheiratet zu sein?'". Trump antwortete, dass dies ein gutes Argument sei – und fügte in gewohnter Trump-Manier an, dass er sei eben ein so guter Geschäftsmann sei, dass er sich nicht genügend um die Ehen gekümmert habe. Am Ende beharrte er aber auf seiner Position: "Ich will sonst nichts sagen, außer dass ich für die traditionelle Ehe bin". (dk)

Youtube | Donald Trump ist für die "traditionelle Ehe" und für ein Ehe-Verbot für Schwule und Lesben - warum, das weiß er selbst nicht so genau.
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Tags: donald trump, usa, bobby jindal, ehe für alle, ehe-öffnung, supreme court
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Reaktionen zu "USA: Noch immer Widerstand gegen Ehe für alle"


 36 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
03.07.2015
15:19:54


(+12, 12 Votes)

Von Borchi


Dass die nicht mal die Urteile des Supreme Court achten, zeigt, dass diese religiösen Fanatiker Demokratie und Rechtsstaat ablehnen und stattdessen einen totalitären Gottesstaat mit einer Diktatur ihrer Meinung wollen.


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#2
03.07.2015
15:38:23


(+12, 12 Votes)

Von Harry1972
Aus Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 21.02.2013


Becky Wegner Rommel geht in dem Video ja richtig ab! Ha ha...
Sollen sich diese Christen doch die Augen blutig heulen und reihenweise in den Knast gehen, wenn sie queere Menschen diskriminieren.


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#3
03.07.2015
16:14:06
Via Handy


(+13, 13 Votes)

Von Felix


Wenn sich Beamte weigern, ihren Job zu machen, sind sie für diesen Job nicht geeignet. Arbeitsverweigerung sollte die fristlose Kündigung ohne Abfindung o.ä. zur Folge haben.


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#4
03.07.2015
16:38:40


(+12, 12 Votes)

Von Timon


"Viele Homo-Gegner behaupten, dass die gleichgeschlechtliche Ehe das Ende der Religionsfreiheit in den USA bedeute"

Das zeigt wieder mal, wie sehr die Religioten dem Wahnsinn verfallen sind.

Nur weil Schwule und Lesben heiraten dürfen, heißt das doch nicht, dass die nicht mehr glauben dürfen was sie wollen. Und es zwingt sie ja auch niemand, selbst eine gleichgeschlechtliche Ehe einzugehen. Aber mit Fakten und Logik haben solche Fanatiker es nicht...

Die können von mir aus glauben, was sie wollen - von mir aus auch ans Fliegende Spaghettimonster. Nur dürfen die nicht erwarten, dass ihr Glaube über dem Gesetz und über Grundrechten steht. Und die dürfen anderen ihren Glauben nicht aufzwingen.

Dass die sich für etwas, was in einer Demokratie selbstverständlich sein sollte, auch noch als Opfer sehen, zeigt wie durchgeknallt die sind. Die gehören in die Klappse.


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#5
03.07.2015
16:49:29


(-12, 14 Votes)

Von Markus44


"Die Debatte um die Ehe-Öffnung spielt auch eine Rolle im beginnenden Präsidentschaftswahlkampf: Die meisten der inzwischen 14 republikanischen Präsidentschaftskandidaten haben das Urteil scharf kritisiert. Favorit Jeb Bush hielt sich allerdings mit seiner Kritik zurück, da er keine Möglichkeit sieht, die Ehe-Öffnung aufzuhalten. "

Bis zum "heißen" Wahlkampf ab Frühling nächsten Jahres ist das Thema "vom Tisch" und das ist gut so. Die Eheöffnung wird nicht mehr eine Hauptrolle im Wahlkampf 2016 spielen.

Denn so wie Jeb Bush es gut erkannt hat, es gibt keine Möglichkeit mehr, die Ehe-Öffnung in den USA aufzuhalten. Die Republikaner werden das Thema daher "fallenlassen" und sich anderen Themen zuwenden, um die Wahlen zu gewinnen. Letztlich ist das auch gut so, denn dann verschwiedet dies Thema aus der US-amerikanischen Politik und die Eheöffnung wird dadurch zum Alltag der US-Bürger.

