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  • 17.07.2015, 13:08h           32      Teilen:   |

Grüne klagen an

Deutsche Verpartnerung im Ausland oft ungültig

Artikelbild
Die deutsche Lebenspartnerschaft erscheint angesichts der Gleichstellung in immer mehr EU-Ländern als Relikt aus der Vergangenheit (Bild: flickr / HV / cc by 2.0)

Wer sich in Deutschland verpartnert, hat bei einem Umzug immer weniger Rechte, beklagen die Grünen. Grund ist paradoxerweise, dass Schwule und Lesben in anderen Ländern gleichgestellt werden.

In der Europäischen Union gibt es offiziell die Freizügigkeit, allerdings ist ein Umzug für verpartnerte Homo-Paare aus Deutschland oft schwieriger, da ihre "Ehe-Light" oft nicht anerkannt wird. Das hat zur Folge, dass Eingetragene Lebenspartner im Ausland wie Fremde behandelt werden können.

Auf diese paradoxe Situation weist die grüne Bundestagsfraktion in einer Kleinen Anfrage (PDF) hin. Die Bundesregierung wird darin aufgefordert, eine Beurteilung dieser Lage anzugeben.

Die augenblickliche rechtliche Lage stelle insbesondere Lebenspartner, die sich in Ländern mit voller Gleichstellung niederlassen wollen, vor "große rechtliche Probleme", heißt es in der Anfrage. Und einfach im Ausland heiraten darf das Paar auch nicht, da die beiden Partner zwar als unverheiratet, aber nicht als ledig gelten. Daher dürfen deutsche Behörden Eingetragenen Lebenspartnern kein Ehefähigkeitszeugnis ausstellen, was aber für eine Eheschließung im Ausland zwingend notwendig ist.

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Liebespaare müssen sich für Behörden trennen

Das führt dazu, dass gleichgeschlechtliche Paare scheinbar getrennte Wege gehen und den Behörden ein Trennungsjahr vorgaukeln müssen. Dann müssen sie vor Gericht gehen und ihre Lebenspartnerschaft auflösen lassen, bevor sie im Ausland heiraten können.

Diese Praxis der "Ehe light" hat weitere abenteuerliche Folgen: So würde eine im Ausland geschlossene gleichgeschlechtliche Ehe in Deutschland wiederum nur als Lebenspartnerschaft anerkannt. Bereits 2010 hatte ein Berliner Gericht entschieden, dass eine solche Ehe in Deutschland eben keine Ehe sei, weil diese verschiedengeschlechtlich sein müsse (queer.de berichtete).

Eine Ausnahme gibt es aber doch: Vor sieben Jahren hatte das Bundesverfassungsgericht den Scheidungszwang für Transsexuelle für verfassungswidrig erklärt und damit zumindest dafür gesorgt, dass bereits verheiratete Transsexuelle nach ihrer Geschlechtsanpassung in einer gleichgeschlechtlichen Ehe leben können (queer.de berichtete).

Der Grünen-Politiker Volker Beck argumentiert deshalb, dass ein "Herumdoktern" an der Lebenspartnerschaft, wie derzeit von Schwarz-Rot geplant, Probleme wie diese nicht lösen können. Zumal der Vermerk "verpartnert" ein Outing als Homosexueller bedeute, das in manchen, homofeindlichen Ländern zu erheblichen Problemen führen könne.

Die einzige Möglichkeit sei die Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Eherecht, so die Grünen. Die Ehe-Öffnung wird aber wiederum von CDU/CSU abgelehnt. Bundeskanzlerin Angela Merkel bekräftigte erst am Mittwoch, dass für sie die Ehe eine "Verbindung aus Mann und Frau" sei (queer.de berichtete). (dk)

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Tags: homo-ehe, ehe für alle, lebenspartnerschaft
Schwerpunkte:
 Homo-Ehe in Deutschland
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Reaktionen zu "Deutsche Verpartnerung im Ausland oft ungültig"


 32 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
17.07.2015
13:14:50


(+6, 8 Votes)

Von David77


Ach was, das sind doch unbedeutende Peanuts, da doch mit dem Rechtsbereinigungsgesetz dank der CDU/CSU und der neuen Lucke-Partei als Vorreiter die Gleichstellung zu 99,9% erreicht ist...


