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  • 26.07.2015, 17:05h           89      Teilen:   |

Mitten in der Pride-Woche

Stockholm: Rechtspopulisten planen eigenen CSD

Artikelbild
Eine harmlos klingende CSD-Ankündigung auf Facebook mit klaren Hintergedanken

Der "Pride Järva" soll am Mittwoch durch zwei Viertel mit einem hohen Anteil von muslimischen Einwanderen ziehen.

Von Norbert Blech

Wenige Tage vor dem großen Stockholm Pride am nächsten Samstag planen Rechtspopulisten um die "Schwedendemokraten" eine eigene Demonstration, die von vielen LGBT-Aktivisten als rassistische Provokation kritisiert wird.

Der "Pride Järva" soll am Mittwoch ab 12 Uhr durch die Stadtteile Tensta und Husby ziehen – beides Viertel mit einem hohen Anteil an muslimischen Einwanderern. Hurby machte vor zwei Jahren Schlagzeilen als Epizentrum von Massenunruhen.

Die Veranstaltungsankündigung bei Facebook kommt harmlos daher: Von Gesang und der Möglichkeit zu einem Kiss-in ist die Rede. Angemeldet hat die Demonstration allerdings Jan Sjunnesson, der frühere Chefredakteur von "Samtiden", der Zeitung der "Schwedendemokraten".

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Gegendemonstration geplant

Sjunnesson, hier im schwedischen Fernsehen SVT, hat bereits die Medienaufmerksamkeit bekommen, die er wollte
Sjunnesson, hier im schwedischen Fernsehen SVT, hat bereits die Medienaufmerksamkeit bekommen, die er wollte

Die größte LGBT-Organisation des Landes, RFSL, kritisierte den Versuch, "zwei unterdrückte Gruppen – LGBT und Einwanderer – gegeneinander auszuspielen". Sjunnesson, der inzwischen für das rechtspopulistische Portal Avpixlat schreibt, wolle nicht für LGBT-Rechte kämpfen, meinte die RFSL-Vorsitzende Ulrika Westerlund, sondern habe eine andere Intention: Er wolle rassistische Fragen in die Debatte einbringen.

In einer gemeinsamen Erklärung von RFSL und dem Stockholm Pride heißt es, Sjunnesson sei bekannt als Person, die Hass auf Muslime verbreite. Die Pride-Bewegung richte sich gegen Unterdrückung und schütze ihre schwächsten Mitglieder – für "rassistische Kräfte" sei kein Platz.

Mehrere LGBT-Aktivisten aus den betroffenen Stadtteilen haben inzwischen eine Gegenveranstaltung, ein antirassistisches Picknick, angekündigt, mit erheblich mehr Zusagen auf Facebook als der "Pride Järva", der auf knapp 250 Interessierte kommt.

Man wolle den Rechtspopulisten nicht das Feld überlassen, sagte Organisatorin Noah Nord der Zeitung "Metro". Die "Schwedendemokraten", die gegen die gleichgeschlechtliche Ehe und gegen ein Adoptionsrecht für Homo-Paare sind, wollten von der eigentlichen LGBT-Agenda ablenken, um Hass auf Einwanderer zu schüren.

Hetzblogs feiern den "Pride Järva"

Sjunnesson selbst gab sich in Medien wortkarg, sprach davon, dass man einen CSD einfach nicht nur in Stadtzentren, sondern überall abhalten sollte. Dass dieser Pride in Wirklichkeit zur Stimmungsmache gegen Muslime genutzt werden soll, bewiesen zugleich rechte und "islamkritische" Medien weltweit, die sich auf die Veranstaltungsankündigung stürzten und Muslimen eine generelle Homophobie bis zur Gewaltbereitschaft unterstellten.

So berichtete auch das deutsche Online-Magazin "Politically Incorrect" über den geplanten Pride und warnte vor Gewalt, der "Homos" durch eine "schleichende Islamisierung" drohe. Dass es dabei nicht wirklich um LGBT-Rechte geht, zeigt der gehässige Ton des PI-Artikels, der auch beklagt, dass Homosexuelle "Sexualität bis hin zur öffentlichen Zurschaustellung genüsslich zelebrieren, unsere Kinder frühsexualisieren wollen und als Minderheit (wie die Moslems auch) einer Mehrheit ihren Lebensstil aufzwingen wollen". Er ist einsortiert in die Kategorien "Islamisierung Europas" sowie "Werteverfall".

