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Entscheidung des Disziplinarausschusses

Chelsea Manning entgeht Einzelhaft


Chelsea Manning darf in den nächsten drei Wochen nicht das Fitnesscenter, die Bibliothek oder den Hof nutzen. Das hat der Disziplinarausschuss des Militär-Männergefängnisses in Fort Leavenworth (US-Bundesstaat Kansas) am Dienstag entschieden.

Grund für die Bestrafung war, dass die transsexuelle Insassin verbotene Gegenstände in ihrem Besitz hatte, darunter eine abgelaufenen Zahnpastatube, eine aktuellen Ausgabe des Magazins "Vanity Fair" mit Caitlyn Jenner auf dem Titelfoto, die Memoiren von Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai und den US-Senatsbericht über Folterpraktiken der CIA. Außerdem wird sie beschuldigt, Essen auf den Boden geschmissen zu haben. Ursprünglich hatte ihr die Gefängnisleitung mit Einzelhaft auf unbestimmte Zeit gedroht.

Manning befürchtet, dass die Entscheidung der Kommission weitreichende Konsequenzen haben werde: "Diese Verurteilungen werden mich für immer bei jeder Berufungs- und Gnadenanhörung verfolgen", kritisierte Manning via Twitter. Sie diktiert ihre Mitteilungen stets via Telefon an Unterstützer, die sie dann über den Kurznachrichtendienst verbreiten.

Ihr Anwalt Chase Strangio kritisierte außerdem, dass sie in die vierstündigen Anhörung keinen Anwalt bringen durfte und dass der Staat ihr nicht unter Androhung von Isolationshaft verbieten dürfe, über die aktuelle Lage der Welt zu lesen und zu schreiben. Der Jurist hatte am Dienstag der Gefängnisführung eine Petition mit 100.000 Unterschriften überreicht, in der das Ende des "Mobbings" gegen Manning gefordert wird.

Manning war 2010 verhaftet worden, weil sie hunderttausende geheime Dokumente der Enthüllungsplattform WikiLeaks zugespielt hatte. Diese zeigten unter anderem Kriegsverbrechen der US-Armee im Irak-Krieg. Der Fall machte weltweit Schlagzeilen, damals noch unter dem Namen "Bradley Manning". 2013 outete sie sich kurz nach ihrer Verurteilung als Transsexuelle (queer.de berichtete). (dk)



#1 FOX-NewsAnonym
  • 19.08.2015, 13:24h

  • Für Essen auf den Boden werfen ist eine Putzstrafe gerechtfertigt, aber Einzelhaft für ne Zeitung und ein Malala-Buch - das ist ja mehr als lächerlich.
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#2 IsaakAnonym
  • 20.08.2015, 12:35h
  • Antwort auf #1 von FOX-News
  • Na ja, hier geht es ja wohl nicht um die Beschaffenheit oder Art der "verbotenen Güter" sondern eher darum, dass die ganz einfach nun mal verboten waren. Egal ob das jetzt Biografien oder Atomsprengkörper waren. Verboten ist verboten - und wenn die Gefängnisordnung, die Vorschriften von Seiten der Anstaltsleitung oder ein anderes Regularium hier entsprechende Vorgaben treffen, dann ist jeder bewusste Verstoß dagegen selbstredend zu bestrafen. Aber dank ihrer grandiosen Publicity-Wirkung ist Frau Manning in dem Fall wohl nochmals sehr milde davongekommen.
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#3 yelimSEhemaliges Profil
  • 20.08.2015, 13:11h
  • Antwort auf #2 von Isaak
  • Daß ein Strafmaß in irgendeinem Zusammenhang mit dem Delikt stehen sollte?

    Scheiß drauf.

    Hauptsache Verboten.

    Hauptsache bestrafen.

    Selbstredend wenn möglich.

    Ich könnt' ein Minztäfelchen gebrauchen ..
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#4 IsaakAnonym
  • 20.08.2015, 13:35h
  • Antwort auf #3 von yelimS
  • Ein Strafmaß sollte in Zusammenhang mit dem Delikt stehen? Mal abgesehen davon, dass das nun eine sehr unorthodoxe Rechtsauffassung ist, wenn wir nicht gerade nach dem Kodex Hammurabi leben wollen (im deutschen Strafrecht kennen wir in der Regel nur Geld- und Freiheitsstrafe für eine Unmenge an Vergehen, die weder mit Geld noch mit Freiheit etwas zu tun haben): Die Dame darf drei Wochen lang nicht ins Fitnesscenter und in die Bücherei. Das ist kein Strafmaß, das ist eine minimale disziplinarische Sanktion. Ich habe mich jetzt nicht näher mit den Details beschäftigt, aber wenn ihr der Besitz von Zeitschriften nicht gestattet war und sie dem zuwiderhandelt - was soll man denn dann sonst machen? Einen besseren Vorschlag?
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#5 yelimSEhemaliges Profil
  • 20.08.2015, 14:18h
  • Antwort auf #4 von Isaak
  • Laß' es mich so formulieren: Auch bei Strafen sollte die Verhältnismäßigkeit der Mittel gewahrt sein. Die zunächst vorgesehene und angedrohte Strafe war "Einzelhaft auf unbestimmte Zeit". Was sicherlich nicht minimal ist, was vermutlich die Grenze zur Willkür bereits überschreitet. Zumindest angesichts dieser "Delikte".

