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Markante Doppeltürme: Die Pfarrkirche Unserer Lieben Frau der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Nemmersdorf (Bild: Dekanat Bad Berneck)

Der Nemmersdorfer Pfarrer Günther Weigel vergleicht die Gleichstellung von Lesben und Schwulen mit Hochzeiten zwischen Menschen und Tieren.

Im fränkischen Goldkronach sind bereits mehrere Menschen aus der evangelischen Kirche ausgetreten. Anlass ist eine Stellungnahme von Günther Weigel, seit 2012 Pfarrer im Ortsteil Nemmersdorf, gegen die Öffnung der Ehe für lesbische und schwule Paare, bei der er sich deutlich im Ton vergriffen hat.

Die Forderung nach einer Ehe für alle würde bedeuten, dass die Ehe unter nahen Verwandten "dann ebenfalls möglich wäre; oder auch die Ehe zwischen einem Menschen und seinem geliebten (Haus-)Tier", schrieb Weigel im aktuellen "Kirchenboten". Und fragte weiter: "Wie dekadent und pervers müssen einzelne Vertreter unserer Politik und Gesellschaft eigentlich sein, um auf solche Ideen zu kommen?"

Landeskirche kritisiert "bizarre Fantasien" Weigels

Die evangelische Landeskirche in Bayern distanzierte sich prompt vom Nemmersdorfer Pfarrer. Die Andacht hinterlasse eine "Mischung aus Irritation und Ratlosigkeit", erklärte Sprecher Michael Mädler gegenüber dem "Nordbayerischen Kurier". Er sei verwundert über die "bizarren Fantasien, die der Autor angesichts der erhobenen Forderung nach der Ehe für alle entwickelt", und bescheinigte Weigel eine "theologisch schwachbrüstige Argumentation".

Heftige Kritik am Pfarrer äußerte auch der Arbeitskreis Queer an der Uni Bayreuth. "Eine Beziehung zwischen Mensch und Tier war nie Teil der Debatte", meinte Sprecher Thomas Pickel. Er sei "schockiert und traurig" über Weigels Andacht und fühle sich in seiner "Menschenwürde angegriffen". Insbesondere für junge Lesben und Schwule im Coming-out könnten solche Äußerungen verheerende Folgen haben.

Pfarrer Weigel selbst kann die Aufregung um seinen Gemeindebrief nicht verstehen, eine Entschuldigung lehnt er ab. Die Ehe sei vor Gott "grundsätzlich unauflöslich, eine Verbindung zwischen Mann und Frau und auf Nachkommenschaft angelegt", erklärte er gegenüber dem "Nordbayerischen Kurier". Auf die Frage der Zeitung, ob der Vergleich einer homosexuellen Beziehung und einer Beziehung zwischen Mensch und Tier nicht menschenverachtend sei, meinte der Pfarrer: "Das ist nicht die Frage." Mit der Forderung nach einer Ehe für alle sei das in letzter Konsequenz denkbar. "Mehr habe ich nicht gesagt." (cw)



#1 TomBerlinProfil
  • 08.08.2015, 14:45hKoblenz
  • Zum Glück bin ich schon vor über 20 Jahren aus diesem Verein ausgetreten!
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#2 ollinaieProfil
  • 08.08.2015, 15:06hSeligenstadt
  • "... sei das in letzter Konsequenz denkbar."

    Denkbarkeit setzt aber Denken und mehr noch denken(!) voraus.

    Für Leute mit göttlichen Wissen eine schwere Übung.
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#3 falken42
  • 08.08.2015, 15:11h
  • Immer die gleiche dumme Argumentation. Wenn Sex, Liebe und Ehe sich nur auf die Fortpflanzung beziehen würden, dann könnten wir uns alle einmal im Frühjahr treffen, die Männchen kämpfen untereinander und die oder der Sieger begatten alle Weibchen und gehen danach wieder auseinander. Also liebe Heteros ist Fortpflanzung ECHT euer Grund für all das?

    Aber schon sehr ähnlich den amerikanischen Vorbildern in ihren fanatischen christlichen Gemeinden. Liebe Leute die hier immer davon reden, dass inzwischen alles in Ordnung sei und die Alten sich mal mit ihrem Kampfgeist in die Schublade der Geschichte begeben sollen (siehe heterolike hier) wo bleibt hier euer Kommentar?
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#4 Markus44Anonym
  • 08.08.2015, 15:17h
  • Antwort auf #1 von TomBerlin
  • @TomBerlin
    "Zum Glück bin ich schon vor über 20 Jahren aus diesem Verein ausgetreten!"

