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  • 16.08.2015, 10:31h           18      Teilen:   |

Gay Marketing à la Minsk

Bizarr: Weißrussland umwirbt und warnt LGBT-Touristen

Artikelbild
Für Sergey Yenin ist die "Tourismuswerbung" der Regierung ein Schlag ins Gesicht. Der Aktivist aus Minsk saß für seine Teilnahme am Slavic Pride 2010 mehrere Tage im Gefängnis und flog von der Uni. Inzwischen lebt er in Warschau. (Bild: Charles Meacham)

Die "letzte Diktatur Europas" lobt ihre Toleranz gegenüber Schwulen und Lesben. Homosexuelle Paare sollten aber besser Einzelbetten nehmen.

Von Norbert Blech

Dass sich immer mehr Länder und Städte dafür entscheiden, LGBT-Touristen und vor allem die Schwulen unter ihnen, zu umwerben, ist nichts Neues: Die Szene verspricht Umsatz, zugleich einen erwünschten internationalen Austausch und die Möglichkeit, als modern und tolerant dazustehen.

Wenn das hält, was es verspricht – eine lebendige Szene in einer tatsächlich Vielfalt akzeptierenden Stadt in einem Land, das sich aktiv für LGBT-Rechte einsetzt – ist dagegen nichts zu sagen, es fördert die lokale Szene ebenso wie deren internationale Vernetzung und deren Stärke. Und die ein oder andere Liebschaft. Und es zeigt nebenbei auch schön auf, in welchen Ländern noch Probleme bestehen.

Womit wir bei einem Web-Fundstück wären, das russische LGBT-Blogger ausgegraben haben. Ausgerechnet der Tourismus-Bereich der offiziellen Webseite Weißrusslands kümmert sich auf einer Unterseite um "Gay Travellers", in einer bemerkenswerten Mischung aus einem höflichen Willkommen und einer klaren Reisewarnung.

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Bitte kein "öffentliches Zurschaustellen von Zuneigung"

Weißrussland sehe sich selbst als tolerante Kultur, heißt es in der Einleitung, "die jüngere Generation des Landes entwickelt eine offenere und tolerantere Sicht auf Homosexualität."

Dann ändert sich allerdings der Ton: "Aber viele Weißrussen bewahren eine traditionellere Haltung gegenüber Homosexualität. Du wirst hier noch nicht die gleiche entspannte Haltung gegenüber schwulen und lesbischen Reisenden finden, wie du sie vielleicht in Westeuropa erwartest. Schwulen und lesbischen Paaren wird daher geraten, öffentliches Zurschaustellen von Zuneigung zu vermeiden und Zimmer mit Einzelbetten statt Doppelbetten zu buchen."


"Hot summer days in Minsk": Trotz der aufreizenden Bildunterschrift empfiehlt Weißrussland homosexuellen Besuchern des Landes, sich besser zu verstecken


Der Ratgeber verweist darauf, dass Homosexualität 1994 legalisiert wurde, es aber noch einige Homophobie und manches Vorurteil gebe. Bemerkenswert offen wird berichtet, dass es keine "staatliche Unterstützung für schwul-lesbische Organisationen oder Gruppen" gebe und die russisch-orthodoxe Kirche einen starken Einfluss auf die Bevölkerung habe.

Eines der homophobsten Länder der Welt

Minsk verweigert LGBT-Organisationen übrigens nicht nur Unterstützung, sondern bereits eine Anerkennung als Verein – deswegen taucht das Land in Listen homofeindlicher Staaten oft noch vor Russland auf. 2013 ging Weißrussland mit Razzien gegen einen Homo-Club vor (queer.de berichtete); einzelne LGBT-Aktivisten wurden in den letzten Jahren mit Willkür verfolgt, flogen etwa von der Uni oder mussten ihre Reisepässe abgeben. Der erste CSD 2010 endete in Festnahmen durch die Polizei, die die Teilnehmer zwei Tage lang festhielt.

2011 hielten Aktivisten einen Mini-CSD ab, indem sie einen Sarg durch die Gegend trugen, als Symbol für den Zustand der Demokratie des Landes (queer.de berichtete). 2012 gab es eine Regenbogenfahrt mit einer Straßenbahn, im Folgejahr hielt man trotz enormen staatlichen Drucks eine internationale LGBT-Konferenz ab. Seitdem hörte man nicht mehr viel von den Aktivisten.

Weißrusslands "Präsident" Alexander Lukaschenko hingegen fiel weiter durch abfällige Äußerungen über Schwule auf. 2013 sagte er: "Den Frauen vergebe ich ihr Lesbentum, aber Männern nie im Leben ihr Schwulsein. Die Frauen werden lesbisch, wenn wir Männer erbärmlich sind." Von ihm stammt auch die Bemerkung: "Lieber Diktator sein als schwul" (queer.de berichtete).

