Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 12.08.2015, 11:31h           43      Teilen:   |

Referendum nach möglichem Wahlsieg der Konservativen

Australien: Keine freie Abstimmung über Ehe-Öffnung

Artikelbild
Premierminister Tony Abbott gilt als erbitterter Gegner der Gleichstellung von Schwulen und Lesben im Ehe-Recht

Nicht nur in Deutschland blockiert die Regierung die Ehe für alle. In Australien stellt der Premier nun aber immerhin ein Referendum in Aussicht – unter einer Bedingung.

Der australische Premierminister Tony Abbott hat am Dienstag angekündigt, dass er in dieser Legislaturperiode keine freie Abstimmung über die Öffnung der Ehe für Schwule und Lesben zulassen werde. Der Politiker der Liberalen Partei kündigte aber einen Volksentscheid über die Gleichstellung nach der Parlamentswahl im nächsten Jahr an, sollte seine Mitte-Rechts-Koalition im nächsten Jahr wiedergewählt werden. Befürworter der Ehe für alle kritisierten, dass der Premier damit die Gleichstellung weiter verzögern wolle.

Vor der Ankündigung hatte sich die Mehrheit der Minister bei einer Kabinettssitzung gegen die Ehe-Öffnung ausgesprochen. Das Ergebnis war ein Sieg des erzkonservativen Abbott, der die Ablehnung der Gleichstellung insbesondere mit seinem christlichen Glauben begründet.

"Wir können die Angelegenheit nur zu unser aller Zufriedenheit klären, wenn wir die Menschen befragen", so Abbott. "Das bedeutet, dass entweder die Arbeiterpartei eine parlamentarische Abstimmung durchführen wird oder die Koalition das Volk entscheiden lässt." Die oppositionelle Arbeiterpartei spricht sich für die Ehe-Öffnung aus und forderte die Regierung wiederholt auf, eine Abstimmung ohne Fraktionszwang im Parlament zuzulassen.

Volksentscheide sind in Australien sehr selten: So gab es im 20. Jahrhundert nur drei: Zwei davon betrafen die Wehrpflicht während des Ersten Weltkrieges. Ein weiterer Volksentscheid fand 1977 statt, als sich die Bevölkerung für eine neue Nationalhymne entschied. Umfragen zufolge gibt es in Australien derzeit eine stabile Mehrheit von über 60 Prozent für die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Eherecht.

Fortsetzung nach Anzeige


Erhöhter Druck nach Ehe-Öffnung in Irland

Abbott hatte noch vor zwei Monaten einen derartigen Volksentscheid abgelehnt, nachdem seine Regierung wegen des Volksentscheids zur Ehe-Öffnung in Irland unter innenpolitischen Druck geraten war. Oppositionspolitiker vermuten, dass Abbott die Idee eines Referndums jetzt aus dem Hut zaubere, weil seine Partei in Umfragen weit hinter der Arbeiterpartei liegt.

Oppositionsführer Bill Shorten kritisierte Abbott für seine Ankündigung scharf: "Wenn Abbott wiedergewählt wird, können Sie die Ehe-Öffnung vergessen", sagte der Politiker der Labor Party. "Sie haben die Wahl: Entweder Herrn Abbott oder die Ehe für alle. Sie können nicht beides haben."

Warren Entsch wirbt seit Jahren für die Ehe-Öffnung
Warren Entsch wirbt seit Jahren für die Ehe-Öffnung

Innerhalb der Liberalen Partei gibt es aber auch Befürworter der Ehe für alle, die sich nicht mit der Anweisung des Regierungschefs abfinden wollen. So will der heterosexuelle Hinterbänkler Warren Entsch nächste Woche einen Gesetzentwurf zur Ehe-Öffnung einbringen – der 65-jährige frühere Krokodiljäger setzt sich bereits seit Jahren für LGBT-Rechte ein und kritisierte seine Parteifreunde wiederholt für "inakzeptable Homophobie". Er erklärte aber auch, dass der Entwurf mit großer Wahrscheinlichkeit wegen des Fraktionszwanges scheitern wird.

Vergangenen Monat sorgte der erzkonservative Landwirtschaftsminister mit seiner Äußerung gegen die Ehe für alle für Aufregung: Barnaby Joyce behauptete, dass eine Öffnung der Ehe dem Rinderexport schaden würde (queer.de berichtete). (dk)

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 43 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 61             13     
Service: | pdf | mailen
Tags: tony abbott, australien, ehe-öffnung, ehe für alle
Schwerpunkt:
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

Reaktionen zu "Australien: Keine freie Abstimmung über Ehe-Öffnung"


 43 User-Kommentare
« zurück  12345  vor »

Die ersten:   
#1
12.08.2015
11:39:59


(-2, 4 Votes)

Von verständlich


anders als in deutschland gibt es in australien erhebliche unterschiede zwischen einer eingetragenen partnerschaft, auf der bundesstaatenebene, und der klassischen ehe bundesweit.

insofern verständlich, warum die dortigen aktivisten in den medien und in der politik ständig lärm machen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
12.08.2015
11:49:29


(+5, 7 Votes)

Von Sebi


"Der Politiker der Liberalen Partei "

Offenbar sind die Liberalen in Australien genauso unliberal wie in Deutschland (FDP).

