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Vom konservativen Hetero-Single bis zum genderqueeren Hipster mit polyamouröser Offenheit: "Brothers" begleitet die vier befreundeten Transmänner Aiden, Davyn, Jack und Max

Wer bisher wenig über Transmännlichkeit wusste, wird durch die Webserie "Brothers" unterhaltsam aufgeklärt – jetzt ging die zweite Staffel an den Start.

Von Jaron Christian Pelters

"Brothers" – so heißt eine von Emmett J. Lundberg produzierte Webserie rund um vier junge New Yorker Männer, die jedoch nicht etwa blutsverwandt, sondern durch ihre Transsexualität verbrüdert sind.

Alles beginnt mit einem Superman-Pflaster auf dem frisch Testosteron-gespritzten Oberschenkel des von Regisseur Lundberg selbst gespielten Jack. Ihm und den drei anderen Helden der Serie – Max, Aiden und Davyn – sehen wir daraufhin in den zwischen fünf und zehn Minuten kurzen Folgen dabei zu, wie sie die alltäglichen Prüfungen im Leben eines Transmanns bestehen. Diese reichen von Kleinigkeiten wie der Peinlichkeit des falschen Geschlechtseintrags im Personalausweis über größere Herausforderungen wie Beziehungsprobleme bis hin zur ernsthaften Katastrophe eines versuchten Suizids.

Es ist die besondere Stärke der Serie, bei aller Kürze der Einzelepisoden nahezu alle Themen zu berühren, die einen Transmann als solchen bewegen können – sei dies nun in medizinischer, sozialer oder emotionaler Hinsicht. So erfüllt "Brothers" en passant auch einen aufklärerischen Anspruch, ohne je gewollt pädagogisch zu wirken.

Die Verschiedenheit der "Brüder" sorgt für Dynamik

Jeder, der bisher wenig oder nichts über Transmännlichkeit wusste, kann durch "Brothers" einen ebenso niedrigschwelligen wie kurzweiligen Einblick in diese Thematik gewinnen. Ein weiteres Plus neben der Handlungsdichte ist die Bandbreite der Charaktere, die allein von ihrer Persönlichkeit und Lebenssituation unterschiedlicher kaum sein könnten. Diese Verschiedenheit sorgt nicht zuletzt für interessante Dynamiken unter den "Brüdern".

Auch bezüglich der sexuellen Orientierungen und Beziehungsmodelle wird eine große Vielfalt abgebildet: Da trifft der eher konservativ gesinnte, heterosexuelle Single auf den genderqueeren Hipster mit polyamouröser Offenheit; da steht der Bräutigam in spe mit lesbischer Vergangenheit dem ehemals ausschließlich zu Frauen hingezogenen Macker gegenüber, der mit Unbehagen seine schwule Seite entdeckt.

Die erste, acht Folgen umfassende Staffel startete bereits 2014. Im Juli ist nun die erste Folge der zweiten Staffel ins Netz gestellt worden. Die in Eigenregie mit dem gewissen Charme des leicht Ungeschliffenen produzierte Webserie wurde und wird per Crowdfunding finanziert. Derzeit suchen Lundberg & Co. noch nach Investoren für den Dreh weiterer Folgen. Es ist zu hoffen, dass sie fündig werden, damit wir bald erfahren, wie die Geschichte der sympathischen Transjungs sich entwickeln wird.

Youtube | Die erste Folge von "Brothers"
Infos zur Serie

Brothers. Webserie USA 2014/2015. Regie: Emmett Jack Lundberg. Darsteller: Emmett Jack Lundberg, Will Krisanda, Jamie Casbon, Hudson Krakowski. Kostenlos auf Youtube.
Galerie:
Brothers
10 Bilder


#1 WillieAnonym
  • 03.08.2015, 10:17h
  • Leider wieder kein schwuler tm dabei, dh jemand der von Anfang an auf Männer stand und nicht aus der Lesben- oder queer/pan Szene kommt, sondern in die schwule Szene integriert ist. Diese gibt es nämlich auch.
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