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Vier Prozent der US-Bürger sehen sich als ausschließlich homosexuell an - bei den Jüngeren sind es nur zwei Prozent (Bild: Flickr / Graham Hellewell / by 2.0)

Ein Drittel der jungen US-Amerikaner identifizieren sich als nicht ausschließlich heterosexuell – bei den Briten waren es in einer ähnlichen Studie mehr.
In den USA sehen sich 78 Prozent der Bevölkerung als vollständig heterosexuell an. Das ist das Ergebnis einer am Donnerstag veröffentlichten YouGov-Studie, bei der sich 1.000 repräsentativ ausgewählte Amerikaner nach der siebenstufigen Kinsey-Skala zwischen "100 Prozent heterosexuell" (0) und "100 Prozent homosexuell" (6) selbst einordnen sollten.

Vier Prozent der US-Bürger sehen sich demnach als ausschließlich homosexuell an. Die restlichen 16 Prozent ordnen sich dazwischen als Bisexuelle ein – zehn Prozent sehen sich als eher heterosexuell, drei Prozent in der Mitte und weitere drei Prozent als eher homosexuell.

Mehr Heten als in Großbritannien

In einer kürzlich veröffentlichten ähnlichen Studie in Großbritannien bezeichneten sich nur 72 Prozent als vollständig heterosexuell – und damit sechs Prozentpunkte weniger als in den USA (queer.de berichtete).



In beiden YouGov-Studien zeigte sich außerdem, dass die Jüngeren viel offener für gleichgeschlechtliche Kontakte sind. Bei den unter 30-jährigen Amerikanern bezeichneten sich auch nur 64 Prozent als vollkommen hetero. Bei der britischen Studie waren es sogar nur 46 Prozent gewesen, allerdings wurde hier nur die Altersgruppe der 18- bis 24-Jährigen berücksichtigt.

Auffallendes Ergebnis: Bei den jüngeren US-Bürgern gibt es den höchsten Anteil derjenigen, die nicht ausschließlich auf ein Geschlecht fixiert sind. So bezeichneten sich bei den unter 30-Jährigen nur zwei Prozent als ausschließlich homosexuell – und damit nur halb so viel wie in der Gesamtbevölkerung.



Die Selbsteinstufung als ausschließlich heterosexuell bedeutet aber nicht, dass man nicht mal Homo-Sex ausprobiert: Zwölf Prozent der heterosexuellen Amerikaner erklärten in der Studie, dass sie gleichgeschlechtliche Erfahrungen gemacht hätten. Dabei zeigten sich heterosexuelle Frauen (15 Prozent) fast doppelt so experimentierfreudig wie heterosexuelle Männer (8 Prozent). (dk)

Wöchentliche Umfrage

» Was denkst du: Ist die junge Generation offener für homosexuelle Erfahrungen?
    Ergebnis der Umfrage vom 17.08.2015 bis 24.08.2015


#1 XDASAnonym
  • 21.08.2015, 10:56h
  • Solche Umfragen sollte man sehr skeptisch sehen.

    Denn die sexuelle Orientierung ist immer noch etwas, wo viele nicht gerne Auskunft drüber geben. Erst recht nicht irgendwelchen fremden Umfrageinstituten.

    Das Ergebnis könnte genauso gut bedeuten, dass in den USA mehr Unter-30-Jährige ihre Sexualität verschweigen statt in Großbritannien. Denn auch wenn die USA mittlerweile rechtlich z.B. viel weiter sind als Deutschland, darf man nicht vergessen, dass es da auch noch erzkonservative Landstriche gibt, wie z.B. den sog. Bible Belt im Mittleren Westen. Dort mag die rechtliche Gleichstellung jetzt auch gelten, aber das heißt nicht sofort, dass dort alle ihre Sexualität in Umfragen zugeben.

    Insofern bin ich da sehr skeptisch.

    Ich halte mich an meine eigene Erfahrung:
    ich habe in meiner Schulzeit mit 90 % der Jungs aus meiner Klasse sexuelle Erfahrungen gehabt (und wenn es nur das gemeinsame Wichsen zu Pornos war, aber teilweise auch mehr). Aber von denen will heute niemand mehr etwas davon wissen.
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#2 Patroklos
#3 BuhjaAnonym
  • 21.08.2015, 11:33h

  • Vergleicht man die Bevölkerung der USA mit der von Europa, so finde ich es nicht repräsentativ wenn man nur 1000 Leute befragt. Man kann ja auch nicht von dee britischen Studie auf die gesamte europäische Bevölkerung vom Festland schließen. .
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#4 IsaakAnonym
  • 21.08.2015, 12:17h
  • Antwort auf #1 von XDAS
  • Ich weiß nicht um den Ursprung Ihrer Geographie-Kenntnisse aber der sogenannte Bible Belt hat mit dem Mittleren Westen mal überhaupt nichts zu tun. Sie liegen da mehrere hundert Kilometer von Ihrem Ziel entfernt.

