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  • 12.07.2015, 17:16h           126      Teilen:   |

Täter konnten fliehen

Homophobe Attacke nach Münchner CSD

Artikelbild
Der angegriffene Marcel Rohrlack machte die Tat am Sonntag selbst öffentlich, um ein Zeichen zu setzen. Das Bild rechts zeigt ihn beim CSD, er hatte erstmals in Drag teilgenommen.
Bild: privat

Auf dem Nachhauseweg wurde ein junges Paar angepöbelt und angegriffen. Ein 18-Jähriger wurde durch einen Faustschlag am Auge verletzt.

Von Norbert Blech

In München ist es am Samstag nach den Feierlichkeiten zum Christopher Street Day zu einer homophoben Gewalttat gekommen. Ein schwules Paar wurde gegen ca. 19 Uhr auf dem Nachhauseweg in der Nähe des Ostbahnhofs von Unbekannten zunächst angepöbelt und dann angegriffen.

Der 18-jährige Marcel Rohrlack, Sprecher der Grünen Jugend München, und sein 28-jähriger Freund Alexander hatten an der CSD-Parade und an dem anschließenenden Straßenfest teilgenommen. Danach machten sich beide, noch in Drag und auf Stöckeln, auf zu Alexanders Wohnung.

Am Bahnhof trafen sie dann auf rund fünf Männer um die 20, die sie anpöbelten und sie anschließend verfolgten. "Da fielen Sprüche wie: 'Seid ihr schwul, oder was?' oder 'Schämt ihr euch nicht?'", erinnert sich Marcel gegenüber queer.de.

Fortsetzung nach Anzeige


Verwunderung über Polizei

Mit Blut übersätes Kleid von Marcel nach der Tat - Quelle: privat
Mit Blut übersätes Kleid von Marcel nach der Tat
Bild: privat

Dann sei alles sehr schnell gegangen: Als die Gruppe mitbekam, dass Alexander einen Schlüssel herausholte und das Paar in einen Hauseingang wollte, habe einer der Männer mit der Faust in Marcels Gesicht geschlagen. Durch die Sonnenbrille erlitt er dabei eine Schnittverletzung, die später im Krankenhaus genäht werden musste.

Alexander habe dann noch versucht, die Angreifer zu verfolgen, informierte unterwegs per Handy die Polizei. "Er wurde aber bedroht und hielt sich zurück, als die Gruppe in einen Park flüchtete", meint Marcel. Später habe man mit den eingetroffenen Beamten noch eine Suche gestartet, die aber erfolglos blieb.

Über das Verhalten der Polizei ist das Paar verwundert: Das habe zunächst vor allem die Angegriffenen befragt und von beiden einen Alkoholtest verlangt. "Wir hatten auf dem CSD natürlich was getrunken, aber waren nicht betrunken", sagt Marcel. Später eingesetze Beamte hätten sich einfühlsamer verhalten.

"Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen"

Marcel kurz nach der Tat
Marcel kurz nach der Tat
Bild: privat

Am Sonntag Nachmittag hatte Marcel die Tat auf Facebook bekannt gemacht: "Ich hab die Parade gestern sehr genossen und viel Zuspruch für mein Outfit erhalten. Leider sah das nicht jeder so", leitete er den Eintrag ein, der zu vielen Genesungswünschen führte. Darin dankte er auch Passanten, die sich um ihn gekümmert und einen Krankenwagen gerufen hatten.

Der bewusst in dem sozialen Netzwerk veröffentlichte Eintrag endet mit: "Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen. Be proud!" Das war ihm wichtig.

Der Münchner CSD stand unter dem Motto "Familie ist, was wir draus machen!" Nach Polizeiangaben fand er 9.500 Teilnehmer und 95.500 Zuschauer. Die Tat wird im abschließenden Pressebericht der Polizei zum CSD noch nicht erwähnt.

 Update  14.7.: Soliaktion geplant

Die Grüne Jugend hat zu einer Solidaritätsaktion am Mittwoch in München aufgerufen. Mehr dazu in dieser Meldung oder direkt in dem Aufruf bei Facebook.

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Tags: gewalt, homophobie, münchen, csd
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Reaktionen zu "Homophobe Attacke nach Münchner CSD"


 126 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
12.07.2015
17:24:13


(+14, 22 Votes)

Von Nico


An sowas sind auch die Politiker und Pfaffen mitschuldig, die das gesellschaftliche Klima für sowas schaffen.

Jeder, der unsere Gleichstellung auch nur einen weiteren Tag blockiert, stellt uns damit als Menschen 2. Klasse dar.


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#2
12.07.2015
17:37:27


(-17, 27 Votes)

Von Manuel
Antwort zu Kommentar #1 von Nico


Mit Politikern hat das nur indirekt und mit Gleichstellung schon mal gar nichts zu tun.


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#3
12.07.2015
17:45:38


(+11, 11 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Kommentiert beim Bayerischen Rundfunk den Artikel von unten, den dort sind negative Kommentare

Link zu www.br.de


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#4
12.07.2015
17:47:23


(+15, 19 Votes)

Von beproud
Antwort zu Kommentar #1 von Nico


"die Politiker" ist vielleicht etwas undifferenziert, wenn der Angegriffene selbst am Beginn einer politischen Karriere steht und die Gesellschaft positiv mitverändern möchte.