    Zum Glück bin ich schon vor über 20 Jahren als schwuler Christ von der katholischen Kirche zu den evangelischen Landeskirchen der EKD übergetreten.

    In den meisten Landeskirchen der EKD gibt es öffentliche Segnungsgottesdienste für gleichgeschlechtliche Paare nach ihrem Gang zum Standesamt. Ich war selbst bereits bei zwei befreundeten schwulen Paaren, die sehr schön Feiern vor dem Altar einer lutherischen und einer unierten Kirche mit Freunden, Verwandten und Bekannten gefeiert haben. Nunemehr gehen mit der Landeskirche Hessen-Nassau und der Landeskirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz die ersten Landeskirchen dazu über, regulär kirchliche Trauungen zu ermöglichen und die Gleichstellung zu vollziehen.

    Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe protestantischer, altkatholischer und anglikanischer Kirchen, die kirchliche Trauungen ermöglicht haben.

    *
    de.wikipedia.org/wiki/Segnung_gleichgeschlechtlicher_Paare

    Auch ist es sehr erfreulich, das die EKD-Leitung bereits 2001 damals mit dem Grundsatzpapier "Verantwortung und Verlässlichkeit stärken" die Einführung des Lebenspartnerschaftsinstitutes unterstützt hat, während damals die Katholische Kirche durch die Deutsche Bischofskonferenz eine Unvereinbarkeitserklärung des Lebenspartnerschaftsinstitutes mit der Lehre der katholischen Kirche verabschiedete, die erst dieses Jahr im Mai 2015 von der Deutschen Bischofskonferenz der Katholiken wieder aufgehoben wurde, damit das neue kirchliche Arbeitsrecht in Kraft treten konnte.

    Ebenso erfreulich, das mittlerweile in allen Landeskirchen der EKD homosexuelle Pastoren mit ihrem Partner im Pfarrhaus wohnen undleben dürfen. Entsprechende dienstrechtliche Regelungen, die dies ermöglichen, hat die EKD bereits vor Jahren verabschiedet.

    Fazit: Es ist sehr erfreulich, das die EKD mit ihren Landeskirchen sehr LGBT-freundlich im Vergleich zur Katholischen Kirche zu bewerten ist.
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#5 hugo1970Profil
  • 08.08.2015, 15:28hPyrbaum
  • "Das ist nicht die Frage."

    So is es, die Frage ist ob er ein Faschistisches arschloch ist, da man die Frage mit einem klaren Ja beantworten muß.
    Was passierte in den ehemaligen ostblockstaaten, wenn man sich pro faschismus äußerte?, genau und das muß diesen aufgeblasenen Fröschen auch passieren, ins Gefängnis mit ihen und zwar auf niemerwiedersehen!!!
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#6 hugo1970Profil
#7 GeorgGAnonym
  • 08.08.2015, 16:12h
  • Wie hier schon öfter thematisiert wurde, gibt es auch in der EKD Gebiete, die erzkonservativ sind, z.B. in Sachen (Erzgebirge), Siegerland und Baden-Württemberg. Insgesamt muss man von ca. 1 Million Evangelikaler innerhalb der Landeskirchen (bei ca. 23 MIllionen Mitgliedern) ausgehen. Das zu ändert, wird in schwulen Arbeitsgruppen wie der HuK seit über 30 Jahren versucht, aber die Fronten haben sich verhärtet.
    Es bringt nichts, solche konservativen Menschen als Faschisten zu beschimpfen. Dadurch wird es nicht besser, sondern die Fronten verhärten sich noch mehr.
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#8 ursus
  • 08.08.2015, 17:15h
  • >"Die evangelische Landeskirche in Bayern distanzierte sich prompt vom Nemmersdorfer Pfarrer."

    ... zog aber, außer sehr sachte mit dem fingerchen zu wedeln, keinerlei konsequenzen. wie fast immer. nicht mal eine verwarnung oder einberufung zum gespräch.

    explizite und aggressive homofeindlichkeit bleibt weiterhin akzeptierter teil des "glaubensreichtums" der evangelischen kirche.
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#9 RhondaAnonym
  • 08.08.2015, 17:31h
  • Da die EKD - im Gegensatz zu den Katholen - keine Weisungsbefugnis gegenüber den Mitgliedskirchen hat, kann sie auch nicht mehr machen.
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#10 Patroklos
  • 08.08.2015, 17:31h
  • Dann wird Herr Pfarrer wohl demnächst vor leeren Bänken seinen geistigen Durchfall ausbreiten!
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