    Nach Deinem #2, den ich ja vielleicht falsch verstanden habe, ist es egal was für ein Delikt vorliegt, solange es ein Verbot gibt, ist jedes Strafmaß gerechtfertigt?

    Ich würde den Besitz von Waffen und den von Lesestoff durchaus qualitativ unterschiedlich bewerten und bin mir sicher damit sogar mit dem US-amerikanischen Militärstrafvollzug übereinzustimmen.

    ..

    Welcher Schaden ist dem Strafvollzug und der Disziplin der US-amerikanischen Streitkräfte denn entstanden durch eine alte Tube Zahnpasta und was zu Lesen?
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#6 TheDadProfil
  • 20.08.2015, 14:26hHannover
  • Antwort auf #4 von Isaak
  • ""Ich habe mich jetzt nicht näher mit den Details beschäftigt, aber wenn ihr der Besitz von Zeitschriften nicht gestattet war und sie dem zuwiderhandelt - was soll man denn dann sonst machen? Einen besseren Vorschlag?""..

    Dann sollte man sich damit einmal befassen, wieso der "Besitz" einer Zeitschrift wie "Vanity Fair" in einer Haftanstalt verboten ist !?..

    de.wikipedia.org/wiki/Vanity_Fair_%28Magazin%29

    Vor allem wenn es dann den Gefangenen gleichzeitig erlaubt ist TV zu empfangen, oder sich via Twitter und damit auch über das Internet zu Wort zu melden !

    Das riecht nicht, das stinkt nach Willkür, und nach Homophobie, die auch in Gefängnissen des Bundes und der Armee definitiv nicht erlaubt sein können..
    Der Hinweis darauf, das solche "Verfehlungen" genutzt werden um die Akten zu "schmücken", um damit negative Stimmung bei Berufungsverhandlungen und vor dem Bewährungsausschuss zu schüren, um damit nämlich dann eine vorzeitige Entlassung zu verhindern, steht hier doch nicht umsonst im Raum..
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#7 ZahmelAnonym
  • 20.08.2015, 15:47h
  • Whistleblower die staatliche Missstände aufdecken, sind Helden - keine Verbrecher.

    Der Staat will mit dieser politischen Haft andere Dissidenten abschrecken.

    Ekelhaft...
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#8 USA - SuperhomoAnonym
  • 20.08.2015, 19:18h
  • Antwort auf #4 von Isaak
  • ----Die Dame darf drei Wochen lang nicht ins Fitnesscenter und in die Bücherei. Das ist kein Strafmaß, das ist eine minimale disziplinarische Sanktion---

    Sorry, aber aus deinen Beiträgen spricht diese typisch deutsch schwule, unkritische US- Hörigkeit, die auch dafür gesorgt hat, dass der Fall Manning hier in den letzen Jahren (besonders auf dieser Seite) weitgehend ignoriert wurde, während man sich stattdessen lieber tagelang über katholische Altpopen in irgendwelchen Kuhkäffern oder biedere Briefkastenkummertanten in Käseblätter tagelang aufregt. Putin ist der Erzfeind, Obama der coole Beschützer, da darf man halt nix anderes bringen, was den propagandistischen Burgfrieden irgendwie gefährdet. Zum Glück berichten etliche Zeitungen mehr und wesentlich kritischer darüber, als ausgerechnet die schwule Fraktion. (such´ einfach mal nach Beiträgen zu Manning hier in den letzten fünf Jahren und dann nimm mal spaßeshalber Madonna, Dolce&Gabbana oder Ratzinger...)

    Das ist nämlich keine "minimale disziplinarische Sanktion", sondern was dazu führte, ist ein weiteres Glied in einer langen Kette von systematischen Schikanen, denen Manning seit Jahren ausgesetzt ist. Ein Vorfall der hier außerdem zur weiteren Haftverlängerung (35 Jahre !) benutzt werden kann und einer frühzeitigen Entlassung argumentativ entgegenstehen wird. Dein herablassendes "die Dame" kannst du dir mal gepflegt für Ladies wie Hillary Clinton, Carla Bruni oder Angela Merkel aufsparen.
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#9 Patroklos