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  • 25.07.2015, 17:52h           32      Teilen:   |

Pressekonferenz in Nairobi

Obama in Kenia: LGBT verdienen Schutz des Staates

Artikelbild
Barack Obama bei der Pressekonferenz am Samstag

Bei seinem Staatsbesuch betonte der US-Präsident, der Staat müsse sich nicht um religiöse Grundsätze kümmern, sondern jeden Bürger rechtlich gleich behandeln.

Trotz Warnungen vor Protesten und Aufforderungen der kenianischen Regierung, es nicht zu tun, hat US-Präsident Barack Obama bei seinem Staatsbesuch in Kenia die Rechte von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Transsexuellen angesprochen.

Auf einer Pressekonferenz in Nairobi ging er am Samstag ausführlich auf eine Frage zum Thema ein – und gab dem neben ihm stehenden kenianischen Präsidenten Uhuru Kenyatta eine regelrechte "Predigt" (CNN) über den richtigen Umgang mit Minderheiten.

"Ich glaube an das Prinzip, dass Menschen rechtlich gleich zu behandeln sind und dass sie den gleichen Schutz des Rechtes verdienen und dass der Staat nicht Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung diskriminieren darf", sagte Obama bei der Pressekonferenz.

"Wenn Sie sich die Geschichte der Länder der Welt ansehen: Wenn Sie beginnen, Menschen unterschiedlich zu behandeln, nicht aufgrund einer Gefahr, die sie darstellen, sondern weil sie anders sind, dann beginnt der Weg zur Freiheit zu erodieren." Wenn Regierungen begännen, Menschen anders zu behandeln, könne sich diese Gewohnheit auf andere Bereiche ausdehnen, so Obama.

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Staat für Bürger, nicht für Religion da

Als Afroamerikaner in den Vereinigten Staaten sei er sich "schmerzlich bewusst", was passiert, wenn Menschen unterschiedlich behandelt werden, sagte der Präsident weiter. Alle Versuche, das durch die regierenden Stellen rational zu rechtfertigen, seien falsch gewesen.

Wenn jemand unterschiedlich behandelt oder beschimpft werde, nur wegen dem, den er liebt, sei das schlicht falsch, so der US-Präsident. Der Staat müsse sich nicht um religiöse Grundsätze kümmern, sondern jeden Bürger rechtlich gleich behandeln.

Kenyatta: LGBT-Rechte "Nicht-Thema"

Uhuru Kenyatta hatte bereits vor dem Besuch klargestellt, dass LGBT-Rechte kein Thema für ihn seien
Uhuru Kenyatta hatte bereits vor dem Besuch klargestellt, dass LGBT-Rechte kein Thema für ihn seien

Präsident Uhuru Kenyatta zeigte sich von dem Vortrag unbeeindruckt. Zur gleichen Journalistenfrage sagte er: "Wir müssen zugeben, dass es einige Dinge gibt, bei denen wir nicht einer Meinung sind und die unsere Kultur und unsere Gesellschaft nicht akzeptieren." Es sei sehr schwierig, den Menschen etwas aufzubürden, das sie nicht akzeptieren würden. Kenyatta meinte weiter, die Rechte Homosexueller seien ein "Nicht-Thema": Wir wollen uns auf andere Dinge, die unsere Bürger tagtäglich betreffen, fokussieren."

Anfang Juli hatten in Nairobi hunderte Menschen demonstriert und auch tausende in sozialen Netzwerken Obama aufgefordert, sich nicht in die LGBT-Politik des Landes einzumischen (queer.de berichtete). Für die Zeit des Besuches waren mehrere Proteste angekündigt, darunter ein inzwischen wieder abgesagter Nacktprotest (queer.de berichtete).

Es gebe in Kenia "christliche, islamische und afrikanische traditionelle Werte, die Homosexualität verabscheuen", hatte Parlamentspräsident Justin Muturi vor dem Besuch Obamas erklärt. Derzeit stehen in dem Land auf homosexuelle Handlungen eine Haftstrafe von bis zu 14 Jahren. Die homophoben Ansichten der Regierung sind auch unter den 45 Millionen Kenianern weit verbreitet. Laut einer Umfrage des Pew Research Center aus dem Jahr 2013 erklärten 90 Prozent, dass die Gesellschaft Homosexualität nicht akzeptieren dürfe. 83 Prozent der Kenianer sind Christen.

Während seiner Präsidentschaft hat Barack Obama bereits wiederholt Homo-Rechte in Afrika eingefordert, etwa 2013 bei einem Besuch im Senegal (queer.de berichtete). Am Sonntag hält er eine Ansprache an das kenianische Volk, von Montag bis zu seiner Heimreise am Dienstag besucht er Äthiopien. (nb)

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Tags: kenia, usa, barack obama
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Reaktionen zu "Obama in Kenia: LGBT verdienen Schutz des Staates"


 32 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
25.07.2015
18:32:36


(+12, 12 Votes)

Von goddamn liberal


Obama ist ein historischer Glücksfall ungeahnten Ausmaßes.

