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Steffen Königer, ein ehemaliger "Mister Brandenburg" forderte ein Referendum über die Ehe-Öffnung (Bild: Screenshot rbb)

Im Brandenburger Landtag fiel die "Alternative für Deutschland" erneut durch homophob-absurden Populismus auf. Den verbliebenen "Homosexuellen in der AfD" gefiel das.

Von Norbert Blech

"Die AfD ist weder programmatisch noch hinsichtlich ihrer Mitglieder schwulenfeindlich, lesbenfeindlich, ausländerfeindlich, islamfeindlich, europafeindlich" – so leitete der AfD-Abgeordnete Steffen Königer am Donnerstag im Brandenburger Landtag eine Rede ein, die man durchaus so auffassen könnte.

Anlass war eine Aktuelle Stunde zur Debatte um die Ehe-Öffnung für schwule und lesbische Paare. Königer, Fliesenleger und ehemaliger "Mister Brandenburg" sowie Ex-Redakteur der "Jungen Freiheit", fragte, ob es angesichts von Krisen wie in Griechenland "nichts wichtigeres" zu debattieren gebe.

Dann sprach er Schwulen und Lesben die alltägliche wie rechtliche Diskriminierung ab – durch einen absurden Vergleich: "Wer wird sich denn in Zukunft noch so diskriminiert fühlen? Vielleicht jemand, der glaubhaft versichert, dass er nun alle seiner vier Frauen ehelichen möchte? Oder vielleicht seinen Fußballverein? Seinen heiß geliebten Gartenzwerg?"

Warnung vor "überzogener Symbolpolitik"

Später spielte Königer Minderheit gegen Minderheit aus, als er in Bezug auf "plakative Symbolpolitik" in Form von Homo-Ampelmännchen fragte: "Wem nützt das wirklich? Nützt das wirklich denjenigen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung in den meisten Teilen der islamischen Welt, um nicht Russland mit einzuschließen, leiden?" Die "überzogene Symbolpolitik" sei eine "Kompensationsfehlleistung", weil man sich an die Diskriminierung in anderen Ländern nicht herantraue.

Zur Ablehnung der Ehe für alle sagte Königer, es gehe "um den Nachwuchs unserer Kinder als wichtigsten Aktivposten für die Zukunft". Das Grundgesetz schütze die Familie als Keimzelle der Gesellschaft. Dann ging der Abgeordnete auf den Mehrwertssteuersatz von "Windel- und Kinderprodukten" ein, um auch zu fragen, warum ein kinderloses Ehepaar oder eine Eingetragene Lebenspartnerschaft steuerlich besser darstehe als eine Alleinerziehende mit zwei Kindern.

Die Partei hatte einen Ergänzungsantrag vorgelegt, in dem sie sich gegen die Ehe-Öffnung und zugleich für eine Volksabstimmung zu der Frage stark machte. Angesichts der Meinungsumfragen hätten die Ehe-Befürworter doch nichts zu befürchten, so Königer, obwohl: "Beim ZDF kam das ja schon mal vor, dass öfter mal ein wenig rumgedoktert wurde an solchen Umfragen."

Lob von AfD-Homos

Die verbliebenen "Homosexuellen in der AfD" applaudierten der Rede: Auf ihrer Facebook-Seite teilten sie ein Video davon und kommentierten: "Eine gute Rede. Danke nach Brandenburg!" Bundessprecher Mirko Welsch war nach der Niederlage von Bernd Lucke beim Parteitag am Wochenende ausdrücklich in der Partei geblieben, anders als sein Stellvertreter Torsten Ilg (queer.de berichtete).

Wie schon mehrfach wurden die Homosexuellen in der AfD auch von Königer instrumentalisiert: Diese machten "nicht so ein Aufhebens um ihre sexuelle Orientierung und tragen sie nicht wie eine Monstranz vor sich her", meinte der Abgeordnete im Landtag. "Herr Tassis", Abgeordneter der Bremischen Bürgerschaft, sei gar "ein schwuler Ausländer" in der Partei – er ist übrigens der letzte Abgeordnete der Partei nach dem Austritt der drei übrigen Abgeordneten und hatte sich auf dem Parteitag selbst gegen die Ehe für alle ausgesprochen. Diese Haltung habe man mit Beatrix von Storch entwickelt, meinte Tassis dazu.

Jene AfD-Europaabgeordnete und Organisatorin der "Demos für alle" wurde von Königer als quasi homofreundliche Politikerin gelobt. Auf seiner Facebook-Seite schrieb er zu seiner eigenen Auffassung: "Ich halte es mit dem Alten Fritz: Soll jeder nach seiner Façon selig werden. Nur die Ehe bleibt für mich etwas zwischen Mann und Frau!"

"Lindenstraße" ist Erfolg genug

Es war nicht das erste Mal, dass die AfD im Brandenburger Landtag zu Homo-Fragen recht eigenwillige Meinungen vertrat: Im März lehnte sie einen LGBT-Sitz im ZDF-Fernsehrat ab. Der Abgeordnete Andreas Kalbitz meinte dazu, die Minderheit hätte bereits jetzt zuviel mediale Öffentlichkeit und mit Rollen in der "Lindenstraße" sei es "aus unserer Sicht auch schon gut" (queer.de berichtete).

