Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?24148

Neue Zahlen des Robert-Koch-Instituts

Deutschland meldet mehr HIV-Neudiagnosen


In den letzten Jahr stieg die Zahl der in Deutschland gemeldeten Neudiagnosen an (Bild: RKI)

Mehr als 3.500 Neudiagnosen wurden im Jahr 2014 gezählt – die meisten neuen Fälle entfallen nach wie vor auf Männer, die Sex mit Männern haben.

Das Robert-Koch-Institut hat am Montag in seinem neu erschienenen "Epidemiologischen Bulletin" (PDF) einen erneuten Anstieg der HIV-Neudiagnosen gemeldet. Insgesamt wurden in den 16 Bundesländern vergangenes Jahr 3.525 neue Fälle gemeldet. Das sind 237 mehr als im Jahr zuvor. Der Anstieg liegt damit bei sieben Prozent.

Insgesamt entfielen 1.904 Neudiagnosen auf die Gruppe der Männer, die Sex mit Männern haben (MSM). Das bedeutet einen Anstieg von 152 Fällen oder neun Prozent. Mit einem Anteil von 68 Prozent (bei allen Fällen mit einem bekannten Übertragungsweg) stellen MSM weiterhin mit Abstand die größte Gruppe unter den Neudiagnosen dar.

Mehr Fälle durch Hetero-Sex gemeldet

Allerdings fiel dieses Jahr der Anstieg bei Übertragung durch Hetero-Sex höher aus: Hier wurden 780 Fälle gemeldet, 182 mehr als im Vorjahr. Das bedeutet ein Plus von 30 Prozent. Hinzu kommen 111 Fälle von Übertragung durch intravenösen Drogenkonsum sowie 25 Fälle von Mutter-Kind-Übertragung.

Der Anstieg durch heterosexuellen Sex wird vor allem auf steigende Einwanderungs- bzw. Flüchtlingszahlen aus Ländern mit einer hohen Quote an HIV-Positiven zurückgeführt. Die meisten neuen Fälle wurden in Nordrhein-Westfalen gemeldet (768), gefolgt von Bayern (596) und Berlin (443). Die wenigsten Neudiagnosen gab es im Saarland (35), in Thüringen (42) und Bremen (45).

Pro Einwohner gab es dagegen die meisten Neudiagnosen in den Stadtstaaten: Hier liegt Berlin vor Hamburg und Bremen. Auf Platz vier und fünf folgen die Flächenstaaten Bayern und NRW. Die sogenannte Inzidenz lag in Thüringen, Niedersachsen und Brandenburg am niedrigsten.

Die Übertragung fand in einem Viertel aller neu diagnostizierten HIV-Fälle im Ausland statt. Bei MSM war diese Rate aber weitaus geringer: So fanden nur acht Prozent aller neudiagnostizierten Übertragungen durch schwulen Sex im Ausland statt – bei MSM mit deutscher Herkunft lag die Rate sogar nur bei zwei Prozent.

Das RKI betont, dass der gemessene Anstieg nicht unbedingt einen wirklicher Anstieg der Infektionszahlen bedeuten müsse: "Ein Teil des Anstiegs der HIV-Neudiagnosen mag durch vermehrte Recherchen und vollständiger ausgefüllte Meldebögen erklärbar sein. Vermehrte Testung könnte ebenso eine Erklärung sein, Daten zur bundesweiten Beurteilung von HIV-Testhäufigkeit liegen nicht vor", heißt es in dem Bericht.

"Realer" Anstieg in drei Bundesländern

Allerdings gebe es bei der MSM-Gruppe mindestens in drei Bundesländern einen "realen" Anstieg: "Die Zunahme der Zahl der Neudiagnosen in Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen ist [durch bessere Erfassung] allein aber nicht erklärbar. Zumindest in diesen drei Bundesländern nahm die Zahl der HIV-Neudiagnosen bei MSM real zu."

Auch wenn die Neudiagnosen zuletzt gestiegen sind, gehört Deutschland immer noch zu den Ländern mit den wenigsten neuen Fällen, was auch auf eine gute deutsche Präventionsarbeit zurückgeführt wird. So sind in den letzten Jahren beispielsweise in Frankreich oder Großbritannien jeweils rund doppelt so viele neue Fälle gemeldet worden, obwohl in den beiden Ländern jeweils 20 Millionen weniger Menschen wohnen als hierzulande. (dk)



#1 schwTaAnonym
  • 06.07.2015, 16:50h

  • Es geht mir nicht in den Kopf, warum sich Unsereins überhaupt noch anstecken muss. Schalten die beim Sex die Großhirnrinde vollständig aus? Haben die Jahrzehnte der Aufklärung wirklich nichs gebracht? Ich verstehe das nicht...
  • Antworten » | Direktlink »
#2 So WhatAnonym
  • 06.07.2015, 17:13h
  • Antwort auf #1 von schwTa