Solche Worte würde unsere menschenfeindliche Kanzlerin nicht einmal im eigenen Land finden.


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#2
25.07.2015
18:53:02


(+7, 13 Votes)

Von Robin


Toll, dass Obama sich nicht einschüchtern lässt und auch in Afrika Homorechte einfordert...

Ich hoffe nur, dass die Missachtung von Homorechten auch wirtschaftliche Konsequenzen für solche Staaten hat.

Übrigens könnte er exakt dieselbe Kritik auch in Deutschland sagen. Auch hier wird das Bücken für Religionen über die Gleichheit aller Bürger und Menschenrechte gestellt.


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#3
25.07.2015
19:19:15


(+12, 12 Votes)

Von Andy
Antwort zu Kommentar #1 von goddamn liberal


Wahr Worte! Wahre Worte!
Schön, dass sich Obama auch nicht den Mund verbieten lässt. Er hat jetzt schon Geschichte geschrieben, wenn es um LGBT-Rechte geht. Zudem hat er ENDLICH die Krankenversicherung in den USA auf den Weg gebracht, etwas das Clinton damals vergeblich versucht hat. In unserem Land ist es kaum vorstellbar, dass man einen Autounfall hat und danach 50.000 Euro Schulden, weil man im Krankenhaus war. Das nur ein Beispiel dafür, WIE rückschrittlich die USA im Grunde in vielen Dingen sind. Umso trauriger ist es, dass selbst sie uns jetzt in Bezug der LGBT-Rechte eingeholt haben. In Deutschland gibt es dringend (!) Handlungsbedarf.


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#4
25.07.2015
19:20:52


(-6, 12 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby
Antwort zu Kommentar #2 von Robin


Glaubst du ernsthaft, dass wirtschaftliche Schwäche, mehr Elend und noch weniger Wohlstand, die Menschenrechte stärkt?

Denk' bitte nach.


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#5
25.07.2015
21:34:19


(+5, 7 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von reiserobby


Das Staaten die teile der Bevölkerung offen diskriminieren, wirtschaftliche Nachteile erleiden, ist kein Märchen, sondern nachweisbar..

Südafrika wurde wegen der Apartheidspolitik lange mit Sanktionen belegt, die originär zu wirtschaftlichen Nachteilen und Schäden führten..

Mit ähnlichen Sanktionen kann man auch gegen Staatliche Homophobie vorgehen..


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#6
25.07.2015
21:45:48


(+8, 8 Votes)

Von Jadughar
Aus Hamburg
Mitglied seit 19.04.2011
Antwort zu Kommentar #4 von reiserobby


Aus der Geschichte weiß man, daß Kulturen, die eine Blütezeit durchliefen, stets in Zeitperioden stattfanden, wo den Bürgern mehr Rechte eingeräumt wurden. Eine Gesellschaft wird rückschrittlich, wenn sie mit zuvielen Verboten geknebelt wird. Erinnern wir uns nur mal an die Zeit des Mittelalters, wo der Klerus brutal herrschte, welche Folgen das hatte!
Religioten, Despoten und Faschisten gehen immer davon aus, daß nur in einer rechtlich geknebelten Gesellschaft Zucht und Ordnung herrscht! In Wirklichkeit wird sie aber dann barbarisch.


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#7
25.07.2015
21:47:49


(0, 6 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Warum werden wohl Minderheiten diskriminiert und staatlich verfolgt?
Weil es den Machthabern in den Kram passt, sie brauchen eine Minderheit um ihre Macht zu zementieren und sie zu erhalten.
Dann werden Regimgegner diskreditiert und dem dummen blinden Volk als Mitglied dieser Minderheit presentiert.
Und so werden dann die Disidenten mundtot gemacht.
Warum wird seit Jahren die Mähr vom bösen islamistischen terroristen erzählt?


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#8
25.07.2015
21:49:08


(+5, 9 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #2 von Robin


"Ich hoffe nur, dass die Missachtung von Homorechten auch wirtschaftliche Konsequenzen für solche Staaten hat."

Wie lange willst du noch träumen?
Wirtschaft kennt keine Menschenrechte!!!


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#9
25.07.2015
21:50:36


(+2, 6 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #3 von Andy


"WIE rückschrittlich die USA im Grunde in vielen Dingen sind"

Da ist das zwei-parteien-system schuld


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#10
25.07.2015
21:53:39


(+4, 8 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #5 von TheDad


"Mit ähnlichen Sanktionen kann man auch gegen Staatliche Homophobie vorgehen.."

Die Betonung setze ich auf "kann man", man will aber nicht.

So lange Diktaturen einen Sitz in der UNO haben, wird sich nicht viel ändern.


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