Die Reisehinweise für Homosexuelle bietet die Webseite seines Landes übrigens nur in der englischsprachigen Version an, nicht in der Landessprache und auch nicht auf russisch. (nb)

Youtube | Polizeigewalt gegen den CSD Minsk in 2010
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Tags: weißrussland, alexander lukaschenko, tourismus
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Reaktionen zu "Bizarr: Weißrussland umwirbt und warnt LGBT-Touristen"


 18 User-Kommentare
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Die ersten:   
#1
16.08.2015
11:51:21


(+7, 7 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015


Volksverdummung auf höchstem Niveu.

"dass es keine "staatliche Unterstützung für schwul-lesbische Organisationen oder Gruppen" gebe und die russisch-orthodoxe Kirche einen starken Einfluss auf die Bevölkerung habe."

Ja Ja, immer andere sind schuld.
Was ich bisher sage, Diktaturen brauchen Minderheiten, das sie das ganze Land auf ihrer Linie halten können.


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#2
16.08.2015
12:01:42


(+10, 10 Votes)

Von ehemaligem User reiserobby


Bekennend homophob.... #Wahnwitz


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#3
16.08.2015
12:04:21


(+9, 13 Votes)

Von Türzueszieht


"Schwulen und lesbischen Paaren wird daher geraten, öffentliches Zurschaustellen von Zuneigung zu vermeiden und Zimmer mit Einzelbetten statt Doppelbetten zu buchen."

Das perfekte Urlaubsland für all unsere lieben Schrankschwestern!


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#4
16.08.2015
12:27:34


(+9, 11 Votes)

Von David77


"Schwulen und lesbischen Paaren wird daher geraten, öffentliches Zurschaustellen von Zuneigung zu vermeiden und Zimmer mit Einzelbetten statt Doppelbetten zu buchen."

Aha. Ein Zimmer mit Doppelbett zu buchen, in dem Außenstehende keinen Einblick haben und man doch in den 4 Wochen bleibt, ist also schon ein öffentliches Zurschaustellen?!?
Kann man die Betten wenigstens zusammenschieben?

Da platzt einem der Kragen. Aber vielleicht ist dies ja bewusst als Anti-Werbung so konzipiert, damit erst keine homosexuellen Besucher kommen. Dann sollen sie eben wegbleiben... Warum dem noch hinterherlaufen und darum betteln doch noch gnädigerweise unter strengen Auflagen als Tourist kommen zu dürfen?


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#5
16.08.2015
12:33:48


(+5, 7 Votes)

Von David77
Antwort zu Kommentar #4 von David77


Aaah... sollte heißen "in denen man in den 4 Wänden bleibt"...
Aber das ist wohl schon zuviel, da es nicht die EIGENEN 4 Wände sind...


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#6
16.08.2015
12:48:08


(0, 8 Votes)

Von Bettgestell


''Schwulen und lesbischen Paaren wird daher geraten, öffentliches Zurschaustellen von Zuneigung zu vermeiden und Zimmer mit Einzelbetten statt Doppelbetten zu buchen.''

Klar ist da nicht so viel Platz, aber ich glaube, man kann auch in einem Einzelbett Sex haben.


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#7
16.08.2015
13:08:01


(-13, 15 Votes)

Von wiking77
Profil nur für angemeldete User sichtbar


nun, ohne die Weissrussen zu verteidigen, immerhin finden sie klare Worte für das was sie auch eben nicht wollen! Unschön für schwule Touristen, aber irgendwie doch ehrlich. Besser als z. B. Staaten aus dem islamischen Kulturkreis, die sich hier schwammig ausdrücken hins. Umgang mit schwulen Touristen und sich tolerant geben, ab wenn's passt, doch die Scharia auspacken.


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#8
16.08.2015
13:26:07


(+9, 11 Votes)

Von hugo1970
Aus Pyrbaum (Bayern)
Mitglied seit 08.02.2015
Antwort zu Kommentar #7 von wiking77


Und als was gibst du dich aus?


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#9
16.08.2015
15:29:18


(+6, 10 Votes)

Von TheDad
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #7 von wiking77


""nun, ohne die Weissrussen zu verteidigen""..

Warum verteidigst du sie dann doch ?

""Besser als z. B. Staaten aus dem islamischen Kulturkreis, die sich hier schwammig ausdrücken""..

Offene Diskriminierung ist ja auch besser..

Wie man am Erzbischof Huonder gerade wieder sehen konnte..


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#10
16.08.2015
16:17:37


(+7, 7 Votes)

Von Homonklin44
Aus Tauroa Point (Schleswig-Holstein)
Mitglied seit 08.07.2014


Die orthodoxe Kirche ist bei denen doch der Hauptnagel im Brett vorm Kopp!
So,wie bei unseren Religioten meist die RRK.

Anti-Werbung,ja,so kommt das an. Auch schwule Investoren produzieren besser woanders. Wenn man Russland bzw. Weißrussland Tourismuseinbußen verschaffen kann ... why not?

Ficken kann man Russen auch im Zelt. Nach der obligatorischen Buddel Vodka merken wir das eh Beide nicht mehr so ganz.


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