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  • 11.08.2015, 16:33h           77      Teilen:   |

Petition ruft zu Boykott auf

Kritik an "Stonewall" hält an

Artikelbild
Jeremey Irvine (vorne rechts) spielt die Hauptrolle in Roland Emmerichs Heldenepos

Der Roland-Emmerich-Film über den Stonewall-Aufstand 1969 sorgt weiter für Kritik in der Community. Eine Petition, die zum Boykott aufruft, ist bereits 22.000 Mal unterzeichnet worden.

In den Vereinigten Staaten kritisieren LGBT-Aktivisten weiterhin den deutschen Regisseur Roland Emmerich, weil sein Film "Stonewall" mit einem Fokus auf einen schwulen Hauptdarsteller die Geschichte verfälsche. Der Film, der am 25. September in Nordamerika anlaufen soll, erzählt die Geschichte vom Stonewall-Aufstand aus der Sicht eines jungen Schwulen, der von Jeremy Irvine dargestellt wird. Nach der Veröffentlichung des gut zweiminütigen Trailers gab es heftige Kritik, weil darin Lesben, transsexuelle Frauen und "Persons of Color" nur eine Nebenrolle zugeschrieben werde (queer.de berichtete).

Inzwischen haben über 22.000 Menschen eine Online-Petition unterschrieben, in der zum Boykott der "weißgewaschenen Version queerer Geschichte" aufgerufen wird. "Schmeißt der kapitalistischen Industrie kein Geld zu, wenn sie die wahren Heldinnen und Helden nicht anerkennt", heißt es darin.

Auch in mehreren Publikationen wird der Film heftig kritisiert. So erschien am Dienstag in der Online-Version des führenden LGBT-Nachrichtenmagazins "The Advocate" die Kolumne einer schwarzen lesbischen Pfarrerin mit der Überschrift: "Das Stonewall, an das ich mich erinnere, war nicht nur weiß." Das linksliberalen Meinungsmagazin "Salon.com" titelt in einem ebenfalls am Dienstag veröffentlichten Kommentar: "Stonewall ist in unserem Blut: Wie der weiße schwule Held des Filmes der neueste Versuch ist, farbige Trans-Aktivisten auszuradieren."

Youtube | Transaktivistin Pat Cordova-Goff ruft zum Boykott auf: "Weiße Leute haben nicht Amerika gerettet. Weiße Leute haben niemanden gerettet."
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Drehbuchautor: Film ist keine Dokumenation

Regisseur Roland Emmerich und Hauptdarsteller Jeremy Irvine haben bereits vergangene Woche dazu aufgerufen, den Film abzuwarten und seine Meinung nicht von einem kurzen Trailer abhängig zu machen. Drehbuchautor Jon Robin Baitz erklärte am Wochenende, dass der Film natürlich keine Dokumentation sei: "In diesem Film geht es um die Erweckung eines jungen Mannes, der in einer Welt aufwacht, in der er 'der andere' ist. Der Film ist nicht die endgültige Geschichte einer Revolution."

LGBT-Aktivist Larry Kramer
LGBT-Aktivist Larry Kramer (Bild: flickr / David Shankbone / cc by 2.0)

Einige LGBT-Aktivisten haben sich hingegen für den Film ausgesprochen. Am deutlichsten drückte sich der mehrfach für seinen Einsatz für LGBT und HIV-Positive ausgezeichnete Aktivist Larry Kramer aus. Der 80-Jährige machte dem deutschen Regisseur Mut: "Hör nicht auf die Verrückten", schrieb er auf Facebook an Emmerich. "Aus irgendeinem Grund gibt es eine Gruppe 'Aktivisten', die darauf bestehen, dass ihr Einsatz und Teilnahme an diesem Aufstand besonders wichtig ist", so Kramer. Der Boykott führe nur dazu, "dass wir uns ins eigene Fleisch schneiden".

