Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?24160

Die Polizei konnte einen Täter stellen (Bild: flickr / Maik Meid / by 2.0)

Zwei Transsexuelle sind in Berlin-Lankwitz von einem Mann und einer Frau transphob beleidigt und mit brühendem Kaffee übergossen worden.

Im südwestlich gelegenen Berliner Stadtteil Lankwitz ist am Dienstagnachmittag ein transsexuelles Pärchen von einem Hetero-Paar beleidigt und angegriffen worden, teilte die Berliner Polizei mit. Einer der Täter wurden später festgenommen.

Der Vorfall ereignete sich gegen 17.20 Uhr in einem Lokal in der Kaiser-Wilhelm-Straße. Demnach sind die 21 und 25 Jahre alten transsexuellen Frauen zunächst von einer 38-jährigen Frau beleidigt worden, die den beiden vorwarf, ihren männlichen 33-jährigen Partner zu lange angeschaut zu haben.

Später habe sich auch der Mann den Beleidigungen angeschlossen, die speziell auf die Geschlechtsidentität der Transsexuellen abgezielt habe ("Ihr Transen"). Zudem sollen beide Täter den Angegriffenen frisch gebrühten Kaffee ins Gesicht geschüttet haben.

Identität der Täter festgestellt, Mann festgenommen

Noch vor dem Eintreffen der alarmierten Polizisten entkamen die beiden Täter zunächst. Durch einen Zeugen konnte die Polizei die Identität der Frau sowie ihres Begleiters ausfindig machen. Der 33-Jährige wurde kurz darauf in seiner Wohnung angetroffen. Eine Überprüfung seiner Personalien ergab, dass er wegen Diebstahls und einer noch offenen, mehrmonatigen Haftstrafe gesucht wurde. Die Beamten nahmen ihn daraufhin sofort fest und überstellten ihn den Justizbehörden.

Die Ermittlungen wegen gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Beleidigung hat der Polizeiliche Staatsschutz des Landeskriminalamtes übernommen. Die beiden Angegriffenen haben nach der Tat auf eine ärztliche Behandlung verzichtet.

In der Pressemitteilung der Polizei wurden die Opfer als Männer bezeichnet. Die Polizei sagte auf Anfrage, dass es sich um transsexuelle Frauen gehandelt habe, die in Frauenkleidern im Lokal saßen. Sie seien aber in ihren Papieren noch als Männer gemeldet.

Das schwule Anti-Gewalt-Projekt Maneo hat erst im Mai in seinem Jahresbericht beklagt, dass die LGBT-feindlichen Übergriffe in der Bundeshauptstadt "auf gleichbleibend hohem Niveau" verharrten (queer.de berichtete). (pm/dk)



#1 reiserobbyEhemaliges Profil
#2 Oeffentl rechtlAnonym
  • 08.07.2015, 13:13h
  • In einer Gesellschaft, in der rund um die Uhr auf allen Kanälen, allen voran das Millionärsfernsehen mit dem gesetzlichen Bildungsauftrag und Milliarden Euro an Gebührengeldern, neben immer selbstverständlicherem Chauvinismus und Rassismus andauernd und immer penetranter die heteronormativ-/sexistische Mann-Frau-Ordnung inszeniert und alle anderen Menschen und ihre Lebensweisen, gerade auch gleichberechtigt dargestellte Schwule, Lesben und Trans*, nicht zuletzt als Identifikationsfiguren für junge Menschen, so gut wie nicht vorkommen, braucht einen diese Entwicklung wahrlich nicht zu wundern.
  • Antworten » | Direktlink »
#3 ursus
  • 08.07.2015, 13:35h
  • >"In der Pressemitteilung der Polizei wurden die Opfer als Männer bezeichnet."

    na super. da werden die beiden erst beleidigt und angegriffen und hinterher auch noch seitens der polizei als männer im fummel eingestuft. muss ja wirklich ein vergnüglicher tag für die beiden gewesen sein.

    manchmal bin ich echt froh, "nur" schwul zu sein.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 08.07.2015, 13:39h
  • Sorry, ist mir so rausgerutscht, aber der Vorfall hat wieder einmal nichts mit dem Islam zu tun.

