Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 08.07.2015, 09:02h           57      Teilen:   |

Göttingen

Adoptionsrecht: Lesbisches Paar gewinnt vor Gericht

Artikelbild
Glückliches Baby aus unserem Fotoarchiv: Die Stiefkindadoption für eingetragene Lebenspartner gibt es seit 2005 - doch das Gesetz beschreibt nicht den Fall, wenn der Vater ein anonymer Samenspender ist (Bild: emerycophoto / flickr / cc by-sa 2.0)

Die Lebenspartnerin der leiblichen Mutter darf das mit Hilfe einer anonymen Samenspende gezeugte Kleinkind adoptieren, urteilte das Amtsgericht Göttingen.

Ein wegweisendes Urteil für lesbische Paare, die über eine anonyme Samenspende eine Familie gründen wollen: Das Amtsgericht Göttingen hat in einem jetzt veröffentlichten Urteil (Aktenzeichen 40 F 9/14 AD) der Adoption eines elf Monate alten Kindes durch die eingetragene Lebenspartnerin der leiblichen Mutter zugestimmt. Diese hatte sich mit einer anonymen Samenspende aus dem Ausland künstlich befruchten lassen.

Das Kind wachse in einer stabilen Partnerschaft auf, es gebe für das Kindeswohl eine positive Prognose und es habe sich bereits seit der Geburt ein enges Eltern-Kind-Verhältnis zwischen den beiden Frauen und dem Baby aufgebaut, urteilte der Richter aus Göttingen. Das Kind sei ein Wunschkind beider Partnerinnen. Die persönliche Anhörung habe ergeben, dass das Kind aufgrund eines gemeinsamen Entschlusses des lesbischen Paares entstanden sei. Es werde von beiden Müttern gleichermaßen geliebt und umsorgt.

Fortsetzung nach Anzeige


Jugendamt befürwortete Adoption

Auch das Jugendamt hatte in einer fachlichen Stellungnahme die Adoption befürwortet – trotz der grundsätzlich kritischen Haltung der Gemeinsamen Zentralen Adoptionsstelle bei anonymen Samenspenden.

Der leibliche Vater des Kindes spielte in dem Prozess keine Rolle. Es sei unzweifelhaft, dass der anonyme Samenspender auf sein geschütztes Beteiligungsrecht von vornherein verzichtet habe, befand der Richter. Erst im März hatte der Bundesgerichtshof geurteilt, dass bei einer Samenspende der leibliche Vater, sofern bekannt, immer der Adoption zustimmen muss (queer.de berichtete).

Auch auf ein "Adoptionspflegejahr" als Voraussetzung zur Adoption verzichtete der Göttinger Richter. Das Kind sei bereits in die stabile Beziehung beider Mütter hineingeboren, was ein Festhalten an eine starre "Probezeit" nicht rechtfertige.

Die Stiefkindadoption war lange Zeit ein Vorrecht verheirateter Heteros. Vier Jahre nach Einführung des Lebenspartnerschaftsgesetzes wurde sie 2005 auch für gleichgeschlechtliche Paare geöffnet. Im Jahr 2013 urteilte das Bundesverfassungsgericht, dass eingetragene Lebenspartner auch adoptierte Kinder ihrer Partner adoptieren dürfen (Sukzessivadoption). Noch immer gültig ist das Verbot der gemeinschaftlichen Adoption von Kindern durch verpartnerte Schwule und Lesben. (cw)

Links zum Thema:
» LSVD-Ratgeber für Stiefkindadoptionen und rechtliche Probleme von Regenbogenfamilien
Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 57 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 1178             10     
Service: | pdf | mailen
Tags: stiefkindadoption, samenspende, amtsgericht göttingen, adoptionspflegejahr
Schwerpunkte:
 Adoptionsrecht
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Adoptionsrecht: Lesbisches Paar gewinnt vor Gericht"


 57 User-Kommentare
« zurück  123456  vor »

Die ersten:   
#1
08.07.2015
09:39:02


(+9, 11 Votes)

Von ollinaie
Aus Seligenstadt (Hessen)
Mitglied seit 23.08.2012


Zum Glück für unsere Gesellschaft scheinen bei deutschen Gerichten nicht so viele Christenmenschen zu sitzen wie in der Regierung.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
08.07.2015
09:50:40


(+10, 14 Votes)

Von Freeyourgender
Aus Würzburg (Bayern)
Mitglied seit 08.10.2014


Ein bundesweites Adoptionsrecht, bzw. die Öffnung der Ehe als logische Konsequenz um
Separation und damit Diskriminierung und Ächtung zu unterbinden, ist in Deutschland nur über das Bundesverfassungsgericht zu bewirken.

