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Kommentare zu:
Erstmals zwei schwule Paare in der "Best Dressed"-Liste


#11 Harry1972Profil
  • 08.08.2015, 07:13hBad Oeynhausen
  • Hier geht es wohl weniger um Mode sondern um "gut angezogen" und da spielen Markenklamotten nur eine untergeordnete Rolle.
    Wir senden mit unserem Äusseren Signale an unsere Umwelt. Dazu gehört Kleidung, Haare, Schmuck oder auch Tätowierungen. Manche Menschen achten nicht bewusst auf die Signale, die sie dadurch aussenden, andere achten penibel auf ihre Aussenwirkung.

    Genauso bewusst oder unbewusst nehmen wir diese Signale auch wahr und niemand kann von sich behaupten, völlig unvoreingenommen zu sein.
    Nicht umsonst heisst es, daß der erste Eindruck entscheidet. Ich habe schon vor Jahren mit diesem ersten Eindruck gespielt und mich mal betont abgerissen und mal betont gepflegt unter die Menschen gemischt. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich man behandelt wird.

    Ich behaupte mal, daß sich die meisten Menschen gar nicht wirklich bewusst sind, wie sehr sie Mimikri betreiben, um innerhalb ihrer gesellschaftlichen Gruppe anerkannt zu werden.
    Das es innerhalb dieser Gruppen dann noch zu einem Wettstreit um die beste Erscheinung gibt, dient dann wohl der Hackordnung.
    Insgesamt erleichtern diese Signale aber unser Leben und Abgrenzung von anderen Gruppen muss nicht zwangsläufig bedeuten, daß man die anderen für minderwertiger hält.
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#12 unkompliziertAnonym
  • 08.08.2015, 08:36h
  • Eine kritische Distanz ist nie verkehrt, ganz besonders nicht bei diesen Oberflächlichkeiten. Ich halt es einfach. T-Shirt, Jeans und Turnschuhe - nicht immer oder alles Markenklamotten, Hauptsache es passt und ist sauber. Nicht teuer, ist unkompliziert und es kommen genug Typen mit dem Look klar. Perfekt. Mehr Zeit, neben Sport und einer einigermaßen ausgewogenen Ernährung, dafür zu verwenden, hab ich echt keine Lust!
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#13 yelimSEhemaliges Profil
  • 08.08.2015, 10:46h
  • Antwort auf #8 von Andersen
  • Die Junge-Größstädter-Uniform? Jeans, Sneakers und T-Shirt vermitteln sehr wohl Informationen über das Selbstbild des Trägers, seine soziale Zugehörigkeit, seine Selbstdarstellung. Eines der Signale ist zB: Distanz zu diesem ganzen modischen Firlefanz. Ich begebe mich nicht in das Fegefeuer eurer Eitelkeiten (weil ich dafür viel zu schön bin).

    Wer ernsthaft glaubt sich da auszuklinken, möge sich doch bitte blind nach dem Zufallsprinzip mit Kleidung versorgen (NICHT aus dem eigenen Kleiderfundus, wohlgemerkt, den den habt ihr ja bereits nach euren eigenen Maßstäben ausgestattet).

    Bekleidung und mit ihr die Signale die wir bewußt und gezielt zeigen möchten, oder die wir unbewußt vermitteln, sind immer kontextabhängig. Was in dem einen Zusammenhang sinnvoll ist, kann in einem anderen sehr kontraproduktiv sein. Selbst ein Banker wird nicht im Clamotten Anton Anzug mit Krawatte zum lockeren Grillabend auflaufen .. unter anderem weil sein Anzug Arbeitsbekleidung ist, so wie Schürze und Mützli eines Kochs.

    Es geht durchaus nicht nur um soziale bzw ökonomische Schichten. Es geht um soziale Gruppen. Ich werde morgen in einem bald zwanzig Jahre alten Trikot, mit einem etwa elf, zwölf Jahre alten Schal, beiden sieht man ihr Alter an, genußvoll an den Ritualen einer sozialen Gruppe teilnehmen die ökonomisch sehr heterogen ist. Ingenieur neben ungelernter Hilfskraft, Kleinunternehmer neben arbeitslosem Opelaner. Aber an diesem Ort, in diesem Zusammenhang sind alle gleich. Was zählt ist unser Verein, unsere Mannschaft, das WIR. Pokalspiel.

