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  • 13.07.2015, 19:47h           172      Teilen:   |

Youtube-Interview

Merkel bekräftigt in Interview ihr Nein zur Ehe für alle

Artikelbild
Das am Freitag geführte Interview mit dem Youtube-Star LeFloid wurde am Montag veröffentlicht

Dem Youtube-Star LeFloid sagte die Kanzlerin, für sie sei die Ehe eine Verbindung von Mann und Frau. Ihr einziges Argument: "Mache dann eben an einer Stelle einen Unterschied".

Von Norbert Blech

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich am Montag erstmals seit Beginn der Debatte über die Ehe für alle in einem Interview zum Thema geäußert. In einem Gespräch mit dem Youtube-Star LeFloid sagte sie, sie sei "erstmal jemand, der sehr stark dafür ist, dass wir alle Diskriminierung abbauen".

"Wir haben ja viel geschafft – wenn ich denke, vor 25 Jahren, da haben sich viele nicht mal getraut zu sagen, wenn sie schwul oder lesbisch sind. Da sind wir gottseidank darüber hinweg", so Merkel gegenüber dem Vlogger. Inzwischen gebe es die Eingetragene Lebenspartnerschaft. Aber: "Für mich persönlich ist Ehe das Zusammenleben von Mann und Frau, das ist meine Vorstellung."

Dann betonte sie erneut, sie sei für Lebenspartnerschaften und gegen eine Diskriminierung im Steuerrecht (die rechtlich auf Druck von Karlsruhe behoben wurde, weil eine entsprechende Gleichstellung von Merkel nicht erwünscht war). "Und wo immer wir noch Diskriminierung finden, werden wir die auch weiter abbauen." Das noch fehlende gemeinschaftliche Adoptionsrecht für Homo-Paare wurde in dem Interview nicht thematisiert.

Zur Ehe für alle sagte Merkel weiter, man müsse akzeptieren, "dass es dazu verschiedene Meinungen gibt. Ich sage meine. Und für mich ist die Ehe das Zusammenleben von Mann und Frau. Und ich möchte keine Diskriminierung – und eine mögliche Gleichstellung – aber mache dann eben an einer Stelle einen Unterschied. Darüber gibt es halt in der Gesellschaft unterschiedliche Meinungen." Auch in ihrer Partei und der Regierung gebe es unterschiedliche Meinungen. "Das muss man 'ne Weile dann einfach auch aushalten."

Ihre Haltung zu Homo-Paaren fasste die Kanzlerin schließlich so zusammen: "Keine Diskriminierung. Ehe als Verbindung von Mann und Frau." Später im Interview sagte sie allgemein, sie bestehe "nicht nur aus Bauchgefühl, sondern auch aus Kopfgefühl" (die nachträglichen Einblendungen dazu mit Fragen aus dem Internet bezogen sich auf die Gleichstellung homosexueller Paare, das Gespräch allerdings nicht direkt).

Video: (Direktlink)
Das Interview in voller Länge. Ab 4:15 geht es um die Ehe für alle
Fortsetzung nach Anzeige


Jahrelanges Dagegen-Sein

Wie hier in der ARD-Wahlarena 2013 durch einen Gast wurde Merkel selten öffentlich zu LGBT-Rechten befragt
Wie hier in der ARD-Wahlarena 2013 durch einen Gast wurde Merkel selten öffentlich zu LGBT-Rechten befragt

Merkel hatte dem Psychologiestudenten aus Berlin, bürgerlich Florian Mundt, überraschend eine Zusage für das Interview gegeben, sein Youtube-Kanal hat über 2,6 Millionen Abonnenten. Besonders kritisch war er die Kanzlerin nicht angegangen.

Es ist möglich, dass Merkel in den nächsten Tagen erneut zum Thema Ehe-Öffnung Stellung nehmen muss: Am Freitag ist sie in der Bundespressekonferenz zu Gast, wo schon ihr Sprecher Steffen Seibert mehrfach zum Thema gegrillt wurde (queer.de berichtete). Am Sonntag folgt dann das Sommer-Interview in der ARD.

In dieser Sendung hatte sich Merkel 2012 sogar noch gegen ein Ehegattensplitting für Homo-Paare ausgesprochen (queer.de berichtete): Es sei ihr Wunsch und ihre Überzeugung, "dass es gut ist, wenn Ehe und Familie [im Vergleich zur Lebenspartnerschaft] doch noch etwas deutlich bessergestellt werden", hatte sie damals gesagt. Ob die Gleichstellung homosexueller Paare "in einer steuerlichen völligen Gleichstellung mit der Ehe enden muss, da bin ich selber zweifelnd."

Millionen TV-Zuschauer wurden ein Jahr später Zeuge, wie Merkel in der ARD-"Wahlarena" das gemeinschaftliche Adoptionsrecht für Homo-Paare ablehnte: Da sei sie "nicht die allereinzigste", die sich bei dem Thema "schwer tut". (queer.de berichtete). Abseits von TV-Auftritten vor Massenpublikum zieht sich die persönliche Ablehnung von LGBT-Rechten ohnehin durch Merkels Biographie.

2009 sagte sie, man müsse andere Lebensgemeinschaften als die Ehe respektieren, aber: "Respekt ist nicht Gleichstellung" (queer.de berichtete). 2004 ging ihr sogar noch eine Gleichstellung bei der Erbschaftssteuer zu weit: "Ich halte es bei aller Toleranz für falsch, das Erbrecht bei gleichgeschlechtlichen Partnerschaften so auszugestalten wie das bei Ehepaaren" (queer.de berichtete). Auch beklagte sie 2006 ein "absurdes Antidiskriminierungsgesetz" (queer.de berichtete).

Gauck für Ehe-Öffnung

Diplomatischer Wink mit dem Zaunpfahl: Gauck nutzte am Wochenende einen anstehenden Besuch in Irland, um mit der dortigen Ehe-Öffnung im Rücken für die Gleichstellung zu werben
Diplomatischer Wink mit dem Zaunpfahl: Gauck nutzte am Wochenende einen anstehenden Besuch in Irland, um mit der dortigen Ehe-Öffnung im Rücken für die Gleichstellung zu werben

Das neue Interview mit dem Youtube-Vlogger war am Freitag aufgenommen worden und damit einen Tag vor einer Art diplomatischer Intervention des Bundespräsidenten. Joachim Gauck, der am Montag einen Staatsbesuch in Irland begonnen hat, hatte der Samstagsausgabe der "Irish Times" ein Interview gegeben und sich darin für eine Debatte über eine Ehe-Öffnung stark gemacht (queer.de berichtete).

Er wünsche sich "auch für Deutschland noch stärker eine Debatte, in der bei den Menschen nicht das Gefühl überwiegt, dass ihnen mit der Gleichstellung anderer etwas genommen wird oder dies bedrohlich ist für die eigene Art zu leben", sagte Gauck in dem Interview, dass er auch auf der Webseite seines Amtes veröffentlichte. "Aus persönlicher Erfahrung bin ich selbst für all das, was Menschen befreit und von Entfremdung löst."

Der Grünenpolitiker Volker Beck sprach danach von einem "wichtigen Beitrag zur Versachlichung der Debatte". Auch SPD-Familienministerin Manuela Schwesig "freute" sich über die Gauck-Worte: "Es ist sehr gut, dass der Bundespräsident mit seiner starken Stimme in dieser wichtigen Debatte das Wort ergreift." Die Große Koalition solle eine "offene Debatte" über die Ehe-Öffnung führen.

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Tags: ehe für alle, ehe-öffnung, angela merkel, lefloid
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Reaktionen zu "Merkel bekräftigt in Interview ihr Nein zur Ehe für alle"


 172 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
13.07.2015
19:52:14


(+2, 8 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Eine Ablehnung der Homoehe nicht nur wegen des Bauch-, sondern auch Kopfgefühls? - Mensch, Mutti, das sind doch keine Argumente!


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#2
13.07.2015
19:55:04


(+10, 12 Votes)

Von Peer


Das passt ja:
keine Argumente, aber einfach mal aus purem Rechtspopulismus und fanatischem Hass einem Teil der Bürger ihre Rechte vorenthalten.


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#3
13.07.2015
19:58:58


(+10, 10 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"erstmal jemand, der sehr stark dafür ist, dass wir alle Diskriminierung abbauen".

O je, o je, da lachen sich die armen Spatzen kaputt


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#4
13.07.2015
20:05:22


(+9, 11 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar


"""Und wo immer wir auch Diskriminierung finden, werden wir die auch abbauen."""..

..aber wir gehen ganz bestimmt nicht freiwillig auf die suche nach diesen diskriminierungen, denn dann müssten wir ja was tun..

Ihre "Meinung" kann die Kanzlerin gerne behalten..
Für sich..

Ihre HALTUNG die sie hier vorträgt IST aber definitiv Diskriminierung, und vor diesem Hintergrund muß man ihr vorwerfen, ihren Amtseid zu brechen, dem sie gegenüber ALLEN Bürgern geschworen hat :

..und Schaden vom Volk abzuwenden..

Dann mach mal Mutti..

Oder verschwinde einfach wortlos in die "Gechichte"..


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#5
13.07.2015
20:05:36


(+9, 9 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"Da sind wir gottseidank darüber hinweg",

Aber garantiert nicht mit hilfe der Unionen und schon dreimal nicht mit hilfe der alten Bundesschachtel.

"Aber: "Für mich persönlich ist Ehe das Zusammenleben von Mann und Frau, das ist meine Vorstellung."

Hm, ja , hm aber: was ihre vorstellung ist, ist mir strunzegal, ein(e) Bundeskanzler(in) ist für alle da und nicht nur für die eigene Parteiklientell

" "Und wo immer wir auch Diskriminierung finden, werden wir die auch abbauen."

Wers glaubt kann nicht selig werden

"Das noch fehlende gemeinschaftliche Adoptionsrecht für Homo-Paare wurde in dem Interview nicht thematisiert."

Wie mit griechenland, du darfst nur das veröffentlichen was mir nicht schadet

"Zur Ehe für alle sagte Merkel weiter,......"

Wie ich schon oben sage, eine öffentliche Person, Partei oder Organisation ist für alle da


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#6
13.07.2015
20:08:13


(+6, 8 Votes)

Von 24356z7uztewrf


Dieser Junge, der die Kanzlerin interviewt, hat nichtmals danach gefragt WARUM gleichgeschlechtlichen Paaren das Recht auf Eheschließung verwehrt wird.

Angela Merkel hat lediglich gesagt "Für mich ist die Ehe zwischen Mann und Frau".

Sinngemäß hat Frau Merkel damit auf die Frage "Warum soll der Mindestlohn nicht erhöht werden?" geantwortet mit "Der Mindestlohn liegt bei 8,50 Euro".

Anscheinend wird "Die Ehe ist zwischen Mann und Frau", d. h. die nennung des Status quo, immer noch als "Argument" gegen die Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare seitens Journalisten akzeptiert, obwohl es noch nichtmals ein Argument ist, sondern nur die Beschreibung der momentanen Situation.


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#7
13.07.2015
20:08:58


(+7, 9 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


" Die große Koalition solle eine "offene Debatte" über die Ehe-Öffnung führen."

Mit konservativen großkotzigen kann man nicht diskutieren


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#8
13.07.2015
20:10:39


(+10, 12 Votes)

Von Heiner
Antwort zu Kommentar #2 von Peer


Wieso sollte die braune Angela das auch ändern, wenn sie mit SPD und FDP immer wieder willige Partner findet, die aus reiner Machtgeilheit diesen Rechtspopulismus mitmachen?!


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#9
13.07.2015
20:15:21


(-2, 10 Votes)

Von Markus44


Wir haben 21 Industriestaaten, die die Ehe für gleichgeschlechtliche Paare durchgesetzt haben;
doch Deutschland, Schweiz, Österreich und Australien gehören nicht dazu.


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#10
13.07.2015
20:17:19


(+7, 9 Votes)

Von Robin


"erstmal jemand, der sehr stark dafür ist, dass wir alle Diskriminierung abbauen"

Dass diese Prulla und ihre schwarz-rot-braune Gurkentruppe uns diskriminiert, ist das eine. Aber will die uns jetzt auch noch für dumm verkaufen und uns weismachen, als wäre sie für den Abbau von Diskriminierung, während sie gleichzeitig alles daran setzt, so viel Diskrimierung wie möglich aufrecht zu erhalten...


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