Eine Sammelklage von mehreren Paaren,
wie es in den USA dann zur Entscheidung des Supreme Courts führte, sollte auch in Deutschland das Mittel sein, um eine Bundesregierung,
die sich hier nach Irland und USA vor Menschenrechten weiter wegduckt,
zum handeln zu zwingen.

Traurig, besonders in Bezug auf den Paragraphen 175, der vor allem von der Union mitgetragen wurde, bis 1994.

Völlig Indiskutables Verhalten der Regierung.

Das die Bundes-SPD hier opportun das Problem mit aussitzt, sollte sich in den Wahlen 2017 niederschlagen, das Paradoxum:
Die Union gewinnt auch noch aus dieser Haltung.

Einzig wählbare Partei für LGBT Rechte bleibt Die Linke.

Die Grünen fahren den gleichen opportunen Zug wie die SPD, wie in Hessen zu sehen war.

Mit neoliberalen Parteien, die nur Schaufensterpolitik betreiben auf Länderebene, und dann auf Bundesebene nicht mehr von der Union zu unterscheiden sind,
kann man in diesem Land keine Veränderungen herbeiführen,
und wenn ganz Europa die Ehe öffnet,
dass ist diesen Menschen,
die eine ganze eigene Meinung von
Gerechtigkeit "verkaufen" wollen,
völlig egal.

Man sieht hier bei der Union die Ablehnung,
die auch die Ursache des Paragraphen 175 war.
Beschämend, sie haben nichts,
aber auch gar nichts dazugelernt,
und würden LGBT noch mehr diskriminieren,
wenn sie denn könnten.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
08.07.2015
10:47:58


(-13, 19 Votes)

Von Pelayo
Aus Berlin
Mitglied seit 11.12.2014


"Anonyme Samenspender"? Das arme Kind wird ein Leben lang fragen, wer sein Vater ist.
Die Gesellschaft, die so etwas duldet, versündigt sich an diesem Kind!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
08.07.2015
10:53:36


(+10, 16 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #3 von Pelayo


Eine Gesellschaft, die was duldet? Das ein gewolltes Kind auf die Welt kommt und existiert?
Dann sag dem Kind doch gleich ins Gesicht, dass es gar nicht existieren dürfte und geboren werden sollte, damit es ihm besser ginge!
Ihr katholischen Doppel-Moralapostel seid einfach zum Kotzen mit eurer Heuchelei!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
08.07.2015
10:59:58


(+8, 10 Votes)

Von Robin


Richtig so!

Aber damit man in Zukunft nicht ständig klagen muss und die eh schon überlasteten Gerichte mit eigentlich unnötigen Verfahren blockiert werden, muss endlich die Volladoption gesetzlich geregelt werden.

Dafür brauchen wir aber wohl eine andere Regierung. Denn die Union lehnt das entgegen aller wissenschaftlichen Fakten und mit aberwitzigen Begründungen weiterhin ab, um sich am rechten Rand zu profilieren. Und die SPD hat ja eh kein eigenes Profi mehr, sondern schluckt ja eh alles, was die Union ihr vorsetzt.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
08.07.2015
11:52:49


(+9, 13 Votes)

Von userer
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #3 von Pelayo


Nein, es versündigt sich eine Gesellschaft, die erlaubt, dass Religioten ungestraft Kinderhirne waschen z. B. mit Kinderbibeln, Religionsunterricht und Babytaufe.

Noch mehr versündigt sich eine Gesellschaft, die tatenlos zusieht, wie katholische Priester immer weiter Kinder missbrauchen und dafür nicht adäquat strafrechtlich verfolgt werden.

