Service   Gewinne   Jobs   Newsletter   Bild des Tages   Presseschau   Partner   Gay Hotels
Queer.de - das schwul-lesbische Magazin
 Community | CSD-Termine
Suche:  (News-Übersicht)
 
Login (Nick / Passw.):  (Registrieren)
  Autologin  
 Home || Politik | Szene | Boulevard | Blog | Meinung | Glaube | Lifestyle | Reise | Kultur | Buch | CD | DVD | Liebe | TV-Tipps || Galerie
  • 18.08.2015, 12:26h           37      Teilen:   |

Posse in Siegen

Politikwissenschaftler klagt gegen Regenbogenflaggen

Artikelbild
Konservative sollten nicht gezwungen werden, diese Flagge an öffentlichen Gebäuden anschauen zu müssen, findet der Siegener Politologe (Bild: flickr / Stig Andersen / cc by 2.0)

Wenn zum CSD Regenbogenfahnen an öffentlichen Gebäuden wehen, werden konservative Heterosexuelle diskriminiert, so ein pensionierter Uni-Professor aus Siegen.

Der Politikwissenschaftler Jürgen Bellers hat laut "Siegener Zeitung" beim Verwaltungsgericht Arnsberg dagegen Klage eingereicht, dass vor einen Verwaltungsgebäude in Siegen vier Fahnenmaste anlässlich des CSDs mit Regenbogenfahnen beflaggt worden waren. Die bunten Stoffbanner seien eine Rechtsverletzung, erklärte der Wissenschaftler, der jahrelang an der Universität Siegen Internationale Politik gelehrt hatte. Seine Klage richtet sich gegen Landrat Andreas Müller (SPD).

Bellers argumentiert unter anderem, dass die Beflaggung gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz verstoße, der in Artikel 3, Absatz 3 des Grundgesetzes festgelegt ist. Darin heißt es unter anderem auch, dass niemand wegen seiner politischen Anschauungen benachteiligt werden dürfe. Der sozialdemokratische Landrat nutze die Fahne aber politisch gegen Konservative: "Durch [die Fahne] wird zumindest politisch dahingehend Stellung genommen, dass die CDU-Vorstellungen zur Ehe nicht geteilt werden", so Bellers in der Klageschrift. Außerdem verstoße der Landrat gegen weitere Bestimmungen, etwa die NRW-Verwalungsgvorschrift für Beflaggungen.

Fortsetzung nach Anzeige


Bellers polemisierte auch gegen Aufklärung an Schulen

Ehemalige Seite der Uni Siegen für Professor Bellers - Quelle: Screenshot
Ehemalige Seite der Uni Siegen für Professor Bellers (Bild: Screenshot)

Der Politikwissenschaftler hat sich bereits in der Vergangenheit gegen die Anerkennung von Schwulen und Lesben gewandt. So hat er mit seiner Gruppe "Tradition International" dagegen protestiert, dass an weiterführenden Schulen über Homosexualität gesprochen wird (queer.de berichtete). Grund: Eltern, die Homosexualität ablehnten, würden diskriminiert, wenn die Schule ihren Sprösslingen eine tolerante Sicht auf Schwule und Lesben böte. "Aufklärung darf an Schulen nicht dadurch betrieben werden, dass man die Werterziehung durch das Elternhaus infrage stellt", so Bellers damals.

Seit Jahren gibt es Konflikte darum, ob die Regenbogenfahne an öffentlichen Gebäuden hängen darf. Insbesondere Parteien am rechten Rand sehen das kritisch: So erklärte die Thüringer AfD im Juni, dass die Beflaggung der Staatskanzlei in Erfurt durch Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) gegen die weltanschauliche Neutralitätspflicht verstoße. Ramelow mache Thüringen damit zum "Experimentierfeld von Ideologen", so die AfD (queer.de berichtete).

Einen Konflikt gab es dieses Jahr auch in Mecklenburg-Vorpommern: Hier lehnte der Landtag mit den Stimmen der Regierungskoalition von CDU und SPD sowie mit Unterstützung der NPD einen Antrag von Linken und Grünen ab, die Regenbogenbeflaggung an öffentlichen Gebäuden zu gestatten (queer.de berichtete). (dk)

Kommentare: Selbst kommentieren | Bisher 37 Kommentare | FB-Debatte
Teilen: 853             39     
Service: | pdf | mailen
Tags: siegen, jürgen bellers, regenbogenfahne
Schwerpunkte:
 Regenbogenfahne
Unterstützen:
  |   Überweisung / Abo / weitere Infos

loading...

