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  • 10.07.2015, 11:33h           33      Teilen:   |

Traualtar statt Standesamt

Israel: Gesetze zur Zivilehe gescheitert

Artikelbild
Die Knesset, das israelische Parlament, beharrt auf einer Trennung zwischen Staat und Kirche - die Ehe wird dabei als Glaubensfrage aufgefasst

Wie viele andere Paare müssen Schwule und Lesben weiter im Ausland heiraten, um eine rechtliche Anerkennung zu erlangen.

In Israel werden Ehen weiterhin nur von Kirchen und Glaubensgemeinschaften geschlossen und getrennt: Zwei Anträge zur Einführung von staatlichen Ehen oder Lebenspartnerschaften, die vor Standesämtern abgeschlossen würden, scheiterten am Mittwoch in der Knesset.

Beide Anträge erzielten 50 Nein- und 39-Ja-Stimmen. Der Gesetzentwurf der liberalen Partei Yesh Atid sah die Einführung von staatlich registrierten Lebenspartnerschaften, der Entwurf der linken Partei Meretz die Einführung staatlicher Ehen vor.

Diese sind in Israel unbekannt: Ehen werden bislang von jüdischen Glaubensgemeinschaften und Kirchen geschlossen, diese sind auch für eine Scheidung zuständig. Damit gibt es bislang auch keine offizielle gleichgeschlechtliche Ehe in Israel: Sie würde erst legal, sollte sie von einer der Kirchen angeboten werden.

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Gleichgeschlechtliche Paare und teilweise auch Paare unterschiedlichen Glaubens oder mit nichtgläubigem Partner mussten bislang im Ausland eine staatliche Ehe eingehen, um in Israel als Eheleute mit allen rechtlichen Vor- und Nachteilen anerkannt zu werden. Zugleich erkennt der Staat Ehen ohne Trauschein an; wer glaubhaft versichern kann, in einer Partnerschaft zu leben, erhält eine Reihe von Rechten. Diese informelle Anerkennung steht auch Homo-Paaren offen und bringt ihnen auch das Adoptionsrecht.

Umfragen zufolge befürwortet eine Mehrheit der Israelis dennoch, zivilrechtliche Ehen einzuführen. Mit großem Interesse werden daher die rechtlichen Auseinandersetzungen vor allem von Homo-Paaren für eine zivilrechtliche Ehe verfolgt.

2012 gab es etwa erstmals eine zivilrechtliche Scheidung: Zwei Männer hatten 2004 in Kanada geheiratet und durch Gerichte eine Anerkennung der Ehe in Israel erlangt. Eine Scheidung sieht das kanadische Recht aber nur für Kanadier vor. Letztlich entschied ein Familiengericht in Ramat Gan, dass es eine Scheidung durchführen kann. (nb)

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Tags: israel, ehe, lebenspartnerschaft, knesset
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Reaktionen zu "Israel: Gesetze zur Zivilehe gescheitert"


 33 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
10.07.2015
11:57:29


(+5, 15 Votes)

Von KathiGr
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Das Scheitern der Anträge war keine Überraschung, denn die Einführung einer Zivilehe würde ja auch eine Ehe zwischen Juden und Nichtjuden zulassen... und das wäre aus zionistischer Sicht eine Katastrophe für den selbsternannten "jüdischen Staat".

Dem Autor des Artikels sei gesagt, dass eine Synagoge keine Kirche ist. Warum wird im Artikel immer nur von Kirchen gesprochen? Als ob an Israels homophober Gesetzgebung Christen Schuld seien.

Zum Thema Zivilehe ein Haaretz-Artikel:
Who's afraid of civil marriage in Israel?

Link zu www.haaretz.com


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#2
10.07.2015
12:08:20


(+9, 11 Votes)

Von Keeping kosher


In just two days this week, the ultra-Orthodox parties Shas and United Torah Judaism took dramatic steps to reclaim control of Israels state religious institutions.

Link zu www.timesofisrael.com


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#3
10.07.2015
12:33:53


(+10, 12 Votes)

Von apart
Antwort zu Kommentar #1 von KathiGr


"Who's afraid of civil marriage in Israel?"

"There is currently no civil marriage in Israel and those Jews such as immigrant converts to Liberal Judaism or children of immigrants who entered using the Law of Return who are not recognized by the chief rabbinate have no recourse for domestic legal marriage.

The prime minister is calling for olim [immigrants] to land, but what will be waiting for [those not considered Jewish] here? Theyre good enough to fight in the IDF and die here, but wont be able to be buried next to those theyre fighting with, Svetlova said."