Wie da Menschenrechte hinausgezögert werden, ist echt ein Skandal. Da kann man nur auf einen baldigen Regierungswechsel hoffen und dass Australien dann auch die Ehe öffnet.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
12.08.2015
11:52:41


(+5, 5 Votes)

Von Robin


>> Australien: Keine freie Abstimmung über Ehe-Öffnung

Genau das wäre demokratisch.

Man kann ja vielleicht persönlich dagegen sein, aber wieso muss man dann anderen seinen Willen aufzwingen?

Wieso lässt man nicht einfach jeden nach seiner Meinung abstimmen? Das ist eigentlich ein Grundprinzip jeder Demokratie, das aber in den meisten Staaten (auch in Deutschland) mit Füßen getreten wird. Auch hierzulande haben wir ja eine autokratisch herrschende Fürstin, die allen Abgeordneten vorschreibt, wie sie abzustimmen haben...


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
12.08.2015
11:58:51


(+7, 7 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #1 von verständlich


Für zivilisierte Menschen völlig unverständlich: Bürgerrechtsarbeit ist nun mal kein Lärm.

Australien ist übrigens das letzte demokratische Land der Anti-Hitler-Koalition, in dem die Gleichstellung noch nicht erfolgt ist.

Man muss schon Sebi83 heißen, um das alles für reinen Zufall zu halten.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
12.08.2015
12:03:56


(-5, 7 Votes)

Von Liberale welt


"Der Politiker der Liberalen Partei kündigte aber einen Volksentscheid über die Gleichstellung"

sehr gut

die entscheidung ein referendum abzuhalten ist immer demokratiefreundlich und liberal im wahrsten sinne des wortes


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
12.08.2015
12:08:43


(+1, 3 Votes)

Von 12345678


Ein Referendum bedeutet:

- starke zeitliche Verzögerung der Eheöffnung
- Aufheizung der Stimmung gegen Homosexuelle

Es ist eine bewusste Strategie des Homo-Hassers Abbott (seine Schwester ist lesbisch), um homosexuelle Menschen weiterzudiskriminieren.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
12.08.2015
12:09:59


(-3, 5 Votes)

Von seb1983
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #4 von goddamn liberal


Jop.

Aber die Storche und viele Kinder lassen sich ja auch statistisch nachweisen


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
12.08.2015
12:12:41


(+9, 9 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #5 von Liberale welt


Ich will nicht über das Eherecht meiner Mitbürger abstimmen dürfen.

Das steht mir nicht zu, selbst wenn ich sie nicht mögen sollte.

Jemandem Grundrechte zu entziehen, ist weder demokratisch noch freundlich.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
12.08.2015
12:18:25


(+9, 9 Votes)

Von goddamn liberal
Antwort zu Kommentar #7 von seb1983


Kampf für Freiheit und Demokratie und Freiheitsrechte im Eherecht könnten irgendwie zusammenpassen.

"Aber die Storche und viele Kinder lassen sich ja auch statistisch nachweisen"

Fakt ist: Beatrix von Storch (44) hat keine Kinder.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
12.08.2015
12:33:04


(-6, 8 Votes)

Von seb1983
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #9 von goddamn liberal


Also was sich grade die Amis in den letzten 50 Jahren so geleistet haben weltweit, daheim mit Schwarzen sowieso, Australier und ihre Ureinwohner, selbst die Niederländer haben in Indonesien recht unschön gewütet.
Da wurde dein hoher Anspruch von wegen Freiheit und so auf den politischen Boden zurückgeholt.

Dass man sich da vor 75 Jahren mal zusammengetan hat wie schon in wechselnden Konstellationen in den Jahrhunderten vorher muss nicht immer für alles herhalten, danach hat man sich auch gerne Warlords, Diktatoren und anderem Gesocks bedient wenn es in den eigenen Kram gepasst hat.

Aber mancher Deutsche kann eben nicht über seinen Schatten springen, es fehlt nur noch "Warum Hitler für den Klimawandel verantwortlich ist"


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  12345  vor »


 Ort: Canberra


 POLITIK - INTERNATIONAL

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Volker Beck bedauert "schreckliche Sätze" aus den Achtzigern Schwulen Flüchtling verprügelt: Zehn Monate auf Bewährung 25 Jahre "Schwulen-Verrat" im Fernsehen LiSL: Keine deutschen Steuergelder für Verfolgerstaaten
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt