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Paola Binetti von der christdemokratischen "Unione di Centro" will nicht einmal Eingetragene Lebenspartnerschaften akzeptieren

Eine Christdemokratin behauptet, Schwule und Lesben könnten bereits jetzt in Italien heiraten – ein Partner müsste nur sein Geschlecht ändern.

In der Debatte um die Anerkennung von Eingetragenen Lebenspartnern hat eine italienische Parlamentsabgeordnete heiratswilligen Homosexuellen empfohlen, einfach ihr Geschlecht in Geburtsurkunde und Reisepass zu ändern. Dann müsste das Partnerschaftsrecht nicht geändert werden, erklärte Paola Binetti von der christdemokratischen "Unione di Centro", die auf kontinentaler Ebene Mitglied der Europäischen Volkspartei (EVP) ist. Sie sagte, dass die Debatte um Eingetragene Lebenspartnerschaften in Italien nicht sinnvoll sei, da sie der heterosexuellen Ehe schaden könnten.

"Warum müssen wir darüber sprechen, ein Lebenspartnerschaftsgesetz für homosexuelle Paare einzuführen, und eine langwierige rhetorische Debatte darüber führen, was die 'Ehe' heute bedeutet?", so Binetti in italienischen Medien. Eine Reform des Ehe-Rechts sei "reine Zeitverschwendung", weil nach Gerichtsentscheidungen auch Geschlechtsanpassungen ohne operative Eingriffe möglich seien: "Die Geschlechtsunterschiede scheinen völlig irrelevant zu sein. Es reicht, wenn eine Person erklärt, dass sie anders ist oder anders aussehen oder anders sein will". Wenn Homosexuelle ihr Geschlecht änderten, "kann jeder heiraten und sogar adoptieren". Binetti prangerte auch die "imaginäre Gender-Theorie" an, die zu all diesen "Fehlentwicklungen" geführt habe – inklusive der "Desorientierung der Jugend".

Die italienische Version von Norbert Geis

Die 72-jährige Abgeordnete ist eine Art italienischer Norbert Geis, die schon seit Jahren Schwule und Lesben wegen ihrer sexuellen Orientierung angreift. Das Opus-Dei-Mitglied hatte etwa in der Vergangenheit Kindesmissbrauch und Homosexualität gleichgesetzt.

Die Mitte-Links-Regierung von Ministerpräsident Matteo Renzi hatte bereits bei ihrer Amtsübernahme vor 17 Monaten versprochen, Eingetragene Lebenspartnerschaften einzuführen – immerhin ist Italien das letzte westeuropäische EU-Land, das bislang gar keine Anerkennung für gleichgeschlechtliche Paare bietet.

Insbesondere die katholische Kirche übt heftigen Druck auf die Abgeordneten aus, damit Homo-Paare keine Rechte erhalten. Es gibt auch erheblichen Widerstand aus Teilen von Renzis Koalition, insbesondere aus der konservativen Partei "Nuovo Centrodestra" (Neue rechte Mitte), die das Innenministerium kontrolliert. Der Druck auf seine Regierung hat sich aber erhöht, seit der Europäische Menschenrechtsgerichtshof vergangene Woche erklärt hat, dass die Nichtanerkennung homosexueller Partnerschaften gegen die Europäische Menschenrechtskonvention verstößt (queer.de berichtete). (dk)



#1 GeorgGAnonym
  • 27.07.2015, 14:58h
  • Je absurder die Äußerungen von solchen Fossilien sind, desto mehr denkt die Masse der Bevölkerung über die Homo-Ehe nach. Das aber wird langfristig dazu führen, dass sich das schwulen- und lesbenpolitisch zurück gebliebene Italien den Staaten Mitteleuropas anpasst.
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#2 FelixAnonym
  • 27.07.2015, 15:06h
  • Diese Madame ist offenbar so ungebildet, dass sie den Unterschied zwischen Homosexualität und Transsexualität nicht kennt.

    Das beweist nur, dass es auch in Italien dringend schon in den Schulen mehr Aufklärung geben muss...
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#3 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 27.07.2015, 15:17h
  • Antwort auf #2 von Felix
  • Die Dame sehnt sich nach Verhältnissen wie in Saudi-Arabien, dort dürfen homosexuelle Männer heiraten, wenn sich einer von beiden einer operativen Geschlechtsumwandlung unterzieht.
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#4 LehrerinAnonym
  • 27.07.2015, 15:18h
  • Immer, wenn man denkt, es geht nicht mehr (noch idiotischer), kommt von irgendwo ein (Irr-)Lichtlein her (eine besonders "große" Leuchte, die offenbar genau begriffen hat, was Sache ist).

    Setzen: sechs. Versetzung schwer gefährdet.
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#5 ursus
  • 27.07.2015, 15:21h
  • Antwort auf #1 von GeorgG
  • >"Warum müssen wir darüber sprechen ... und eine langwierige rhetorische Debatte darüber führen..."

    man nennt so etwas auch "politik". wer dazu keine lust hat oder nicht imstande ist und stattdessen nur widerwärtigen zynismus und verachtung für die interessen der bürger_innen übrig hat, hat in einem parlament nichts verloren.

    ich würde das gern auf ein persönliches psychisches problem reduzieren, aber das schlimme ist ja, dass solche leute auch noch gewählt werden, weil diese menschenverachtung in teilen der bevölkerung konsensfähig ist.
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#6 ursus
#7 LehrerinAnonym
#8 lucdfProfil
  • 27.07.2015, 15:58hköln
  • "Abgeordnete empfiehlt Geschlechtsänderung statt Homo-Ehe ? "

    Verdammt! Noch eine, die das große Licht gesehen hat. Und von solchen Leuten werden die Italiener regiert! (Aber in Deutschland haben wir auch unsere inspirierte Trottel).
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#9 Patroklos
#10 EhlaAnonym
  • 27.07.2015, 16:02h

  • Dann war ja das "Verbot der gemischtrassigen Ehen" gar nicht diskrimierend und hätte demnach auch nicht aufgehoben werden müssen? Die Person mit der schwarzen Hautfarbe hätte sich nur nur solange mit Bleichcreme einschmieren müssen bis beide weiß genug zum heiraten sind. Und keiner hätte was dagegen gehabt, weil ja dann das "Problem behoben" ist. *Ironie off*
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