Grund für die neuerliche Debatte war ein Antrag der Linken (PDF) für eine Debatte zur Ehe für alle. Darin betonte u.a. die CDU-Abgeordnete Kristy Augustin, für die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare zu sein – das sei "quasi gelebtes CDU-Programm". In ihrer Partei werde aber noch diskutiert, und das müsse man mit Fingerspitzengefühl und Respekt für die Gegner einer Ehe-Öffnung machen.



#1 12354rztrdAnonym
  • 10.07.2015, 14:35h
  • Solange wir nicht eine Massendemo für die Eheöffnung auf die Beine stellen, wird es auch keine Eheöffnung geben.

    Es ist zwar blöd sich ständig wiederholen zu müssen, aber eure Kommentare im Internet, in denen ihr euch wütend über die Diskriminierung äußert, haben unter dem Strich kaum etwas gebracht. Ihr müsst auf die Straße gehen, wenn ihr in naher Zukunft gleiche Rechte haben wollt.
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#2 mezzoAnonym
  • 10.07.2015, 14:38h
  • Das schlimme ist ja was sich seine Enkelkinder mal denken werden, wenn sie hören, dass ihr geliebter Großvater mal so einen Schwachsinn verzapft hat.
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#3 maaartinAnonym
  • 10.07.2015, 14:39h
  • jaja, die afd, die cds/csu und so ein paar andere können mit diesem ganzen menschrechtsscheiß, dem grundgesetz der bundesrepublik und den grundsätzen der aufklärung einfach nichts anfangen.

    da gibt es wichtigers... eine wahl gewinnen oder aufmerksamkeit erregen. die haben ihre prioritäten halt anders gesetzt
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#4 reiserobbyEhemaliges Profil
#5 goddamn liberalAnonym
  • 10.07.2015, 14:44h
  • Antwort auf #2 von mezzo
  • Hoffentlich.

    Das zivilisationsfeindliche deutsche Elend, das dieser Mensch repräsentiert, ist leider zäher, als man so denkt.

    Bei den AFD vebliebenen Schwulen kann man nur sagen, dass Neurosen wie pathologischer Selbsthass auf die Couch und nicht in die Politik gehören.

    Aber Neurotiker lassen sich leider sowieso selten etwas sagen.
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#6 sanscapote
  • 10.07.2015, 14:47h
  • Antwort auf #1 von 12354rztrd
  • Wer sind sie?
    Outen sie sich zuerst selbst, bevor sie uns Schwulen Vorschriften machen. Stellen sie selbst etwas auf die Beine und dann stellen sie sich auf die Hinterbeine. Aber sind sie dazu faehig?
    Ich denke nicht!
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#7 FelixAnonym
  • 10.07.2015, 14:55h

  • Ich weiß ja, dass Intelligenz in der AfD nicht auftritt, aber selbst die müssten doch wissen, dass es einen Unterschied zwischen einem Menschen und einem Gegenstand gibt.

    Oder halten die nur ihre Wähler für so dumm, dass sie meinen, diese kapierten nicht den Unterschied?!
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#8 LucaAnonym
  • 10.07.2015, 15:00h

  • > Lob von AfD-Homos

    Ist doch klar:
    wer als Schwuler oder Lesbe in der AfD ist, lässt sich gerne unterdrücken.

    Außerdem sind die AfD'ler so dumm, dass sie das schlichtweg nicht kapieren...
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#9 Rosa SoliAnonym
  • 10.07.2015, 15:14h
  • Wenn man mich fragt, dann würde ich sagen, dass Schwule, Lesben oder überhaupt Queers eine gute Zukunft vor sich haben. Gleiche Rechte sind bei uns nur noch eine Frage der Zeit.

    Umgekehrt würde ich von der AfD nicht behaupten wollen, dass diese rechte Splitterpartei rosige Zukunftsaussichten hat.

    Und das sollte uns ein großer Trost sein in Anbetracht dieser Äußerungen im Landtag von Brandenburg.

    Auch um den Sprecher der AfD-Homos müssen wir uns nicht sorgen. Dieser Mini-Röhm aus Saarland-Herzegowina wird die nächste rechte Partei finden, um seine unbewältigten Konflikte wegen seiner Homosexualität verarbeiten zu können.

    Die AfD ist Geschichte, wir haben die Zukunft!
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#10 2124z654233Anonym
  • 10.07.2015, 15:35h
  • Antwort auf #6 von sanscapote
  • Sachlich können Sie offenbar nicht antworten. Stattdessen persönliche Angriffe auf Basis falscher Mutmaßungen auf mich, ohne dass Sie mich kennen.

    Wenn ich allein auf die Straße gehe, oder mit nur einem Dutzend Mitstreiert, und demonstriere, während ihr alle zuhause bleibt und hier Rotz und Wasser heult, dann bringt das auch nichts. Es ist das Problem, dass die meisten von euch nicht bereit sind für eine Demo für die Eheöffnung ihren Arsch auf die Straße zu schwingen. Und ja, das ist an Vorwurf an die meisten von euch!

    Ihr alle müsst insgesamt auf die Straße gehen.
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