Reaktionen zu "Politikwissenschaftler klagt gegen Regenbogenflaggen"


 37 User-Kommentare
« zurück  1234  vor »

Die ersten:   
#1
18.08.2015
12:37:52


(+6, 10 Votes)

Von Triton


Wissenschaftler zu sein oder sich Wissenschaftler zu nennen, schützt weder vor Primitivität, noch vor Hass oder Rassismus. Auch nicht vor Anmaßung - es soll ja auch ehemalige Jura- oder Philosophiestudenten geben, die glauben, eine fachmännisache Meinung zu medizinischen Fragen zu haben.

Auch Künstler oder Festival-Veranstalter sind nicht vor Homophobie u.a. geschützt, wie jetzt ein Festival in Spanien zeigt, wo ein homophober Hassänger mit Gewaltphantasien ("Schwule werden brennen") auftreten kann:

Festival in Spanien: Jüdischer Sänger unerwünscht - Homophober Hassänger kann auftreten

Link:
haolam.de/artikel_22069.html


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#2
18.08.2015
12:43:05


(-4, 12 Votes)

Von wiking77
Profil nur für angemeldete User sichtbar


in einem gut funktionierenden Rechtstaat kann jeder gegen jeden und alles klagen - bloß ob er einen ihm geneigten Richter findet, das ist wieder etwas anderes. Sowas sollte man eher emotionslos zu Kenntnis nehmen, sonst gibt man denjenigen Auftrieb, die mit solchen diengen wie der pensionierte Professor Skandal machen wollen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#3
18.08.2015
12:45:40
Via Handy


(+16, 16 Votes)

Von Felix


1.
Die Regenbogenflagge ist ja gerade ein Zeichen der Vielfalt. Wie soll das irgendwen diskriminieren?

2.
Wenn an einem öffentlichen Gebäude die Flagge eines Staates hängt, diskriminiert das auch nicht Menschen mit anderer Staatsangehörigkeit.

3.
Als beim Papstbesuch vatikanische Flaggen wehten, hat auch niemand gefragt, ob sich Nicht-Katholiken, die teilweise sogar ganz konkret unter der katholischen Kirche leiden, dadurch diskriminiert fühlen.

4.
Es ist nicht Aufgabe öffentlicher Beflaggungen, dass sie 100 % der Menschen gefallen. Der Herr Politik-Professor braucht wohl mal Nachhilfe über den Sinn und Zweck einer Beflaggung.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#4
18.08.2015
12:56:46


(+16, 16 Votes)

Von hypathia
Aus Baden (Österreich)
Mitglied seit 18.11.2012


> Grund: Eltern, die Juden oder Schwarze ablehnten, würden diskriminiert, wenn die Schule ihren Sprösslingen eine tolerante Sicht auf Juden und Schwarze böte. "Aufklärung darf an Schulen nicht dadurch betrieben werden, dass man die Werterziehung durch das Elternhaus infrage stellt", so Bellers damals.<

Tauscht man nur 2 Worte aus, erkennt man den Geist, der dahinter steckt.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#5
18.08.2015
13:05:02


(-12, 12 Votes)

Von Patroklos
Profil nur für angemeldete User sichtbar


Korinthenkackerei, sonst nichts!


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#6
18.08.2015
13:05:54


(+13, 13 Votes)

Von ursus


>"Aufklärung darf an Schulen nicht dadurch betrieben werden, dass man die Werterziehung durch das Elternhaus infrage stellt"

vielleicht stellt die erwähnung der französischen revolution die werte monarchistischer eltern in frage oder die einseitig negative darstellung von KZs die werte von nazi-eltern? weg mit dem geschichtsunterricht, alles viel zu indoktrinierend! am besten nur noch lesen, schreiben und rechnen. ach nein, vielleicht gibt es ja eltern, die die verwendung der null für gottloses teufelszeug halten?

schule ist immer werteerziehung. die zu lehrenden werte werden ausdrücklich in jedem schulgesetz aufgelistet. intoleranz - der einzige "wert", den bellers zu verteidigen scheint - steht allerdings auf keiner dieser listen.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#7
18.08.2015
13:33:59


(+10, 10 Votes)

Von ollinaie
Aus Seligenstadt (Hessen)
Mitglied seit 23.08.2012
Antwort zu Kommentar #3 von Felix


"... beim Papstbesuch vatikanische Flaggen wehten, ... "

Der Doppeldenk beim Besuch von Joseph Aloisius Ratzinger war ja, das er in Personalunion Repräsentant des Staates Vatikanstadt war und gleichzeitig Vereinsoberhaupt der RKK.

