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Die hohe Schule des (homo-)erotischen Films: "Grande École" zeigt den sexuell aufgeheizten Alltag auf einem Elite-Internat (Bild: Edition Salzgeber)

Die Edition Salzgeber hat den französischen Filmklassiker über sexuell sehr rührige Studenten einer Elite-Universität neu auf DVD veröffentlicht.

Von Peter Fuchs

Französische Filme erkennt man meist an zwei Dingen. Der schwule Film-Klassiker "Grande École" über Paul und Louis-Arnault, Studenten einer Elite-Universität, und den Arbeiter Mecir, ist da keine Ausnahme.

Zum einen haben alle Figuren hohen Gesprächsbedarf. Sie philosophieren ständig über Politik, Kapitalismus, Wettbewerb und Klassenunterschiede. Zwischendurch wird sogar mal das Buch "Überwachen und Strafen" von Michel Foucault durchs Bild geschoben.

Zum anderen zeigen sie sich oft nackt. Legendär die episch breite Dusch-Szene einer Wasserball-Mannschaft nach dem Training. Doch bevor sich die Figuren nackig machen, spielen sie ganze Szenen ausgiebig in Unterhosen. Versuch einer Typologie.

Louis-Arnault: elegante, blaue Boxerbriefs mit seitlichen Sichtfenstern

Das reiche Diplomaten-Söhnchen sieht gut aus und hat eine attraktive Freundin. Er ist im Team der Wasserballer aktiv und markiert stets den Coolen. Dem elitären Charmeur steht eine große Karriere bevor. Louis-Arnault ist immer ein wenig showy (Sichtfenster!) und beschränkt seine Begierden nicht nur auf die eigene Freundin, sondern stellt auch der Freundin seines WG-Kollegen Paul erotisch nach.

Paul: klassische Boxershorts, kariert mit Eingriff

Er zweifelt, ob die große Karriere in Wirtschaft oder Politik sein Weg sein soll. Bei einem fremdenfeindlichen Zwischenfall auf dem Campus ergreift er Partei für den jungen Arbeiter Mecir, der arabische Wurzeln hat. Dazu verwirrt ihn, dass seine Bewunderung für Louis-Arnault immer mehr homosexuelle Anteile entwickelt. Die Boxershorts klaut er aus dem Schrank von Louis-Arnault, reibt sie an seiner Wange und trägt sie auch beim Sex mit seiner Freundin. Doch dann lädt ihn der gut aussehende Mecir zu einem Date ein.



Mecir: simpler Schlüpper in Weiß ohne Eingriff

Er gibt den einfachen Wilden mit der schönen Seele. Homo, hetero oder was auch immer sind keine Kategorien für ihn, er ist einfach in den Menschen Paul verliebt. Wenn er sich des weißen Slips entledigt, sehen wir, wie gut jemand bloß mit einer Goldkette bekleidet sein kann.

Allen geht es im Grunde nur um Sex


Die Edition Salzgeber hat die deutsche Synchronfassung des Klassikers neu auf DVD herausgebracht

Zwischen vielen Dialogen über philosophische Ideen, die beim Zuhören noch mehr Fragen aufwerfen, gibt es also genug Eye-Candy zur Auflockerung. Dabei lässt sich erkennen, dass das wahre Interesse der handelnden Personen in der Sexualität liegt.

Fast jeder und jede ist an jemanden interessiert, den er oder sie nicht haben kann, wodurch sich die romantischen Verwicklungen zu melodramatischen Fallstricken verschärfen. Den attraktiven Jungs und Mädels der Besetzung kann man ganz gut zuschauen, wie sie unterdrückte Sehnsucht, tiefes Misstrauen und heimliche Blicke spielen.

In den wunderbar ausführlichen Bonusfeatures der neuen "Grande École"-DVD erzählt Regisseur Robert Salis, dass er die heterosexuellen und homosexuellen Sexszenen gleichwertig romantisch angelegt wissen wollte. Nice try.

Dennoch kommen die explizit erotischen Begegnungen verschieden rüber. Geht in der Hetero-Konstellation zu Cunnilingus und Penetration ein Feuerwerk ab, scheinen die Jungs in der schwulen Variante den Orgasmus durch bloßes Aneinanderreiben zu erreichen. Das hätte Robert Salis doch noch einmal überdenken können.

Youtube | Original-Trailer zum Film mit deutschen Untertiteln
Infos zur DVD

Grande École. Drama. Frankreich 2004. Regie: Robert Salis. Darsteller: Gregory Baquet, Jocelyn Quivrin, Arthur Jugnot, Alice Taglioni, Élodie Navarre, Salim Kechiouche. Laufzeit: 110 Minuten. Sprachen: deutsche Synchronfassung, französische Originalfassung. Untertitel: Deutsch (optional). FSK 16. Edition Salzgeber.
Galerie:
Grande École
10 Bilder


#1 JarJarAnonym
#2 Patroklos
#3 PeerAnonym
  • 13.08.2015, 10:54h
  • Wenigstens haben die Franzosen kein Problem damit, auch mal einen Penis, eine Vagina oder Sex zu zeigen, wenn es die Story erfordert.

    In den prüden US-Filmen liegt ja wenn ein nackter Mann aufwacht immer irgendein Laken völlig unnatürlich genau über dem Penis, während der Rest des Körpers zu sehen ist, um zu zeigen, dass er eigentlich nackt ist. Wann ist jemals jemand so aufgewacht?

    Und so ist das immer...

