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In Odessa sollte am Samstag die Pride-Parade stattfinden

Nach Drohungen von Rechtsextremisten ist die CSD-Parade in der ukrainischen Schwarzmeermetropole verboten worden.

Ein Gericht in der ukrainischen Hafenstadt Odessa hat eine für Samstag geplante CSD-Parade verboten. Die städtischen Behörden hatten einen entsprechenden Antrag eingereicht. Sie begründeten den Schritt mit der angespannten Sicherheitslage. CSD-Sprecher Kirill Bodelan teilte gegenüber dem Infoportal dumskaya.net mit, dass die anderen im Rahmen des CSD geplanten Veranstaltungen stattfinden würden. Außerdem kündigten die CSD-Organisatoren rechtliche Schritte gegen das Verbot an.

Ursprünglich war vorgesehen, dass 300 Polizisten die Parade schützen sollten. Polizeisprecher Jewgjenij Rudkowskij hatte erst vor wenigen Tagen die Bevölkerung aufgerufen, "Toleranz zu zeigen und nicht die Rechte anderer zu beschneiden." Die Polizei warnte aber auch vor einer sich verschlechternden Sicherheitslage.

Drohungen von Rechtsextremsiten

Rechtsextremisten haben bereits wiederholt Drohungen gegen CSD-Teilnehmer ausgesprochen. So hat die paramilitärisch auftretende Partei "Rechter Sektor" die geplante Parade bereits als "Provokation" verurteilt. "Das ist sehr gefährlich und kann zu Ausschreitungen führen", schrieb die Partei auf ihrer Facebook-Seite.

Offenbar werden auch Ausschreitungen befürchtet, weil am selben Tag wie die geplante Parade ein Fußballspiel der beiden ukrainischen Mannschaften Schachtjor Doezk und Dnipro Dnipropetrowsk im Stadion von Odessa stattfindet. Unter den ukrainischen Fußballfans befinden sich auch viele Ultranationalisten, die eine potenzielle Gefahr darstellen.

In der Ukraine gibt es nach wie vor viel Widerstand gegen LGBT-Rechte. Laut früheren Umfragen betrachten bis zu zwei Drittel der Bevölkerung Schwule und Lesben als negativen Einfluss, auch wurde das Thema von mehreren Seiten zur Propaganda genutzt. Vor den Maidan-Protesten hatte es etwa inszenierte Schwulendemos sowie homophobe Proteste vor EU-Botschaften gegeben, um gegen eine EU-Annäherung Stimmung zu machen. Nach dem Umschwung nahmen die Angriffe zugleich zu. Im vergangenen Monat kam es in Odessa zu einem Anschlag auf einen Homo-Club, bei dem ein Sicherheitsmitarbeiter leicht verletzt wurde (queer.de berichtete).

In der Hauptstadt Kiew fand in diesem Jahr bereits ein CSD statt. Mutmaßliche Rechtsextremisten lieferten sich dabei aber Straßenschlachten mit Polizeibeamten (queer.de berichtete). (dk)



#1 PinoAnonym
  • 13.08.2015, 15:49h
  • Vor Rechtsextremen einzuknicken, ist genau das falsche Signal. Das mcht die nur noch stärker und dann wird es in Zukunft gar keine Chance mehr dazu geben.
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#2 YannickAnonym
  • 13.08.2015, 15:54h
  • Dass ukrainische Gerichte Rechtsextremisten nach dem Mund reden, ist ein weiterer Beleg für die extreme Homophobie in der Ukraine. Was das betrifft ist die Ukraine genauso wie Russland.

    Das zeigt aber auch, dass die nicht in die EU gehören, wie es einige Ukrainer erwarten.
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#3 reiserobbyEhemaliges Profil
  • 13.08.2015, 16:32h
  • Odessa galt noch vor gar nicht langer Zeit als Musterstadt der Vielfalt und Toleranz.
    Die Folgen des Stellvertreterkriegs zwischen dem "Westen" und Russland in der Ukraine baden alle liberale Gruppen und ethnische Minoritäten aus.
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#4 Schein trügtAnonym
  • 13.08.2015, 16:47h
  • Antwort auf #3 von reiserobby
  • Jaja, immer die anderen. Gerne auch der böse Westen. Wer will denn stärkere Anbindung an den Westen? Das zwingt denen doch niemand auf.

    Fakt ist doch, dass die Ukraine auch schon vor 10 und vor 20 Jahren homophob war. Nur gab es damals keine CSDs, die man hätte verbieten können. Deshalb ist das nicht so aufgefallen.

    Für manche ist eine Stadt ja schon tolerant und vielfältig, wenn es irgendeinem Hinterhof einen Keller gibt, wo LGBT sich heimlich treffen können.
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#5 TimonAnonym
  • 13.08.2015, 16:51h
  • Wenn die Ukraine ständig das Verhalten Russlands kopieren will, stellt sich die Frage, ob die nicht vielleicht doch nach Russland gehören...
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#6 EhlaAnonym
#7 J-eyeAnonym
  • 13.08.2015, 17:12h

  • "Offenbar werden auch Ausschrei­tungen befürchtet, weil am selben Tag wie die geplante Parade ein Fußballspiel der beiden ukrainischen Mannschaften Schachtjor Doezk und Dnipro Dnipro­pe­trowsk im Stadion von Odessa stattfindet. Unter den ukrainischen Fußballfans befinden sich auch viele Ultrana­tio­na­listen, die eine potenzielle Gefahr darstellen."

    Ach so, logisch! Die potentiellen Gewalttäter machen lassen, aber die Veranstaltung der potentiellen Opfer verbieten lassen. Was sagt uns das jetzt?
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#8 MarekAnonym
#9 reiserobbyEhemaliges Profil
#10 Patroklos