Am schlimmsten versündigt sich eine Gesellschaft, die diesen Kindesmissbrauch durch katholische Rädelsführer auch noch mit weltlichen Steuergeldern finanziert, indem sie z. B. Bischöfen der Kinderschändersekte ihr müßiggängerisches Leben in Saus und Braus finanziert.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
08.07.2015
12:02:26


(-11, 17 Votes)

Von Brutpflege


Hier besteht ein sehr wichtiger Unterschied zwischen lesbischen und schwulen Paaren. Männerpaare haben nur über Leihmutterschaft oder Adoption die Möglichkeit ein Kind zu bekommen. Eine frühe Adoption bedeutet aber immer ein späteres Trauma für das Kind, weil es sich einerseits die Frage stellt, wer seine leiblichen Eltern überhaupt sind und gleichzeitig seelisch verarbeiten muss, warum diese es damals weggeben haben. Eine Leihmutterschaft halte ich für noch problematischer, weil dem Kind dadurch die Mutter komplett geraubt wird. Die Eispenderin kennt es oft nicht und zu der Austrägerin, also der eigentlichen Mutter, bestand nur ein ökonomisches Verhältnis durch die neuen Eltern, dass durch diese dann abrupt vertragsgemäß beendet wird. Ich kann gut nachvollziehen, wenn ein solches Kind solche Pflegeeltern später dafür hasst.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
08.07.2015
12:10:32


(-5, 13 Votes)

Von Isaak
Antwort zu Kommentar #2 von Freeyourgender


Halten Sie das wirklich für ein Paradox? So sehr ich Ihre Gedankengänge verstehen und nachvollziehen kann, aber bei den wenigsten Bürgern die keinen unmittelbaren Bezug zur LGBT-Community haben, ist das Thema der rechtlichen Gleichstellung (schon gar nicht der adoptionsrechtlichen, die nach meiner Einschätzung auf größeren Widerstand stößt als die eherechtliche) wahlentscheidend. Die 40+ % die Merkel wählen machen das aus ganz anderen Gründen. Viele vor allem deshalb weil Merkel - ganz nüchtern betrachtet - einen unprätentiösen, unaufgeregten, und besonnen wirkenden Führungsstil vorlebt, der unfassbar gut ankommt. Sie sollten nicht den Kardinalfehler machen, einer Korrelation zwischen Tiefenschärfe und Vernunft der inhaltlichen Positionen und erwartbarem Wahlerfolg anzunehmen. So funktioniert Politik leider nicht.

Im Übrigen: Wenn Sie annehmen, dass sich die Linke anstelle der Grünen auch nur einen Deut anders verhalten hätte, dann erliegen Sie, fürchte ich, gleich der nächsten Illusion. Die Linke gefällt sich zwar gerne darin, inhaltliche Nibelungentreue zu schwören aber auch sie hat in Berlin oft genug gezeigt, dass Koalitionsdisziplin auch nach ihrem Verständnis eine absolute Voraussetzung ist, um auf der politischen Bühne ernst genommen zu werden. Das sind allesamt Profis, die setzen sich nicht einfach eigenmächtig über getroffene Vereinbarungen hinweg - zumindest nicht als Fraktion.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
08.07.2015
12:20:38


(+4, 8 Votes)

Von Hausaufgabe
Antwort zu Kommentar #7 von Brutpflege


>>...und zu der Austrägerin, also der eigentlichen Mutter...

Inwiefern ist die biologische Austrägerin die "eigentliche Mutter"? Bitte erläutern und belegen Sie anhand seriöser wissenschaftlicher Fakten, das "Mutter" in dem von Ihnen verwendeten Kontext kein soziologisches Konstrukt ist, sondern eine biologische Determinante.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
08.07.2015
12:29:47


(+9, 15 Votes)

Von Harry1972
Aus Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 21.02.2013


Probleme bekommen die Bälger nur, wenn sie ihnen eingeredet werden. Weil es in unserer Gesellschaft noch immer von Leuten wimmelt, die Kindern einen Makel anheften, sobald sie ausserehelich gezeugt wurden, ein dunkelhäutiges Elternteil haben, der Vater gänzlich unbekannt ist, nicht getauft wurden oder eben durch eine Leihmutter ausgetragen wurden.

Von alleine hat kein Kind ein Problem mit seiner Herkunft und wichtig ist nur, daß es geliebt wird.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  123456  vor »


 POLITIK - DEUTSCHLAND

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Erstes Baby mit drei biologischen Elternteilen geboren Transperson in Berlin beleidigt, geschlagen und beraubt Wiesbaden: Protest gegen Aufmarsch der Homo-Hasser angekündigt Die Behauptungen der AfD Sachsen-Anhalt und die Fakten
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt