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Irland gehört bei LGBT-Rechten zu einem der weltweit führenden Ländern - vor 20 Jahren war das noch ganz anders...

Nachdem die Republik Irland erst vor knapp zwei Monaten in einem Volksentscheid die Öffnung der Ehe beschlossen hat, gibt sich das Land eines der fortschrittlichsten Transsexuellengesetze der Welt.

Das irische Parlament hat am Mittwochabend ein Gesetz beschlossen, das erwachsenen Transsexuellen die Anerkennung ihres Geschlechts ohne Zwangsoperation oder ein langwieriges Gutachten erlaubt. Bislang ist das innerhalb Europas nur in Dänemark und Malta möglich.

Für Irland bedeutet das Gesetz einen großen Einschnitt: Bislang hatte es im Land keine Möglichkeit gegeben, das Geschlecht auf Ausweispapieren oder der Geburtsurkunde zu ändern.

Trans-Aktivisten begrüßten die Reform: "Dieses Gesetz ist historisch für die Trans-Community in Irland", erklärte Sara Phillips, Voristzende vom Transgender Equality Network Ireland. "Transgender sollten ihre eigenen Experten sein, wenn es um ihre Geschlechtsidentität geht. Das Selbstbestimmungsrecht sollte bei den Menschenrechtsgesetzen im Zentrum stehen."

Allerdings gab es auch Kritik, dass das Gesetz nicht weit genug gehe: "Ein großer Teil der Trans-Community ist weiterhin ausgeschlossen", beklagte etwa Richard Köhler von Transgender Europe. Er kritisierte, dass es keine Regelung für Intersexuelle gebe. Außerdem gebe es keine Möglichkeit der Anerkennung für unter 16-jährige Transsexuelle. Für 16- bis 18-Jährige würden zu hohe Einschränkungen gelten, etwa ein Gerichtsbeschluss und die Zustimmung der Eltern.

Das deutsche Transsexuellengesetz stammt aus dem Jahr 1981 und wurde vom Bundesverfassungsgericht bereits mehrfach für verfassungswidrig erklärt, zuletzt 2011, als Zwangsoperationen verboten wurden (queer.de berichtete). (dk)



#1 Patroklos
  • 17.07.2015, 09:56h
  • Irland macht es vor, wie es richtig geht und damit ein weiteres Armutszeugnis für Union und SPD!
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#2 FreeyourgenderProfil
  • 17.07.2015, 10:53hBamberg
  • Ein für den T-Diskurs immenser Schritt,
    danke an Queer für diesen Artikel.

    Die geschlechtliche Selbstbestimmung ist ein Kernanliegen der Bemühungen der Menschen, die durch das TS-System in Deutschland entmündigt werden.

    Durch "Gutachter", Sexologen-Leitlinien, Pathologen, Mediziner, auch oft Amtsrichter blockieren den Weg und bestimmen, was jemand ist oder nicht.
    Dazu kommt die hohe finanzielle Belastung für das Ziel, eine Personenstandsänderung mit diesen Willkürlichen Hürden, deren Ausgang dann ungewiß wird, wenn man die entsprechenden Gutachter nicht kennt,
    die "gut gewillt" sind.

    Das Thema ist so komplex, dass es mir nicht möglich ist, innerhalb dieses Kommentarartikels befriedigende Infos für Außenstehende zu geben.

    Nur soviel:
    Beschneidung dieser Rechte sind Verletzung der Menschenrechte, dies wurde auch schon vom Europarat in der Resolution 2048 gerügt,
    und auch Deutschland wurde ermahnt diese umzusetzen.

    Organisationen versuchen ihre Kräfte zu bündeln, wie hier z.B. in der
    "Stuttgarter Erklärung", die genau dieses
    Ziel derUnabhängigkeit, wie in Malta, Dänemark und Vorreiter Argentinien, und jetzt auch Irland realisiert wurde, anstreben:

    www.freeyourgender.de/forum/viewtopic.php?f=517&t=57&
    ;p=459#p1385


    Und speziell auf die Resolution 2048 bezogen, die Trans*alliance:

    www.freeyourgender.de/forum/viewforum.php?f=533

    Solange aber die Union die Macht in Deutschland ausübt, und ein Ende ist im Moment nicht abzusehen, auch nicht für die BTW 2017,
    bleibt der Himmel in diesen Punkten über Deutschland weiterhin bewölkt.

