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  • 26.07.2015, 07:33h           60      Teilen:   |

Debatte um Gleichstellung

Kramp-Karrenbauer: Kinder brauchen Hetero-Eltern

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Als frühere Jugendministerin hatte sie nichts gegen gleichgeschlechtliche Pflegeeltern: Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) (Bild: Staatskanzlei Saarland)

Saarlands Ministerpräsidentin hat sich erneut gegen ein Adoptionsrecht für Lesben und Schwule ausgesprochen – die LSU kritisiert ihren "Sinneswandel".

Der Landesvorsitzende der Lesben und Schwulen in der Union (LSU) im Saarland, Christian Düppre, hat in einer Pressemitteilung die CDU-Landesvorsitzende und Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer kritisiert.

Die 53-Jährige hatte sich in der am Freitag erschienenen "Wirtschaftswoche" gegen ein Adoptionsrecht für homosexuelle Paare ausgesprochen: "Bei Adoptionen geht es um das Kind. In Kitas und Schulen sprechen wir darüber, wie wichtig es für Kinder ist, sowohl Frauen als auch Männer als Bezugspersonen zu haben", sagte sie dem Magazin aus Düsseldorf.

"Beim jetzt diskutierten vollen Adoptionsrecht für homosexuelle Paare soll diese Frage keine Rolle spielen. Mir leuchtet dies nicht ein. Deshalb bin ich gegen das volle Adoptionsrecht", so Kramp-Karrenbauer weiter.

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LSU: Frage "bereits entschieden"

"Es geht bei der Streitfrage der gemeinschaftlichen Adoption von Kindern durch Partner gleichen Geschlechts längst nicht mehr um die Grundsatzfrage, ob Kinder bei Lesben und Schwulen aufwachsen dürfen", wies sie Düppre am Samstag zurecht. "Diese Frage ist durch die Zulassung der Sukzessivadoption durch das Bundesverfassungsgericht längst entschieden und rechtlich zulässig. Es verbleibt nur noch eine Verfahrensfrage, ob die Adoption wie bei heterosexuellen Ehegatten sofort in einem Akt erfolgen soll oder eben nacheinander. Dies ist sogar in einem einzigen Termin möglich."

Ob eine Adoption dem Kind zugute komme, müsse anhand der individuellen Lebensumstände der Betroffenen im konkreten Fall beurteilt werden, so der LSU-Vorsitzende. Er verwies darauf, dass sich die Position der Ministerpräsidentin in der Praxis nur durchsetzen könnte, wenn Einzeladoptionen abgeschafft werden würden.

Auch belegten Studien, "dass das Zusammenleben mit Eltern gleichen Geschlechts Kindern nicht schadet. Darüber hinaus wären auch über zwei Millionen Kinder von Alleinerziehenden akut gefährdet, wenn die Ansicht der Ministerpräsidentin zutreffen würde."

Kramp-Karrenbauer wisse aus ihrer Zeit als Jugendministerin, "dass zwar genügend Eltern zur Adoption von Kleinstkindern zur Verfügung stehen, Pflegeeltern für ältere Kinder jedoch händeringend gesucht werden", so Düppre. "Dort greift man gerne auf gleichgeschlechtliche Paare zurück, damit Kinder nicht im Heim landen. Auch als zuständige Ministerin hat sie dies keineswegs unterbunden. Ist sie der Meinung, dass diese Kinder in Pflegefamilien leben, dann aber nicht adoptiert werden dürfen?" Man wisse nicht, "woher ihr Sinneswandelt rührt".

Kein Einsehen der Landeschefin

Kramp-Karrenbauer hatte Anfang Juni für Empörung gesporgt, nachdem sie in einem Interview erklärt hatte, dass sie die Ehe-Öffnung für schwule und lesbische Paare ablehne, und dies u.a. damit begründete, dass ein solcher Schritt auch zur Anerkennung von Viel- oder Verwandten-Ehen führen könne (queer.de berichtete). Trotz heftiger Kritik auch aus der eigenen Partei hat sich die CDU-Politikerin bis heute nicht für diesen Vergleich entschuldigt. Stattdessen warf sie der LGBT-Community eine schlechte Diskussionskultur vor.

Von queer.de bekam die Ministerpräsidentin deshalb die "Homo-Gurke" verliehen (queer.de berichtete). Ende Juni hatte sie die Einladung des Saar-LSVD zu einer Podiumsdiskussion am 8. September angenommen (queer.de berichtete).