    Obwohl, so richtig gleich natürlich auch wieder nicht. Wenn Du Dich als Fußballunkundiger outest, kannst Du Dich mit Fanartikeln behängen wie ein Weihnachtsbaum, Du wirst, in aller Freundschaft, der Novize sein, dem konsequent 105 Minuten lang jeder Grashalm des Spielfelds einzeln erläutert wird. Von den zwanzig Mann und Frau die um Dich herumstehen. Gleichzeitig.

    Die Bekleidung schafft hier natürlich Abgrenzung zu Fans anderer Vereine, soweit ich jedoch grenzübergreifende Schwätzchen halte, wird diese Abgrenzung eben durchaus nicht als negativ empfunden. Ein Glubberer in Weiß-Grün? Eher nicht.

    Manchmal, wenn die Fangruppen verschiedener Vereine einander in Sympathie zugeneigt sind, oder Einzelne aus den verschiedenen Lagern, werden diese an und für sich bestens behüteten emotional hochaufgeladenen Symbole auch gegenseitig ausgetauscht - die Fanschals. Mein Blau-Weiß gegen Dein Rot-Weiß. Vielleicht werden wir gute Freunde, vielleicht sehen wir uns nie wieder, aber hier und jetzt im Stadion bist Du für mich ein Klassetyp und Deine Mannschaft verdient meinen Respekt. Das ist ein besonderer Akt, eine enorm wertige soziale Interaktion die ohne diese Abgrenzungsmerkmale gar nicht möglich wäre.

    www.youtube.com/watch?v=BOj-Z-hfVgI

    www.youtube.com/watch?v=Ma6I9lBzaHc

    Wenn sie sich gut schlagen und die Unseren ordentlich kämpfen und wenn ich einen von denen finde der fußballtechnisch auf meiner Wellenlänge liegt, mag es sein daß ich mich morgen nacht mit einem Schal des FSV Salmrohr um den Hals gen Heimat trinke.
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#14 seb1983
  • 08.08.2015, 11:22h
  • Antwort auf #12 von unkompliziert
  • Bei der Distanz zum einen Kleidungsstil rutscht du dann in die Falle eines anderen

    Egal ob nun nur Lacoste, die eher sportliche Adidas Fraktion, der Hip Hop Style, jeden Tag anders in Kik oder Primark, oder doch lieber 100%öko Fair trade kombiniert mit selbst gestricktem Einkaufsbeutel, oder doch lieber mit reichlich Aufnähern und Palästinensertuch...
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#15 ursus
  • 08.08.2015, 11:26h
  • Antwort auf #7 von yelimS
  • ich kann mir vorstellen, dass dir diese webseite hier gefallen wird:

    www.exactitudes.com/

    (man kann in dem feld herumzoomen, spiel einfach ein wenig herum.)

    zwei künstler haben in rotterdam menschen fotografiert und so sortiert, dass ihre scheinbar individuelle kleidung als uniformierung sichtbar wird.

    ich finde diese bilder, gerade in dieser fülle, recht beeindruckend. wir bilden uns zwar gern ein, wir würden uns alle ganz "individuell" kleiden, aber in wirklichkeit tragen wir fast alle fast überall TRACHTEN: kleidungsstücke, die uns aufgrund kultureller codes als angehörige bestimmter gruppen einordnen.
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#16 yelimSEhemaliges Profil
#17 unkompliziertAnonym
  • 08.08.2015, 12:41h
  • Antwort auf #14 von seb1983
  • Mein Hauptanliegen betrifft das Unkomplizierte. T-Shirt und Jeans sind nun mal unkompliziert und einfach in der Handhabung. 100% Baumwolle, bei 30/40 Grad waschbar, fertig. Hauptsache es sitzt bequem. Kann aber gerne auch aus einem Secondhandladen sein. Das ist dann tatsächlich 100% Öko. Dass das auch eine Uniformierung darstellt und nicht gerade meiner Individualität ausdruckt verleiht, hat für mich geringere Priorität.
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#18 seb1983
#20 ursus

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