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  • 20.08.2015, 14:23h           41      Teilen:   |

"Im Kontext von Islam und der Schariah"

Malaysia: LGBT verdienen keine Menschenrechte

Artikelbild
Malaysias Premierminister Najib Razak hält es für unvereinbar mit seinem Glauben, Homo- und Transsexuellen elementare Menschenrechte zu gewähren (Bild: Malaysian Government / cc by 3.0)

Premierminister Najib Razak will Menschenrechte nur dann schützen, wenn sie mit dem Islam vereinbar seien – nicht schutzwürdig seien Schwule, Lesben und Transsexuelle.

Im Tigerstaat Malaysia werden die Menschenrechte von LGBT auch weiterhin nicht geschützt. Das hat Regierungschef Najib Razak am Dienstag bei einer islamischen Konferenz in der südmalaysischen Kleinstadt Bangi erklärt, die knapp 30 Kilometer von der Hauptstadt Kuala Lumpur entfernt liegt.

Bei einer Rede nannte er nach Angaben von "Malay Mail" LGBT-Rechte als Beispiel für "extreme Aspekte der Menschenrechte". Diese dürften aus religiösen Gründen nicht gewährt werden. In Malaysia ist der Islam Staatsreligion, obwohl nur 60 Prozent der Bevölkerung dieser Religionsgemeinschaft angehören.

"Auch wenn allgemeine Menschenrechte definiert worden sind, definieren wir Menschenrechte in diesem Land im Kontext von Islam und der Scharia", so Najib. "Selbst wenn es schwer ist, das international zu verteidigen, müssen wir das tun." Er würde auf seinem Standpunkt selbst dann beharren, wenn andere Länder diesen kategorisch ablehnten.

In seiner Rede verglich der Premierminister Homosexuelle mit der Terrormiliz "Islamischer Staat". Beide Gruppen würden versuchen, bei der "jüngeren Generation" um Anhänger zu werben.

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Human Rights Watch: Malaysia soll aus UN austreten

Menschenrechtler zeigten sich geschockt über die Aussagen des Politikers, der seit 2009 Regierungschef des rund 30 Millionen Einwohner zählenden Landes ist. Phil Robertson von Human Rights Watch empfahl dem Premierminister, aus den Vereinten Nationen auszutreten, wenn das Land Menschenrechte nicht mehr als wichtig ansehe. "Ist Malaysia bereit, diesen Schritt zu tun?", fragte er und forderte Aktivisten auf, Malaysia an seine Verpflichtungen durch die UN-Menschenrechtscharta zu erinnern.

Auch die staatliche Menschenrechtskommission (Sukaham) kritisierte die Aussagen des Regierungschefs und erinnerte an internationale Verträge zu Menschenrechten: "Einfach ausgedrückt verdienen alle Menschen Menschenrechte, weil sie Menschen sind", sagte Kommissionschef Tan Sri Hasmy Agam am Donnerstag in einer Pressemitteilung. Diese Grundrechte basierten auf "Nichtdiskriminierung, Gleichbehandlung, Fairness, Gerechtigkeit und Respekt vor der menschlichen Würde".

In Malaysia stehen auf einvernehmliche homosexuelle Handlungen bis zu 20 Jahre Haft oder Auspeitschung. Das selbe Strafmaß gilt für Vergewaltigungen. Es kommt wegen einvernehmlichem Sex aber nur selten zu Verurteilungen. Muslimische Schwule können außerdem von islamischen Sondergerichten zusätzlich belangt werden.

In der relativ liberalen Hauptstadt Kuala Lumpur ist zwar eine schwule Szene ansässig, allerdings ist die Regierung in den letzten Jahren härter gegen LGBT-Aktivisten vorgegangen. So wurde 2011 ein schwul-lesbisches Festival verboten – nachdem es der Vize-Regierungschef als "unmoralisch" bezeichnet hatte (queer.de berichtete).

Die Strafgesetze zu Homosexualität werden auch zur Ausschaltung politischer Gegner genutzt: So wurde erst Anfang des Jahres eine Haftstrafe gegen den Oppositionsführer bestätigt, dem vorgeworfen worden war, Sex mit einem Mitarbeiter gehabt zu haben (queer.de berichtete). Menschenrechtsaktivisten halten die Vorwürfe für einen Vorwand, um die Macht der Regierung zu sichern. (dk)

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Tags: malaysia, najib rajak, menschenrechte
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 Malaysia
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Reaktionen zu "Malaysia: LGBT verdienen keine Menschenrechte"


 41 User-Kommentare
« zurück  12345  vor »

Die ersten:   
#1
20.08.2015
14:36:45


(+11, 11 Votes)

Von PFriedrich
Aus Trier (Rheinland-Pfalz)
Mitglied seit 19.02.2015


..."Einfach ausgedrückt verdienen alle Menschen Menschenrechte, weil sie Menschen sind", sagte Kommissionschef Tan Sri Hasmy Agam... -

Menschen wissen das.