  • Schwieriges Thema. Einerseits besteht ein deutlicher Unterschied zur einer Infektion noch von vor 20 Jahren und man kann mit einer "eine Pille pro Tag" ART ziemlich gut leben. Andererseits ist das Thema dadurch immer weniger präsent. Wer weiß z.B. schon, welche seiner Bekannten positiv sind? In den seltensten Fällen spricht man drüber und HIV wird zu einem Thema, das weit weg ist. Das führt zu einer ziemlich naiven Sorglosigkeit und zu vielen Kerlen, die als Late-Presenter aus allen Wolken fallen und sich vorher durchaus dann unwissentlich selbst als Verbreiter betätigt haben. Das sollte eine Warnung sein, die Aufklärungskampagnen weiter zurückzufahren.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 seb1983
#4 FredinbkkProfil
  • 06.07.2015, 17:22hBangkok
  • Antwort auf #1 von schwTa
  • ..man muesste mal die Neu-Infizierten fragen ,was sie selber denken,weshalb es dazu kam?
    Ich vermute ,dass vielleicht unter Alkohol oder Drogeneinfluss die "Vorsicht" einfach wegfiehl..
    aber ist nur eine Vermuten ..vielleicht gibts auch wenige Faelle von "Uebergriffen " ,denke da an Strafvollzug usw.
    Schlimm ist es auf jeden Fall,jeder Infizierte ist einer zuviel ..deshalb weiterhin massiv Aufklaeren
  • Antworten » | Direktlink »
#5 PelayoProfil
  • 06.07.2015, 18:23hBerlin
  • Es war ein Fehler, den Schwulen zu sagen, Aids sei durch neue Medikamente zwar nicht heilbar, aber doch beherrschbar.
    Eine Stunde nach dieser Meldung waren die ersten Schwulen wieder in der Szene, um sich auszutoben nach dem Motto "Jetzt muss ich nicht mehr aufpassen. Es gibt ja jetzt gute Medikamente"...
  • Antworten » | Direktlink »
#6 andreMucAnonym
#7 Georg OAnonym
#8 ursus
  • 06.07.2015, 18:44h
  • Antwort auf #5 von Pelayo
  • >"Es war ein Fehler, den Schwulen zu sagen, Aids sei durch neue Medikamente zwar nicht heilbar, aber doch beherrschbar."

    es ist nie ein fehler, den menschen die wahrheit zu sagen.

    das gilt auch für die deutsche präventionspolitik, die in der regel auf differenzierte aufklärung und eigenverantwortung setzt und nicht auf plumpes bangemachen und paternalistisches regulieren. der relativ gute erfolg dieser herangehensweise hat sich immer wieder bestätigt.

    wer den erfolg von prävention daran messen will, dass es gar keine neudiagnosen mehr geben dürfte (nicht zu verwechseln mit den realen neuinfektionen - siehe artikel), oder dass die neuinfektionsrate in deutschland sinken müsste, während sie in anderen ländern vergleichsweise stark ansteigt, der legt einen unrealistischen maßstab an.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 ursus
  • 06.07.2015, 18:51h
  • Antwort auf #4 von Fredinbkk
  • es gab auch hier schon user, die sich erst darüber empörten, dass diese schrecklichen verantwortungslosen hiv-positiven nicht mit einem tattoo auf der stirn rumlaufen, und die im nächsten satz beiläufig erwähnen, dass sie selbst seit jahrzehnten unsafe poppen. weil, sie sind ja angeblich negativ und dürfen das also. ich denke, schlichte ignoranz spielt mindestens eine genauso große rolle wie drogen.
  • Antworten » | Direktlink »
#10 Harry1972Profil
  • 06.07.2015, 19:25hBad Oeynhausen
  • Die Gründe, warum Menschen sich überhaupt anstecken, dürften ebenso vielfältig sein wie die Menschen selbst.
    Ob nun unter Drogeneinfluss (inkl.Alk), Unwissenheit, selbstmörderische Tendenzen oder sonstwas. Die Gründe sind letztenendes doch egal.Warum das überhaupt diskutiert wird, interessiert mich viel mehr. Nährboden für Moralisten?
    Jedes Jahr kommen in Deutschland knapp 400 Menschen bei Badeunfällen ums Leben. Dazu werden auch regelmäßig Meldungen veröffentlicht aber nicht auf diese Weise diskutiert.
    Erhitzen sich die Gemüter beim Thema HIV nur, weil es um Sex geht und man sich dann so wunderbar von denen abgrenzen kann, die es erwischt?
  • Antworten » | Direktlink »