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  • 17.07.2015, 16:26h           374      Teilen:   |

Gegen Ausbeutung von Tieren

Freiburg: Aufregung über veganen CSD

Artikelbild
Zucchini statt Landjäger: Beim CSD Freiburg gibt es nur Dinge zu essen, die nicht vom Tier stammen (Bild: flickr / Tjook / cc by 2.0)

Es gibt kein Fleisch und keine tierischen Produkte beim CSD in Freiburg. Das bringt so manchen auf die Palme.

Der Freiburger CSD bietet an diesem Wochenende nur veganes Essen an, gaben die Organisatoren kürzlich auf ihrer Facebook-Seite bekannt. "Alle angebotenen Speisen und Getränke sind ohne tierische Inhaltsstoffe", heißt es.

Die Veranstalter erklärten auch, was hinter dem Fleischboykott steckt: "Weil wir Herrschaft grundsätzlich ablehnen, bekämpfen wir auch die Unterdrückung bzw. Ausbeutung von Tieren. Einen veganen CSD sehen wir hierfür als Mindestbeitrag und als politisches Statement." Leiden müsse aber niemand: Die Catering-Firma biete leckere "Fritten, Falaffel bis hin zum veganen Döner". Weiter heißt es, dass die vegane Ernährung nicht ausgrenze, "weil auch Fleischesser*innen und Vegetarier*innen vegan essen können und umgekehrt nicht".

Die Ankündigung führte zu teils heftiger Kritik. Insbesondere wurde bemängelt, dass Ernährung und Menschenrechte zwei unterschiedliche Themen seien. "Was hat ne politische Toleranzveranstaltung für Gleichberechtigung denn mit nem ökologischen Thema zu tun?", fragte ein Leser auf der CSD-Facebookseite.

Ein anderer sieht praktische Probleme: "Wie stellt ihr es euch vor, dass Leute gemeinsam zusammen essen und sich über die Probleme austauschen, wenn Leute, die mit veganen Essen nichts anfangen können, erst mal in einer Dönerbude gehen um sich was zu holen? Kann schwierig werden." Viele Leser forderten aber auch zur verbalen Abrüstung auf: "Ich bin auch kein Veganer, kann aber sagen, dass alle vegane Speisen, die ich bisher gegessen habe, unglaublich gut schmecken. Euch wird es an nichts fehlen! Ich freue mich drauf!"

Fortsetzung nach Anzeige


Ist Fleischverbot moralische Verurteilung von Nicht-Veganern?

Werbung für tierfreie Ernährung - Quelle: CSD Freiburg
Werbung für tierfreie Ernährung (Bild: CSD Freiburg)

Kritik gibt es vom Lokalmagazin fudder.de: Hätte der CSD "vegane Optionen" zur "Bio-Bratwurst" angeboten, wäre der Jubel groß gewesen, heißt es in einem am Freitag erschienen Artikel. Jetzt schließe der CSD aber Menschen aus, weil sie andere Vorstellungen von ihrer Ernährung hätten: "Da es nun aber ausschließlich vegane Speisen gibt, fühlen sich die meisten, die gerne Milch in ihrem Kaffee haben und vegane Kuchen nicht wirklich lecker finden, moralisch verurteilt und bevormundet. Manche wollen auf Grund dieser Haltung dem Event sogar ganz fern bleiben, weil sie sich so nicht repräsentiert fühlen."

Allerdings erklärten die CSD-Organisatoren, dass sie bereits letztes Jahr ausschließlich veganes Essen angeboten hätten – ohne jegliche Probleme. Einziger Unterschied in diesem Jahr: Sie haben es auf Facebook gesondert angekündigt.

Die Verbindung der Themen Veganismus und LGBT-Aktivismus gibt es schon seit Jahren. Insbesondere die amerikanische Tierschutzorganisation PETA engagiert sich bei CSDs und wirbt um schwule und lesbische Mitglieder. So erklärte der (offen schwule) PETA-Vizepräsident Dan Mathews vor einigen Jahren: "Wir erkennen an, dass die gleiche Arroganz und Gleichgültigkeit, die manche gegenüber dem Leiden von Tieren an den Tag legen, auch gegen uns gerichtet ist wegen unserer Orientierung" (queer.de berichtete). Er kritisierte auch wiederholt die Schwulenikone Lady Gaga, weil sie sich gerne in Pelzmänteln ablichten ließ und auch schon mal ein Kleid aus rohem Steak zu einer Galaveranstaltung getragen hat.

