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  • 20.07.2015, 11:15h           58      Teilen:   |

Rechter Rand

Lucke gründet weitere homophobe Partei

Artikelbild
Lucke (l.) am Sonntag bei der Vorstellung seiner neuen Partei

Mit der "Allianz für Fortschritt und Aufbruch" droht die nächste Stimme gegen die Ehe für alle und Schulaufklärung über Homosexualität.

Von Norbert Blech

Der ehemalige AfD-Vorsitzende Bernd Lucke hat am Sonntag mit Mitstreitern eine neue Partei gegründet. Die "Allianz für Fortschritt und Aufbruch" (Alfa) versteht sich als liberal-konservative Partei.

Ein erstes Parteiprogramm scheint sich allerdings bereits wie die AfD gegen Bildungspläne zur sexuellen Vielfalt einzusetzen – und Schulaufklärungsprojekte wie SchLAu finanziell wie strukturell verhindern zu wollen. Der Staat sei "gehalten, zu gesellschaftspolitischen Kontroversen nicht einseitig Stellung zu nehmen", heißt es unter dem Punkt "Bürgerrechte".

"Umstrittene Kampagnen spezieller Interessengruppen, die spezifische Auffassungen etwa zum Klimawandel oder zum Geschlechterverständnis (sog. Gender Mainstreaming) oder zur sexuellen Selbstbestimmung von Minderjährigen vertreten und aktiv vorantreiben, haben in staatlichen Einrichtungen nichts zu suchen und dürfen vom Staat nicht gefördert werden."

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Lucke gegen LGBT-Rechte

Das Wahlprogramm enthält keine klare Aussage zu gleichgeschlechtlichen Lebenspartnerschaften. Die Familie sei "Keimzelle unserer Gesellschaft", heißt es an einer Stelle, "Mütter und Väter sind in ihrer Erziehungsfunktion für die Familie äußerst wichtig und verdienen Wertschätzung unabhängig davon, welchen Lebensentwurf sie bevorzugen". Es ist unwahrscheinlich, dass sich diese Passage auch auf Regenbogenfamilien bezieht, zumal Homosexualität kein Lebensentwurf ist.

Bernd Lucke hatte sich in der Vergangenheit mehrfach gegen eine Ehe-Öffnung für schwule und lesbische Paare ausgesprochen. "Der Begriff der Ehe als dauerhafter Gemeinschaft von Mann und Frau darf nicht ausgehöhlt werden", meinte er etwa noch im Juni (queer.de berichtete). Die Ehe werde ansonsten zu einem "nichtssagenden Konzept".

Im EU-Parlament hatte Lucke bereits gegen LGBT-Rechte gestimmt (queer.de berichtete), auf Parteitagen wie auf Facebook Stimmung gegen Bildungspläne gemacht (queer.de berichtete) und die homophoben Kampagnen der Europaabgeordneten Beatrix von Storch gewähren lassen. Noch kurz vor seiner Abwahl als AfD-Parteichef hatte er einen Kandidaten für den Posten des Generalsekretärs vorgestellt, der schwul ist – und sich zugleich gegen ein Adoptionsrecht für Homo-Paare wandte (queer.de berichtete).

Kölmel wird Stellvertreter

Bernd Kölmel, einer der homophobsten Vertreter der AfD, wird wohl auch in der neuen Partei Stimmung gegen LGBT-Rechte machen
Bernd Kölmel, einer der homophobsten Vertreter der AfD, wird wohl auch in der neuen Partei Stimmung gegen LGBT-Rechte machen

Luckes neuer Stellvertreter Bernd Kölmel war als Landeschef der AfD Baden-Württemberg eine der wichtigsten Stimmen im Kampf gegen Schulaufklärung über sexuelle Vielfalt. Noch bevor die Partei die Protestbewegung gegen den Bildungsplan übernahm, hatte er zur Unterzeichnung der Petition dagegen aufgerufen (queer.de berichtete).

