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  • 13.07.2015, 13:28h           24      Teilen:   |

Hype und Wirklichkeit

Paraguay: Ergebnisloses "Treffen" zwischen Papst und LGBT-Aktivisten

Artikelbild
"Wer bin ich, um über sie zu urteilen" - die früheren Worte des Papstes über Homosexuelle hatte die LGBT-Organisation Paraguays vorab für Poster gegen Homophobie benutzt. Über 80 Prozent der Bevölkerung ist katholisch.

Eine vorab als historisch bewertete Begegnung stellte sich als Luftnummer heraus – nur der ausgewählte LGBT-Aktivist ist noch begeistert.

Von Norbert Blech

"Möge es keine Menschen zweiter, dritter und vierter Klasse geben: Alle haben die gleichen Würde." Das habe der Papst ausdrücklich der LGBT-Community gesagt, berichteten am Wochenende viele Medien weltweit und vor allem in Paraguay, das Franziskus im Rahmen einer Südamerikareise besuchte.

Sie stürzten sich damit auf eine Interpretation von Simón Cazal, dem Chef von "Somosgay", der LGBT-Organisation des Landes. Dass er zu einem Treffen des Papstes mit Vertretern der Zivilgesellschaft am Samstag in Asunción eingeladen worden war, galt vorab bereits als Sensation – zumal Cazal 2012 im benachbarten Argentinien seinen Freund geheiratet hatte (queer.de berichtete)

Nach dem Treffen zeigte sich Cazal sehr erfreut über die Worte über die Würde von Homosexuellen und forderte, dass die Regierung Paraguays das in ihrem Handeln berücksichtigen müsse. Gegenüber Buzzfeed sagte Cazal gar, der Papst habe sich klar für Vielfalt und gegen eine zu enge Definition von Ehe und Familie ausgesprochen und dabei eine "harsche" Kritik an der Kirche geübt.

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Dementi vom Papstsprecher

Medien aus Südamerika hatten die vermeintlich LGBT-freundlichen Worte des Papstes weit verbreitet
Medien aus Südamerika hatten die vermeintlich LGBT-freundlichen Worte des Papstes weit verbreitet

Was zunächst Grund zur Freude gewesen wäre, entpuppte sich aber schnell als Überdeutung der Worte des Papstes. Papstsprecher Federico Lombardi sagte sogar in einer Pressekonferenz öffentlich, der Papst habe sich nur allgemein geäußert: "Das war in keinster Weise ein interner Diskurs über die Frage, wie die Kirche auf Situationen von sexueller Vielfalt eingehen sollte."

Das "Roundtablegespräch" mit Vertretern der Zivilgesellschaft war in Wirklichkeit leztlich auch ein Treffen mit ganzen 1.600 Menschen, die einer Rede des Papstes lauschten, in der er einige der von ihnen aufgeworfenen Fragen aufgriff. In einer Dokumentation der teils frei gehaltenen Rede findet sich kein Eingehen auf die Begriffe Ehe und Familie oder auf LGBT-Fragen. Die Passage über die klassenlose Würde der Menschen entstammt tatsächlich einem allgemeinen Teil.

Aufmerksamkeit für LGBT-Themen

Simón Cazal war vom Treffen mit dem Papst begeistert
Simón Cazal war vom Treffen mit dem Papst begeistert

Vorab hatte Cazal berichtet, es habe Kritik gegeben, dass er die Einladung eingenommen habe – das könnte dazu genutzt werden, dass sich die Kirche reinwasche. Letztlich habe die Kirche aber durch die Teilnahme mehr verlieren als gewinnen können.

Vermutlich hat der Aktivist den Papst-Besuch genutzt, um LGBT-Themen in den Fokus der Medien zu rücken. So verwies er in Interviews auf die hohe Mordrate an Transsexuellen in dem Land – statistisch wird einmal pro Woche eine Person aufgrund ihrer Trans-Identität ermordet. Die Regierung denkt bislang weder an eine rechtliche Anerkennung von Homo-Paaren noch an Antidiskiminierungsgesetze, eine Homo-Ehe wird von 80 Prozent der Bevölkerung abgelehnt. "Somosgay" nutzte im Frühjahr bereits das Papst-Zitat "Wer bin ich, über Homosexuelle zu richten?" auf Plakaten, um gegen Homophobie anzukämpfen.