Kramer ist der Autor des Theaterstücks "The Normal Heart", das kürzlich mit Starbesetzung verfilmt worden ist (queer.de berichtete). Er galt während der Aids-Krise als einer der lautstärksten wie auch umstrittensten Aktivisten. (dk)

Youtube | Der Trailer war vielen zu weiß und zu schwul
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Tags: stonewall, the advocate, roland emmerich, larry kramer
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 Roland Emmerichs Stonewall
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Reaktionen zu "Kritik an "Stonewall" hält an"


 77 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
11.08.2015
16:47:41


(+8, 18 Votes)

Von Ein Münchner


Meine Güte, wass soll der ganze Zauber. Es ist ein Spielfilm, kein Dokumentarfilm. Eine historisch genaue Wiedergabe der damaligen Geschehnisse war nicht das Ziel und muss es auch gar nicht sein! Hauptsache, die Message wird unterhaltend (hoffentlich auch an ein Heteropublikum) transportiert.


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#2
11.08.2015
17:47:34


(-2, 8 Votes)

Von Fabiann
Antwort zu Kommentar #1 von Ein Münchner


Schindlers Liste war auch ein SPIELfilm.


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#3
11.08.2015
18:05:13


(-6, 16 Votes)

Von SJW nein danke


Das passiert, wenn man den extremsten SJWs das Feld überlässt. Nichts ist gut genug, bis es nicht wirklich sämtliche Quoten erfüllt.


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#4
11.08.2015
18:15:04


(+8, 16 Votes)

Von Andy


Witzig ist ja, dass (meines Wissens nach) alle, die den Film kritisieren, ihn noch gar nicht gesehen haben. Und wenn die Pfarrerin schreibt, dass Stonewall, an das sie sich erinnere, sei nicht nur weiß gewesen, dann hat sie sich offensichtlich nicht einmal den Trailer angesehen, indem man durchaus die Teilnahme verschiedener People of Color sehen kann. Mag sein, dass der Fokus auf dem weißen Protagonisten liegt (wobei wir das ja noch nicht wissen), aber dennoch glaube ich, dass der Film viel Gutes bewirken wird - hoffentlich vor allem bei einem heterosexuellen Publikum. In diesem Film geht es vorrangig um LGBT-Rechte und nicht um Rassismus (denn beide Themen in einem Film wären vermutlich zu umfangreich gewesen).


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#5
11.08.2015
18:57:11


(-7, 15 Votes)

Von YoungHeterolike


Ich vertrete durchaus die Ansicht, dass auch nichtweiße Personen in dem Film vertreten sein sollten. Ich hoffe nur, dass die Schwulen dort nicht alle oder mehrheitlich klischeehaft tuntig dargestellt werden, auch wenn es wohl leider die Realität unter den Alt-68er Schwuppen darstellt.


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#6
11.08.2015
19:00:43


(+6, 14 Votes)

Von Alte Tunte


Wie? Abwarten, bis der Film herausgekommen ist und Menschen sich über ihn äußern, die mehr als zwei Minuten Trailer gesehen haben?

Geht nicht. Dann wird ja längst wieder eine andere Sau durchs mediale Dorf, vor allem über die Plätze der wunderbaren "sozialen Netzwerke" getrieben. Mit dem üblichen hysterischen Geschrei.


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#7
11.08.2015
19:28:45


(+5, 5 Votes)

Von myystery


So eine Entwicklung ist leider immer die Gefahr, wenn man "massentaugliche" Filme machen möchte, die auf historischen Begebenheiten basieren.

Plötzlich ist der Streit da, der wahrscheinlich zu Beginn löbliche Ansatz des Filmes geht verloren und viele Menschen entwickeln sehr starke Gefühle und Meinungen über den Film und am Ende ist alles negativ.

Schade. Deswegen bin ich aber auch eher ein Anhänger der Theorie, dass historisches Material spielfilmlich besser oder zumindest einfacher in abstrakter Weise dargestellt werden kann. Dann, wenn man Filme "über" etwas macht anstelle von dem, was es "wirklich" ist.

Klingt komisch, ist aber so


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#8
11.08.2015
19:39:01


(+9, 15 Votes)

Von David Z


Das ist wirklich Wahnsinn...

Da rufen Leute zu einem Boykott auf, von denen noch NIEMAND den Film gesehen hat. Nur anhand eines 2-minütigen Trailers.

Das ist so, als würde man aufgrund eines Filmplakats einen Film beurteilen, anhand eines Klappentextes ein Buch oder anhand eines Covers eine CD. Das ist wirklich lächerlich und dumm.

Mehrere am Film Beteiligte haben bereits deutlich gesagt, dass in dem Film die ganze Vielfalt der Szene abgebildet wird. Aber der Film ist eben keine Doku, sondern ein Spielfilm. Er erzählt die Geschehnisse halt anhand einer Geschichte eines weißen Schwulen, der zu der Zeit nach New York kommt. Wo ist bitte das Problem? Solange die Fakten nicht verfälscht werden...

Wir müssen uns entscheiden: wollen wir eine vollständige Doku, die (wie die bisherigen Stonewall-Dokus, die es ja alle schon gibt) nur ein paar Hundert Menschen erreicht, die eh schon für das Thema sensibilisiert sind? Oder wollen wir Millionen erreichen, die bisher noch nie was von Stonewall gehört haben und die man so vielleicht für unsere Belange interessieren kann? Und von denen der ein oder andere sich danach auch mal näher über Stonewall informiert?

Die Homohasser lächeln sich ins Fäustchen, wenn wir deren Arbeit machen...

Also:
wieso nicht erst mal den Film abwarten und dann urteilen? Aber nein, manchen Leuten geht es gar nicht um den Film, sondern die wollen einfach nur Krawall machen...


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#9
11.08.2015
19:59:20


(+9, 15 Votes)

Von Peinlich


Ich kann mich nur dem 80 Jahre alten, über jeden Zweifel erhabenen LGBT-Aktivisten-Urgestein Larry Kramer und seinem Appell an Roland Emmerich anschließen:

"Hör nicht auf die Verrückten"

Es gibt leider immer irgendwelche Hyteriker, die überall eine Verschwörung wittern und die im Internet-Zeitalter auch Gehör finden.

Aber peinlich und lächerlich wird es spätestens dann, wenn die anhand eines 2-minütigen Trailers einen über 2-stündigen Film beurteilen wollen und zum Boykott aufrufen.

Da wird sich in Zukunft jeder Regisseur zweimal überlegen, ob er überhaupt noch LGBTI-Themen aufgreift.

Diese "Verrückten" (O-Ton Larry Kramer) wollen vielleicht überkorrekt sein, richten aber ohne es zu merken, mehr Schaden an als die Homohasser dieser Welt.


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#10
11.08.2015
20:04:47


(+7, 15 Votes)

Von Timon


Einige Leute kapieren immer noch nicht, dass der Film keine Doku über Stonewall ist, sondern die Geschichte eines jungen Schwulen, der zu genau dieser Zeit sein Coming-Out erlebt und dann auch die Aufstände erlebt.

Der Film behandelt Stonewall aus der Perspektive eines Menschen. Dieser Trick ist notwendig, um breite Massen zu erreichen. Aber das muss nicht heißen, dass deswegen irgendwas an den Fakten verfälscht wird, nur weil der Aufhänger halt diese Person ist und es aus seiner Sicht erzählt wird.

Wir sollten lieber froh sein, dass sich ein (selber offen schwuler) Mainstream-Regisseur des Themas angreift und der hoffentlich auch Heteros erreicht, die sonst niemals etwas über das Thema erfahren würden und die so auch mehr über unsere Unterdrückung erfahren.

Und vielleicht guckt der ein oder andere, der erst durch den Film von Stonewall erfahren hat, danach auch eine Dokumentation oder informiert sich im Internet...


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