Als Staatsoberhaupt hätten ihm besagte Flaggen zugestanden, in der anderen Funktion nicht.

Insbesondere von den C-Parteien wurde auf nachfrage erklärt daß Flaggen und vor allem die Rede im Bundestag sich auf das Staatsoberhaupt bezögen.

Jedem klardenkenden Menschen ist aber offensichtlich das kein Vorsteher eines solchen ..ähm.. Zwergstaates die aufmerksamkeit zugekommen währe, wenn er nicht noch *Fanfahre* Religiöses Oberhaupt *Applaus* der RKK gewesen währe (oder ist? nicht das mich Listenmarkus noch korrigieren muß).

Entsprechende Proteste gab es auch, aber der deutsche Michel ist ja ein braver, in Frankreich hätten vermutlich Autos gebrannt.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#8
18.08.2015
13:47:22


(+11, 11 Votes)

Von Nils


...vielleicht sollten man den lieben Proff mal aufklären...es ist sehrwohl eine KERNAUFGABE der Schule Kinder und Jugendliche am demokratische Werte heranzuführen und diese zu vermitteln. Dazu gehört nun einmal auch die Gleichheit aller Menschen. Das mag Eltern aus gewissen Kreisen stören... aber diese Eltern bewegen sich in ihrem Wertebild damit automatisch außerhalb der freiheitlich demokratischen grundordnung und sowas zu vermitteln gehört 100%ig NICHT zu den Aufgaben des Staates... manche Menschen sind echt komisch... und wie blöd muss man sein um so etwas zu glauben?


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#9
18.08.2015
14:04:19


(+14, 16 Votes)

Von UrsaMajor


Kein Wunder. Laut CDU-Vizechefin Julia Klöckner gehört der Hitlergruß zur freien Meinungsäußerung:

"Ich mag natürlich auch keinen, der sich mit einem Hitlergruß ablichten lässt und Anführer einer Pegida-Demonstration ist. Dennoch ist das Recht auf freie Meinungsäußerung, auch wenn einem die Inhalte nicht gefallen, grundlegend für unsere freie Gesellschaft."

Link zu www.spiegel.de

DAHER weht der Wind heute wieder - das Bild unserer modernen Gesellschaft vervollständigt sich.


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
#10
18.08.2015
14:32:12


(+14, 16 Votes)

Von ehemaligem User Defragmentierung


Noch nie von dem Typ gehört. Vita bei Wikipedia gelesen und wundere mich: Professur für Internationale Politik an der Universität Siegen, Gastprofessuren in den USA und in der Türkei. Wo kommt die Motivation für seinen Hass her?

Ein Blick auf seine Werbepräsenz bringt des Rätsels Lösung. Hier ein Zitat von der Startseite:

"nur noch die freigewollte unterwerfung unter die absolute monarchie des heiligen vaters kann uns von dem gesellschaftszerstörrenden, allumfassenden, "emanzipativen" liberalisierungs und -individualisierungszwang seitens der unis befreien."

Aha. Der Herr ist also ein fundamentalistischer Extremist, ein katholischer Theofaschist, welch' Überraschung!

Eine Überraschung ist es auch, dass diese GRUNDLEGENDE Information im Artikel fehlt. Man stelle sich vor, der Mann wäre Mitglied in einer anderen faschistischen Organisation, wie AfD oder NPD. Diesen Umstand würden wir schon in der Titelzeile erfahren. Bei Angehörigen der römischen Blut- und Bodensekte, wird die verhaltenserklärende Mitgliedschaft verschwiegen.

"Religion is an insult to human dignity. With or without it you would have good people doing good things and evil people doing evil things. But for good people to do evil things, that takes religion."
Steven Weinberg


Antworten | Kommentar schreiben | Direktlink zu diesem Kommentar
 
« zurück  1234  vor »


 Ort: Siegen


 POLITIK - DEUTSCHLAND

Top-Links (Werbung)

 POLITIK



Anderswo
Bild des Tages
Aktuell auf queer.de
Italien: Zwei Ex-Nonnen lassen sich verpartnern Lil Wayne vermählte zwei Männer im Knast Erstes Baby mit drei biologischen Elternteilen geboren Transperson in Berlin beleidigt, geschlagen und beraubt
 © Queer Communications GmbH 2016   Unternehmen | Team | Mediadaten | Logos | Impressum / AGB | Spenden | Kontakt