Franziskus selbst hat ein gemischtes Verhältnis zur Community. Einerseits bemüht er sich um einen milden Ton, andererseits kämpft er wie sein Vorgänger gegen die staatlich-rechtliche Anerkennung von gleichgeschlechlichen Paaren an. Bei einer Predigt in Equador hatte er vor wenigen Tagen gesagt, die Familie sei eine Institution, die durch andere Institutionen nicht ersetzt werden könne.

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Tags: papst, paraguay
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Reaktionen zu "Paraguay: Ergebnisloses "Treffen" zwischen Papst und LGBT-Aktivisten"


 24 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
13.07.2015
13:45:24


(+11, 17 Votes)

Von Fredinbkk
Aus Bangkok (Thailand)
Mitglied seit 08.01.2015


was haben Franziskus und Merkel gemeinsam..

bei koennen stundenlang reden ...ohne etwas zu sagen.


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#2
13.07.2015
13:46:10


(+8, 16 Votes)
 
#3
13.07.2015
13:56:33


(+12, 16 Votes)

Von -hw-


Zu besetzen: Gott, Jesus, Hl. Geist, Papst, LGBT-Aktivist

Vorschlag Bühnenbild:

Bild-Link:
150622_Fabre_MountOlympus842.jpg


Man kann alles auch schön in Szene setzen!


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#4
13.07.2015
14:13:53


(+11, 15 Votes)

Von Harry1972
Aus Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 21.02.2013


Jau, in Paraguay gibt es eben auch diese Betschwestern wie Multinick44, die beim Anblick dieses Oberfuzzis der RKK nen Pflaumensturz bekommen und sich die Welt zwanghaft schönreden.


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#5
13.07.2015
14:14:25
Via Handy


(+12, 16 Votes)

Von Nico


Die alte Taktik der Kirche:
man zeigt sich angeblich gesprächsbereit, dann bleibt man aber bei den homophoben Positionen und am Ende kann man dann so tun, als sei man ja gesprächsbereit gewesen, aber als wäre es an den bösen Homos gescheitert, die die Kirche vernichten wollten.

Ich verstehe nicht, wie immer noch Leute darauf reinfallen können und sich von der Kirche so ausnutzen und für deren Zwecke missbrauchen lassen.


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#6
13.07.2015
14:25:43
Via Handy


(+11, 15 Votes)

Von Felix


Das angebliche Gespräch war ein Vortrag des Papstes, ein reiner Monolog.

Und bei seinem Südamerika-Besuch hat er an anderer Stelle gewarnt, man dürfe nicht "Moden" hinterherlaufen und klassische Werte nicht uminterpretieren. Da hat er auch wieder was von "absoluten" Wahrheiten gefaselt, die die Kirche angeblich vertrete.

Das ist halt der klassische Wolf im Schafspelz.


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#7
13.07.2015
14:28:14


(+6, 6 Votes)

Von Wolfgang_Aut


Youtube-Video:


