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Entscheidung des Verfassungsgerichtshofes

Mexiko: Adoptionsverbot für Homo-Paare verfassungswidrig


Für Chefrichter Luis María Aguilar ist das Adoptionsverbot diskriminierend

Erneuter Sieg für LGBT-Aktivisten: Laut den Höchstrichtern diskriminiert das Adoptionsverbot sowohl gleichgeschlechtliche Paare als auch Kinder.

Der oberste Gerichtshof Mexikos hat in einer am Dienstag bekannt gegebenen Entscheidung das Adoptionsverbot für gleichgeschlechtliche Paare im südlichen Bundesstaat Campeche für verfassungswidrig erklärt. In der Neun-zu-eins-Entscheidung des Suprema Corte de Justicia de la Nación heißt es, das Gesetz verstoße gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz in der Bundesverfassung: Sowohl Kinder als auch Schwule und Lesben würden dadurch diskriminiert.

Das Urteil ist bereits der zweite Sieg für LGBT-Aktivisten in Mexiko binnen zwei Monaten. Mitte Juni hatte das Höchstgericht entschieden, dass Bundesstaaten gleichgeschlechtlichen Paaren die Eheschließung ermöglichen müssen (queer.de berichtete). Seither können Schwule und Lesben die Eheschließung im ganzen Land erzwingen, notfalls durch ein Gericht. Derzeit gibt es nur in Mexiko-Stadt, Quintana Roo, Coahuila, Chihuahua und Guerrero Gesetze für gleichgeschlechtliche Eheschließungen, allerdings planen weitere Staaten, aktualisierte Gesetze zu erlassen.

Chefrichter Luis María Aguilar erklärte, dass die augenblickliche Gesetzgebung unlogisch ist. "Wäre es etwa besser, wenn Kinder auf der Straße leben? Laut aktuellen Statistiken gibt es aktuell 100.000 Straßenkinder. Wir müssen auch an die Interessen des Kindes denken."

Bereits 2010 hatte das Gericht entschieden, dass das in Mexiko-Stadt kurz zuvor eingeführte Adoptionsrecht für Homo-Paare verfassungsgemäß ist und nicht gegen den besonderen Schutz von Ehe und Familie verstoße (queer.de berichtete). Seither hat aber nur der Staat Coahuila ein gemeinschaftliches Adoptionsrecht für Schwule und Lesben eingeführt. In den anderen Staaten dürfen dem Gesetz nach dagegen nur Einzelpersonen oder heterosexuelle Paare adoptieren. Dort können Homo-Paare nun aber ihre Rechte einklagen.

In Mexiko leistet vor allem die katholische Kirche Widerstand gegen die gleichgeschlechtliche Ehe mit allen Rechten und Pflichten. Im vergangenen Jahr erklärte ein Bischof sogar, dass die Gleichbehandlung dazu führen werde, dass Menschen bald ihre Hunde heiraten könnten (queer.de berichtete). (dk)



#1 userer
  • 12.08.2015, 13:36h
  • Vielleicht sollten wir Merkel mal ein Weltreise-Ticket sponsern, weil reisen bildet. Was das angeht, hat sie m. E. dringenden Nachholebedarf.
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#2 FinnAnonym
  • 12.08.2015, 14:52h
  • Ein weiterer Meilenstein!

    Und ich finde es auch gut, dass das Gericht nicht nur auf die Diskriminierung von Schwulen und Lesben hinweist, sondern auch explizit sagt, dass das Adoptionsverbot auch Kinder diskriminiert.

    Damit ist jetzt auch Mexiko deutlich weiter als Deutschland...

    Ich verstehe nur nicht ganz, wieso das nur für einen Teil des Landes gelten soll. Oder ist das dann automatisch für ganz Mexiko gültig?
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#3 RobinAnonym
  • 12.08.2015, 15:45h
  • >> In Mexiko leistet vor allem die katholische Kirche Widerstand gegen die gleichgeschlechtliche Ehe mit allen Rechten und Pflichten. Im vergangenen Jahr erklärte ein Bischof sogar, dass die Gleichbehandlung dazu führen werde, dass Menschen bald ihre Hunde heiraten könnten. <<

    Ist ja klar, dass die Kinderschänder-Sekte wieder mal von ihren Verbrechen ablenken will, indem sie gegen andere hetzt...
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#4 FaktenAnonym
  • 12.08.2015, 16:12h
  • Den Gewalttäter*innen, die immer wieder das Gegenteil verbreiten und die Herabsetzung und Entrechtung von Menschen als "Meinung" verkaufen, ins Stammbuch geschrieben:

    "Laut den Höchstrichtern diskriminiert das Adoptionsverbot sowohl gleichgeschlechtliche Paare als auch Kinder."

    !!!
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#5 HeinerAnonym
  • 12.08.2015, 16:55h
  • Ich verstehe zwar nicht, wieso Schwule und Lesben sich jetzt noch trotz dieses höchstrichterlichen Spruchs in den meisten Provinzen Mexikos die Ehe einklagen müssen (auch wenn der Erfolg dank dieses Urteils sicher ist).

    Eigentlich sollte doch der Gesetgeber nach diesem Urteil die Ehe Mexiko-weit öffnen (müssen), so das nicht jedes Paar immer wieder klagen muss.

    Aber ich hoffe, dass das jetzt noch kommt und diese sonderbare Situation aufgelöst wird.
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#6 Simon HAnonym
  • 12.08.2015, 17:19h
  • Immer wieder schön zu hören, wenn es irgendwo auf der Welt Fortschritte gibt.

    Aber mit jedem dieser Fortschritte wird auch klarer, wie sehr Deutschland immer mehr ins Hintertreffen gerät und wie unsere schwarz-rote Bundesregierung Deutschland im menschenverachtenden Würgegriff hält.
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#7 hugo1970Profil
#8 Patroklos
  • 13.08.2015, 11:08h
  • Muchas Gracias, Suprema Corte de Justicia de la Nación!

    Muchas Gracias, juez presidente Luis María Aguilar!

    Wenn nur Deutschland ENDLICH soweit wäre...
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