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Kämpft seit 20 Jahren gegen die "Homosexualisierung der Gesellschaft": Salzburgs Weihbischof Andreas Laun (Bild: Wiki Commons / Thaler Tamas / CC-BY-SA-4.0)

Die homosexuelle Orientierung sei veränderbar, sagte Salzburgs Weihbischof Andreas Laun in einem Interview. Es gebe "sehr glückliche" Aussteiger.

Die Schweiz hat Vitus Huonder, Österreich Andreas Laun: In einem Interview in der Montag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" wirbt der katholische Salzburger Weihbischof offen wie kaum zuvor für die "Heilung" von Lesben und Schwulen.

"Ich spreche von der Veränderbarkeit einer Neigung", sagte Laun dem Magazin. "Es gibt Beispiele von Menschen, die viele Jahre lang homosexuell gelebt haben und danach gesagt haben: 'Es ist mir gelungen, auszusteigen, und ich bin sehr glücklich darüber.'"

Laun befürwortet auch Teufelsaustreibungen

Im Gespräch mit "profil" outete sich der 72-Jährige auch in anderen gesellschaftlichen Fragen als Fundamentalist: So vertrat er die Ansicht, dass eine Frau nicht einmal nach einer Vergewaltigung abtreiben dürfe, "weil das Kind das Recht auf Leben hat und weil das Unrecht an der Frau nicht durch ein anderes Unrecht rückgängig gemacht werden kann".

Auf die Frage des Magazins nach der Existenz von Teufel und Hölle versicherte Laun: "Ja, natürlich gibt es den Teufel und die Hölle – wenn Jesus so oft darüber redet, dann gibt es sie." Daraus folge für ihn auch eine Bejahung der Teufelsaustreibung in Fällen "echter Besessenheit": "Wenn die Diagnose stimmt und der Exorzismus daher eine Hilfe ist, bin ich natürlich dafür."

Homophobe Hetze seit 20 Jahren

Seit seinem Amtsantritt als Salzburger Weihbischof im Jahr 1995 hat Andreas Laun den Kampf gegen eine "Homosexualisierung der Gesellschaft zu seinem Schwerpunkt gemacht. Kein anderer katholischer Würdenträger aus Östereich ist mit so vielen abstrusen und diskriminierenden Äußerungen aufgefallen.

In seinem 2001 erschienenen Buch "Homosexualität aus katholischer Sicht" zitiert Laun etwa Untersuchungen, wonach Schwule und Lesben aufgrund des "homosexuellen Lebensstils" eine durchschnittlich 20 bis 30 Jahre kürzere Lebenserwartung hätten. Später erklärte er, dass Schwule und Lesben "keine Nutzen für die Allgemeinheit" hätten und daher auch kein Recht auf Eheschließungen.

In den letzten Jahren verschärfte sich sein Ton sogar noch: 2009 setzte der Salzburger Moraltheologe "homosexuelle Ideologen" mit Muslimen gleich, da beide Gruppen keine "Konversion" dulden würden. Ebenfalls warnte er vor "Propaganda" durch LGBT-Aktivisten. Im vergangenen Jahr wiederholte Laun zudem seine Behauptung, Schwule und Lesben würden eher Kinder missbrauchen als Heterosexuelle. (ots/cw)



#1 schwarzerkater
  • 22.08.2015, 10:20h
  • was ist nur im trinkwasser der schweizer und österreichischen bischöfe drin? - gesund kann es jedenfalls nicht sein
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#2 Petrillo
  • 22.08.2015, 10:23h
  • "Es ist mir gelungen, auszusteigen, und ich bin sehr glücklich darüber."

    Also immerhin einer, der weiß, wovon er redet.
    Aber dass Askese und der exzessive Genuss von Oblaten, Wein und Weihrauch irre machen, hat er dann wohl nicht mehr mit bekommen?!
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#3 habemus_plemplem
  • 22.08.2015, 10:36h

  • Tja, was soll man da machen...?! Einmal kurz mit den Schultern zucken und sich nicht weiter beeindrucken lasen. Eigentlich. Doch leider wird es auch hier wieder ein paar Schäfchen geben, die diesen Quatsch tatsächlich glauben und dann bei den "besorgten" Eltern mitlaufen, um gegen uns Stimmung zu machen. Schließlich könnten ihre Sprösslinge ja homosexuell gemacht werden, wenn der Bischof doch sagt, die Orientierung sei "veränderbar". (Er meint damit natürlich, sofern es um eine Veränderung hin zur Heterosexualität geht: HEILBAR!)