    Hoffe, den beiden Opfern geht es einigermaßen gut.

    Und ich möchte an dieser Stelle dafür plädieren, endlich mal damit aufzuhören, Migranten, Moslems oder wahlweise "Südländer" als Haupttätergruppe zu denunzieren.
  • Antworten » | Direktlink »
#5 Harry1972Profil
#6 groeisfaeAnonym
  • 08.07.2015, 15:06h
  • Tja, so ist das nunmal in einem christlichen Land mit (teils) Osblockvergangenheit.
  • Antworten » | Direktlink »
#7 TranshomoheteroAnonym
  • 08.07.2015, 15:28h

  • Ich glaube nicht, dass die Polizei das böse meint. Denn mit den Bezeichnungen ist es nicht immer einfach, auch innerhalb der lgbti Szene nicht.

    Bezeichnet man zwei transsexuelle Frauen die ein Pärchen sind denn nicht als lesbisches Pärchen? Denn das wäre die logische Konsequenz.
    Aber selbst queere Medien interessieren sich eher für Transvestiten, Drag Queens usw als für echte Transsexuelle.
    Das paradoxe ist ja, nach außen würde der Volksmund eher von zwei Schwulen in Frauenkleidern sprechen, da männliche Homosexualität und Transsexualität " dank" der Medien manchmal fast gleichgesetzt wird...soviel zur Aufklärung im 21. Jahrhundert.

    Ich weiß ja nicht ob die beiden wirklich ein Pärchen sind, aber es sind definitiv keine Männer wenn sie transsexuell sind und wenn sie ein Liebespaar sind, dann kein schwules sondern ein lesbisches.

    Mich, als Schwulen, wundert eh, dass der transsexuelle Bereich eher immer in die Ecke der männlichen Homosexualität geschoben wird, dabei kenne ich einige transsexuelle Frauen die sich zu Frauen hingezogen fühlen...sprich lesbisch sind.
    Auch in der queeren Szene ist es komisch, dass transsexuelle Frauen in Clubs usw eher bei Schwulen verortet sind und transsexuelle Männer bei Lesben.
    Umgekehrt wäre das logischer, fühlen sich doch transsexuelle Frauen als Frau und werden somit von Lesben ( und Heteromännern) begehrt.
    Dasselbe mit transsexuellen Männern, die In der Szene anscheinend zur Lesbenszene verordnet werden, anstatt bei Schwulen).
    Deswegen kommen cis- Menschen, egal ob heteros oder homos, oft durcheinander wenn es um die Einteilung und Bezeichnung von Trans geht.

    Dabei ist das, In der Pornigrafie zB klar geregelt und die Unterschiede sind deutlich. Transfrauen sind, da sie überwiegend weiblich aussehen, eine Unterkategorie der Heteropornos ( und teilweise in der Lesbenszene ein Teilbereich der Lesbenpornos), aber mit schwuler Pornografie hat das nichts zutun, denn egal ob Kerl, Twink oder Bär, mit schwuler Pornografie verbindet man Männer und Jungs und keine Transfrauen mit Brüsten.
    Aber im Mainstream ändert das trotzdem nichts daran, dass Transsexuelle Frauen in den Medien und somit auf der Straße oft als ( schwule) Männer gesehen....das sorgt dann für Aussagen wie die der Polizei in dem Artikel.
    Um das zu ändern müsste die Szene die Unterschiede zwischen Homosexualität, Transgender und Gender generell deutlich machen und auch die Medien um differenziertere Aufklärung bitten.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 XenomorphaEhemaliges Profil
  • 08.07.2015, 15:38h
  • Antwort auf #6 von groeisfae
  • Tja, an den reichlichen Kommentaren und Empörungen meiner Leidensgenossinnen hier in diesem Thread ist zu entnehmen, welches Interresse besteht, sich in der Öffentlichkeit frei und ohne Demütigungen bewegen zu können.
    Naja, wenn ich das Geschwafel der meinen so höre, glauben ja viele, sie seien sowas von "Stealth", und wer nicht stealth ist, ist auch keine richtige Frau mit transidenter Vergangenheit.
    Sie kriegen sich immer nur gegenseitig in die Flicken.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 DefragmentierungEhemaliges Profil
#10 FelixAnonym