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Schwule US-Pfadfinder bei einem CSD (Bild: Scouts for Equality)

Nach den Scouts selbst dürfen nun auch ihre Gruppenleiter schwul sein. Für religiöse Gruppen gibt es allerdings Ausnahmen.

Schwule Männer dürfen ab sofort in den USA offiziell Pfadfindergruppen leiten. Ein bisheriges Verbot für Erwachsene wurde am Montag vom 80 Mitgliedern zählenden Exekutivausschuss des Dachverbands der Pfadfinder nach einer jahrelangen Debatte aufgehoben – 79 Prozent stimmten dafür.

Zuvor hatte sich bereits der 17-köpfige Vorstand der Boy Scouts of America, der größten Jugendorganisation der USA, einstimmig für die Änderung ausgesprochen (queer.de berichtete). In dem Verband sind rund 2,4 Millionen Jugendliche und rund eine Millionen Erwachsene organisiert.

Mitte 2013 hatten die Boy Scouts bereits die Duldung von schwulen Mitgliedern unter 18 Jahren beschlossen (queer.de berichtete). Sobald die Scouts volljährig wurden, mussten sie aber den Verband einzig aufgrund ihrer sexuellen Orientierung verlassen – eine Praxis, die noch im Jahr 2000 vom Supreme Court für verfassungsgemäß erklärt worden war.

Sonderregelung für Kirchen


Die Organisation "Scouts for Equality" hatte in den letzten Tagen Portraits von Menschen veröffentlicht, die sich nicht mehr bei den Pfadfindern engagieren durften

Einen Haken hat die Sache aber dennoch: Kirchliche Untergruppen des Verbands dürfen weiterhin Schwule ausschließen. Die meisten lokalen Scouts-Gruppen werden von religiösen Einrichtungen betrieben – allein jede vierte von der LGBT-feindlichen Mormonenkirche. Die in Salt Lake City ansässige Glaubensgemeinschaft hat bereits verkündet, dass man weiterhin nur Pfadfinderleiter einsetzen werde, die "unsere Doktrin und unseren Glauben" akzeptierten.

Die Boy Scouts betonen, dass man einen Kompromiss zwischen Nicht-Diskriminierung und "Religionsfreiheit" finden musste. Mitglieder und Eltern hätten nun die Wahl, Pfadfindergruppen mit ähnlichen Ansichten auswählen zu können, die am besten zu den Familien passen.

Bei den Girl Scouts of America, die selbst rund 2,2 Millionen Jugendliche und 847.000 Erwachsene umfassen, gab es übrigens nie ein entsprechendes Verbot. Der Ring deutscher Pfadfinderverbände, sein weiblicher Gegenpart und die Europäische Pfadfinderkonferenz hatten sich in den letzten Jahren für eine Aufhebung des Verbots bei den amerikanischen Kollegen stark gemacht. (nb)



#1 Patroklos
#2 ursus
  • 28.07.2015, 13:02h
  • etwa 70% aller lokalgruppen werden von religiösen organisationen getragen. die mehrheit von ihnen wird vermutlich an der diskriminierung festhalten, und womöglich auch einige der nicht-religiösen gruppen, die sonst mitgliederschwund befürchten.

    diskriminierung wird also mit offizieller genehmigung des verbandes der standard bleiben, nicht-diskriminierung die ausnahme.

    da kann man wohl kaum von "diskriminierungsfreiheit" reden, nur weil jetzt nicht mehr ÜBERALL diskriminiert wird.
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#3 FinnAnonym
  • 28.07.2015, 14:21h
  • "Für religiöse Gruppen gibt es allerdings Ausnahmen."

    Wieso gibt es für "religiöse Gruppen" immer Ausnahmen?

    Religion steht nicht über dem Gesetz und in einer Demokratie sollte es eine Trennung von Staat und Kirche geben.

    Wollen die eine Demokratie sein oder ein Gottesstaat?
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#4 TheDad
#5 hugo1970Profil