Es drohe eine "pädagogische, moralische und ideologische Umerziehungskampagne", meinte Kölmel damals, Sexualität dürfe nicht "Gegenstand staatlicher Einflussnahme sein". Später schrieb er Grußworte für die "Demo für alle". Auch gegen einen Aktionsplan der Landesregierung ("Feldzug der Gender-Gedankenpolizisten") kämpfte er mit harschen Worten an: "Schmieden wir eine breite Allianz und bringen wir den Protest wenn nötig auf die Straße" (queer.de berichtete). Eine Ehe-Öffnung für gleichgeschlechtliche Paare lehnt Kölmel ebenso ab wie die Europaabgeordnete Ulrike Trebesius, die Generalsekretärin der neuen Partei.

Sie wurde gegründet, nachdem sich die nationalkonservativen Kräfte in der AfD beim Parteitag Anfang Juli durchgesetzt und Frauke Petry zur neuen Vorsitzenden gemacht hatten. Zuvor hatten Analysen ergeben, dass Anti-Feminismus und Homophobie alle Flügel der AfD vereinten (queer.de berichtete). Weitere Schnittmengen sind, neben der Wirtschaftspolitik, durchaus erkennbar: So nimmt das Programm der neuen Partei ausführlich Stellung zum Islam und gegen eine angebliche "Etablierung von Parallelgesellschaften" und "einer Paralleljustiz z.B. nach den Regeln der Scharia".

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Tags: bernd lucke, bernd kölmel, ulrike trebesius, alternative für deutschland, allianz für fortschritt und aufbruch, alfa
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Reaktionen zu "Lucke gründet weitere homophobe Partei"


 58 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
20.07.2015
11:24:11


(+15, 17 Votes)

Von Nico


Wieviele Parteien will der eigentlich noch gründen?

Und auch da wird wieder mit rassistischen und homophoben Ressentiments am rechten Rand gefischt werden...


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#2
20.07.2015
11:38:06


(+20, 20 Votes)

Von Christine


Dann ist die Unterscheidung zur antiwestlichen prorussischen nationalkonservativen homophoben Afd dann die antirussische prowestliche trotzdem homophobe Haltung der neuen alten Alfamännchen?
Also same procedure, nur andersrum, aber Hauptsache homophob?!
Wenigstens halten sich die beiden
A....-Parteien nun gegenseitig von der 5%-Hürde fern. Gar nicht verkehrt.


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#3
20.07.2015
11:55:29


(+16, 18 Votes)

Von HonestAbe
Aus Bonn (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 24.06.2012


Na Herr Ilg, werden sie nun Mitglied dieser "neuen" Partei? Sicher sind diese homofeindlichen Ausfälle ja nur Einzelmeinungen. Sie werde ja auch nur von so unbedeutenden Leuten wie den beiden Vorsitzenden der "neuen" Partei getätigt ...

Merken Sie sich das bitte: Eine Partei, egal ob jetzt neue oder alte AfD, die für Segregation und Antisolidarisierung steht kann einfach nichts für Menschen sein, die auf Inklusion und Solidarität angewiesen sind. Im Prinzip ist das jeder Mensch, doch die selbsternannten "Herrenmenschen" können und wollen das nicht sehen. Lucke und seine Brut können froh sein, dass unsere Gesellschaft weiterhin diese Herrenmenschen-Strukturen ermöglicht. Sie verkennen dabei, dass derartiges immer auf tönernen Füßen steht, dass kein "Reich" jemals ewig hielt und dass der wahre Fortschritt und Aufbruch nur aus Solidarität und Inklusion bestehen kann. Andernfalls wird sich dank solcher Leute wie Lucke die Geschichte einfach nur wieder und wieder und wieder wiederholen. Kein Aufbruch, kein Fortschritt, lediglich eifersüchtiges Festhalten an dem, was man durch einen Zufall bei der Geburt geschenkt bekam und nun meint, gegen "Diebe" verteidigen zu müssen.

