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Vergeht Asiaten wirklich der Appetit auf saftige Steaks aus Australien, falls das Land die Ehe öffnet? (Bild: flickr / Lennart Tange / by 2.0)

Auch Down Under tobt der Kampf um die Gleichstellung: Die Mitte-Rechts-Regierung bedient sich nun fantasievoller "Argumente", um die Ehe-Öffnung zu verhindern.

Der australische Landwirtschaftsminister Barnaby Joyce hat am Wochenende davor gewarnt, dass die Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht negative Auswirkungen auf den Export habe. Deshalb spreche er sich schon allein aus ökonomischen Gründen gegen die Öffnung der Ehe aus: "Wirtschaftlich leben wir in Südostasien und dort gehen auch unsere Rinder hin", erklärte er in einem Interview mit dem öffentlich-rechtlichen Fernsehsender ABC. Diese Länder würden Australien nach seinen Gesetzen beurteilen, "ob wir wollen oder nicht. Die sehen uns als dekadent an."

Wenige Tage zuvor hatte der Mehrheitsführer im Senat, Eric Abetz, die Ehe-Öffnung mit ähnlichen Argumenten abgelehnt. Er sagte, dass Australien die Gleichstellung nicht anstreben solle, da man sich im "asiatischen Jahrhundert" befinde, und fragte: "Sagen Sie mir, wie viele asiatische Nationen die Ehe neu definiert haben?" Die Ehe für alle sei ohnehin nur "die neuste Modeerscheinung".

Tatsächlich gibt es in Asien bislang kein einziges Land, das Schwule und Lesben im Ehe-Recht gleichgestellt hat oder landesweit eingetragene Partnerschaften anbietet.

Debatte um Ehe-Öffnung


Landwirtschaftsminister Barnaby Joyce

Anlass für die Debatte in Australien wie in anderen Ländern ist die gerichtlich angeordnete Ehe-Öffnung in den USA. Die Regierung des Mitte-Rechts-Parteienbündnisses namens "Coalition" lehnt die Gleichbehandlung allerdings mehrheitlich ab. Premierminister Tony Abbott erklärte Anfang des Monats, dass sich seine Partei im Wahlkampf vor zwei Jahren deutlich für die Ehe "als Verbindung zwischen Mann und Frau" ausgesprochen habe – man dürfe die Position nicht ohne Not in der Mitte der Legislaturperiode ändern.

Dennoch sprechen sich neben den meisten Oppositionsabgeordneten von der sozialdemokratischen Labor Party und den Grünen inzwischen auch mehrere Abgeordnete der "Coalition" für die Ehe für alle aus. Sie wollen daher erreichen, dass die Regierung eine freie Abstimmung zulässt – damit hätten die Ehe-Befürworter mit großer Wahrscheinlichkeit eine Mehrheit.

Das Thema Ehe-Öffnung war bereits 2013 in Australien auf der Tagesordnung: Damals erlaubte die Hauptstadtregion Schwulen und Lesben zu heiraten (queer.de berichtete). Knapp zwei Monate später kippte der Oberste Gerichtshof Australiens dieses Gesetz, weil die Ehe bundesweit als Verbindung zwischen Mann und Frau definiert sei und eine Regionalregierung nicht befugt sei, diese Definition zu ändern (queer.de berichtete). Die Richter stellten aber klar, dass eine bundesweite Ehe-Öffnung möglich sei. (dk)



#1 reiserobbyEhemaliges Profil
#2 234569876t4regAnonym
  • 08.07.2015, 17:47h
  • Das Gute ist, dass darüber in den Medien in Australien konstant geredet und berichtet wird.

    Je mehr darüber berichtet wird, desto offensichtlicher wird, dass es keine rationalen Argumente gegen die Eheöffnung gibt.

    In Australien liegt die Zustimmung der Bevölkerung zur Eheöffnung bei mittlerweile 75 %. Auch dadurch ist der Druck auf die Politik größer als in Deutschland.

    Die Schwester des australischen Regierungschefs ist lesbisch und tritt immer wieder in den Medien auf. Damit kann sich Tony Abbott der Debatte nicht entziehen, wie es Angela Merkel in Deutschland kann.

    Zudem ist Australien das einzige hochentwickelte englischsprachige Land der Welt, was die Eheöffnung noch nicht hat. Dass Großbritannien, Irland, Kanada, Neuseeland und USA die Ehe geöffnet haben übt enormen Druck auf Australien aus.

    Es hat sich gezeigt, dass es eine Gesetzmäßigkeit, im Wechsel immer ein/zwei Jahre mit keinen oder nur einer Eheöffnung, und dann ein Jahr mit vielen Eheöffnungen gibt. 2015 ist ein Jahr mit vielen Eheöffnungen.

    Aus den genannten Gründen halte ich es für sehr wahrscheinlich, dass die Eheöffnung in Australien noch in diesem Jahr durch das Parlament beschlossen wird.

    In Deutschland dagegen interessieren sich die Medien überhaupt nicht für das Thema. Die deutschen Medien vernachlässigen das Thema total.
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#3 FelixAnonym
  • 08.07.2015, 17:50h

  • Sind denen ihre abstrusen Argumente nicht selbst peinlich? Oder sind die echt so blöd?
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#4 2345uiwt5fdAnonym
#5 irgendwieAnonym
#6 userer
  • 08.07.2015, 18:40h
  • So gesehen wäre die Ehe für alle gut für australische Rinder ...

    Der Teufel steckt in einem Halbsatz: "Die sehen uns als dekadent an."

    Das ist es, was Joyce eigentlich meint: Gleiche Menschenrechte für Schwuchteln ist dekadent.

    Nun ja, Joyce stammt von einer Rinderfarm, ist Zögling einer römisch-katholischen Schule, bezeichnet buddhistische Tempel als "Festung Satans" und hat auch schon als Türsteher gearbeitet:
    en.wikipedia.org/wiki/Barnaby_Joyce
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#7 Patroklos
  • 08.07.2015, 20:26h
  • Barnaby Joyce: Klarer Fall von Rinderwahnsinn! Die Argumente dieser Flitzpiepe sind hanebüchen!
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#8 lucdfProfil
  • 08.07.2015, 21:02hköln
  • Armselige Argumente für armselige Politiker. In Europa haben wir auch eine Menge davon.
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#9 NorisetteProfil
  • 08.07.2015, 23:04hNürnberg
  • *grööööööhl*

    Auf so was Dummes ist ja noch nicht einmal die CSU, die Partei des diebischen Bergvolkes, gekommen.

    Das wird die jetzt aber mächtig ärgern.

    Bestimmt kommen die bald mit der beSCHEUERten Parole raus: "Homos machen Milch madig"... oder so.
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#10 FredinbkkProfil