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  • 17. Februar 2005, noch kein Kommentar

Nach mehrmaligen Verschiebungen ist die CD endlich draußen: "Home Again" von Jimmy Somerville. Sein Comeback?

Von Jan Gebauer

Ähnlich wie Erasure (queer.de-Review) hatte es auch Jimmy Somerville (Bronski Beat, The Communards) in den letzten Jahren nicht leicht. Nach etlichen Solo-Erfolgen zwischen 1989 und 1994 war seine Karriere aus kommerzieller Sicht in den folgenden Jahren immer mehr verblasst. Gründe dafür waren wohl seine immensen Pausen zwischen den Alben-Veröffentlichungen. So erschienen seit seinem 89er Debüt "Read My Lips" nur zwei weitere Alben, "Home Again" ist also die vierte CD in 16 Jahren. War der Vorgänger "Manage The Damage" eher komplex und vertrackt was Musikalität und Lyrics betrifft, greift Somerville bei "Home Again" auf leichtere Pop- und Dance-Klänge zurück. Unterstützung fand er unter anderem bei Peter Plate von Rosenstolz, der bei den Titeln "Come On" und "It Still Hurts" mitarbeitete.

Zudem scheint er sich wieder auf das altbekannte Konzept zu verlassen, das ihm einst etliche Chart-Erfolge einfuhr: Man nehme einen alten Hit einer Disco-Diva und motze ihn zeitgemäß auf. Thelma Houston ("Don't Leave Me This Way"), Gloria Gaynor ("Never Can Say Goodbye"), Millie Jackson ("Hurt So Good") und Sylvester ("You Make Me Feel – Mighty Real") standen in der Vergangenheit Pate. Dieses Mal heißt die Auserwählte Diana Ross und der Song könnte nicht schwieriger sein: "Ain't No Mountain High Enough". An die Motown-Klasse kommt Somerville zwar bei weitem nicht heran, dennoch ist seine Umsetzung nett und Disco-tauglich. Für die Dance-Charts also das richtige Futter. Weitaus interessanter sind jedoch andere Songs.

Während man bei 16 Liedern (inklusive einem Mountain-High-Remix) natürlich das ein oder andere Füllwerk findet ("What's Your Game"), überzeugt bereits der Opener "Could It Be Love" mit einer hypnotischen Pop-Melodie. Auch der sanfte Disco-Funk von "Burn" ist gefällig, ebenso wie der Titel-Song "Home Again" und das bereits im Oktober als Single veröffentlichte "Come On", das nach mehrmaligem Hören richtige Ohrwurm-Qualitäten entwickelt. Einer der unbestreitbaren Höhepunkte ist allerdings "It Still Hurts", eine textlich recht geradlinige aber umso berührendere Herz-Schmerz-Ode, die von Somervilles ultra-hohem Organ veredelt wird. Als Geheimtipp sei noch "But Not Tonight" empfohlen: Hier singt der kleine Mann aus Glasgow in einer solch tiefen Tonlage, dass man seine Stimme kaum wiedererkennt. Mit "Home Again" ist Somerville ein abwechslungsreiches Comeback-Album gelungen.

17. Februar 2005



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