    Darüber hinaus ist allerdings richtig, dass diese Umfrage statistisch gesehen nicht unbedingt repräsentativ und reliabel ist. Auch bzgl. der Partizipantenzahl.
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#5 wettbewerb totalAnonym
  • 21.08.2015, 14:22h
  • "So bezeichneten sich bei den unter 30-Jährigen nur zwei Prozent als ausschließlich homosexuell und damit nur halb so viel wie in der Gesamtbevölkerung."

    Wie sollte es auch anders sein?

    Heterosexistische Dauerbeschallung, eine noch nie dagewesene Flut von heterosexistischen Bildern, von Geburt an.

    Der gesellschaftliche Druck, irgendwie doch noch zumindest anteilig hetero und damit normkonform zu sein, nimmt angesichts des immer stärkeren Leistungs- und Konkurrenzdrucks bei immer weiter verbreiteten Existenz-, Abstiegs- und Ausgrenzungsängsten insgesamt massiv zu. "Dazuzugehören" und der Norm zu entsprechen ist ein Wettbewerbsvorteil, in allen Lebenslagen.

    Die bürgerliche Ideologie, die "Familie" im Sinne ihres beschränkten, auf Ausbeutung im Interesse der herrschenden Klasse beruhenden, im Kern gesellschaftlich entsolidarisierenden Konstruktes ("Zwei Menschen heiraten", "haben Kinder", "übernehmen Verantwortung füreinander" usw.) zum vermeintlich höchsten Glück stilisiert und in Zeiten immer extremerer sozialer Ungleichheit und Unsicherheit als letzte Zuflucht und Hort der "Geborgenheit" von den Herrschenden propagiert und von den Untertanen als solches wahrgenommen wird, und damit auch das mit ihr verbundene Konstrukt der Hetero-Norm, wird trotz oder gerade wegen aller Pseudo-Flexibilisierung wie "Ehe-Öffnung" und Toleranz-Blabla ultimativ zementiert und so wirkungsvoll durchgesetzt wie nie.
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#6 seb1983
#7 HonestAbeProfil
  • 21.08.2015, 21:39hBonn
  • Kein Wunder, schließlich hat die US-Bevölkerung viel größere fundamental-christliche Anteile als Großbritannien. Da geht eben die Angst vor den Hetzern um. Finde ich daher absolut nachvollziehbar.

    Fundamentalismus ist einfach unmenschlich!
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#8 JadugharProfil
  • 21.08.2015, 22:19hHamburg
  • Antwort auf #1 von XDAS
  • Das sehe ich genauso! Ihre Erfahrung, daß sie in der Schulzeit mit 90% der Jungs sexuelle Erfahrungen gemacht haben, scheint auch in einen bestimmten Kontext zu stehen. Als ich zur Schule ging hatte ich 0% sexuelle Kontakte, so sehr ich sie mir auch wünschte. In meinen letzten Schuljahr wurde Duschen für die Sporthalle eingerichtet, wo ich meine Schulkameraden zum ersten mal nackt sah. Ich war dadurch erregt. Doch alle nahmen Abstand von mir. Ich hatte das Gefühl, der einzige Schwule zu sein. Zu meiner Schulzeit war allerdings Homosexualität noch strafbar. Meinen ersten sexuellen Kontakt hatte ich erst im Alter mit 24 Jahren gehabt. Die Zeit davor war für mich die reinste Tortur, weil niemand da war, der die gleichen Gefühle hatte, wie ich.
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#9 falken42
  • 22.08.2015, 00:55h
  • wieder ein schönes beispiel dafür, das das märchen vom schwulen-gen eine lüge ist, eben sehr bequem, oder laubt jemand ernsthaft briten und amerikaner haben verschiedene genstruktur? oder das sich die gene in nur einer generation ändern?
    entscheidend ist denke ich, was man in den ersten 1-2 jahren seines lebens erlebt. nix sexuelles oder gar schwules, sondern die gesamtheit dessen was man in dem alter lernt. und später entscheidet. aber wer weiss.
    wenn wir glück haben werden sich die prozentzahlen in den nächsten genrationen angleichen (alles sexuellen varianten betreffend) - bis heteros nur eine spielart unter den anderen sind, das wäre eine wirklich bessere welt.
    aber wahrscheinlich marschieren die amis vorher ein, um die westlichen werte zu verteidigen.
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#10 Alte TunteAnonym