Zu bekannten lesbischen oder schwulen Veganern gehören k.d. Lang, Ellen DeGeneres, Sinéad O'Connor, Alan Cumming und Morrissey. (dk)

Links zum Thema:
» Mehr Infos zum CSD Freiburg
Wochen-Umfrage: Beim CSD Freiburg gab es kein Fleisch und keine tierischen Produkte. Ist ein veganer Pride sinnvoll? (Ergebnis)

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Tags: csd, freiburg, vegan
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Reaktionen zu "Freiburg: Aufregung über veganen CSD"


 374 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
17.07.2015
16:40:40


(-11, 25 Votes)

Von Andy


Finde ich super. Ein veganer CSD!
Es ist schon komisch, wie sich die Menschen immer nur für die eigenen Rechte einsetzen. Ich finde es jedenfalls gut, dass hier auch einmal auf mangelnde Tierrechte aufmerksam gemacht wird. Ganz abgesehen davon, dass eine vegane Ernährungsweise mit Abstand am gesündesten ist.


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#2
17.07.2015
16:42:00


(+1, 21 Votes)

Von veniuce-89


Meine güte man kann sich echt über alles aufregen.
Es gibt auch leckeres Veganes essen und wem das nicht passt der geht halt wo anders was essen. Wird schon niemand verhungern oder an einer Gemüsevergiftung sterben...

Seht es als experiment.


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#3
17.07.2015
16:42:10


(+1, 17 Votes)

Von Diversity


Super! ich bin sicher, dass die meisten es gar nicht merken würden, wenn sie eine vegane Currywurst oder veganen Döner essen. Im Übrigen haben Ernährung und Menschenrechte sehr wohl etwas miteinander zu tun. Wer sich einmal näher damit auseinandergesetzt hat, weiß das! Außerdem ist es so, dass sich die meisten Tierrechtler (die ja alle vegan leben) natürlich auch für Menschenrechte, und damit gegen Rassismus, Homophobie ...engagieren. Und bevor jetzt wieder alle PETA-Hasser kommen: es gibt noch andere Tierrechtsorganisationen, z.B. ARIWA oder Animal Equality, die ganz ohne sexistische Kampagnen auskommen.


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#4
17.07.2015
16:42:53


(+11, 17 Votes)

Von Leder


o mann - sind denn die lederkerle willkommen oder werden sie verjagt ?


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#5
17.07.2015
16:44:23


(+4, 16 Votes)

Von CarstenFfm
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Schön blöd.

Ein CSD finanziert sich doch zum Teil über die Lizenzen für die Fressbuden.

Wenn man die Leute dann zu Freiburgs Würstchen- und Dönerbuden abwandern läßt - die sich sicher über die Aktion freuen - fehlt das Geld dem CSD.


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#6
17.07.2015
16:48:45


(0, 8 Votes)
 
#7
17.07.2015
16:52:39


(+5, 11 Votes)

Von ursus
Antwort zu Kommentar #5 von CarstenFfm


ich finde es sehr wichtig, dass sich ein CSD nicht als profitveranstaltung versteht. davon abgesehen scheint die finanzierung im letzten jahr auch geklappt zu haben.


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#8
17.07.2015
16:55:03


(+4, 16 Votes)

Von Fredinbkk
Aus Bangkok (Thailand)
Mitglied seit 08.01.2015


.....gibts nun bald eine Veganer und daneben ein Fleischesser CSD ,Nichraucher CSD, Antialkoliker CSD ....da kann man sich nur an den Kopf greifen.
Statt fuer Einheit und Staerke zu sorgen ..versucht man aufzuspalten ....das soll einer verstehen.
Wir essen auch manchmal vegan aber moechten selber bestimmen wann und wo das ist...
Wir haben sogar einige Sojaprodukte maximal reduziert ,nach den Erkenntnissen ueber die Auswirkungen der darinn enthaltenen Phyto-oestrogene...es mag fuer Transpersonen ja Vorteilhaft sein ,nach taeglichem Sojamilchgenuss nach Jahren einen natuerlichen Busen zu bekommen , aber wir koennen gerne darauf verzichten


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#9
17.07.2015
17:00:03


(+1, 15 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


Die Aussage, dass Ernährung und Menschenrechte nichts miteinander zu tun hätten, ist an dümmlicher Ignoranz kaum zu überbieten...

Link zu www.weltagrarbericht.de

Bin selbst kein Veganer oder Vegetarier, aber es ist wichtig ins Bewusstsein zu rufen, dass der übertriebene Fleischkonsum der Industrieländer sehr wohl anderen, ärmeren Menschen das Leben zur Hölle auf Erden macht. Ein veganer CSD zeigt Alternativen auf, grenzt doch aber keinen Fleischesser aus: "weil auch Fleischesser*innen und Vegetarier*innen vegan essen können und umgekehrt nicht".


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#10
17.07.2015
17:00:51


(+8, 14 Votes)

Von Harry1972
Aus Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 21.02.2013


Das einzige Problem, welches ich bei dem Thema habe, sind diese Ersatzprodukte.
Wozu einen veganen Döner? Warum irgendein pflanzliches Produkt so lange im Labor umbauen, bis es entfernt an Fleisch erinnert?

Kann man da nicht einfach die pflanzlichen Lebensmittel so verarbeiten, daß man auch noch erkennt, welche Pflanze man gerade isst oder es zumindest nicht als Fleischersatz anpreisen?


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