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#2
17.07.2015
13:22:20


(+11, 11 Votes)

Von lucdf
Aus köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 04.09.2011


Wir waren in Deutschland verpartnert, wie wollten in Frankreich heiraten. Die deutschen Behörden haben sich geweigert, uns ein Ehefähigkeitszeugnis auszustellen. So viel Flexibilität und Entgegenkommen scheint sie überfordert zu haben. Die Franzosen haben uns trotzdem getraut. Wo ein Wille ist ist auch ein Weg. Meine Aversion gegen deutsche Behörden sind dadurch nicht geringer geworden. C'est la vie!


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#3
17.07.2015
13:24:00


(+12, 12 Votes)

Von ursus


artikel 6 wurde u.a. ins grundgesetz geschrieben, weil die nazis politisch unwillkommene ehen auflösen ließen, unter druck setzten und verhinderten. das sollte der staat nie wieder tun dürfen.

nun wird dieser artikel als argument angeführt, um im ausland rechtsgültig verheirateten paaren in deutschland ihre rechte zu entziehen. weil ihre ehen politisch unwillkommen sind.

noch ausdrücklicher kann man den geist des grundgesetzes kaum pervertieren.


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#4
17.07.2015
13:25:02


(+10, 10 Votes)

Von ehemaligem User VeganBear


Zeit für eine EU-Richtlinie, deren Ziel nur sein kann, die Ehe für alle EU-weit verbindlich einzuführen.

Aber halt: Deutschland blockiert in der EU ja sogar eine EU-Richtlinie zur europaweiten Harmonisierung des Diskriminierungsschutzes. Seit 2008 (!). Und wahrscheinlich noch bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag.

Link zu www.antidiskriminierungsstelle.de

Link zu www.queer.de


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#5
17.07.2015
13:25:46


(-8, 14 Votes)

Von Mankus44


Da kann Frau Merkel doch nichts für, wenn diese Ausländer so unflexibel sind und eine Deutsche (!) Lebenspartnerschaft nicht anerkennen.


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#6
17.07.2015
13:26:07


(+6, 8 Votes)

Von HonestAbe
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 24.06.2012


"homofeindlichen Ländern"

Bayern? Sachsen? Baden-Württemberg?


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#7
17.07.2015
13:42:17


(+9, 9 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008
Antwort zu Kommentar #5 von Mankus44


kicher lieber mankus,
hier muss ein homoxit her.. troika bestellt aus spahn, lucke und schäuble , die den ausländern das fürchten vor der homo(he)gemonialen kraft deutschlands vermitteln, dann wird den anderen aber das lachen vergehn.

also ich setze weiterhin auf merkel, weil apostel tinnitus auf sie setzt..
wer setzt mit?


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#8
17.07.2015
13:44:43


(+9, 9 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008
Antwort zu Kommentar #6 von HonestAbe


lasst das mal markus44 klären, der ist in den landesgebräuchen bewandert, kennt die vorsitzenden der bischofssynoden und hat einen besonderen draht zur bundesmutti.


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#9
17.07.2015
13:50:31


(+10, 10 Votes)

Von stromboli
Aus berlin (Berlin)
Mitglied seit 01.05.2008


"... Zumal der Vermerk "verpartnert" ein Outing als Homosexueller bedeute, das in manchen, homofeindlichen Ländern zu erheblichen Problemen führen könne."
Ich bin dafür, den befürwortern profiteuren und lobhudelern der homoehe light ala merkel eine reise zu spenden in ein land unserer wahl..

Markus44, nun ist doch deine adresse von nöten!


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#10
17.07.2015
13:58:18
Via Handy


(+7, 7 Votes)

Von Felix


Neben den 1000 anderen Gründen ein weiterer Grund, weshalb kein Weg an der Eheöffnung vorbei führt...


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