Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 26.07.2015, 13:04h           29      Teilen:   |

Konferenz in Fulda

Katholische Bischöfe treffen auf die Demo für alle

Artikelbild
Die Konferenz beginnt mit einer Messe im Fuldaer Dom (Bild: Lars Steffens, flickr, cc by sa 2.0)

Beim Kongress "Freude am Glauben" des Forums Deutscher Katholiken tritt u.a. Hedwig von Beverfoerde auf. Ihrer homophoben "Initiative Familienschutz" gilt auch eine Kollekte.

Von Norbert Blech

Es ist quasi eine Art katholische Version der "Compact"-Konferenz, die für nächstes Wochenende in Fulda geplant ist. Der jährliche Kongress "Freude am Glauben" des Forums Deutscher Katholiken versammelt 2015 einige explizite Gegner von LGBT-Rechten und steht bereits unter dem Motto "Ehe und Familie – gottgewollter Auftrag und Weg zum Glück".

Eröffnet wird die dreitägige Konferenz mit bis zu 1.500 Teilnehmern am Freitag mit einer Messe im Dom, geleitet vom Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen. Er selbst hatte schon gleichgeschlechtliche Ehen als "abartig" bezeichnet; nur die Ehe zwischen Mann und Frau sei "das Normale und Gesunde".

Im Kongresszentrum Esperanto darf dann später am Abend Hedwig von Beverfoerde referieren. Die Leiterin der "Initiative Familienschutz" aus dem Haus der AfD-Europaabgeordneten Beatrix von Storch spricht eine Stunde lang über die von ihr organisierte Bewegung "Demo für alle": "Warum wir gegen Gender-Indoktrinierung und Sexualisierung der Kinder demonstrieren". Laut Programmheft (PDF) gilt der Initiative auch die Kollekte der Messe am nächsten Morgen in der Stadtpfarrkirche St. Blasius.

Fortsetzung nach Anzeige


Homo-Hasser nach Homo-Hasser

Frühere Kongresse hatten zwischen 1.000 und 2.000 Teilnehmer
Frühere Kongresse hatten zwischen 1.000 und 2.000 Teilnehmer

Direkt vor Beverfoerde spricht der Churer Bischof Vitus Huonder, gegen den die "Demo für alle" noch mild erscheint: Adoptionen durch Lesben und Schwule hatte er einst als "Auslieferung" von Kindern bezeichnet, die "der Grundlage einer gesunden psychischen Entwicklung" beraubt würden (queer.de berichtete). Die Segnung von Homo-Paaren lehnte er als "Gräuel" ab, gegen Schulaufklärung über Homosexualität sprach er Christen ein "Widerstandsrecht" zu.

Am Samstag steht dann Werner Münch auf dem Programm, der ehemalige CDU-Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt tourte bereits im Frühjahr durch Südtirol mit einem Vortrag namens "Feminismus und Gender-Ideologie zerstören Ehe und Familie sowie unsere christliche Kultur und demokratische Zivilisation" (queer.de berichtete). Mit der Homo-Ehe werde "die Würde des Menschen, der Mensch selbst, versklavt sowie die herkömmliche Ehe und Familie entehrt und zerstört", hieß es in Einladungen dazu. Sein Thema in Freiburg: "Stehen Ehe und Familie noch unter dem besonderen Schutz der staatlichen Ordnung?"

Beim Kongress auch nicht fehlen darf Jürgen Liminski, der als Moderator im Deutschlandfunk Stimmung gegen ein Gender Mainstreaming macht, Texte für homophobe Kirchenzeitungen liefert (queer.de berichtete) und schon auf einer Demo für alle auftrat (queer.de berichtete). Vor Jahren war er Gast auf einem "Weltkongress der Familien", unter anderem neben dem amerikanischen Homo-Hasser Scott Lively, der sich inzwischen wegen seiner Unterstützung der Verfolgung und Hinrichtung von Schwulen in Uganda vor einem Gericht verantworten muss. In Fulda redet Liminski über die mediale Aufbereitung des Themas Familie.

Noch ein "Highlight" ist ein Vortrag der Wiener Theologin Gudrun Kugler über "Intoleranz im Namen der Toleranz". Sie hatte in Österreich eine politische Aufregung über Sexualaufklärung inszeniert und betreibt eine Webseite über "Christianophobie". Als Mitbetreiberin der Heiratsplattform kathtreff.org ist sie für einen Nebenstrang des Kongresses für Singles verantwortlich – bei diesem spricht auch Martin Lohmann, katholischer Publizist und Aktivist gegen LGBT-Rechte und Abtreibung.