    Aber die Franzosen zeigen notfalls sogar einen steifen Penis in einem Film, wenn die Handlung das erfordert. Und das wirkt auch kein bisschen billig oder pornographisch, sondern ist oft sehr künstlerisch.
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#4 seb1983
  • 13.08.2015, 11:40h
  • Antwort auf #3 von Peer
  • Bei geringerem Budget und unbekannten Schauspielern gleicht das eben eine Menge aus.

    wow ein Schwanz
    wow der ist auch noch hart
    wow jetzt vögeln die
    wow die machen es ja wirklich

    Wen stört da noch ein schwaches Drehbuch
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#5 PeerAnonym
  • 13.08.2015, 11:59h
  • Antwort auf #4 von seb1983
  • Dein Kommentar zeigt mir, dass Du noch nie einen guten französischen Film gesehen hast.

    Wir reden hier nicht von Eis am Stiel oder ähnlichen Teenie-Klamotten.

    Wir reden hier von kunstvollem Kino, wo Nacktheit nicht auf Teufel komm raus eingefügt wird, aber auch nicht auf Teufel komm raus verhindert wird.

    Guck Dir z.B. mal "The Dreamers" an, eine französisch-italienisch-britische Koproduktion. Da geht es um die Dreiecksbeziehung zwischen 2 Männern und 1 Frau. Und es gibt da schlaffe Penisse, steife Penisse, Sex, etc. Sehr explizit dargestellt. Aber dennoch geht es nicht um eine sensationshungrige Darstellung von Nacktheit und Sex, sondern das passt einfach zum Film.

    Die Amis hätten das ganz anders gemacht, aber ohne diese Szenen wäre der Film unglaubwürdig geworden. Wenn man zeigen will, wie Sex Leute auseinander bringt, darf man nicht so tun, als hätten die gar keinen Sex.
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#6 Tobi CologneAnonym
  • 13.08.2015, 12:17h
  • Antwort auf #4 von seb1983
  • Du hast wieder mal nichts kapiert.

    Es geht nicht darum, zwanghaft Geschlechtsteile zu zeigen, um die Geilheit der Zuschauer zu befriedigen, sondern darum, dies auch nicht zu zensieren, wenn der Film es fordert.

    Wahrscheinlich hast Du noch nie einen französischen Film gesehen oder ihn nicht verstanden. Das französische Kino ist halt (wenn man von Louis DeFunes, etc. absieht) oft kein Mainstream-Popcorn-Kino a la Hollywood, sondern fordert den Intellekt schon etwas mehr raus.

    Und wenn die Handlung halt eine Nacktszene erfordert, um verständlich oder authentisch zu sein, dann werden da keine Gegenstände zwanghaft vor Geschlechtsteilen drappiert, oder Laken drüber gelegt, o.ä., nur um nur ja kein Geschlechtsteil zu sehen.
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#7 NacktheitAnonym
  • 13.08.2015, 13:16h
  • Antwort auf #4 von seb1983
  • Hast Du generell ein Problem mit Nacktheit?

    Hast Du auch ein Problem mit Deinem eigenen Körper?

    Und wie steht es mit dem Akt in der Kunst, z.B. Michelangelos David? Ist das auch für Dich nur Befriedigung niederer Bedürfnisse?

    Ich hatte mal eine Kollegin, die sich tierisch darüber aufregte, wenn im Sommer im Park Leute nackt liegen. Die hatte aber auch ein Problem mit ihrem eigenen Körper, die ihr von ihrem erzkatholischen, prüden Elternhaus eingeredet wurden.

    Ich werde nie verstehen, was jemand an Nacktheit anstößig finden kann. Das sind einfach nur nackte Körper und es gibt doch kaum etwas natürlicheres.
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#8 seb1983
  • 13.08.2015, 14:55h
  • Antwort auf #6 von Tobi Cologne
  • Ich gehe da eher von einer Normalverteilung aus. Es gibt weniger gute Filme, viele durchschnittliche Filme, und ein paar herausragende.

    Von Verallgemeinerungen alla "das französische Kino ist ja soooo intellektuell, das italienische Kino ist so und so usw..." halte ich nicht viel.
    Kunstvolle Sexdarstellungen finde ich eher anstrengend, im Bett darfs gerne mal dreckig und verschwitzt zugehen, die Arbeiterklasse lässt grüßen, aber es nun wie schon passiert zur Kunst zu erklären wenn ich mir auf der Bühne einen runterhole muss ich nicht

    www.youtube.com/watch?v=iyGi5SEI9RI
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#9 PinoAnonym
  • 13.08.2015, 15:52h
  • Antwort auf #8 von seb1983
  • Niemand hat gesagt, dass das französische Kino "sooo intellektuell" sei. Es wurde ja sogar auf Mainstream-Ausnahmen wie Louis de Funès hingewiesen.

    Es ging nur darum, dass die Franzosen kein Problem mit Nacktheit haben, wenn es die Story erfordert und dann nichts peinlich verstecken.
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#10 SeanAnonym
  • 13.08.2015, 17:46h
  • Antwort auf #9 von Pino
  • Bist du dir da so sicher?
    Ich hab schon genug französische Filme gesehen, wo die Frauen mehr als die Männer gezeigt haben.
    Das gilt aber auch für niederländische Filme.

    Bei Filmen in denen es um gleichgeschlechtliche Liebe geht ist das oft anders.

    Hier geht's wohl wieder um die "schönen" Verallgemeinerungen.
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