-------------

Meines Erachtens sollten wir uns auch in den kommenden Jahren daher weniger um die LGBT-Berichte von Advocate kümmern, die sich schön leicht aus der englischen Sprache zu übersetzen sind, und stattdessen die Entwicklungen in Italien, in Griechenland und vor allem in Osteuropa begleiten.

In Kanada und USA ist die Eheöffnung "durch", aber in Osteuropa noch lange nicht.


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#6
03.07.2015
16:52:20


(+9, 9 Votes)

Von panzernashorn
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #2 von Harry1972


D'accord - alternativ können die Religionsgestörten ja endlich mal therapeutische Hilfe annehmen, derer sie ja schon seit sehr langer Zeit dringend bedürfen.

Religiösem Wahn kann abgeholfen werden..............



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#7
03.07.2015
17:32:05


(+10, 10 Votes)

Von Albrecht
Antwort zu Kommentar #4 von Timon


Jede Religion beansprucht für sich einen totalen Wahrheits- und Allmachtsanspruch. Das ist das Prinzip von Religion.

Daraus leiten die für sich das Recht ab, anderen ihre Regeln aufzwingen zu können.

Wenn Leute sich nicht diesen Regeln unterwerfen und dann auch noch gleiche Rechte haben, empfinden die das als Gefahr, die bekämpft werden muss.

Damit wohnt allen Religionen im Kern der Geist des Faschismus inne.

Albert Einstein:
"Die beiden größten Gefahren für die Menschheit sind die Waffenindustrie und die Religion."


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#8
03.07.2015
17:38:49


(+8, 10 Votes)

Von Taktik
Antwort zu Kommentar #4 von Timon


Die altbekannte Taktik der Vertauschung von Täter und Opfer:

die Täter geben sich einfach als Opfer aus und schon können sie ungehindert weiter hetzen.


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#9
03.07.2015
18:04:57


(-14, 16 Votes)

Von Markus44


Eine weitere christliche Kirche hat in diesen Tagen in ihren Kirchen vor den Altären die kirchliche Trauung gleichgeschlechtlicher Paare ermöglicht und zwar:

* die anglikanische Episkopalkirche der Vereinigten StaateN
**
Link zu www.advocate.com

Vor einigen Wochen hat bereits die Presbyterian Church (USA) ebenso dies umgesetzt und auch dort können homosexuelle Paare nach ihrem Gang zum Standesamt in den presbyterianischen Kirchen in den USA kirchlich sich trauen lassen.

*
Link:
edition.cnn.com/2014/06/19/us/presbyterian-church-
same-sex-marriage/


Darüberhinaus haben unter anderem ebenso folgende christliche Kirchen kirchliche Trauungen bereits kirchenrechtlich ermöglicht:

* Unitarier
* Metropolitan Community Church
* United Church of Christ
* Quäker
* Unity Church

Eine Reihe weiterer christlicher Kirchen in den USA haben zumindest bereits öffentliche Segnungsgottesdienste erlaubt, beispielsweise
* Evangelical Lutheran Church of America (ELCA)
* Churh
* Alliance of Baptists ("im Norden der USA vebreitet")
* Christian Church (Disciples of Christ)
* Moravian Church

"Festgefahren" scheint derzeit die Debatte bei den Methodisten (UMC) zu sein, wo heftig gestritten wird.

Es gibt also auch ganz andere Christen in den USA, als die Southern Baptists oder diese "durchgeknallte" Becky im Video, wo homosexuelle Paare kirchlich sich trauen lassen können.

Es kommt halt als Christ immer darauf an, in welcher Kirche man beheimatet ist.


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#10
03.07.2015
18:07:11


(+2, 6 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Wenn denen die Homoehe nicht paßt, dann sollen sie eben in ein anderes Land auswandern! Rußlland wäre der ideale Ort!


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