Beim Hauptkongress selbst droht am Sonntag noch eine Podiumsdiskussion zum Thema "Was macht Familie zukunftsfähig", mit dem homophoben CSU-Rechtsaußen Norbert Geis, den Bischöfen Andreas Laun und Walter Mixa, der Ehefrau von Jürgen Liminski und dem Präsidenten des Deutschen Lehrerverbandes Josef Kraus, der gegen Schulaufklärung über sexuelle Vielfalt ankämpft (queer.de berichtete).

Kongresse zum "Kulturkampf"

Bischof Algermissen nannte Homosexualität einst keine "normale Haltung des Menschen"
Bischof Algermissen nannte Homosexualität einst keine "normale Haltung des Menschen"

Das Forum Deutscher Katholiken ist ein erzkonservativer Gegenverein zum Zentralkomitee der deutschen Katholiken, in seinem Kuratorium sitzen unter anderem Norbert Geis, Joachim Kardinal Meisner und die Homo-Gegnerin Gabriele Kuby. Der Kongress "Freude am Leben" richtete sich dabei immer wieder gegen Homo-Rechte.

So verabschiedeten die Gläubigen im letzten Jahr zwei Resolutionen, eine für eine stärkere Orientierung der Politik an der Bibel und eine gegen Schulaufklärung über sexuelle Vielfalt: "Bildungspläne, Gender-Vorgaben und eine bestimmte Form des Sexualkundeunterrichts sollen die Kinder in eine enge, vorgegebene Richtung formen", wurde darin kritisiert. Ein Redner nannte es "pervers", dass sich Schüler in Rollenspielen in Homosexuelle hineinversetzen sollten (queer.de berichtete).

Im Jahr zuvor hatte der Kongress eine von Gabriele Kuby verfasste Resolution gegen "Gender Mainstreaming" verabschiedet, deren "zersetzender Einfluss" sich etwa in der rechtlichen Anerkennung homosexueller Partnerschaften zeige (queer.de berichtete). 2009 hatte Bischof Algermissen bezüglich der Themen Abtreibung und Homo-Ehe einen "Kulturkampf" ausgerufen: Man müsse sich gegen die "Irrtümer der Zeit" wehren (queer.de berichtete).

Dass solche Äußerungen in der Allgemeinbevölkerung als reaktionär und als Hetze rüberkommen, hat man freilich auch beim Forum Deutscher Katholiken gemerkt. So bietet man in den Tagen vor dem Kongress ein "Medien- und Kommunikationstraining" an, um zu kontroversen Themen "liebevoll und überzeugend" sowie "sicher und ansprechend Stellung zu nehmen". Laut Broschüre (PDF) eine wichtige Frage, auf die man sich vorzubereiten habe: "Wieso akzeptiert die Kirche homosexuelle Menschen nicht?"

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 29 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 298             7     
Service: | pdf | mailen
Tags: forum deutscher katholiken, freude am glauben, fulda, initiative familienschutz, bildungsplan, homo-ehe
Schwerpunkte:
 Römisch-katholische Kirche
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Katholische Bischöfe treffen auf die Demo für alle"


 29 User-Kommentare
« zurück  123  vor »

Die ersten:   
#1
26.07.2015
13:28:45


(+14, 16 Votes)

Von Heiner


Jetzt bieten die Katholiken faschistischen Initiativen auch ganz offen ein Forum und sammeln auch noch für sie...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
26.07.2015
13:38:55


(+11, 13 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"der Grundlage einer gesunden psychischen Entwicklung" beraubt würden"

Wenn ich sowas lese oder hör, dann treibt es mich vom Stuhl und die haben Glück das ich zu feige bin ihnen ein paar hinter die Löffel zu geben.
Kranker kann die Gesellschaft gar nicht sein,k wie zum Teufel kann man sowas sich ausdenken, wie zum Teufel kann man sollchen bestien eine Plattform bieten, wie zum teufel kann man so was glauben schenken, ich bin mit meimen Latein am Ende.
Hat diese scheiß Welt nicht Probleme genug?, nein man will sich seine Macht mit allen Mitteln sichern und geht über Leichenberge


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
26.07.2015
13:42:38


(+13, 15 Votes)

Von Felix


Sollte die katholische Kirche nicht lieber für arme und notleidende Menschen sammeln, statt für Hass und Diskriminierung?!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
26.07.2015
13:47:53


(+15, 17 Votes)

Von Hans F
Antwort zu Kommentar #2 von hugo1970


Tja, früher wurden rothaarige Frauen als Hexen verbrannt, Wissenschaftler bis zum Tode gefoltert und die ganze Welt mit Kreuzzügen unterjocht.