Ich glaube nicht

Hin und wieder geißl ich mich und geh hart mit mir ins Gericht
Und befrag mich hochnotpeinlich, ob ich glaube oder nicht.
Nur ein bißchen Folter und schon erpress ich mir den Beweis,
Daß ich erstens gar nichts glaube und zweitens gar nichts weiß.
Ich glaub nur, daß, wenn es ihn tatsächlich geben sollte,
Er, was hier in seinem Namen abgeht, gar nicht wollte!
Erstmal glaub ich, daß die Weihwasserbeckenfrösche ihn stören
Und die viel zu großen Häuser, die angeblich ihm gehören.
Glaubt ihr denn, er ist auf Lakaien und Grundbesitz erpicht?
Jasager und Immobilien? Ich glaube nicht!
Ich glaub nicht, wenn es ihn wirklich gibt, daß ers überaus liebt,
Daß sich jemand hartnäckig als sein Stellvertreter ausgibt
Und sich für unfehlbar hält. Ich glaub nicht, daß es ihm gefällt,
Daß man ihm krause Ansichten als sein Wille unterstellt
Ich verwette mein Gesäß: Brimborium und Geplänkel,
Mummenschanz und Rumgeprotze gehn ihm auf den Senkel,
Dieses Ringeküssen, diese selbsgefällgen Frömmigkeiten,
Dies in seinem Namen Eselein und Torheiten verbreiten.
Glaubt ihr, daß er will, daß irgendwer an seiner Stelle spricht?
Irgend so ein kleines Licht? Ich glaube nicht!
Ich glaub nicht, daß er in seiner Weisheit, seinem ewgen Rat
Sowas Abartiges ausgeheckt hat wie den Zölibat,
Denn sonst hätt er sich zum Arterhalt was andres ausgedacht
Und uns nicht so fabelhafte Vorrichtungen angebracht.
Welch ein Frevel, daran rumzupfuschen, zu beschneiden,
Zu verstümmeln! Statt sich dran zu erfreun, dran zu leiden!
Und wenn Pillermann und Muschi nicht in den Masterplan passen,
Glaubt ihr nicht, er hätt sie schlicht und einfach weggelassen?
Glaubst du Mensch, armselger Stümper, du überheblicher Wicht,
Daß du daran rumschnippeln darfst? Ich glaube nicht!
Ich glaub nicht, daß ihm der Höllenlärm etwas bedeutet,
Wenn man in die göttliche Ruhe hinein die Glocken läutet.
Ich bin sicher, daß er es als schlimme Lästerung betrachtet,
Wenn man, um ihn zu bestechen, kleine Lämmerchen abschlachtet
Und er muß sich sofort übergeben, denkt er nur ans Schächten,
Oder an die schleimgen Heuchler, an diese gottlosen Schlechten,
Die scheinheilig die Kinderlein zu sich kommen lassen
Und ihnen in die Hose fassen!
Ich glaub nicht, daß er in Euren pompösen Palästen thront,
Ich glaub eher, daß er beim geringsten meiner Brüder wohnt,
Eher bei den Junkies, bei den Trebern im Park als in Rom,
Eher in den Slums, den Schlachthöfen, den Ghettos als im Dom,
Im Parterre bei Oma Krause, in der Aldi-Filiale,
Eher auf dem Straßenstrich als in der Kathedrale,
Wo Schiefköpfige, Händeknetende Schuldgefühle schüren,
Eitel, selbstgerecht, als würden sie IHN an der Leine führen.
Eher als in Eurer düstren, modrig-lustfeindlichen Gruft
Sitzt er unter freiem Himmel in der lauen, klaren Luft,
Neben mir auf der Bank vor der Gartenlaube
Bei einer Flasche Deidesheimer Herrgottsacker, ja, ich glaube!


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#8
13.07.2015
14:43:48


(+3, 7 Votes)

Von lucdf
Aus köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 04.09.2011


Vergesst die Kirche!


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#9
13.07.2015
15:10:25


(+9, 9 Votes)

Von kuesschen11
Aus Darmstadt (Hessen)
Mitglied seit 26.08.2012


Das ist ein so typisches Verhalten im Papsttum:
Nur keine konkrete Aussage zu der Situation von LGBTs treffen. Abwarten, aussitzen, ignorieren. Das kann zölibatär lebender Papa Papst am besten und seine heilige Familie steht über allem in der Welt.

Es wäre Aufgabe der Politik in Paraguay, den Papst auf die Missstände im Land hinzuweisen. Doch wie soll das funktionieren, wenn die Regierung von der katholischen Kirche bestimmt wird?!


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#10
13.07.2015
15:14:49


(+5, 7 Votes)

Von GG1985
Profil nur für angemeldete User sichtbar


"Bei einer Predigt in Equador hatte er vor wenigen Tagen gesagt, die Familie sei eine Institution, die durch andere Institutionen nicht ersetzt werden könne."

Das sehe ich genauso! Aber ich schätze, ich interpretiere "Familie" etwas anders als der Papst


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