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  • 11.07.2015, 10:29h           113      Teilen:   |

Vor Irland-Besuch

Gauck hofft, Irland bei Ehe-Öffnung zu folgen

Artikelbild
Joachim Gauck veröffentlichte das Interview auf der Webseite seines Amtes (Bild: Dirk Vorderstraße, cc by 2.0)

In der "Irish Times" sagte der Bundespräsident, eine Gleichstellung homosexueller Paare nähme anderen nichts weg. Damit sendet er ein klares Signal an die Bundeskanzlerin.

Bundespräsident Joachim Gauck hat sich in einem Interview mit der "Irish Times" für eine "stärkere Debatte" über eine Ehe-Öffnung für Schwule und Lesben ausgesprochen.

Zwei Tage vor Beginn seines Staatsbesuchs in Irland lobte Gauck den Umgang des Landes mit der Frage: "Mich hat beeindruckt, wie ernsthaft und wie engagiert sich das irische Volk mit dieser Frage auseinandergesetzt hat." Es sei dabei "meiner Wahrnehmung nach nicht um eine Abstimmung 'gegen', sondern 'für' etwas gegangen", lobte der Bundespräsident.

Dann sprach sich Gauck so klar wie diplomatisch selbst für eine Ehe-Öffnung aus: "Aus persönlicher Erfahrung bin ich selbst für all das, was Menschen befreit und von Entfremdung löst." Daher wünsche er sich "auch für Deutschland noch stärker eine Debatte, in der bei den Menschen nicht das Gefühl überwiegt, dass ihnen mit der Gleichstellung anderer etwas genommen wird oder dies bedrohlich ist für die eigene Art zu leben."

Gauck sagte, es sollte "noch deutlicher werden, dass homosexuellen Menschen, die in einer verbindlichen Partnerschaft leben wollen, damit die Chance für ein gleichwertiges Leben in Liebe und Partnerschaft gegeben wird."

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Signal an Merkel

Die "Irish Times" bezeichnete die Aussagen Gaucks in einer Zusammenfassung des Interviews als "deutlichen Hinweis ('clear nod') an die schweigende Kanzlerin Angela Merkel": "Dr. Merkel weigert sich, das Thema aufzugreifen. Der 'Irish Times' sagte sie im letzten Monat, dafür gebe es keine Mehrheit in ihrer regierenden Christlich Demokratischen Union." Der Artikel trägt die Überschrift "Deutscher Präsident hofft, Irland bei der Ehe für alle ('marriage equality') zu folgen".

Die Aussage, er sei "für all das, was Menschen befreit und von Entfremdung löst", hatte Gauck bereits vor wenigen Wochen beim Evangelischen Kirchentag in Stuttgart getätigt (queer.de berichtete), was noch Spielraum für Interpretationen ließ. Im Zusammenhang des Interviews, das Gauck auch auf Deutsch auf der Webseite seines Amtes veröffentlichen ließ, liest sich die Aussage in der Tat als Bekenntnis zur Ehe-Öffnung – wie als diplomatisch verpackte, aber klare Aussage an Angela Merkel.

In seiner Amtszeit hat sich Gauck, der sich möglicherweise auch morgen im ZDF-Sommerinterview zum Thema äußern könnte, bislang mehrfach für LGBT-Rechte eingesetzt, etwa bei einer Rede vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf (queer.de berichtete). Bereits 2013 hatte er die Gleichstellung eingetragener Lebenspartner in Deutschland angemahnt (queer.de berichtete). Und erst vor wenigen Wochen gratulierte er dem Lesben- und Schwulenverband zum 25-jährigen Jubiläum (queer.de berichtete). In seinem Grußwort hieß es, dass Menschenrechte "universell gültig" seien und somit kein Staat ein Recht auf Diskriminierung habe. (nb)

 Update  15h: Lob vom LSVD

Der Lesben- und Schwulenverband (LSVD) hat es "begrüßt, dass Bundespräsident Joachim Gauck die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare eindrucksvoll als Freiheitsthema benennt". Das sei "eine klare Ermutigung für alle in Deutschland, die sich für gleiche Rechte und ein Ende der Diskriminierung einsetzen."

LSVD-Sprecher Axel Hochrein sagte weiter: "Die ermutigenden Worte des Bundespräsidenten zur Ehe für alle machen erneut deutlich: Die Führung der CDU/CSU isoliert sich mit ihrem Diskriminierungskurs gesellschaftlich immer mehr. Der Bundestag darf nicht länger durch eine homophobe Sperrminorität in Geiselhaft genommen werden." Nun müsse die Abstimmung im Parlament endlich freigegeben werden.

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Tags: bundespräsident, ehe-öffnung, ehe für alle, joachim gauck, angela merkel, irland, irish times
Schwerpunkte:
 Homo-Ehe in Deutschland
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Reaktionen zu "Gauck hofft, Irland bei Ehe-Öffnung zu folgen"


 113 User-Kommentare
« zurück  12345...1112  vor »

Die ersten:   
#1
11.07.2015
11:15:15


(+11, 17 Votes)

Von goddamn liberal


So kann man sich täuschen und positiv überrascht sein.

Das Statement ist für einen Bundespräsidenten ungewöhnlich deutlich und ich bin dafür dankbar.


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#2
11.07.2015
11:49:13


(-8, 18 Votes)

Von Tdfnkkkjttftf


Ohne massendemo keine eheöffnung.


