Hauptmenü Accesskey 1 Hauptinhalt 2 Footer 3 Suche 4 Impressum 8 Kontakt 9 Startseite 0
Neu Presse Tagesbild TV Termine
© Queer Communications GmbH
http://queer.de/?24259

Verfolgung in Syrien und Irak

IS richtet wieder zwei mutmaßliche Schwule hin


Der IS veröffentlichte wieder zahlreiche Bilder der Tat. Bilder, die die Opfer oder ihre Hinrichtung zeigen, nutzt queer.de bewusst nicht.

Die Terrororganisation will in Syrien zwei Männer von einem Dach gestürzt und gesteinigt haben. Zugleich berichtet ein geflohener Schwuler aus dem Irak vom Horror in der Heimat.

Die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS) brüstet sich erneut mit der Hinrichtung von Homosexuellen. Am Donnerstag von der Organisation selbst veröffentlichte Bilder zeigen, wie zwei Männer mit verbundenen Augen, Armen und Beinen von einem dreistöckigen Gebäude gestoßen werden.

Danach wurden die offenbar zwischen 20 und 30 Jahre alten Männer gesteinigt. Ihnen sei eine "homosexuelle Affäre" vorgeworfen worden, heißt es in Medienberichten.

Die Tat soll sich in der antiken syrischen Stadt Palmyra ereignet haben. Ein dort befindliches Tempel-Ruinengelände ist seit 1980 UNESCO-Weltkulturerbe, eine Zerstörung durch den IS wird international befürchtet.

Homosexualität als ein Grund zum Mord

In den letzten Monaten hatte es immer wieder Berichte über Hinrichtungen von Männern durch den "Islamischen Staat" in Syrien und im Irak wegen angeblicher Homosexualität gegeben. Ende Juni wurden etwa in der syrischen Stadt Deir ez-Zor vier Männer von einem Dach gestoßen (queer.de berichtete) – zur Verbreitung der wie üblich schockierenden und eigens angefertigten Bilder der Hinrichtung hatten zynische Sympathisanten der Organisation in sozialen Netzwerk den Hashtag #LoveWins genutzt, mit dem Menschen weltweit zeitgleich die Ehe-Öffnung in den USA feierten.

Der "Islamische Staat" hatte Medienberichten zufolge in seinem "Strafrecht" die Todesstrafe für Homosexualität festgelegt (queer.de berichtete). Mit dem Tod werden auch Ehebruch, der Abfall vom islamischen Glauben und das Spionieren für den Gegner bestraft. Insgesamt hat die Terrororganisation in den letzten Monaten mehrere tausend Menschen ermordet.

Student berichtet von Flucht


Die BBC veröffentlichte am Donnerstag einen bemerkenswerten Augenzeugenbericht

Die BBC veröffentlichte derweil am Donnerstag einen Augenzeugenbericht (der Link enthält Bilder von Hausabwürfen) eines 24-jährigen irakischen Medizinstudenten, der vor dem "Islamischen Staat" in den Libanon flüchten konnte. An der Uni habe er einem Freund erzählt, dass er eine "Therapie" wegen seiner Homosexualität gestartet habe. Der Freund habe darauf den Studenten mit zwei weiteren Freunden überfallen, verprügelt und ihm die Haare abrasiert. Später sei er erneut brutal verprügelt worden.

Dann habe sich der Freund dem "IS" angeschlossen, der inzwischen die Gegend kontrollierte. Wenig später seien militante Kämpfer beim Haus des Vaters erschienen, um ihn abzuholen. Der religiöse Vater habe gesagt, dass sie einen Tag später erneut vorbeikommen sollten, um ihm die Gelegenheit zur Prüfung der Gerüchte zu geben. Dann sagte er seinem Sohn, dass er ihn persönlich beim IS abgeben werde, wenn es stimmen sollte. Die Mutter schritt aber ein und half schließlich bei einer komplizierten Flucht aus dem Land, die eigentlich in der Türkei enden sollte.

In Beirut kümmert sich eine Hilfsorganisation um ihn und er kann studieren, fühlt sich in seiner kleinen Unterkunft aber wie in einem Gefängnis, berichtete der Junge der BBC. Die Familie sei zerbrochen und mache ihm teilweise Vorwürfe. Mit schwulen Freunden in der Heimat kommuniziere er nicht mehr, um sie nicht in Gefahr zu bringen. Einer seiner besten Freunde, ein 22-jähriger Medizinstudent, starb im Frühjahr: Der IS warf ihn von einem Dach und steinigte ihn. Die Videoaufnahmen davon gehen dem Studenten nicht mehr aus dem Kopf.