Link zu www.timesofisrael.com


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#4
10.07.2015
12:59:21


(+7, 11 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby
Antwort zu Kommentar #1 von KathiGr


>Da in Israel der Staat in osmanischer Rechtstradition weite Teile des Familienrechts einschließlich der Eheschließung der Gestaltung durch die Religionsgemeinschaften überlassen hat, gibt es dort keine Zivilehe. Somit können Israelis sowohl Juden als auch Nichtjuden ihren Ehepartner im Falle einer anderen Religionszugehörigkeit oder bei keiner Religionszugehörigkeit in der Regel nicht in Israel heiraten. Der Staat erkennt jedoch im Ausland geschlossene Zivilehen an, was zu einem nicht unbeträchtlichen Heiratstourismus (meist nach Zypern) führt.< (wiki)

>Kirche (Organisationsform) (alemannisch kilche, chile, althochdeutsch chirihha, mittelniederdeutsch kerke,[1] entlehnt aus spätgriechisch ???????? kyriakon dem Herrn gehörig[2]) ist eine soziale Organisationsform von Religionen.< Der Autor hätte aber besser von "Glaubensgemeinschaften" geschrieben, um Missverständnisse zu vermeiden.


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#5
10.07.2015
13:31:33


(-10, 14 Votes)

Von SaschaH
Antwort zu Kommentar #1 von KathiGr


Wenn die Einführung der Zivilehe aus zionistischer Sicht eine "Katastrophe" wäre, wie Du schreibst, warum stellen dann zionistische Parteien wie Yesh Atid oder Meretz solche Anträge? Oder verwechselst Du zionistisch mit ultraorthodox?


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#6
10.07.2015
13:56:04


(-5, 7 Votes)

Von Markus44


Das die linke Partei Meretz (5 Abgeordnete in der Knesset derzeit) und die liberale Partei Yesh Atid (11 Abgeordnete derzeit in der Knesset) jeweils die staatliche Anerkennung gleichgeschlechtlicher Paare in Israel fordern, finde ich gut.

Da es jeweils 39 Abgeordnetenstimmen zur Unterstützung gab, dürften noch 23 der 24 Abgeordneten der sozialdemokratischen Zionistischen Union zugestimmt haben; da auch diese derzeit in der Opposition ist und ich mir am Ehesten vorstellen kann, das von dort die Unterstützung kam.

Ich kann mir nämlich nicht vorstellen, das derzeit die Regierungsparteien zugestimmt haben. Weder die konservative Likud (30 Abgeordnete derzeit) noch die mitregierende linkskonservative Partei Kulanu (10 Abgeordnete derzeit) noch die mitregiernden rechten Religionsparteien wie die Partei Shas (7 Abgeordnete derzeit), die Partei Vereinigtes Thoratum (6 Abgeordnete derzeit) und die Partei Jüdisches Heim (8 Abgeordnete derzeit) dürften zugestimmt haben.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, das die Oppositionspartei Jisrael Beitenu von Liebermann (6 Abgeordnete derzeit) oder die Oppositionspartei der Vereinigten Arabischen Liste (mit 13 Abgeordneten derzeit) zugestimmt hat.

So ist jeweils meine Einschätzung, wie dort die 39 Ja-Stimmen zustandegekommen sind, ohne das ich es tatsächlich augenblicklich weiß.

Es müssen aber auch noch 31 Abgeordnete sich der Stimmen enthalten haben oder nicht abgestimmt haben. Woher diese Stimmen der Enthaltung kamen, wäre interessant zu wissen.


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#7
10.07.2015
14:32:49


(0, 8 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #1 von KathiGr


"und das wäre aus zionistischer Sicht eine Katastrophe für den selbsternannten "jüdischen Staat". "

Da dieser Staat auf dem Boden der jüdischen Geschichte nun einmal von Menschen des jüdischen Volkes gegründet und gegen Angriffe verteidigt wurde, ist es nun mal ein jüdischer Staat. Es ist mir völlig unverständlich, wieso ausgerechnet Deutsche damit ein Problem haben sollten.

Hmmm, wenn man bösgläubig ist , versteht man es dann leider doch...

Dass man keine Probleme mit der Existenz eines jüdischen Staats hat, kann aber nicht bedeuten, dass es deswegen dort keine Zivilehe geben darf (die auch keine Katastrophe wäre, weil die interreligiösen Ehen sicher nicht sehr häufig wären) .

Die Regelungen im heutigen Israel erinnern mich stark an die Gesetze der alten K.u.K.-Monarchie, unter denen viele Agnostiker (u.a. Freud) schon im 19. Jahrhundert litten. Damals könnte man nur in Gotteshäusern religiös heiraten und sich auch nicht scheiden lassen.


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#8
10.07.2015
14:38:40


(+1, 7 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #5 von SaschaH


"Oder verwechselst Du zionistisch mit ultraorthodox?"

Egal, die Leier, die unsere Kathi spielt, ist doch uralt:

Youtube-Video:


Ist Dir schon mal aufgefallen, dass die nur bei dem einem Thema hier aus der Versenkung auftaucht?

Hmmm?


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#9
10.07.2015
14:50:33


(+8, 12 Votes)

Von statt malta


In Israel werden Ehen zwischen Juden und Nichtjuden vom Staat nicht anerkannt. Was tun? Am besten zur Hochzeit nach Zypern fliegen.

Link zu www.sueddeutsche.de


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#10
10.07.2015
15:09:02


(+2, 6 Votes)
 
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