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  • 10.07.2015, 10:36h               Teilen:   |

"Hey Herz"

Rap nur noch Mittel zum Zweck: Ab Syndrom

Artikelbild
Das Percussion- und Elektronik-Geplucker von Aljoscha, das vertrackte Spiel von Anton und die schweren Bassläufe von Oskar bilden die Grundlage für die Poesie von Frontmann Bennet

Mit "Hey Herz" hat das Berliner Rap-Quartett ein neues, gereiftes Album veröffentlicht.

Mit James Blake fing alles an: "Das hat ganz schön reingehauen, als ich ihn das erste Mal gehört habe. Das hat mir ein Freund gezeigt in Oberursel und der meinte "Hey, das ist ein ganz abgefahrener Typ, der in Berlin Musik macht!", erzählt Bennet augenzwinkernd, Sänger, Songwriter und Frontmann seiner Band, die einstmals aus dem Taunus in die große Stadt zog, um dort dem Geist zeitgenössischer und anspruchsvoller englischer Musik nachzuspüren. "Also bin ich nach Berlin gezogen, hab den nie getroffen, aber irgendwann hab ich rausgefunden, dass von da das ganze gute Zeug herkommt."

Nun, ganz so gezielt war der Umzug vom Land nach Berlin nicht; Studium und zukünftige Karrieren waren ebenso Anstoß wie die Entfaltung der individuellen künstlerischen Persönlichkeit. Doch ein starker Einfluss aus dem Vereinigten Königreich auf die Songs von "Ab Syndrom" fällt dennoch ins Gewicht, geht schnell ins Ohr – und bleibt dort.

"Hey Herz" ist nicht das Debüt der einst nur aus Bennet und Elektroniker Aljoscha bestehenden und zum Vierer gewachsenen Band: bereits 2012 wurden die ersten sehr ambitionierten Gehversuche auf den Markt geworfen und von diesem mit Erstaunen zur Kenntnis genommen. Ein Kollege der Süddeutschen behauptete gar ganz richtig: "Da stimmt schon sehr viel. Man höre nur das Intro der Platte."

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Eine starke Entwicklung der Band

Das neue Album "Hey Herz" ist am 3. Juli 2015 erschienen
Das neue Album "Hey Herz" ist am 3. Juli 2015 erschienen

Inzwischen nimmt der Wust an britischen Post-Dubstep-Produktionen klanglich einen viel größeren Raum ein, der bei James Blake beginnt, und, von "Mount Kimbie", "SBTRKT", aber auch von "FlyLo" oder "The Acid" beeinflusst, früher oder später zum Sound der Band führt.

Da ist Rap, nach einer starken Entwicklung der Band, nur noch Mittel zum Zweck, allen voran beim Songwriting. Ein anderer Kollege nannte diesen Zweck mal "posteuphorischen Metapop", doch so geht ja keine Band ans Songs schreiben. Wenn man es irgendwo einordnen müsste, wäre es schlicht innovativer Pop, garniert mit Einflüssen aus dem Besten, was aktuelle und moderne Musik zu bieten hat.

Oder so: Das Logo der Band ist ein Dreieck, dem eine Ecke fehlt und dadurch zum Trapez wird – so ließe sich auch die Musik von AB Syndrom interpretieren: Sie ist kantig und spitz, doch da ein Stück fehlt, kann man sich nicht daran schneiden. Dadurch ist es universell verständlich, statt komplett abstrakt und kryptisch zu sein.

Das Percussion- und Elektronik-Geplucker von Aljoscha, das vertrackte Spiel von Anton und die schweren Bassläufe von Oskar bilden jedoch nur die Grundlage für die Poesie von Frontmann Bennet, der – ganz der 22-jährige Jüngling der Band – von der Liebe und all ihren Facetten fabuliert

Ganze vier Jahre haben die vier Musikschaffenden an den neuen Songs gearbeitet, deren Band ihr großes "Herzensding" ist, wie Oskar es beschreibt – was nur konsequent ist, wo sie doch das Resultat ihrer Arbeit "Hey Herz" genannt haben. (cw/pm)

Youtube | Offizieller Albumplayer zu "Hey Herz"
Links zum Thema:
» In das Album bei Amazon reinhören
» Offizielle Website von Ab Syndrom
» Fanpage auf Facebook
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Tags: ab syndrom, hey herz, rap
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