Der IS geht der Aussage zufolge systematisch gegen Homosexuelle vor: "Sie knöpfen sich einen nach dem anderen vor. Sie gehen die Kontakte auf Telefonen durch, die Kontakte in Facebook." Auch vor dem IS sei die Lage im Irak schwierig gewesen: Milizen hätten immer wieder Homosexuelle getötet, das aber zumeist geheim. Der IS hingegen nutze die Morde zur Propaganda, erhalte damit mehr Öffentlichkeit in westlichen Medien und zugleich mehr Zustimmung in der Bevölkerung. Die hasserfüllten Kommentare zu den Hinrichtungsvideos erschütterten ihn, meint der Student. (nb)

akt.: Link vom russisch-sprachigen Bericht der BBC zur englischen Version ausgetauscht.



#1 wiking77
  • 24.07.2015, 18:59h
  • das ist total bedrückend. Beschämend wie ein zivilisiertes Land, wie Syrien unter Baschar al-Assad es mal war zu einem barbarischen steinzeitislam Staat herabsinkt, auch Dank der Hilfe der Türkei, die diese Fanatiker aus Europa dort einsickern liess und verletzte Is-Terroristen in türkischen Krankenhäusern pflegen lies.

    Hat aber natüüürlich nix mit einer bestimmten Religion zu tun, und die Terroristen sind natüüürlich überhaupt nicht religiös motiviert; werden hier manche mit Krokodilstränen treuherzig versichern.
  • Antworten » | Direktlink »
#2 yelimSEhemaliges Profil
#3 Guy_DebordAnonym
  • 24.07.2015, 19:30h
  • Man muss schon mit kompletter Ahnungslosigkeit gesegnet oder ein ekelhafter Ideologe sein, um ein antisemitisches Terrorregime wie das von Assad als zivilisiert zu bezeichnen.
  • Antworten » | Direktlink »
#4 yelimSEhemaliges Profil
#5 wiking77
  • 24.07.2015, 20:33h
  • Antwort auf #3 von Guy_Debord
  • das ist schlicht die Unwahrheit: Wenn man diese Maßstäbe anlegt, sind alle Regierungen des Nahen Ostens antisemitisch, von Algerien bis Indonesien. Und der Erdogan in der Türkei, General Al-Azizi in Ägypten, Mr. Rohani aus Teheran, der von Herrn Steinmeier neulich hoffiert wurde und schließlich der IS sind semitischerweise natüüürlich sehr freundlich. Unter der Regierung Baschar Al-Assad gab es immerhin keine kriegerische Handlungen gegen Israel. Das säkular-laizistische Syrien unter Assad war und ist in seinem kümmerlichen Rest zivilisiert - im Gegensatz zu IS, Al-Nusra und die sog. Freie Syrische Armee, die islamistisch und damit auch antijüdisch sind. Außerdem haben unsere demokratischen Vertreter Präsident Assad durchaus hoffiert, bevor die USA und die wahabistischen Golfstaaten (Saudi-Arabien, Qatar u. Co.) in ihrer grenzenlosen Weisheit beschlossen haben auch Syrien zu arabisch zu befrühlingen.
  • Antworten » | Direktlink »
#6 Patroklos
#7 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 24.07.2015, 22:34h
  • Das ist ein Genozid. Der IS tötet Muslime, um andere Muslime einzuschüchtern, schwule Muslime werden gezielt ermordet, Muslima zwangsprostituiert und ermordet.

    Wer die Taten der IS-Massenmörder als Vehikel nutzt, Hass auf Muslime zu schüren, macht sich unmittelbar zum Handlanger der IS-Bosse. Der IS will, das wir Muslime hassen, um den Hass auf den Westen anzuheizen. Es geht darum, den Krieg nie enden zu lassen.

    Was besonders krass ist, der IS mordet auch mit deutschen Waffenprodukten und wurde anfangs in Syrien auch noch von 'westlichen' Geheimdiensten logistisch unterstützt, um den Diktator Assad zu stürzen.

    Assad ist noch an der Macht. Das ist alles der pure Wahnsinn. Dennoch gibt es Gruppen, die davon profitieren. Im Orient und Okzident.
  • Antworten » | Direktlink »
#8 yelimSEhemaliges Profil
  • 24.07.2015, 23:10h
  • Antwort auf #5 von wiking77
  • Die "Zivilisiertheit", was immer das genau sein mag, Syriens gibt's nicht wegen, sondern trotz des Baath-Regimes, Assad des Zweiten und seinen Geheimpolizeien. Bashar hat hinreichend bewiesen wie "zivilisiert" und menschenfreundlich er ist.
  • Antworten » | Direktlink »
#9 IS MakersAnonym
#10 fmuellnerAnonym