Mit diesem trotzigen Zeichen - "Wir dürfen uns nicht einschüchtern lassen. Be proud!" - leistet er einen tollen Beitrag, auch wenn der Anlass traurig und unnötig ist. Respekt!


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#5
12.07.2015
17:57:07


(-22, 26 Votes)

Von 3456754


Das ist also eure Demo für die Eheöffnung? Drag-Kostüme, Alkohol und Party?
Sorry, aber kein Wunder, dass der CSD nicht als Demo für die Eheöffnung wahrgenommen wird.


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#6
12.07.2015
17:58:25


(-10, 18 Votes)

Von Pelayo
Aus Berlin
Mitglied seit 11.12.2014


"Am Bahnhof trafen sie dann auf rund fünf Männer um die 20, die sie anpöbelten und sie anschließend verfolgten. "Da fielen Sprüche wie: 'Seid ihr schwul, oder was?' oder 'Schämt ihr euch nicht?"

Solche Gruppen von aggressiven jungen Männern tauchen in den Innenstädten unserer Großstädte immer wieder auf. Sie fragen regelmäßig "Seid ihr schwul?" Wer dann diese Frage aus einer Stimmung von "Gay Pride", z.B. in diesem Fall nach dem CSD, bejaht, hat schon verloren. Die Bemerkung "Schämt ihr euch nicht?" deutet darauf hin, dass es sich um junge Männer aus erzkonservativen Elternhäuser handelte, denen beigebracht wurde, was "man tut und was man nicht tut".


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#7
12.07.2015
17:58:45


(+12, 14 Votes)

Von Freeyourgender
Aus Würzburg (Bayern)
Mitglied seit 08.10.2014


Homophobie wie auch Transphobie erscheinen in Deutschland nicht explizit in der Strafbarkeit,
wenn es um jede Form von Gewalt gegenüber diese Menschen geht.
Strafen berücksichtigen andere strafbewehrte Handlungen,
aber die wahre Ursache der Tat wird nicht benannt,
was zur Unsichtbarmachung von Homophobie und Transphobie in Deutschland führt.

Es gibt keinen Paragraphen der Homophobie und Transphobie strafbewehrt benennt.
Diese Taten werden so behandelt, als gäbe es diese Intention beim Täter nicht,
sondern es wird so getan, als hätte das Opfer eine andere Motivation beim Täter ausgelöst,
seine Tat zu begehen.

Es kann nur das Recht von LGBTTIQ strafverfolgt werden,
wenn homophobe und transphobe Übergriffe und Gewalt auch als homophobe und transphobe Übergriffe von Gewalt gegenüber
LGBTTIQ definiert werden,
und nicht als Gewalt gegenüber Menschen in allgemeiner Hinsicht dargestellt werden,
wie es bis heute der Fall ist.

Wie kann entschieden dagegen vorgegangen werden,
wenn nicht einmal Statistiken erstellt werden könnten,
da homophobe und transphobe Übergriffe nicht als solche klassifiziert werden,
und demnach auch nicht gesondert strafverfolgt werden ?

Eine z.B. transphobe Beleidigung hat einen anderen Maßstab zu bekommen,
als eine Beleidigung einer Person generell:
Bei ersterer wird die gesamte Gruppe in der Gesellschaft beleidigt.
Daher ist hier das Strafmaß zu differenzieren, um die Gruppe,
gegen die der Übergriff generell gilt (und nicht nur der Person selbst),
gesetzlich zu schützen.

Der hier beschriebene Angriff galt also durch seine Intention nicht nur einer Person,
sondern der ganzen LGBT-Community,
daher ist das Strafmaß nochmals hier zu differenzieren, auch entsteht durch die Intention sofort ein öffentliches Interesse, unabhängig der Anzeige der geschädigten Einzelperson.

In einigen Bundesländern der USA sind diese Differenzierungen in der Rechtsprechung
bereits eingegangen.
Transphobie und Homophobie wird auch als solche benannt.


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#8
12.07.2015
18:03:05


(+12, 14 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"Über das Verhalten der Polizei ist das Paar verwundert: Das habe zunächst vor allem die Opfer befragt und von beiden einen Alkoholtest verlangt. "Wir hatten auf dem CSD natürlich was getrunken, aber waren nicht betrunken", sagt Marcel. Später eingesetze Beamte hätten sich einfühlsamer verhalten."

Liebe Bayerische Polizei, gerade Ihr müßt Vorbild sein und gerade Ihr müßt uns noch mehr diskriminieren?
Es ist kein wunder wenn einige User von queer.de so auf Euch schimpfen.

An alle gemäßigten Bayerischen Polizisten, seht nicht weg wenn Kollegen diskriminieren, redet mit den Kollegen und wenn das nicht fruchtet, dann müßen sollche Vorgänge an die Öffentlichkeit.


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#9
12.07.2015
18:05:19


(+6, 14 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #6 von Pelayo


"...dass es sich um junge Männer aus erzkonservativen Elternhäuser handelte, denen beigebracht wurde, was "man tut und was man nicht tut".

Dann müßen diese Eltern auch bestraft werden, wie auch die Täter.


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#10
12.07.2015
18:08:13


(+14, 14 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #4 von beproud


Würde mich jetzt interessieren, wer negativ Punkte bei diesem kommentar vergibt.
Das zeigt auch, das wir hier, in unserem queer.de Forum nicht von rechtsextremen individuen befreit sind.


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