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Tags: schweden, stockholm, csd, rechtspopulismus, islamophobie, schwedendemokraten
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Reaktionen zu "Stockholm: Rechtspopulisten planen eigenen CSD"


 89 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
26.07.2015
17:14:04


(-2, 24 Votes)

Von Anne-Gret


"...um Hass auf Einwanderer zu schüren."

Woher kommt dieser Hass? Er fällt doch nicht vom Himmel!


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#2
26.07.2015
17:23:01


(-5, 23 Votes)

Von Dont_talk_about
Aus Frankfurt (Hessen)
Mitglied seit 14.01.2014


Die einen dürfen einen CSD machen, die anderen nicht ? Wenn jemand selber diskriminiert wird, kann er trotzdem homophob sein. Die Hauptgefahr für unsere Freiheit geht nun wirklich nicht von der CDU aus, auch wenn dies in ein einfach gestricktes Weltbild besser reinpasst


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#3
26.07.2015
17:28:07


(-3, 23 Votes)

Von Rolf


Da kann man mal gespannt sein, wie weit die gegenseitige Toleranz gehen wird.


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#4
26.07.2015
18:21:04


(+6, 22 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


"die von vielen LGBT-Aktivisten als rassistische Provokation kritisiert wird."

Ich ergänze mit: zu recht als rassistische ....

Die faschisten dürfen nie mehr die Mehrheit stellen, auch hier in unserem Forum nicht!!!


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#5
26.07.2015
18:34:08


(+11, 23 Votes)

Von Andie1987
Antwort zu Kommentar #1 von Anne-Gret


oh gott im ernst?! das selbe primitiv dämliche argument wird auch zur hetze gegen schwule verwendet.
im übrigen ist die tatsächliche gewaltbereitschaft prozentual unter muslimen gegenüber homosexuellen geringer als unter unseren lieben mit-deutschen/christen, wer zu dumm ist "prozentual" zu verstehen darf sich seinen "es gibt ja auch weniger muslime" kommentar dennoch in den popo schieben und sollte mal im duden nachlesen.

ich bin von meinem deutschen dorf in dem ich nur angefeindet wurde für meine sexualität nach kreuzberg gezogen und fühle mich hier wohler denn je.
ich habe viele hetero und homosexuelle freunde mit islamischem hintergrund und bin für jeden von ihnen dankbar!

dieser wiederliche rassismus in der sogenannten gay "community", sogar gegenüber mischwulen arabern, türken usw., selbst wenn diese atheisten sind, ist einfach nur pervers, krank und abartig


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#6
26.07.2015
18:34:47
Via Handy


(+9, 21 Votes)

Von Reiserobby_Mobil
Antwort zu Kommentar #1 von Anne-Gret


Der Hass kommt von Rassisten, Faschisten und Nazi-Verharmloserin !


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#7
26.07.2015
18:45:13


(-4, 18 Votes)

Von Rolf
Antwort zu Kommentar #5 von Andie1987


Die Antwort kann kurz ausfallen:
Wer's glaubt, wird selig.


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#8
26.07.2015
19:14:39


(+3, 15 Votes)

Von Jadughar
Aus Hamburg
Mitglied seit 19.04.2011
Antwort zu Kommentar #4 von hugo1970


Rassismus ist anzunehmen aber nicht unbedingt. Es gibt in Stockholm auch nichtmuslimische Ausländer, die offenbar nicht gemeint sind. Tatsache ist, daß für die meisten Muslime Homosexualität ein Tabuthema ist oder Homosexualität abgelehnt wird, genauso wie bei den gläubigen Christen, die inzwischen aufgeklärter sind. Das sie in eine muslimische Gegend durchziehen wollen, ist dieses offenbar eine gewollte Konfrontation, um sie zu einer Öffnung dieser Thematik zu bewegen.


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#9
26.07.2015
19:54:37


(+3, 17 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #8 von Jadughar


Wenn das die Sozialdemokraten machen würden, dann könnte man es noch mit politischer Blindheit abstempeln, aber die Faschisten wollen Gewalt sehen und machen alles dafür.


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#10
26.07.2015
20:35:21


(-5, 17 Votes)

Von spiegelverkehrt
Antwort zu Kommentar #9 von hugo1970


Es gibt auch eine Art von positiven Rassismus den ich auch bei Ihnen sehe. Wie etwa die "armen wilden Orientalen" seien geistig nicht fähig zu durchschauen, was die Schwedendemokraten vorhaben, und könnten nur mit Gewalt antworten.


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