    Deutschland fällt leider eher auf durch Schlagzeilen wie diese

    www.freitag.de/autoren/peter-nowak/wider-den-zwang

    dass Menschen nicht nur entmündigt,
    sondern auch in die Psychiatrie zu einer
    "Umtherapierung" eingewiesen werden,
    wenn sie ihr Geschlecht selbst bestimmen wollen. In diesem Fall war es ein 11-jähriges Mädchen (mit männlichem Genital geboren)
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#3 1234z7Anonym
  • 17.07.2015, 12:04h
  • "Transsexuell" ist eine irreführende Bezeichnung.

    "Transgeschlechtlich" ist der richtige Begriff.

    Schließlich geht es hier um die Geschlechtsidentität und nicht um die sexuelle Identität.

    Ich hoffe die queer.de-Redaktion ändert das.
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#4 Just meAnonym
#5 ursus
  • 17.07.2015, 13:37h
  • beim behördlichen, medizinischen und gesellschaftlichen umgang mit transsexuellen und transgendern wird mir immer wieder klar, dass unser heteronormatives system nicht nur irgendso'n diffuses grundbrummen ist, sondern ein system, das vor körperlicher und seelischer gewalt bis hin zur verstümmelung nicht zurückschreckt und notfalls auch über leichen geht. und das ist leider keine dramatisierung.

    das muss sich dringend ändern. von mehr freiheit jenseits des "dualen systems" profitieren wir alle.

    ein wichtiger schritt wäre hier z.b. auch die offizielle anerkennung einer dritten geschlechtsoption:

    dritte-option.de/
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#6 hugo1970Profil
#7 Alexandra MeierAnonym
  • 18.07.2015, 08:09h
  • Der Begriff "Transsexualität" wird in letzter Zeit von vielen, die selber transsexuell sind, lieber verwendet als "Transidentität", weil die Identität aus neurowissenschaftlicher Sicht gleich bleibt: Eine transsexuelle Frau bzw. ein transsexueller Mann hat auf Grund seines "zwischen den Ohren verankerten Geschlechts" (M. Diamond) oft seit früher Kindheit ein inneres Wissen um sein Geschlecht - auch wenn das Genitalgeschlecht oder Hormongeschlecht dazu nicht passt. Die Behauptung, dass transsexuelle Menschen ihre "Identität ändern" ist ein Mythos der Psychopathologisierer ist, gegen den sich transsexuelle Menschen zunehmend wehren, denn das "biologische Geschlecht" ist eben nicht primär das Genitalgeschlecht, sondern das Gehirngeschlecht, wie Dr. Haupt in "Sie sind ihr Gehirn" zu Recht festgestellt hat.
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#8 Kim SchicklangAnonym
  • 18.07.2015, 08:49h

  • Leider wieder so ein Gesetz, bei dem der Politik vermittelt wurde, dass es hier um "GenderIdentifizierung" ginge, anstatt um die Korrektur der Papiere. Somit sind Kinder da völlig aussen vor und bei Jugendlichen hat die Psychosexologie mitzureden.

    Es darf nicht vergessen werden, dass das TSG in Deutschland aus einem ähnlichen Grund zu Menschenrechtsverletzungen geführt hat: es ist inkonsequent und basiert auf den falschen Grundannahmen. Das liegt auch daran, dass häufig genug transexuelle Menschen von den politischen Prozessen ausgeschlossen werden und es ganz oft nur um "Transgender" (Trans*) geht, anstatt geschlechtliche Vielfalt in ihrer Gesamtheit anzuerkennen.
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#9 Kim SchicklangAnonym
  • 18.07.2015, 10:51h
  • Antwort auf #3 von 1234z7
  • Können die Leute, die transsexuelle Menschen unsichtabar machen wollen, indem sie sie umbenennen wollen, einfach mal den Rand halten? Ja, ginge das? Richtig ist aber, dass das Gesetz ein "Transgender"-Gesetz ist.
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