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  • 31.07.2015, 07:05h           9      Teilen:   |

Deutsche-Welle-Interview

Omar Sharif Jr. spricht im arabischen TV über sein Schwulsein

Artikelbild
Omar Sharif Jr. ist Fotomodell und ebenfalls Schauspieler, wenngleich weniger bekannt als sein Großvater. Der 31-Jährige lebt in Los Angeles (Bild: Promo)

In der Sendung "Shabab Talk" der Deutschen Welle warb der Enkel des kürzlich verstorbenen ägyptischen Schauspielers Omar Sharif für Toleranz und religiöse Vielfalt.

Er war in seinem Heimatland Ägypten eine Art Nationalheld, andererseits auch umstritten und über Jahre hinweg eine "Persona non grata": Schauspieler-Legende Omar Sharif, der am 10. Juli in Kairo verstorben ist.

Entsprechend groß war das Interesse in Ägypten und anderen Ländern der arabischen Welt, als sein Enkel Omar Sharif Junior sich erstmals in Form eines ausführlichen Interviews mit der Deutschen Welle (DW) direkt an ein arabischsprachiges Publikum wandte.

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"Ich bin in erster Linie ein Mensch"

Auf Twitter bedankte sich Omar Sharif Jr. mit diesem Bildermix für das "nachdenkliche Interview"
Auf Twitter bedankte sich Omar Sharif Jr. mit diesem Bildermix für das "nachdenkliche Interview"

Sharif Junior, wohnhaft in Los Angeles, ist Fotomodell und ebenfalls Schauspieler, wenngleich weniger bekannt als sein Großvater. Vor allem aber setzt sich der 31-Jährige aktiv für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben ein – ein Anliegen, das in der arabischen Welt als besonders schwer vermittelbar gilt, da Homosexualität dort zumeist breiter gesellschaftlicher Ächtung unterliegt und in vielen Ländern sogar ausdrücklich unter Strafe steht.

In der Jugendsendung "Shabab Talk" warb er deshalb gegenüber dem arabischsprachigen Publikum vor allem für Toleranz: "Ich bin in erster Linie ein Mensch, und ich wünsche mir, dass die Menschen in der arabischen Welt mich auch so sehen", betonte Omar Sharif Junior im Gespräch mit DW-Moderator Jaafar Abdul-Karim.

Auch sein Großvater habe keinerlei Probleme mit seiner sexuellen Orientierung gehabt: "Meine Homosexualität war in unserer Familie nie ein Thema. Ich habe das auch nie mit meinem Großvater diskutiert", so Sharif Junior. "Ich war für ihn einfach nur Omar, der Enkel. Und bin das für ihn auch immer geblieben."

Enorme Resonanz in der arabischen Welt

Auf Facebook präsentierte sich Sharif Jr. vor einigen Jahren mit freiem Oberkörper und ägyptischer Nationalfahne
Auf Facebook präsentierte sich Sharif Jr. vor einigen Jahren mit freiem Oberkörper und ägyptischer Nationalfahne

Auch in Sachen Religion warb Sharif Junior für gegenseitige Achtung: "Ich bin Muslim", betonte er. "Aber ich respektiere auch die Religion meiner Mutter, das Judentum, genauso wie ich das Christentum respektiere – die Familie meines Großvaters war ja christlich. Ich bin sozusagen selbst eine Mischung aus all diesen Religionen." Sein ganzes Leben sei davon geprägt. "Ich bin in zwei verschiedenen Kulturen aufgewachsen", so Sharif Junior. "Meine Großeltern väterlicherseits waren zwei ägyptische Superstars – aber meine Großeltern mütterlicherseits waren Überlebende des Holocaust. Die einen waren reich, die anderen arm."

Die Resonanz auf die Äußerungen des Sharif-Enkels in der arabischen Welt waren enorm: Bereits nach wenigen Stunden gab es mehr als 100.000 Klicks auf die unterschiedlichen Clips und Online-Fassungen aus dem arabischsprachigen DW-Interview. Zwei große Sender in Ägypten und Libanon übernahmen das Interview komplett, zahlreiche Webseiten brachten umfangreiche Zitate aus dem Gespräch.