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#3
11.07.2015
11:57:18
Via Handy


(+7, 11 Votes)

Von JW Grimm
Antwort zu Kommentar #2 von Tdfnkkkjttftf


Sagt Mikesch, der selbst noch nie auf einer Demo war...


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#4
11.07.2015
12:12:43


(-12, 16 Votes)

Von Ziknfeecgh
Antwort zu Kommentar #3 von JW Grimm


mit eurem aggressiven Verhalten mir gegenüber, zeigt ihr warum ihr nicht in der Lage seid eine massendemo für die eheöffnung zu organisieren.

Viele weitere Jahre der rechtlichen Diskriminierung werden wegen eurer demonstrationsfaulheit folgen.


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#5
11.07.2015
12:33:35
Via Handy


(+14, 16 Votes)

Von JW Grimm
Antwort zu Kommentar #4 von Ziknfeecgh


Ich verbuche das mal unter "Treffer, versenkt".

Du hast insofern recht: So lange eine große Gruppe nichts weiter tut, als von ihrem Ohrensessel aus Gift und Galle auf ihre Mitmenschen zu spucken und den eigenen Hintern keinen Millimeter bewegt, wird sich tatsächlich nichts ändern.

Du entschuldigst mich, ich muss mit meinem Ehe-für-Alle Transparent zur CSD Parade.


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#6
11.07.2015
12:34:33


(+11, 15 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #2 von Tdfnkkkjttftf


Ohne Eigeninitiative keine Massendemo!


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#7
11.07.2015
12:53:35


(-9, 13 Votes)

Von Markus44


Es ist sehr erfreulich, das sich Gauck öffentlich für die Gleichstellung und Eheöffnung ausspricht.

Dies war auch bereits im letzten Familienpapier der EKD von 2013 zu lesen, in dem die EKD-Leitung die Gleichstellung befürwortete.

An der EKD-Leitung und an den evangelischen Pastören sowie an dem evangelischen Pastor und Bundespräsidenten scheitert es daher nicht: sie befürworten die Eheöffnung.

Ein gutes und lobenswertes Interview, Herr Bundespräsident Gauck


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#8
11.07.2015
12:57:53


(+10, 12 Votes)

Von Harry1972
Aus Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 21.02.2013
Antwort zu Kommentar #4 von Ziknfeecgh


Du selbst bist natürlich so überhaupt nicht aggressiv, nech?
Immmer und immer wieder Leute als faul und unfähig beschimpfen, ständig nach Massendemo schreien, ist ja null aggressiv.

Auch von mir nochmal: Setz Dich auf Deinen zerf***ten Hintern, organisiere eine Demo und dann kannst Du hier dafür soviel Werbung machen, wie Du willst.


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#9
11.07.2015
13:07:29


(+5, 11 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von Ziknfeecgh


"Gute Ratschläge" von außen sind hier weiterhin unerwünscht !


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#10
11.07.2015
13:15:34


(-7, 13 Votes)

Von 234567uwregh
Antwort zu Kommentar #5 von JW Grimm


Der CSD hat ja in der Vergangenheit auch in den vergangenen Jahren die Eheöffnung erwirkt, nicht wahr?

Nee, mal im ernst, wenn du wirklich noch glaubst, dass der CSD, der eher als bunter, historisch-traditioneller Partykarneval der LGBT wahrgenommen wird, tatsächlich Druck auf die Politik ausübt, dann musst du offenbar in einer Parallelwelt leben. Der CSD wird wenn überhaupt höchstens als Forderung für Toleranz verstanden, aber gewiss nicht als Demo für die Eheöffnung. Wenn da Männer nackt auf der Straße rumlaufen und das Adoptionsrecht für Kinder fordern, ist das vielleicht auch nicht unbedingt die richtige Veranstaltung um für die Eheöffnung zu demonstrieren, findest du nicht auch?

Den CSD als Ausrede zu benutzen nicht an einer echten politischen Massendemo für die Eheöffnung teilzunehmen spielt dem Diskriminierungskurs der CDU in die Hände. Und genau das müssen wir durchbrechen. Eine Massendemo, die einzig und allein und ganz spezifisch die Eheöffnung fordert, das ist das einzige Mittel um in naher Zukunft die Eheöffnung zu erreichen.

Aber wenn ich sehe, dass bei den letzten Demos für die Eheöffnung nichtmal 1.000 Leute zusammenkommen, beim CSD aber Hunderttausende, dann ist die Frage durchaus berechtigt warum das so ist. Und die Antwort lautet, dass ihr einfach demonstrationsfaul seid und nicht für die Eheöffnung auf die Straße gehen wollt. Ich war jedes Mal übrigens dabei, soviel zu euren Angriffen auf mich.

Aber wenn jemand wie ich den Finger in die Wunde eurer Demonstrationsfaulheit legt, dann muss es schon verdammt wehtun, wenn ihr, anstatt Sachargumente zu nennen, sofort persönliche Angriffe auf mich startet.

Wenn ihr aber an eurer Opferrolle Freude habt und viele weitere Jahre Freude haben wollt, dann empfehle ich euch wirklich dringend bloß keine Massendemo für die Eheöffnung zu organisieren bzw. daran teilzunehmen, sondern lieber in eurem Sessel sitzen zu bleiben, euch die Tastatur zu schnappen und auf queeren Internetseiten eure Wut darüber verpuffen zu lassen, dass Merkels CDU und Gabriels SPD euch partout kein Eherecht gewähren wollen.

Ihr habt es echt drauf, ihr solltet einen Preis für das "effizienteste" Rumheulen im Internet bekommen.


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