Heute macht die Katholiban sich nicht mehr selbst die Hände schmutzig, sondern unterstützt andere, die die Drecksarbeit erledigen. (Haben halt dazugelernt...)

Aber das Ziel ist dasselbe:
Absolutistische, uneingeschränkte Macht der Pfaffen in einer Kirchendiktatur.

Diese Hassprediger und Demokratiefeinde gehören endlich verboten!

Link zu www.kirchenaustritt.de


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
26.07.2015
14:03:45


(-15, 19 Votes)

Von GeorgG


Dieser Gruppierungen sammeln sich im Forum Deutscher Katholiken. Es ist der rechte Flügel der deutschen katholischen Kirche. Was die Evangelikalen in den evangelischen Landeskirchen sind, ist dieses Forum für die deutschen katholischen Bistümer. Dass es so etwas überhaupt gibt, hängt auch mit der Größe der beiden Kirchen zusammen (beide ca 23 Mill Mitglieder). Es sind alles Steuerzahlen, und man kann es sich nicht leisten, sie rauszuschmeißen, weil man sowieso schon genug Leute durch Kirchenaustritte verloren hat. Das Beste wäre, sie zu ignorieren. Da aber die "Aktivisten" der Schwulenbewegung mal wieder etwas gefunden haben, auf das sie sich einschießen können, wird es hier vermutlich mal wieder über 100 Beiträge geben, die vor Kirchenhass strotzen....


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
26.07.2015
14:07:44
Via Handy


(+11, 15 Votes)

Von Nico


Ganz besonders bedankt sich die katholische Kirche bei Union und SPD, die mit ihrem angeblichen Anti-Diskriminierungs-Gesetz den Kirchen explizit Diskriminierung und das Schüren von Hass erlauben...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
26.07.2015
14:13:08


(-9, 13 Votes)

Von Markus44


Dort tritt sich halt der homophobe Fundiflügel der katholischen Kirche in Deutschland.... Es ist gut, das die Queer diesen "kleinen" aber wortgewaltigen Flügel unter genauer Beobachtung hat.

Das aber auch andere Worte und Töne eingeschlagen werden können, ist nun in den Medien aus dem Bistum Osnabrück nachlesbar, woder LGBT-freundliche und Reformbischof Bode tätig ist und sich positiv zugunsten der nun erfolgten Kirchenarbeitsrechtsreform äußerte.

Link zu www.noz.de


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
26.07.2015
14:26:25


(+11, 13 Votes)

Von Albrecht


Jetzt verbrüdern die Katholiken sich also ganz offiziell mit den Nazis.

Früher haben die das noch heimlich gemacht, aber jetzt haben die Menschenhasser so viel Aufwind, dass sie ganz offen koalieren können.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
26.07.2015
14:34:28
Via Handy


(+12, 12 Votes)

Von habemus_plemplem
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Was für ein Gruselkabinett! Die könnten glatt die erste nicht-heidnische Geisterbahn zusammen eröffnen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
26.07.2015
14:42:46


(+13, 13 Votes)

Von Wegsehen
Antwort zu Kommentar #7 von Markus44


Da der Rest der katholischen Kirche dazu schweigt, ist das offenbar nicht nur ein kleiner Flügel. Nur dass die anderen sich aus Marketinggründen noch zurückhalten.

Schweigend Wegsehen sagt auch so viel aus. Aber darin haben die Deutschen ja schon seit Jahrzehnten Übung...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  123  vor »


 GLAUBE

Top-Links (Werbung)

 GLAUBE



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
LGBTI-Akzeptanz: Höcke kündigt Kampf gegen "perversen Zeitgeist" an Seit genau einem Jahr: Regierung ignoriert Vorstoß des Bundesrats zur Ehe für alle 72 Prozent der LGBT-Wähler für Hillary Clinton Jetzt redet die Homolobby!
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt