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  • 06.08.2015, 11:13h           34      Teilen:   |

Scharfe Kritik des LSVD

"Homophobe Panikmache" bei Thüringer CDU

Artikelbild
Christian Tischner macht Stimmung gegen den "Thüringer Bildungsplan bis 18" (Bild: CDU Thüringen)

Auch im Freistaat trommelt die oppositionelle CDU gegen einen Bildungsplan und warnt, dass "Frühsexualisierung" zu befürchten sei, wenn an Schulen über Schwule und Lesben gesprochen wird.

Äußerungen des bildungspolitischen Sprechers der CDU Thüringen haben in den letzten Tagen zu scharfer Kritik von LGBT-Aktivisten geführt.

Christian Tischner hatte am Freitag in einer Pressemitteilung seiner Fraktion der rot-rot-grünen Landesregierung von Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) vorgeworfen, dass die Berücksichtigung von LGBT im "Thüringer Bildungsplan bis 18" problematisch sei. Dabei verwendete er auch den Kampfbegriff "Frühsexualisierung", mit dem die homophobe "Demo für alle" in Stuttgart vor der Erwähnung von Schwulen und Lesben im Unterricht warnt.

"Berichte zur Fertigstellung des Thüringer Bildungsplans bis 18 Jahre und die stärkere Berücksichtigung der Gleichstellung von sexueller Orientierung und geschlechtlicher Identität haben Eltern und Lehrer in den letzten Wochen stark verunsichert", behauptet Tischner. Er warnte die Regierung davor, die "Sexualerziehung über die Köpfe der Eltern" hinweg zu entscheiden. Denn "viele Eltern" fürchteten "eine zu frühe Sexualisierung ihrer Kinder".

Allerdings kann Olaf Hollunder, der stellvertretende Landeselternsprecher, laut der "Thüringer Allgemeinen" diese Behauptung nicht nachvollziehen. Seines Wissens seien keine massiven Sorgen der Eltern wegen "Frühsexualisierung" an seinen Verband herangetragen worden. Auch im Thüringischen Bildungsministerium ist man über die Attacke der CDU überrascht. Es gehe nicht um "Frühsexualisierung", sondern um einem dem Entwicklungsstand entsprechenden Umgang mit Sexualität, erklärte ein Sprecher.

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CDU "torpediert Förderung von Akzeptanz"

Der Lesben- und Schwulenverband Thüringen zeigte sich über die Äußerungen entsetzt und kritisierte die größte Oppositionspartei ungewöhnlich scharf: "Die Befürchtungen der CDU-Fraktion sind homophobe Panikmache", erklärte LSVD-Sprecherin Jenny Renner. Immerhin sei die schulische Sexualaufklärung "ein Aspekt unter vielen in dem über 400 Seiten starken Entwurf" – und dieser sei darauf ausgerichtet, ein "mobbingfreies Klima" in Schulen zu schaffen. "Das zu skandalisieren ist, mit homophoben Kanonen auf Spatzen zu schießen", so Renner. "Die CDU behauptet immer nur, gegen Diskriminierung zu sein. Doch statt konkrete Maßnahmen vorzuschlagen, torpediert sie lieber die Förderung von Akzeptanz."

Sie wies auch den Vorwurf des CDU-Mannes zurück, dass der Bildungsplan quasi in Hinterzimmern heimlich zusammengestellt wird: "Es gab und gibt bereits seit Jahren eine breite und transparente Diskussion um den 'Bildungsplan bis 18' in Thüringen", so Renner. So sei er von einem wissenschaftlichen Konsortium erarbeitet und von einem Fachbeirat begleitet worden, in dem beispielsweise Kirchen und Gewerkschaften vertreten seien – und keine LGBT-Vertreter, wie sie weiter anmerkte.

Laut dem Landesbildungsministerium wird ein überarbeiteter Entwurf nach der Prüfung durch die Fachreferate im Herbst veröffentlicht.

Die CDU kämpft derzeit in mehreren Bundesländern dagegen, dass LGBT in Bildungsplänen erwähnt werden. In Niedersachsen warnte etwa die christdemokratische Schulexpertin Karin Bertholdes-Sandrock davor, dass Schwule nicht mit Schülern allein gelassen werden dürften (queer.de berichtete). In Stuttgart unterstützen Teile der CDU offen die homophobe "Demo für alle" (queer.de berichtete).

LGBT-Aktivisten verweisen darauf, dass an Schulen ein homophobes Klima vorherrsche, das Schwulen und Lesben das Leben schwer mache. So zeigte eine Berliner Studie aus dem Jahr 2012, dass rund zwei Drittel der Grundschüler "schwul" oder "Schwuchtel" als Schimpfwort verwendeten (queer.de berichtete). (dk)

Links zum Thema:
» Info-Seite über den Bildungsplan
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Tags: cdu, thüringen, erfurt, christian tischner
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Reaktionen zu ""Homophobe Panikmache" bei Thüringer CDU"


 34 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
06.08.2015
11:28:43


(+12, 12 Votes)

Von Peer


Die CDU'ler müssen ja wirklich von Sex besessen sein, wenn sie immer von "Frühsexualisierung" sprechen.

Haben die sich niemals ein Schulbuch angesehen?

Beim entsprechenden Unterricht an Grundschulen (der ja anderswo längst üblich ist), geht es überhaupt nicht um Sex. Da geht es einfach nur darum, dass manche Jungs Mädchen mögen und andere Jungs verlieben sich in Jungs. Bzw. umgekehrt bei Mädchen.

Und das Thema Sex kommt erst dann dazu, wenn die Schüler wirklich in die Pubertät kommen und wissen müssen, wie sie verhüten, etc.

Will die CDU demnächst auch noch die Lügen der AfD und der "Besorgten Eltern" aufgreifen und behaupten, in Bildungsplänen stünde, dass Schüler sich Pornos ansehen müssen und an Gruppensex teilnehmen müssen?


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#2
06.08.2015
11:39:53
Via Handy


(+13, 13 Votes)

Von miepmiep
Profil nur für angemeldete User sichtbar


"Niemand darf wegen seiner Herkunft, seiner Ab­ stammung, seiner ethnischen Zugehörigkeit, seiner so­zialen Stellung, seiner Sprache, seiner politischen, welt­anschaulichen oder religiösen Überzeugung, seines Ge­schlechts oder seiner sexuellen Orientierung bevorzugt oder benachteiligt werden."

Artikel 3 (3) der Verfassung des Freistaates Thüringen

Wenn schulische Akzeptanzförderung infragegestellt wird, werden Ideologien der Ungleichwertigkeit geduldet und ihnen Vorschub geleistet.

In Thüringen gibt es ein "Landesprogramm für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit". Sein Kurztitel zu Werbezwecken: DENK BUNT.


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#3
06.08.2015
11:42:42


(+13, 15 Votes)

Von Nico


1.
Schon in Grundschulen ist "schwule Sau" das häufigste Schimpfwort. Sollten die Schüler dann nicht wenigstens wissen, was das überhaupt heißt und was sie damit anrichten?

2.
Nach wie vor ist die Selbstmordrate unter schwulen, lesbischen, bi-, trans- und intersexuellen Jugendlichen 5-6 x so hoch wie bei Hetero-Jugendlichen.

Erstens weil sie sich minderwertig fühlen und zweitens weil sie obendrein auch noch gemobbt werden. Beides kann nur mit Aufklärung und mehr Bildung verhindert werden.

Wenn jemand das verhindern will, nimmt er offenbar für seine homophobe Ideologie den Tod von Menschen billigend in Kauf oder will das sogar.

3.
Aufklärungsunterricht kann nicht die sexuelle Orientierung ändern. Es geht also nicht darum, Schüler schwul oder lesbisch zu machen, wie manche Verschwörungstheoretiker sich das in ihrem kranken Hirn gerne ausdenken.

Es geht nur darum, dass die LGBTI-Jugendlichen erfahren, dass an ihnen nichts minderwertig ist. Und dass die Hetero-Jugendlichen dies auch erfahren und Akzeptanz gegenüber LGBTI lernen, was auch ihnen selber nützt, weil Fanatiker es in Zukunft in Wirtschaft und Gesellschaft immer schwerer haben werden. Tolerante, weltoffene Menschen sind langfristig immer im Vorteil.

In der Kindheit und Jugend werden die Weichen gestellt, ob man ein toleranter, weltoffener Mensch wird, der glücklich durchs Leben geht oder ob man ein hasserfüllter Fanatiker wird, der sich selbst ausschließt und immer mehr in den Wahn abdriftet.


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#4
06.08.2015
11:45:37


(+10, 12 Votes)

Von Heiner


Ist doch klar, dass die CDU die Menschen dumm halten will.

Manche Parteien sind halt darauf angewiesen, die Menschen dumm zu halten, weil sie sonst die Machenschaften dieser Parteien durchschauen würden. Dumme Menschen lassen sich halt viel leichter führen.


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#5
06.08.2015
11:52:19


(+12, 12 Votes)

Von Carsten AC


>> Christian Tischner macht Stimmung gegen den "Thüringer Bildungsplan bis 18"

Da spätestens seit der Schulzeitverkürzung auf 12 Jahre (und an Haupt- und Realschulen ja eh noch kürzer) wohl nur noch wenige Jahrgangsstufen komplett aus Volljährigen bestehen werden, soll es also laut CDU demnächst gar keinen Aufklärungsunterricht mehr geben?

Oder gilt das nur für Aufklärung über GLBTI-Themen, während Aufklärung über Hetero-Themen weiterhin erlaubt ist?

Oder ist das Ziel der CDU jede Aufklärung abzuschaffen? Damit die Kirchen wieder Kondome als Ursache von AIDS hinstellen können und Sex vor der Ehe, Selbstbefriedigung, etc. als Teufelswerk hinstellen können...

Aufklärungsunterricht ist eine der größten Errungenschaften der Bildungsgeschichte und nicht erst seit AIDS lebenwichtig. Aber es gibt immer mehr Bestrebungen prüder Ewiggestriger das Rad der Zeit zurückzudrehen.


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#6
06.08.2015
11:59:34


(+13, 13 Votes)

Von Jasper


Es ist absolut notwendig, dass auch Themen wie Homo-, Bi- und Transsexualität an Schulen behandelt werden. Dabei geht es nicht nur um den Sexualkundeunterricht, sondern dass man z.B. auch in Erdkunde erfährt, dass in manchen Staaten die Todesstrafe darauf steht. Oder in Geschichte erfährt, dass im Dritten Reich nicht nur Juden, Sinti, Roma, politisch Oppositionelle, Behinderte, etc. verfolgt, gefoltert und vergast wurden, sondern eben auch Schwule und Lesben.

Die Schüler haben ein Recht darauf, die ganze Wahrheit zu erfahren. Und sie müssen es auch erfahren, damit Schulen endlich ein sicherer Ort der Bildung werden, wo es kein Mobbing mehr gibt und wo Schüler keine Angst vor anderen mehr haben müssen. Davon profitieren letztlich auch Heteros.

Vielfalt statt Einfalt!
Bunt statt Braun!


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#7
06.08.2015
12:04:44
Via Handy


(+12, 12 Votes)

Von Felix


Ich finde es unerträglich, wie die CDU immer wieder Stimmung gegen Minderheiten macht und Hass schürt, um daraus Kapital zu schlagen und am rechten Rand nach Stimmen zu angeln.

Das ist Rechtspopulismus pur.


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#8
06.08.2015
12:17:25


(+11, 11 Votes)

Von Jasper
Antwort zu Kommentar #1 von Peer


Volle Zustimmung!

Es geht bei den Bildungsplänen um so viel mehr als um Sex. Natürlich geht es auch darum, dass die Schüler lernen, welche Arten des Sex es gibt, wo Gefahren möglich sind, wie sie sich beim Sex schützen, etc. Aber das ist ja auch wichtig.

Oder sollen die Schüler das demnächst wieder aus der Bravo lernen oder wenn die dann irgendwann auch verboten wird vom Hörensagen von Freunden. Dass junge Schülerinnen und Schüler dann wieder denken, beim ersten Sex könne man nicht schwanger werden. Oder dass jemand mit HIV auch krank aussieht und es andere Geschlechtskrankheiten eh nicht gibt. Und dass Selbstbefriedigung einen blind macht und das Rückenmark schwinden lässt. Und was sonst so alles früher an Ammenmärchen kursierte oder sogar bewusst in die Welt gesetzt wurde, um junge Menschen zu prüden, verklemmten Wesen zu machen.

Aber es geht bei den Bildungsplänen noch um so viel mehr als nur um Sexualkunde. Es geht auch um politische Bildung und schlichtweg darum, die Schüler zu toleranten, weltoffenen Menschen zu erziehen, die andere nicht danach beurteilen, welche Hautfarbe sie haben, welche Klamotten sie tragen oder eben in wen sie sich verlieben.

Dass die Bildungsplangegner von CDU/CSU, AfD und aus den religiös-fundamentalistischen Gesellschaftsgruppen das ganze immer wieder nur auf Sex reduzieren und sogar solche Phantasien in den Raum stellen, da würden Pornos gezeigt und Gruppensex durchgeführt, zeigt nur, wie sehr diese Menschen von Sex besessen sein müssen. Wahrscheinlich unterdrücken die ihre eigene Sexualität so sehr, dass sie wahnhaft vom Thema Sex besessen sind und überall immer nur Sex Sex Sex sehen...


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#9
06.08.2015
12:24:52


(+13, 13 Votes)

Von XDAS


Der politische Arm der katholischen Kirche will halt wieder dafür sorgen, dass Sexualität als etwas verdorbenes und als Sünde wahrgenommen wird, was nur zum Rassenerhalt erlaubt ist.

So sollen dann keusche, sexuell frustrierte Menschen herangezogen werden, die ihre Bedürfnisse ignorieren und ihr Heil dann bei irgendwelchen Predigern suchen.

Und ganz nebenbei kann man auch noch von den zahlreichen Verbrechen der katholischen Kirche ablenken, wenn man eine Bevölerungsgruppe als Urheber allen Übels hinstellt, die das Land angeblich mit Elend und Diktatur überziehen wollen.


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#10
06.08.2015
12:27:51


(+13, 13 Votes)

Von Fakten


>> Die CDU kämpft derzeit in mehreren Bundesländern dagegen, dass LGBT in Bildungsplänen erwähnt werden. In Niedersachsen warnte etwa die christdemokratische Schulexpertin Karin Bertholdes-Sandrock davor, dass Schwule nicht mit Schülern allein gelassen werden dürften

Wäre es nicht viel gefährlicher, Schüler mit Priestern alleine zu lassen?

Denn wenn man sich mal die Fakten anguckt:
- sexueller Missbrauch im Aufklärungsunterricht: NULL
- sexueller Missbrauch durch Priester: TAUSENDE


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