Es gibt keine Gerechtigkeit, solange wir Menschen diese nicht selbst schaffen. Doch dazu müssen wir endlich weg kommen von dieser Ingroup/Outgroup-Scheiße. Universelle Menschenrechte und universelle Solidarität, nur so kommen wir voran. Doch solange es schmierige Bremsklötze wie Lucke gibt, bleibt echter Fortschritt eben nur ein Traum.


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#4
20.07.2015
11:58:28


(+8, 14 Votes)

Von Harry1972
Aus Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 21.02.2013


Politkasperei, braune Clowns... wie man es auch nennt. Unser hauseigener Clown44 hat jetzt wenigstens eine neue Lieblingspartei.


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#5
20.07.2015
12:31:53
Via Handy


(+10, 12 Votes)

Von Messmer


Und Lucke gründet seine nächste braune Partei. Bitte auch auf der Facebookseite "Alianz für Fortschritt und Aufbruch" posten!

Die Reporter nehmen auch von dort Informationen.


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#6
20.07.2015
12:40:06


(+14, 14 Votes)

Von Yuuki83
Aus Altdorf (Bayern)
Mitglied seit 01.07.2011


Finde ich gut!

Mehrere braune Parteien hintern sich gegenseitig an der Überwindung der 5%-Hürde. Auch Alfa als Name ist praktisch. Da sieht man, dass Lucke vorrausschauend agiert. Wenns nämlich jetzt wieder nicht klappt kann er ganz einfach die Partei Beta gründen


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#7
20.07.2015
12:48:06
Via Handy


(+10, 12 Votes)

Von Erster


Hoffentlich verbietet der Innhaber der Markenrechte "Alfa" die missbräuchliche Nutzung ihres Namens schnellstmöglich. Es ist schon selten dämlich, seine Partei mit dem Namen einer kränkelnden italienischen Automarke eines weltweit tätigen, Italo-Amerikanischen Großkonzern zu benennen.


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#8
20.07.2015
12:50:56


(+18, 18 Votes)

Von Clementine


"Umstrittene Kampagnen spezieller Interessengruppen, die spezifische Auffassungen etwa zum Klimawandel oder zum Geschlechterverständnis (sog. Gender Mainstreaming) oder zur sexuellen Selbstbestimmung von Minderjährigen vertreten und aktiv vorantreiben, haben in staatlichen Einrichtungen nichts zu suchen und dürfen vom Staat nicht gefördert werden."

Na dann mal ganz schnell weg mit den ganzen Religioten aus den Kindergärten und Schulen. Das sind auch spezieller Interessengruppen.


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#9
20.07.2015
12:53:10


(+13, 17 Votes)

Von Fuck Lucke


Die homophobe Ausrichtung der AfD wie auch von Luckes neuester Ausgeburt, der "Alfa"-Partei, ist sonnenklar.

AfD = deutschnational bis kackbraun, wirtschaftspolitisch protektionistisch (gegen zu viel Marktwirtschaft), gesellschaftspolitisch in der Nazi-Zeit und den 50er Jahren steckengeblieben

Alfa = national-konservativ (nur nicht ganz so braun wie die AfD), neoliberal ("Freier Markt über alles"), gesellschaftspolitisch genauso reaktionär wie die AfD. Also in etwa wie die FDP, nur noch homophober und rechter.

Lucke ist ja auch ein bekennender, aufrechter Christ - da versteht sich sein automatisches Homo-Bashing quasi von selbst.

Beide Parteien sind so überflüssig wie ein Kropf. Mögen sie sich gegenseitig kannibalisieren!


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#10
20.07.2015
13:00:40


(+4, 10 Votes)

Von lucdf
Aus köln (Nordrhein-Westfalen)
Mitglied seit 04.09.2011


Alfa homophob? Claro! Abgesehen davon geht es in großen Teilen der CDU/CSU auch nicht viel anders zu. Die FDP war auch teilweise mehr als suspekt und die SPD koaliert, bis sie kollabiert. Deutschland 2015. pfffffffffffffff.......


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