    Also muss man wohl doch immer wieder erklären und aufklären. Der Wunsch, eine ganz normale sexuelle Orientierung wie z.B. Homosexualität an sich selbst zu verändern, gilt gemäß internationaler Klassifikation ICD-10 als psychische Störung, das kann man hier nachlesen:

    de.m.wikipedia.org/wiki/Ichdystone_Sexualorientierung.
    Eine solche Orientierung an sich ist gemäß ICD-10 jedoch ausdrücklich KEINE psychische Störung. Das war nicht immer so, aber eines schönen Tages an einem 17.5. wurde es so. Seitdem wird dieser Tag als IDAHO (International Day Against HOmophobia) gefeiert.

    Konversionstherapien, die zum Ziel haben, die sexuelle Orientierung zu verändern ("Homo-Heilungen") sind unseriös und gefährlich, viele Menschen werden dadurch in Selbsthass, Depressionen und Selbstmord getrieben. Deshalb werden sie auch immer häufiger verboten, wie z.B. jetzt gerade wieder in Illinois.

    Die einst berühmteste Organisation der Ex-Gay-Bewegung, "Exodus International", hat sich vor ein paar Jahren selbst aufgelöst und sich für das Leid entschuldigt, das sie menschen zugefügt hat.

    Also macht euch keine Sorgen um eure Kinder, wenn in der Schule Homosexualität thematisiert wird: Wenn sie selbst homosexuell sind, kommen sie besser damit klar. Wenn sie es nicht sind, dann werden sie es auch nicht - sie werden höchstens zu aufgeklärteren Bürgern, die gelernt haben, Menschen anzunehmen und wertzuschätzen, auch wenn sie in mancher Hinsicht anders sind. Ach ja - und wahrscheinlich werden sie deswegen auch keine Flüchtlingsheime anzünden.
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#4 Shinkaishi
  • 22.08.2015, 10:42h

  • Wir haben Kontrollgremien, die sehr genau bei Pharmazeutika darauf achen, dass schädliche "Heilmittel" aus dem Verkehr gezogen werden, mich würde es doch interessieren, wie gerechtfertigt wird, das Gleiche nicht auch bei den offenkundig schädlichen "Homoheilungen" zu tun.

    Und selbst hier deklassiert sich der Bischof noch mehr als viele seiner geschickteren Glrichgesinnten, die "immerhin" nur mit einer Form von Unterdrückung sexueller Handlungen und Phantasie. Werben, was bereits jeglicher Grundlage entbehrt.

    Das Problem ist, ich erinnere mich leider noch zu gut an Jugendliche, die so viele Probleme mit sich selbst hatten und vielleicht noch immer haben, dass sie solchen "Heilungsversprechen" erliegen.
    Toll dass so viele Kirchenmänner es als praktizierte christliche Nächstenliebe verstehen, andere in den Selbsthass zu treiben...
    So praktiziert jener Bischof also das Erbe eines Mannes, der zu drn Ausgestoßenen ging...
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#5 stromboliProfil
  • 22.08.2015, 10:59hberlin
  • Antwort auf #1 von schwarzerkater
  • also ich kenn auch welche die sich als geheilt ansehen und nun glücklich ihr leben leben ohne die leidige störung..
    ubs, das waren ja religioten die da geheilt wurden.

    Ich muss lernen, die dinge auseinander zu halten!
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#6 Patroklos
#7 RalfAnonym
  • 22.08.2015, 11:03h
  • Herr Laun bringt der menschlichen Gemeinschaft nicht nur keinen Nutzen, er schadet ihr massiv, indem er rechtliche Ungleichbehandlung und gesellschaftliche Diskriminierung einer ganzen Bevölkerungsgruppe aktiv bekämpft.
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#8 lucdfProfil
#9 GeorgGAnonym
  • 22.08.2015, 11:07h
  • Seit Jahrzehnten hetzt Laun gegen Schwule. Dieses Thema will ihm einfach nicht aus dem Kopf...
    Mal sind seine Beiträge aggressiv, mal sind sie
    von einer gewissen liberalen Nächstenliebe getragen ("Selbstverständlich ist das Gute, das innerhalb einer schwulen Beziehung getan wird, auch objektiv gut" - was für konservative Katholiken keineswegs sicher ist.)
    Wenn er dieses Thema immer und immer wieder wiederholt, nimmt ihn am Ende keiner mehr ernst. Laun eignet sich für die Erzkonservativen als gern gesehener Gast auf Veranstaltung wie "Freude am Glauben" in Fulda.
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#10 Harry1972Profil
  • 22.08.2015, 11:23hBad Oeynhausen
  • Zu gerne würde ich meinen Schädel um 180° drehen und diesen Popen einen armdicken Strahl Erbsensuppe entgegenspucken können.
    Was anderes fällt mir zu solchen Zauseln echt nicht mehr ein.
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