 Update  10.25h: Beck spricht von "Frauke Petry der CDU"

Kritik an der Ministerpräsidentin kam am Sonntag auch vom innenpolitischen Sprecher der Grünen, Volker Beck. "Annegret Kramp-Karrenbauer ist die Frauke Petry der CDU." Sie sage bewusst die Unwahrheit über die Rechtslage und die zu entscheidende Rechtsfrage, so Beck. "Wer so spricht, will das gesellschaftliche Klima vergiften. Solche systematischen Verdrehungen der Wahrheit verhetzen die Bevölkerung." Kramp-Karrenbauer wolle Ressentiments schüren statt eine sachliche Debatte zu führen.

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Tags: saarland, annegret kramp-karrenbauer, adoption, regenbogenfamilien, lsu
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Reaktionen zu "Kramp-Karrenbauer: Kinder brauchen Hetero-Eltern"


 60 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
26.07.2015
08:17:27
Via Handy


(+14, 14 Votes)

Von NoMercy


So spätestens jetzt sollte Frau
K(a)-K(a) endgültig verschissen haben.
Schande und Shitstorm über sie!!
Armes Saarland


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#2
26.07.2015
08:45:42


(+12, 12 Votes)

Von Andy


Richtig, denn jedes Hetero-Elternpaar ist zugleich auch absolut kompetent, automatisch bestens geeignet (weil hetero) und wird sich niemals scheiden lassen. Wieso kommen solche diskriminierende Äußerungen eigentlich fast ausschließlich von CDU-Mitgliedern?
Wir könnten doch jetzt einmal fordern: Religiöse Menschen sollten keine Kinder bekommen, weil sie so zu diskriminierenden Persönlichkeiten erzogen werden. Wäre derselbe Humbug.


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#3
26.07.2015
08:49:10


(+9, 9 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


...Und die CDU braucht dumme Wähler


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#4
26.07.2015
09:06:35


(+9, 9 Votes)

Von kuesschen11
Aus Darmstadt (Hessen)
Mitglied seit 26.08.2012


Bestimmt kommt Frau Kramp-Karrenbauer aus einer Generation mit faschistiod gelebter Familienpolitik, der das liberale und freiheitliche Denken fehlt.

Bei so manchem kommt die Erleuchtung spät oder gar nicht.


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#5
26.07.2015
09:11:24


(+8, 8 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"Saarlands Ministerpräsidentin hat sich erneut gegen ein Adoptionsrecht für Lesben und Schwulen ausgesprochen"

Weiß jeman zu welcher christlichen Richtung sie gehört?


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#6
26.07.2015
09:16:33


(+9, 9 Votes)

Von jhgk


Verklagt Sie doch! So viel Unwissen darf nicht gestrreut werden , denn Ihre Wähler nehmen es für ernst was Sie sagt!

Dabei ist schon alles zum Kindeswohl geklärt.In westl.Ländern gibt es kein Land mehr außer Portugal, dass keine Volladoption hat und in den USA ist die gemeinschaftl.Adoption ,also Volladoption schon seit 1995 in vielen Staaten zulässig.

Da war in D noch nicht mal die Stiefkindadoption oder eingetragene Partnerschaft erlaubt. Die USA haben 20 Jahre Erfahrung mit Volladoption von gleichgeschl.Paaren und viele andere Länder auch schon 10 Jahre...

Link:
de.wikipedia.org/wiki/Regenbogenfamilie


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#7
26.07.2015
09:35:24
Via Handy


(+10, 12 Votes)

Von JW Grimm


Spätestens jetzt zeigt sich, dass ihre damaligen Äußerungen keineswegs unbedacht waren, sondern dass die Dame eine gezielte kackbraune Agenda verfolgt. Wiederlich.


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#8
26.07.2015
10:06:58


(+4, 6 Votes)

Von 123456


Annegret Kramp-Karrenbauer hat eine facebook-Seite.


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#9
26.07.2015
10:34:22


(+12, 12 Votes)

Von Ralf


Frau K-K geht es nur darum, dass Eltern heterosexuell sein müssen. Das Kindeswohl ist ihr völlig egal.

Tsokos/Guddat, Deutschland misshandelt seine Kinder, Knaur-Verlag

Die dort geschilderten Fälle betreffen Kinder, die von ihren heterosexuellen Eltern misshandelt wurden. Solche Eltern schweben Frau K-K offensichtlich vor. Rechte und Leid der Kinder kümmern sie einen Scheißdreck.


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#10
26.07.2015
10:43:37


(+8, 10 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"Mir leuchtet dies nicht ein."

Mir leuchtes es überhaupt nicht ein, wie diese religiöse hetzerin auf den Regierungssessel Platz nehmen konnte.


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