Omar Sharif Jr. hatte sich 2012 in einem Artikel für das US-Schwulenmagazin "Advocate" erstmals als schwul geoutet und damals die Verschlechterung der Lebensbedingungen für Minderheiten in seinem Herkunftsland Ägypten beklagt (queer.de berichtete). (cw/pm)

Links zum Thema:
» Omar Sharif Jr. auf Facebook
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Tags: omar sharif jr, deutsche welle, shabtalk
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Reaktionen zu "Omar Sharif Jr. spricht im arabischen TV über sein Schwulsein"


 9 User-Kommentare
« zurück  1  vor »

Die ersten:   
#1
31.07.2015
08:18:04


(+14, 14 Votes)

Von schwarzerkater
Profil nur für angemeldete User sichtbar


finde es von der "deutschen welle" (DW) mutig, dass sie in ägypten so eine sendung ausstrahlen. wichtig und mutig!


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#2
31.07.2015
08:22:26


(-1, 9 Votes)

Von OmaSharif


"Meine Homosexualität war in unserer Familie nie ein Thema."

klingt für mich eher nach Tabuthema als nach freiem, respektiertem Coming-Out.


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#3
31.07.2015
08:30:51


(-1, 7 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #1 von schwarzerkater


Finde ich auch! Sein Großvater war ein sehr guter und toller Schauspieler! Möge er in Frieden ruhen!


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#4
31.07.2015
14:32:28
Via Handy


(+6, 6 Votes)

Von schwTa


Respekt! Ich frage mich, welche Formulierung er auf Arabisch gewählt hat, denn meines Wissens nach gibt es für 'schwul' kein einziges neutrales Wort im Arabischen, und selbst "mithlii" (der Gleiche) ist negativ besetzt.


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#5
31.07.2015
15:00:08


(+7, 7 Votes)

Von ursus
Antwort zu Kommentar #2 von OmaSharif


>"Meine Homosexualität war in unserer Familie nie ein Thema."

das galt für seine religiöse identität offenbar nicht, und auch nicht für die der anderen familienmitglieder.

gut, man müsste das ganze interview sehen, bevor man vorwürfe erhebt, aber ich habe immer ein problem mit einer "toleranz", die vor allem darauf zu beruhen scheint, ein thema mit schweigen zu belegen. wenn es wirklich kein problem gäbe, dann könnte man über die dinge auch offen reden.

nichtsdestotrotz mag es sein, dass dieses interview in einer strategie der kleinen schritte sogar schon ein mittelgroßer ist.


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#6
31.07.2015
18:52:25


(+8, 12 Votes)

Von Vater
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Ich denke, man sollte ihm nichts in den Mund legen oder unterstellen, was er so einfach nicht gesagt hat.

Ich habe mit meiner Oma auch noch niemals mein Schwulsein diskutiert.
Das bedeutet aber nicht, dass es totgeschwiegen wurde.
Ich bin seit 26 Jahren geoutet und besuche meine Oma auch mit meinem Mann.
Der gehört für sie ganz selbstverständlich zur Familie und kommt auch bei Channukah- und Pessach-Feiern mit zu meiner Familie, wo er von jedem akzeptiert wird.

Mein Schwulsein ist für jeden in der Familie so selbstverständlich, dass es da nichts zu diskutieren gibt.

Deshalb: nicht gleich Homophobie und Totschweigen unterstellen.


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#7
01.08.2015
06:53:15


(+2, 6 Votes)

Von OmaSharif
Antwort zu Kommentar #6 von Vater


Ich habe hier niemandem etwas in den Mund gelegt. Ich habe den Satz "Meine Homosexualität war in unserer Familie nie ein Thema." herausgegriffen, den er ja ganz offenbar so gesagt hat, und betrachtet.

Mir geht es hier auch nicht darum, ob man "das Thema" mit seiner Oma "diskutiert". Für mich ist es etwas anderes, ob etwas "Thema" ist und somit ganz normal im Alltag vorkommt, oder ob etwas (problematisch) "diskutiert" werden muss.

Ist ja schön, dass Du positivere Erfahrungen gemacht hast - es geht aber auch anders. Und ich bin sicher, dass ich nicht die einzige Person bin, deren Homosexualität in der Familie totgeschwiegen werden sollte. Womit letztlich die ganze Person totgeschwiegen werden sollte. Jedenfalls das, was die Person TATSÄCHLICH ausmacht, wie die Person WIRKLICH ist.

Ich unterstelle hier niemandem konkrete Homophobie oder Totschweigen. Ich habe nur auf die für mich durchaus nicht unproblematische Aussage "Meine Homosexualität war in unserer Familie nie ein Thema." hingewiesen. "Nie ein Thema" klingt für mich eben eher nach Tabuthema als nach freiem, respektiertem Coming-Out.

Ich schließe mich hier ursus an, der in #5 schrieb: "aber ich habe immer ein problem mit einer "toleranz", die vor allem darauf zu beruhen scheint, ein thema mit schweigen zu belegen. wenn es wirklich kein problem gäbe, dann könnte man über die dinge auch offen reden."

So sehe ich das auch. Und so empfinde ich das eben auch selbst - nach leidvoller eigener Erfahrung. Nur weil andere Leute positivere Erfahrungen gemacht haben, heißt das nicht, dass solche Aussagen generell unproblematisch wären.

Ganz generell finde ich die Haltung "ich habe damit keine Probleme, also darf/kann jemand anderes damit ja auch keine Probleme haben" höchst bedenklich. Wenn jemand Leid dadurch erfahren hat, dass er_sie totgeschwiegen werden sollte, und einen Riesen-Kraftaufwand aufbringen musste, um sich davon zu befreien, so ist dies keine Bagatelle und hat bitte als Problem akzeptiert zu werden, auch wenn man das selbst so nicht hat(te).


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#8
01.08.2015
20:46:59


(+2, 4 Votes)

Von Lars
Antwort zu Kommentar #7 von OmaSharif


Über Sexualität zu reden, lernt sich nicht an einem Tag. Sonst wären wir mit der Schwulenemazipation schon viel weiter.

In sehr traditonellen Familien und Kulturen ist das schweigende Tolerieren schon ein wichtiger Schritt. Bestimmte Grauzonen sind in vielen Kulturen auch ein Bestandteil des Systems, das man nicht ohne weiteres abschaffen kann. (Das ist so, wie der Einsatz von Schmiergeld in fremden Ländern.) Das Interview richtet sich auch an ein anderes Zielpublikum, als die Leser von queer.de.

Um einen jungen Menschen Selbstbewusstsein und Sichehrit zu geben, gehört das Reden über die sexuelle Orientierung und der Umgang damit hierzulande zu den notwendigen Erziehungsaufgaben. Ja es stimmt, leider, man kann Menschen tot schweigen, im wahrsten Sinne des Wortes.

Was die ältere Generation angeht, habe ich unterscheidlichste Erfahrungen gemacht. Wenn man erwachsen ist, lernt man bergeifen, dass diejenigen, die mit dem Thema klamm sind, dafür Gründe haben, die wiederum in ihrer Erziehung und Jugend liegen und dass diese Hemmungen ab einem bestimmten Alter nur mit viel Mühe oder auch nicht mehr aufzulösen sind. Man lernt begreifen, dass man in manchen Themen als der Jüngere der Stärkere und Selbstbewusstere ist oder sein muss.


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#9
02.08.2015
19:43:05


(+3, 3 Votes)

Von OmaSharif


Die negativen Bewertungen bekomme ich hier offenbar von Leuten, die Totschweigen ganz klasse finden.

Mir wird übel. RICHTIG übel.


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