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#2
20.08.2015
15:05:00
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(+8, 12 Votes)

Von Ehla


Malaysia muss raus aus der UN. Ein Staat das Menschrechts nicht akzeptiert hat dort nicht zu suchen.

Gibt es überhaupt ein islamischen Staat wo LGBTS nicht unterdrückt werden?


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#3
20.08.2015
15:11:11


(+1, 7 Votes)

Von seb1983
Profil nur für angemeldete User sichtbar
Antwort zu Kommentar #2 von Ehla


Der Einäugige unter den Blinden wäre in dem Fall wohl die Türkei.


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#4
20.08.2015
15:14:54
Via Handy


(+10, 10 Votes)

Von Felix


Menschenrechte sind universell und beinhalten gerade den Gleichheitsgrundsatz.

Dieser Typ zeigt nur, wie dumm er ist und dass er gar nicht das Prinzip verstanden hat.


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#5
20.08.2015
15:19:38


(+6, 8 Votes)

Von TheDad
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""Bei einer Rede nannte er nach Angaben von "Malay Mail" LGBT-Rechte als Beispiel für "extreme Aspekte der Menschenrechte". Diese dürften aus religiösen Gründen nicht gewährt werden.""..

Es gibt nur einen "extremen Aspekt" in den 30 Artikel umfassenden Menschenrechte-Katalog :

Das Leute wie dieser Mann das Recht auf freie Religionsausübung über dem Menschenrecht auf Leben, und über dem Menschenrecht auf "freie Entfaltung der Persönlichkeit" ansiedeln !

Die "Religionsfreiheit" steht in direktem Widerspruch zur "freien Entfaltung der Persönlichkeit"..


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#6
20.08.2015
15:21:53


(-7, 13 Votes)

Von TheDad
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Antwort zu Kommentar #2 von Ehla


""Gibt es überhaupt ein islamischen Staat wo LGBTS nicht unterdrückt werden?""..

Gibt es überhaupt ein "christlichen" Staat wo LGBTS nicht unterdrückt werden?


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#7
20.08.2015
15:33:36


(+7, 13 Votes)

Von Isaak
Antwort zu Kommentar #6 von TheDad


Na ja wie wär's denn mit Argentinien? Da ist der Katholizismus übrigens sogar in der Verfassung explizit besonders hervorgehoben und war sogar Staatsreligion.

Wenn Sie Staaten mit mehrheitlich christlicher Bevölkerung meinen, die gibt's sogar im Dutzend: Spanien, Kanada...


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#8
20.08.2015
15:36:25


(-3, 7 Votes)

Von Isaak
Antwort zu Kommentar #2 von Ehla


Aber sicher! Wollen wir dann eine 1-Mann-UN aufmachen? Denn Dreiviertel der Staaten begehen wohl das, was Sie "Menschenrechtsverletzungen" nennen - die einen mehr, die anderen weniger Malaysia fällt da, wenn überhaupt, in zweite Kategorie.


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#9
20.08.2015
15:42:27


(+12, 12 Votes)

Von Zahmel


"""""""""""""""""""""""""
definieren wir Menschenrechte in diesem Land im Kontext von Islam und der Scharia
"""""""""""""""""""""""""

Das ist ja schon ein Widerspruch an sich.

Allen Religionen wohnen Totalitarismus und Allmachtsanspruch inne.

"""""""""""""""""""""""""
nicht schutzwürdig seien Schwule, Lesben und Transsexuelle.

"""""""""""""""""""""""""

Aus solchen Äußerungen spricht der blanke Hass.

Sowas ist kein Mensch mehr, sondern Abschaum!

"""""""""""""""""""""""""
Human Rights Watch: Malaysia soll aus UN austreten
"""""""""""""""""""""""""

Volle Zustimmung!

Wer Menschenrechte ablehnt, hat in der UN nichts zu suchen.

Raus mit denen...


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#10
20.08.2015
16:02:14
Via Handy


(+11, 11 Votes)

Von Alex


Malaysia lebt vor allem vom Tourismus.

Da ist es wohl Zeit für einen Boykott.


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