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Noch mal Glück gehabt: Ob cisgender oder transgender, Drag Queens dürfen in Glasgow beim CSD mitmachen (Bild: flickr / Quinn Dombrowski / by 2.0)

Ein bizarrer Streit auf den britischen Inseln: Weil Drag Queens Transphobie förden könnten, sprach ein alternativer CSD zunächst ein Auftrittsverbot aus. Nach Kritik nahmen die Organisatoren das Verbot zerknirscht zurück.

Der "Free Pride Glasgow" hat in den letzten Tagen mit einem vorübergehenden Drag-Queen-Verbot für Wirbel in der LGBT-Community Großbritanniens gesorgt. Am Wochenende hatte die Alternative zum Haupt-CSD der drittgrößten Stadt des Königreiches angekündigt: "Nach vielen Diskussionen hat der 'trans- und nicht-binäre Ausschuss' entschieden, dass keine Drag-Aufführungen bei dem Event stattfinden werden. Die Entscheidung wurde von Transgendern getroffen, die sich nicht wohl dabei fühlen, wenn Drag-Aufführungen stattfinden."

Drag-Aufführungen von Cisgendern – also Menschen, deren Geschlechtsidentität mit dem körperlichen Geschlecht übereinstimmt – würden das Thema Gender zum Witz machen. "Transgender denken aber nicht, dass Geschlechtsidentität ein Witz ist", argumentierte der Free Pride.

Die Ankündigung, die sich nicht auf Besucher des Events bezog, führte zu scharfer Kritik aus der Szene. Mehrere Drag Queens erklärten erbost, dass Drag eine Kunstform mit geschichtlichem Hintergrund sei. Die in der britischen Szene beliebte US-Moderatorin Michelle Visage bezeichnete das Verbot als "Scheißentscheidung" und erklärte: "Im Kampf für gleiche Rechte in der Community war nie Rasse, Hautfarbe oder das Geschlecht wichtig." Visage ist Jurorin in der Reality-Show "RuPaul's Drag Race" und nahm vor wenigen Monaten bei der britischen Version von "Promi Big Brother" teil.

"Wir haben einen Fehler gemacht"

Infolge des Shitstorm ruderten die Pride-Organisatoren zurück: Sie erklärten zunächst am Montag, dass jetzt transsexuelle Drag-Performer zugelassen werden würden. Nach weiteren Protesten wurde das Drag-Queen-Verbot schließlich am Mittwoch komplett zurückgenommen: "Wir haben einen Fehler gemacht und entschuldigen uns dafür", hieß es auf der Facebook-Seite des Pride.

Der "Free Pride Glasgow" findet wie der Haupt-CSD der schottischen Metropole am 22. August statt; er war als nicht-kommerzielle Alternative gegründet worden, nachdem der Glasgow Pride Eintritt für sein Straßenfest verlangte.

Ähnliche Auseinandersetzungen zwischen Drag Queens und Transsexuellen gab es bereits mehrfach: So kritisierten Trans-Aktivisten im vergangenen Jahr die Show "RuPaul's Drag Race", weil darin Drag Queens Worte wie "Tranny" oder "She-Male" benutzten, die von vielen Transsexuellen als abwertend angesehen werden (queer.de berichtete). Schließlich erklärte Moderatorin RuPaul, sie werde fortan das Wort "Granny" (Oma) statt "Tranny" verwenden (queer.de berichtete). Der schwul-lesbische Fernsehsender Logo schnitt unterdessen kritisierte Worte aus alten Sendungen heraus. (dk)



#2 Harry1972Profil
  • 23.07.2015, 17:41hBad Oeynhausen
  • Auf die Idee, daß Drag-Queens eine ganz andere Kategorie abbilden als Transmenschen, sind die Organisatoren des "Free Pride Glasgow" nicht von selbst gekommen?
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#3 seb1983
  • 23.07.2015, 18:27h
  • Da sind einige den heteronormativen Stock im Arsch grade los geworden und schieben sich sogleich nen ganzen Baumstamm an Überkorrektheit rein
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#4 Patroklos
#5 ManuelAnonym
#6 HonestAbeProfil
#7 Patroklos
#8 Homonklin44Profil
  • 24.07.2015, 13:19hTauroa Point
  • Ich habe Drag auch immer als vom Transidentitäts-Kreis unabhängige Kunstform gesehen,und verstehe gar nicht,warum Transidente sich durch Drag-Queens angemacht empfinden.

    Mag ja sein,dass nicht so differenzierende Menschen Crossdressing,Travestie,Drag und Trans durcheinandermengen.Mag auch sein,es gibt transidente Drag-Queens und eben Cisgender-Drag-Queens.

    Ja und? Kann man das Gezicke nicht mal sein lassen,und gemeinsam auf dem CSD feiern? Macht Euch doch die Leben nicht schwerer als sie eh schon sind.
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#9 ManuelAnonym
#10 HonestAbeProfil