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  • 17. Februar 2005, noch kein Kommentar

Kaum eine Schlager-Sängerin ist so fleißig wie Mary Roos: Stets präsent im TV, Radio-Hits ohne Ende und nun ihr neues Album "Leben".

Von Jan Gebauer

Im Schlagergeschäft scheint man mit Jugendwahn und schnelllebigen Trends viel besser umzugehen. Der beste Beweis dafür ist der anhaltende Erfolg von Mary Roos (56), die seit ihrem 99er Comeback-Hit "Leider lieb' ich dich immer noch" fast ununterbrochen in der Schlager-Szene präsent war, Hit auf Hit landete und auch bei vielen schwulen Veranstaltungen ihre Fans begeisterte. Ihr neues Album trägt einen vielfältig deutbaren Titel: "Leben". Genau das strahlen die 13 Songs auf der CD aus: Lebensfreude und Energie. Mit dem flotten Eröffnungstitel "Wahnsinn – Was alles geht" legt die Roos einen luftig-leichten Pop-Song vor, der gute Einsätze auf WDR4 verbuchen könnte. Überaus erfolgreich war sie ja bereits mit den vorab veröffentlichten Singles "Zu schön, um wahr zu sein" und dem besonders erfrischenden "Sommer". Der Song erinnert latent an "Sunshine Reggae" von Laid Back.

Auch wenn Mary Roos ihre Songs nicht selber schreibt, merkt man den Einfluss der Künstlerin trotzdem. Michael Reinecke und Alexander Menke, die seit vielen Jahren mit ihr arbeiten, haben auch diesmal wieder intensiv mit ihr zusammengesessen, um die Ideen für "Leben" auszuarbeiten. Besonders persönlich ist das Lied "Mein Sohn" geworden, der natürlich ihrem Teenager-Sprössling Julian gewidmet ist. Bereits 1987 gab es mit "Julian" eine erste Huldigung an ihn, zu finden auf dem Album "Leben spür'n", ihrem wohl besten Longplayer. Während "Julian" eine fröhliche Liebesbekundung war, ist "Mein Sohn" eine sensible Auseinandersetzung mit dem Thema "das eigene Kind los-" und "in die Welt gehen lassen".

Alle Songs sind unter vier Minuten und bieten hier und da flottere Beats, meistens aber auf Midtempo-Niveau. Für Party-Fans könnte "Samba" interessant sein, wobei ihre deutsche Version eines Antonio-Carlos-Jobim-Bossa-Novas, "Ein Hund, eine Katze und eine Maus", noch verblüffender ist. Diesen Titel singt sie bereits seit etlichen Jahren bei ihren Live-Auftritten und erntete dafür in der Regel guten Fan-Zuspruch. Da blüht die Roos förmlich auf und swingt sich munter durch die leichtfüßige Komposition. Der ein oder andere wird das Lied vielleicht auch in einer Acappella-Version aus der Talk-Show "Beckmann" kennen (Dezember 2003). Fans werden sich bestimmt auch für den Bonus-Track "Attention fragile" begeistern können, eine französische Version ihres 2000er Erfolgstitels "Vorsicht zerbrechlich".

17. Februar 2005